30.09.2021 | Presseinfo Nr. 31

Abwärtstrend der Arbeitslosigkeit hält an

• Abwärtstrend der Arbeitslosigkeit hält aufgrund geringer Zahl von Arbeitslosmeldungen an
• Kaum Neuanträge auf Kurzarbeit
• Stellenzugänge im September rückläufig
• Ausbildungsmarkt: Bilanz am 28. Oktober

Die Arbeitslosigkeit ist im September weiter gesunken, die Arbeitslosenquote liegt mit 4,9 Prozent nun wieder unter der Fünf-Prozent-Marke.

„Im September waren etwa so viele Menschen arbeitslos wie im August 2019 – also zu einem vergleichbaren Zeitraum vor der Krise“, informiert Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Saisonüblich wäre nun ein weiterer Rückgang in den kommenden Herbstmonaten zu erwarten, so dass dadurch das niedrige Niveau der Arbeitslosigkeit von Herbst 2019 wieder vollständig erreicht werden könnte.
Allerdings hat die Dynamik am Arbeitsmarkt aktuell etwas nachgelassen. Der Stelleneingang beispielsweise ist zurzeit rückläufig.
Die aktuelle konjunkturelle Entwicklung wird nach Ansicht des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) durch Lieferengpässe in der Industrie etwas ausgebremst. Möglicherweise fällt der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit aus diesem Grund nicht mehr ganz so hoch aus wie erhofft. Der Trend insgesamt bleibt laut Sutter aber sehr positiv.

Kurzarbeit:
Im September wurden neun neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 124 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis März 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im März 2021 waren es 8 912 Personen in 1 362 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:
Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt ist seit Februar ungebrochen, im September konnte die Arbeitslosigkeit um weitere 5,0 Prozent sinken. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 9 136 Menschen arbeitslos, 481 weniger als im August und 2 053 oder 18,3 Prozent weniger als im September des Vorjahres.
Die Arbeitslosenquote ist von 5,1 Prozent im August auf 4,9 Prozent im September gesunken. Im September des Vorjahres lag sie noch bei 6,0 Prozent.
In allen Personengruppen waren weniger Menschen arbeitslos als im August. Insbesondere Jüngere, aber auch männliche Arbeitsuchende konnten von der positiven Entwicklung besonders profitieren. Auch im Vergleich zum letztjährigen September sieht es gut aus: Weniger arbeitslose Männer, Frauen, Jüngere, Ältere, ausländische und schwerbehinderte Menschen. Einzig die Langzeitarbeitslosigkeit liegt um 10,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Zwar wird auch hier der Abstand zum Vorjahr kleiner, aber noch sind rund 1 000 Menschen mehr langzeitarbeitslos als vor der Krise.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):
Im September meldeten sich weniger Menschen arbeitslos als im Vormonat (- 11,0 Prozent), sowohl nach Erwerbstätigkeit (- 10,0 Prozent) als auch nach Ausbildung und Maßnahmen (- 34,0 Prozent). Dies sind auch weniger als vor einem Jahr im September.
Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit und in Ausbildung fielen höher aus als im August. Es waren jedoch weniger als vor einem Jahr. Allerdings ist beim Vergleich zum Vorjahr zu erwähnen, dass die Abmeldungen im September 2020 besonders hoch ausgefallen waren.  
Mehr Abmeldungen (2 245) als Anmeldungen (1 756) führten auch in diesem Monat zu niedrigerer Arbeitslosigkeit.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging seit August um fast ein Viertel zurück (- 23,9 Prozent). Mit 579 neuen Arbeitsstellen fiel das Angebot der Unternehmen auch um 10,4 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. In fast allen Branchen wurden weniger Arbeitskräfte als im August benötigt, einzig das Baugewerbe hatte höheren Bedarf.
Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (- 1,3 Prozent) leicht rückläufig, liegt aber um 22,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Insgesamt 3 235 Stellen sind zurzeit vakant.

Beschäftigung
119 455 Menschen waren zum 31.03.2021 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 0,3 Prozent weniger als zum 31.03.2020 (Vorjahresquartal). Während hier die Beschäftigung innerhalb eines Jahres zurückging, stieg sie im Landesdurchschnitt von Rheinland-Pfalz (Vorjahresquartal + 0,3 Prozent) an.

