Anstieg der Arbeitslosigkeit setzt sich fort

- Überwiegend saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit –

- Arbeitslosenquote beträgt 5,5 Prozent

- Ursachen: Jugendarbeitslosigkeit im Sommer und leichte konjunkturelle Einflüsse

- Nachfrage nach Arbeitskräften gesunken

- Viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt

01.08.2023 | Presseinfo Nr. 23

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 5,5 Prozent.
Im Juli setzte sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit fort. Die Ursache liegt wie im Juni im Wesentlichen in Schul- und Ausbildungsende sowie Urlaubs- und Ferienzeit. Allerdings kommen auch konjunkturelle Einflüsse zum Tragen.
Die Beschäftigung hat sich zuletzt nicht mehr ganz so positiv entwickelt. Die regionalen Unternehmen stellten im Juli etwas weniger Arbeitsplätze zur Verfügung. „Insbesondere die Beschäftigung war jedoch seit Jahren auf starkem Wachstumskurs, etwas schwankender auch die Stellenentwicklung. Insofern trifft diese leichte Eintrübung zunächst auf ein gutes Niveau am Arbeitsmarkt“, so die Einschätzung von Steffen Marx, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Ob sich in den nächsten Monaten eine Verfestigung von Arbeitslosigkeit entwickelt, lässt sich erst nach dem Sommer einschätzen. Denn im Herbst setzt üblicherweise eine Belebung am Arbeitsmarkt ein. In diesem Monat konnten schon mehr Menschen in Beschäftigung einmünden als im Juni, was ein gutes Signal sein kann.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni verstärkt sich im Juli. Wie schon im Vormonat fallen die Arbeitslosmeldungen Jüngerer nach Aus- und Weiterbildung besonders ins Gewischt. Darüber hinaus sind aber auch alle anderen Personengruppen von leicht steigender Arbeitslosigkeit betroffen.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 10 304 Menschen im Juli arbeitslos, 246 oder 2,4 Prozent mehr als im Juni und 514 oder 5,3 Prozent mehr als im Juli 2022. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,4 Prozent auf 5,5 Prozent. Im Juli des Vorjahres hatte sie 5,3 Prozent betragen.
Die Arbeitslosigkeit stieg insbesondere im Rechtskreis Arbeitslosenversicherung (SGB III) – also unmittelbarer von der Marktlage beeinflusst - an.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):
Im Juli haben sich im Vergleich zum Vormonat mehr Menschen (+10,6 Prozent) arbeitslos melden müssen, dies sind dennoch weniger als im Juli des Vorjahres (-18,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit meldeten sich weniger Personen arbeitslos nach einer Beschäftigung, aber mehr nach Schule, Aus- und Weiterbildung.
Die Zahl der Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit ist gestiegen (+ 2,1 Prozent) insbesondere in Erwerbstätigkeit (+ 11,2 Prozent).
Gegenüber dem Vorjahr sind die Abmeldungen in Aus- und Weiterbildung am stärksten gestiegen (+ 21,5 Prozent).

Stellen:
Der Zugang an Stellen hat sich gegenüber Juni reduziert. 524 neu zu besetzende Stellen wurden angeboten, 15,5 Prozent weniger als im Juni und 12,1 Prozent weniger als im Juli 2022.Erneut unterschied sich die Entwicklung in den Landkreisen: Während im Rhein-Hunsrück-Kreis mehr freie Stellen angeboten wurden, waren es im Landkreis Birkenfeld und insbesondere im Landkreis Bad Kreuznach deutlich weniger. Der Bestand an Stellen ist gegenüber Vormonat um 3,3 Prozent, gegenüber Vorjahresmonat um 14,0 Prozent gesunken. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe wurden mehr Arbeitskräfte gesucht, ansonsten eher weniger. 

