28.02.2020 | Presseinfo Nr. 9

Arbeitsmarkt: Kein Winter mehr, aber auch noch kein Frühjahr

- Arbeitslosigkeit leicht gesunken
- Weniger Arbeitslosmeldungen und mehr Abmeldungen in Beschäftigung
- Nachfrage nach Arbeitskräften gestiegen
 

Die Arbeitslosigkeit ist im Januar leicht gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 5,2 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist angestiegen.

In diesem Winter kam der alljährliche Anstieg der Arbeitslosigkeit erst im Januar in der Region an. Deshalb setzte der Abbau dieser saisonalen Arbeitslosigkeit bisher nur sehr leicht ein. Es mussten sich jedoch deutlich weniger Menschen arbeitslos melden, mehr konnten sich in Beschäftigung abmelden.

Auch hat das Angebot an neu zu besetzenden Stellen im Februar stark zugenommen. Deshalb und aufgrund der zu erwartenden positiven Entwicklung der Beschäftigung, dürfte die Arbeitslosigkeit zum Frühjahr hin wieder deutlich sinken.

„Allerdings fehlt es im Vergleich zum Vorjahr noch etwas an Dynamik“, so die Leiterin der Arbeitsagentur Gundula Sutter. „Womöglich setzt diese – ebenso wie der Winter – etwas später ein. Eine Einschätzung hierzu stellte Sutter für März auf der Grundlage der dann vorliegenden Daten in Aussicht.

 

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Februar waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 9 713 Menschen arbeitslos, 158 oder 1,6 Prozent weniger als im Januar und 222 oder 2,3 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres. Demnach verläuft der Abbau der Winterarbeitslosigkeit langsamer als noch vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote hat sich seit Januar nicht verändert und beträgt weiterhin 5,2 Prozent. Im Vorjahr war sie von 5,2 Prozent im Januar auf 5,1 Prozent im Februar gesunken.

Die Betreuung der arbeitslosen Menschen erfolgt in zwei getrennten Rechtskreisen: 3 967 Personen oder 40,8 Prozent wurden von der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung/SGB III), 5 746 oder 59,2 Prozent von den Jobcentern (Grundsicherung/SGB II) betreut.
In beiden Bereichen ging die Arbeitslosigkeit seit dem Vormonat sehr leicht zurück.

 

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Insgesamt 2 329 Menschen wurden im Februar neu oder erneut arbeitslos, das sind rund 500 Personen weniger als im Januar und 150 weniger als im Februar 2019. Darunter fiel die Zahl derjenigen, die sich nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos meldeten, um rund 37 Prozent niedriger aus als im Januar. Dies ist keine ungewöhnliche Entwicklung, da die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung im Januar üblicherweise ansteigt – und in der Folge ab Februar wieder rückläufig ist. Jedoch haben sich in diesem Februar fünf Prozent mehr Menschen, die zuvor beschäftigt waren, arbeitslos gemeldet als im Februar vor einem Jahr. Ehemalige Azubis wurden erfreulicherweise seltener arbeitslos - weniger als im Januar und auch weniger als vor einem Jahr.

Insgesamt sind zurzeit sind 2,3 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. Dabei sind weniger Frauen, Langzeitarbeitslose und Menschen mir Schwerbehinderung arbeitsuchend als im letzten Februar. Für alle anderen Personengruppen, insbesondere für die ausländischen Arbeitsuchenden, hat sich die Situation am Arbeitsmarkt gegenüber dem Vorjahr etwas eingetrübt.

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell insgesamt um rund ein Viertel gestiegen. Darunter fiel die Zahl der Einmündungen in Erwerbstätigkeit sogar um fast 40 Prozent höher aus.  Diese Steigerung von Januar auf Februar fiel jedoch ebenfalls geringer aus als vor einem Jahr.

 

Stellen:

Im Februar waren 888 Stellen neu zu besetzen - eine Steigerung zum Januar um 43,7 Prozent. Dennoch blieb die Zahl der neuen Stellen hinter der des Februar 2019 um rund elf Prozent zurück.

Der Bestand an Stellen ist sowohl gegenüber Januar (+ 6,7 Prozent) als auch gegenüber Februar 2019 (+ 4,3 Prozent) gestiegen. Insgesamt 3 237 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 89,4 Prozent unbefristet und 92,7 Prozent sofort frei.

Im Februar stieg insbesondere der Bedarf an Arbeitskräften in den Branchen Bau, Verkehr und Logistik, Zeitarbeit, aber auch im Handel und im Gesundheitswesen.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Nach einem Anstieg um fast zehn Prozent zu Jahresbeginn, ging die Arbeitslosigkeit im Februar wieder um 1,6 Prozent zurück. Der geringe Rückgang führte noch nicht zu einer Veränderung der Arbeitslosenquote, diese blieb bei 5,2 Prozent. Dem leichten Rückgang insgesamt lagen regional unterschiedliche Entwicklungen zugrunde.