Regionaler Arbeitsmarkt:
Innerhalb des Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit von August auf September in allen Regionen zurück, am stärksten in Simmern und Boppard.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 136 Arbeitslose (- 481)
    - fiel von 5,1 Prozent auf 4,9 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 605 Arbeitslose (- 156)
    - fiel von 6,0 auf 5,8 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent)
  • Birkenfeld: 762 Arbeitslose (-32)
    - fiel von 5,0 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 597 Arbeitslose (- 74)
    - fiel von 6,1 Prozent auf 5,9 Prozent (Vorjahr 7,0 Prozent)
  • Kirn: 1 275 Arbeitslose (- 69)
    - fiel von 5,9 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 7,0 Prozent)
  • Simmern: 1 182 Arbeitslose (- 99)
    - fiel von 3,5 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent)
  • Boppard: 715 Arbeitslose (- 51)
    -fiel von 3,5 Prozent auf 3,3 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:
Im September wurden weniger als drei* neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis März 2021 zur Verfügung:
In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im März 2021 waren es 3 448 Personen in 593 Betrieben.
*statistische Auswertung erfolgt nicht unter drei

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im September waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 4 880 Menschen arbeitslos, 225 oder 4,4 Prozent weniger als im August und 909 oder 15,7 Prozent weniger als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ging von 6,0 Prozent im August auf 5,7 Prozent im September zurück. Im September des Vorjahres betrug sie noch 6,8 Prozent.

Bewegungen:
Im September meldeten sich weniger Menschen arbeitslos als im Vormonat (- 10,6 Prozent), sowohl nach Erwerbstätigkeit (- 16,8 Prozent) als auch nach Ausbildung und Maßnahmen (- 29,4 Prozent). Dies sind auch weniger als vor einem Jahr im September.
Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit und in Ausbildung fielen höher aus als im August. Es waren jedoch weniger als vor einem Jahr. Allerdings ist beim Vergleich zum Vorjahr zu erwähnen, dass die Abmeldungen im September 2020 besonders hoch ausgefallen waren.  

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging seit August um 27,7 Prozent zurück. Mit 258 neuen Arbeitsstellen fiel das Angebot der Unternehmen auch um 11 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. In fast allen Branchen wurden weniger Arbeitskräfte als im August benötigt, Bau- und verarbeitendes Gewerbe hatten jedoch höheren Bedarf.
Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (- 0,9 Prozent) leicht rückläufig, liegt aber um 20,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Insgesamt 1 485 Stellen sind zurzeit vakant.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:
Im August wurden vier neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 63 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis März 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im März 2021 waren es 2 670 Personen in 363 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im September waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 359 Menschen arbeitslos, 106 oder 4,3 Prozent weniger als im August und 522 oder 18,1 Prozent weniger als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,7 Prozent auf 5,5 Prozent. Im September des Vorjahres betrug sie 6,6 Prozent.

Bewegungen:
Im September meldeten sich weniger Menschen arbeitslos als im Vormonat (- 19,6 Prozent), sowohl nach Erwerbstätigkeit (- 6,3 Prozent) als auch nach Ausbildung und Maßnahmen (- 42,3 Prozent). Dies sind auch weniger als vor einem Jahr im September.
Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit und in Ausbildung fielen niedriger aus als im August und als im September des Vorjahres. Allerdings ist beim Vergleich zum Vorjahr zu erwähnen, dass die Abmeldungen im September 2020 besonders hoch ausgefallen waren.  

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging seit August leicht um 2,7 Prozent zurück. Mit 144 neuen Arbeitsstellen fiel das Angebot der Unternehmen auch um 12,7 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. In fast allen Branchen wurden ähnlich viele Arbeitskräfte gebraucht als im August. Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (- 1,8 Prozent) leicht rückläufig, liegt aber um 25,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Insgesamt 599 Stellen sind zurzeit vakant.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:
Im August wurden vier neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 57 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis Februar 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im März 2021 waren es 2 794 Personen in 406 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im September waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 1 897 Menschen arbeitslos, 150 oder 7,3 Prozent weniger als im August und 622 oder 24,7 Prozent weniger als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 3,5 Prozent auf 3,2 Prozent. Im September des Vorjahres betrug sie 4,3 Prozent.

Bewegungen:
Im September meldeten sich etwas weniger Menschen arbeitslos als im Vormonat (- 3,0 Prozent), insbesondere nach Ausbildung und Maßnahmen (- 34,3 Prozent). Die Meldungen nach Erwerbstätigkeit haben sich kaum zum August verändert. Im Vergleich zum September des letzten Jahres meldeten sich aktuell weniger Menschen nach Erwerbstätigkeit oder Ausbildung arbeitslos.Die Abmeldungen in Ausbildung fielen höher aus als im August und als im September des Vorjahres. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit sind gegenüber August gestiegen, liegen aber unter der Zahl des Vorjahresmonats September 2020. Allerdings ist beim Vergleich zum Vorjahr zu erwähnen, dass die Abmeldungen im September 2020 besonders hoch ausgefallen waren.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging seit August um 30,9 Prozent zurück. Mit 177 neuen Arbeitsstellen fiel das Angebot der Unternehmen auch um 7,3 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. In fast allen Branchen wurden weniger Arbeitskräfte gebraucht als im August.
Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (- 1,5 Prozent) leicht rückläufig, liegt aber um 22,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Insgesamt 1 151 Stellen sind zurzeit vakant.

Der Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2020/2021:
Die Daten zur Bilanz des Ausbildungsjahres zum 30.09.2021 werden am 28. Oktober veröffentlicht.