Beschäftigung
123 323 Menschen waren zum 30.12.2022 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1,2 Prozent mehr als zum 30.12.2021 (Vorjahresquartal) und 1,4 Prozent weniger als zum 30.09.22 (Vorquartal). Nachdem die Beschäftigung im Agenturbezirk Bad Kreuznach in den letzten beiden Quartalen stark angestiegen war und einen Spitzenplatz in Rheinland-Pfalz innehatte, fiel der aktuelle Rückgang ebenfalls hoch aus. Im Landesdurchschnitt lag er bei einem Prozent.

Regionaler Arbeitsmarkt:
Im Juli entwickelte sich die Arbeitslosigkeit innerhalb des Agenturbezirks relativ einheitlich. Überdurchschnittlich stieg die Arbeitslosigkeit lediglich in Bad Kreuznach. Dies war auch im vergangenen Jahr im Sommermonat Juli so. Aktuell ging die Arbeitslosigkeit nur in Boppard zurück.
Betrachtet man die Entwicklung innerhalb eines Jahres, ergibt sich ein anderes Bild:
In Boppard liegt die Arbeitslosenquote deutlich unter der des Vorjahresmonats (-0,5 Prozentpunkte), in Idar-Oberstein ist sie hingegen um 1,2 Prozentpunkte und in Birkenfeld um 0,9 Prozentpunkte höher. In Bad Kreuznach, Kirn und Simmern ist der Anstieg moderat (+ 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte)

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 10 304 Arbeitslose (+ 246)
    stieg von 5,4 Prozent auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 914 Arbeitslose (+ 154)
    stieg von 6,0 Prozent auf 6,2 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent)
  • Birkenfeld: 922 Arbeitslose (+ 16)
    stieg von 5,8 Prozent auf 5,9 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 895 Arbeitslose (+ 26)
    stieg von 6,9 Prozent auf 7,0 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)
  • Kirn: 1 385 Arbeitslose (+ 28)
    stieg von 6,0 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)
  • Simmern: 1 432 Arbeitslose (+ 32)
    stieg von 3,8 Prozent auf 3,9 Prozent (Vorjahr 4,0 Prozent)
  • Boppard: 756 Arbeitslose (- 10)
    stagnierte auf 3,4 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juli waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 299 Menschen arbeitslos, 182 oder 3,6 Prozent mehr als im Juni und 133 oder 2,6 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,0 Prozent im Juni auf 6,2 Prozent im Juli (6,1 Prozent im Juli 2022).

Bewegungen:
Im Juli haben sich im Vergleich zum Vormonat mehr Menschen (+ 7,8 Prozent) arbeitslos melden müssen, dies sind dennoch weniger als im Juli des Vorjahres (- 19,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit meldeten sich weniger Personen arbeitslos nach einer Beschäftigung, aber mehr nach Schule, Aus- und Weiterbildung.

Die Zahl der Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit ist gesunken (- 6,5 Prozent), insbesondere in Aus- und Weiterbildung (- 14,3 Prozent). 

Stellen:
Im Landkreis Bad Kreuznach wurden mit 224 deutlich weniger neue Stellen angeboten (- 26,6 Prozent) als im Juni, auch weniger als vor einem Jahr (- 12,2 Prozent). Der Bestand an Stellen (1 404) ist um 5,7 Prozent, gegenüber Juli 2022 um 21,1 Prozent, gesunken. Insbesondere die Zeitarbeitsbranche suchte weniger Arbeitskräfte, mehr Bedarf hatten verarbeitendes Gewerbe, Handel und öffentlicher Dienst.

Landkreis Birkenfeld:

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juli waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 817 Menschen arbeitslos, 42 oder 1,5 Prozent mehr als im Juni und 477 oder 20,4 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,5 Prozent auf 6,6 Prozent. 5,5 Prozent betrug sie vor einem Jahr.  

Bewegungen:
Im Juli haben sich im Vergleich zum Vormonat mehr Menschen (+ 9,3 Prozent) arbeitslos melden müssen, dies sind auch 1,4 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit meldeten sich weniger Personen arbeitslos nach Schule, Aus- und Weiterbildung.