Während die Arbeitslosigkeit in Idar-Oberstein und Birkenfeld, insbesondere aber in Kirn und in Simmern rückläufig war, fiel die Veränderung in Bad Kreuznach gering aus. In Boppard stieg die Arbeitslosigkeit in diesem Monat sogar noch einmal an.

Vorjahresvergleich: Nur noch in Kirn ist die Arbeitslosigkeit niedriger als vor einem Jahr         (- 8,1 Prozent).

 

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 713 Arbeitslose (- 158)

    - stagnierte auf 5,2 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 459 Arbeitslose (- 51)

    - stagnierte auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)

  • Birkenfeld 843 Arbeitslose (- 19)

    - fiel von 5,4 Prozent auf 5,3 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent)

  • Idar-Oberstein 1 842 Arbeitslose (- 18)

    - fiel von 6,7 Prozent auf 6,6 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)

  • Kirn 1 293 Arbeitslose (- 38)

    - fiel von 5,8 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)

  • Simmern 1 345 Arbeitslose (- 46)

    - fiel von 3,8 Prozent auf 3,6 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent)

  • Boppard 931 Arbeitslose (+ 14)

    - stieg von 4,1 Prozent auf 4,2 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent)

     

    Arbeitslosenquoten nach Landkreisen:

  • Landkreis Bad Kreuznach: 4 752 (- 89)

    - fiel von 5,7 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)

  • Landkreis  Birkenfeld: 2 685 (- 37)

    - fiel von 6,2 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)

  • Landkreis Rhein-Hunsrück: 2 276 (- 32)

     - fiel von 3,9 Prozent auf 3,8 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent)

 

 

Kurzüberblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

In allen drei Landkreisen ging die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar leicht zurück. Im Landkreis Bad Kreuznach fiel die Arbeitslosenquote von 5,7 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent). Während in den Landkreisen Birkenfeld und Rhein-Hunsrück aktuell mehr Menschen arbeitslos sind als vor einem Jahr, ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Bad Kreuznach im Vergleich zum Vorjahresmonat niedriger (- 1,8 Prozent).

Der aktuelle Rückgang von Januar auf Februar bezog sich auf alle Personengruppen mit Ausnahme der Jüngeren und auf beide Rechtskreise.

Im Februar meldeten sich weniger Menschen arbeitslos (- 11,1 Prozent), auch weniger aus einer Beschäftigung heraus (- 30,5 Prozent) als noch im Januar und auch weniger als vor einem Jahr (- 7,3 Prozent).

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gestiegen (+ 22,0 Prozent),  liegt aber um 8,4 Prozent niedriger als im Februar 2019.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist im Februar um rund 75 Prozent gestiegen, gegenüber Vorjahresmonat aber um 15 Prozent  gesunken.

 

Landkreis Birkenfeld:

In allen drei Landkreisen ging die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar leicht zurück. Die Arbeitslosenquote fiel im Landkreis Birkenfeld von 6,2 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist hier jedoch um 7,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dieser Abstand zum Vorjahr ist im Landkreis Birkenfeld am größten.

Der aktuelle Rückgang von Januar auf Februar bezog sich auf alle Personengruppen mit Ausnahme der Jüngeren und auf beide Rechtskreise.

Im Februar meldeten sich weniger Menschen arbeitslos (- 26,4 Prozent), auch weniger aus einer Beschäftigung heraus (- 44,7 Prozent) als noch im Januar und auch weniger als vor einem Jahr (- 12,9 Prozent).

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gestiegen (+ 27,0 Prozent), liegt aber um 14,8 Prozent niedriger als im Februar 2019.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist im Februar um 46,7 Prozent gestiegen, gegenüber Vorjahresmonat aber um 15,6 Prozent gesunken.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

In allen drei Landkreisen ging die Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar leicht zurück. Die Arbeitslosenquote fiel im Landkreis Rhein-Hunsrück von 3,9 Prozent auf 3,8 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent). Die Arbeitslosigkeit ist hier jedoch um 5,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der aktuelle Rückgang von Januar auf Februar bezog sich auf alle Personengruppen mit Ausnahme der Jüngeren und der ausländischen Arbeitsuchenden und nur auf den Rechtskreis der Grundsicherung.

Im Februar meldeten sich weniger Menschen arbeitslos (- 22,4 Prozent), auch weniger aus einer Beschäftigung heraus (- 38,5 Prozent) als noch im Januar, jedoch mehr als vor einem Jahr (+ 3,0 Prozent), insbesondere nach einer Beschäftigung (+ 33,3 Prozent).

Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist aktuell gestiegen (+ 34,2 Prozent), liegt aber um 4,6 Prozent niedriger als im Februar 2019.

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist im Februar um 17,3 Prozent gestiegen, gegenüber Vorjahresmonat aber um 3,8 Prozent gesunken.