Die Zahl der Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit ist gestiegen (+ 5,3 Prozent), insbesondere in Erwerbstätigkeit (+ 16,2 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr sind die Abmeldungen in Aus- und Weiterbildung am stärksten gestiegen (+ 34,7 Prozent).

Stellen:
Im Landkreis Birkenfeld wurden mit 108 weniger neue Stellen angeboten (- 20,6 Prozent) als im Juni, auch weniger als vor einem Jahr (- 15,0 Prozent). Der Bestand an Stellen (665) ist um 5,4 Prozent, gegenüber Juli 2022 um 23,1 Prozent, gesunken. Insbesondere im öffentlichen Sektor und im Gesundheits- und Sozialwesen wurden weniger Arbeitskräfte benötigt.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juli waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 188 Menschen arbeitslos, 22 Personen oder 1,0 Prozent mehr als im Juni und 96 oder 4,2 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 3,7 Prozent. 3,9 Prozent betrug sie vor einem Jahr.

Bewegungen:
Im Juli haben sich im Vergleich zum Vormonat mehr Menschen (+ 17,8 Prozent) arbeitslos melden müssen, dies sind dennoch weniger als im Juli des Vorjahres (- 29,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit meldeten sich weniger Personen nach einer Beschäftigung, aber mehr nach Schule, Aus- und Weiterbildung arbeitslos.

Die Zahl der Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit ist gestiegen (+ 17,8 Prozent), insbesondere in Erwerbstätigkeit (+ 41,4 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr sind die Abmeldungen in Aus- und Weiterbildung am stärksten gestiegen (+ 18,8 Prozent).

Stellen:
Im Landkreis Rhein-Hunsrück wurden mit 192 anders als in den beiden anderen Landkreisen mehr neue Stellen angeboten (+ 7,3 Prozent), dies sind jedoch weniger als im Vorjahresmonat (- 10,3 Prozent). Der Bestand an Stellen (1 471) blieb nahezu unverändert – sowohl gegenüber Vormonat als auch Vorjahresmonat. Während weniger Arbeitskräfte im Gesundheitswesen gebraucht wurden, hatte der Handel etwas mehr Bedarf.

Ausbildungsmarkt:
In dem seit Oktober laufenden Ausbildungsjahr 2022/2023 sind bis Juli nur 0,3 Prozent weniger Jugendliche (1 401) als im vorhergehenden Ausbildungsjahr auf die Berufsberatung zugekommen. Die Zahl der Ausbildungsstellen (2 024) ging ebenfalls nur sehr leicht um 0,6 Prozent zurück. Bewerber- und Stellenzahl sind somit stabil geblieben.
Die Zahl der Ausbildungsstellen übersteigt die der Bewerberinnen und Bewerber dennoch deutlich: Auf 100 Ausbildungsstellen kommen rein rechnerisch 69 Bewerberinnen und Bewerber – bezogen auf den Durchschnitt im gesamten Agenturbezirk.
Etwas ausgeglichener ist dieses Verhältnis im Landkreis Bad Kreuznach, etwas weniger günstig in den Landkreisen Birkenfeld und Rhein-Hunsrück. Seit einigen Jahren gilt: Der Ausbildungsmarkt ist auch im Juli noch stark in Bewegung. Gerade im Sommer werden noch sehr viele Ausbildungsverträge geschlossen, auch noch bis weit in den Herbst hinein, also nach offiziellem Ausbildungsbeginn. Viele Ausbildungen starten zwar zum 01. August oder 01. September. Ein späterer Beginn ist jedoch durchaus möglich.
Jugendlichen und Unternehmern bieten sich deshalb auch jetzt noch Chancen auf den Ausbildungsstart 2023. Rund 460 Jugendliche sind noch auf der Suche und rund 1 000 Stellen sind noch vakant. Die Empfehlung kann deshalb nur lauten, Kontakt mit der Berufsberatung 0800 / 4 5555 00 oder dem Arbeitgeberservice 0 800 / 4 5555 20 aufzunehmen.