01.09.2020 | Presseinfo Nr. 26

Weitere Stabilisierung am Arbeitsmarkt

- Kurzarbeit stabilisiert gesamte Entwicklung, nur noch wenige neue Anzeigen

- Arbeitslosigkeit steigt nur noch geringfügig

- Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter

- Ausbildungsmarkt: Mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber
 

Die Arbeitslosigkeit ist im August nur noch geringfügig angestiegen. Die Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent hat sich seit Juli nicht verändert. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter. Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben, ist weiterhin hoch. Neue Anzeigen kommen kaum mehr hinzu.

„Auch in unserer Region zeichnet sich eine weitere Stabilisierung am Arbeitsmarkt ab“, erklärt Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Seit März sichert Kurzarbeit Beschäftigung in außerordentlichem Umfang, die Zahl der Entlassungen liegt unter dem Vorjahresniveau. Im August ist die Arbeitslosigkeit nur noch geringfügig gestiegen, die Arbeitslosenquote veränderte sich dadurch nicht. Auch die Stellensituation entwickelt sich positiv.

„Allerdings richtet sich unser Augenmerk auf die jüngeren Arbeitsuchenden“, so Sutter. Für diese Personengruppe ist die Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten am stärksten gestiegen. Dies betraf im August besonders die Absolventen betrieblicher Ausbildungen.
Die Einmündungen in betriebliche Ausbildungen hingegen fallen nicht viel anders aus als in den Vorjahren. „Vor allem im September, aber auch in den Folgemonaten unterstützen wir stark bei der Nachvermittlung der Jugendlichen, die zurzeit noch keine Ausbildungsstelle haben“, betont Sutter. Denn zeitliche Verzögerungen im gesamten Bewerbungs- und Einstellungsverfahren werden nun allmählich wieder aufgeholt.

 

Kurzarbeit

Im August wurden 39 Anzeigen von Kurzarbeit für 474 Personen eingereicht. Diese Daten sind von April 2020 bis August 2020 geprüft, aber noch vorläufig.
3 350 Betriebe haben von April bis 26. August 2020 Kurzarbeit angezeigt, diese Anzeigen umfassen 40 524 Personen (Kumulierte vorläufige Daten ab April).
Für März 2020 sind die Daten endgültig: 232 Anzeigen wurden für 4 137 Personen eingereicht.

Hinweis: Nach wie vor ist auch auf Basis der geprüften vorläufigen Anzeigen keine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme möglich. Wenn ein Betrieb nach vorheriger Anzeige in einem Monat tatsächlich Kurzarbeit durchführt, zahlt er neben dem Lohn für geleistete Arbeit auch das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus. Er sendet anschließend eine Abrechnungsliste für jeden Beschäftigten an die Arbeitsagentur. Dafür hat er gesetzlich bis zu drei Monate Zeit. Nachdem die Unterlagen eingegangen sind, werden diese geprüft und das Kurzarbeitergeld an das Unternehmen ausgezahlt. Wegen dieser nachträglichen Abrechnung liegen der BA die statistischen Daten zu tatsächlich realisierter Kurzarbeit erst nach einigen Wochen oder Monaten vor.

 

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im August waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 11 762 Menschen arbeitslos, sieben oder 0,1 Prozent mehr als im Juli und 2 628 oder 28,8 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Juli 6,3 Prozent. Im August des Vorjahres betrug sie 4,9 Prozent.

 

Bewegungen (Anmeldungen in und Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit)

Im August mussten sich ähnlich viele Personen arbeitslos melden wie im Juli, darunter waren jedoch etwas weniger direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Sehr erfreulich ist, dass sich rund 19 Prozent weniger Menschen als vor einem Jahr arbeitslos meldeten, darunter rund 14 Prozent weniger nach Beschäftigung. Dies ist vermutlich auch auf die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit zurückzuführen.

Allerdings meldeten sich deutlich mehr jüngere Menschen nach Ausbildung arbeitslos, insbesondere nach betrieblicher Ausbildung. Im Juli zeigte sich hier noch ein anderes Bild und eine Konzentration der Neumeldungen fiel in den August.

Bei den Abmeldungen Jugendlicher in Ausbildung fielen Juli 2019 und 2020 gleich aus. Im aktuellen Monat liegt die Zahl der Abmeldungen jedoch rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dies bezieht sich fast ausschließlich auf die Abmeldungen in Schule, schulische Ausbildung und Studium. Die Abmeldungen in betriebliche Ausbildung blieben lediglich um rund drei Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

Die Abmeldungen insgesamt aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind zum Juli um rund fünf Prozent gestiegen, liegen jedoch um vier Prozent unter dem Augustwert 2019.

 

Stellen:

Nach dem Einbruch im April verbessert sich die Stellensituation kontinuierlich von Monat zu Monat: Im August wurden 680 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 16 Prozent mehr als noch im Juli und „nur“ noch 12 Prozent weniger als im August des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 2 510. Dies entspricht einem Rückgang zum Juli um 2,0 Prozent, gegenüber August 2019 ist der Bestand um fast ein Viertel niedriger. Der Rückgang zum Vormonat im Bestand zeigt, dass das Vermittlungsgeschäft wieder dynamischer wird.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf nur noch Bad Kreuznach und Kirn und damit den Landkreis Bad Kreuznach.

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 11 762 Arbeitslose (+ 7)

    - stagnierte auf 6,3 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 4 373 Arbeitslose (+ 53)

    - stieg von 6,9 Prozent auf 7,0 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent)

  • Birkenfeld 977 Arbeitslose (- 31)

    - fiel von 6,3 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

  • Idar-Oberstein 2 103 Arbeitslose (- 3)

    - stagnierte auf 7,6 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)

  • Kirn 1 642 Arbeitslose (+ 35)

    - stieg von 7,0 auf 7,2 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Simmern 1 584 Arbeitslose (- 40)

    - fiel von 4,4 Prozent auf 4,3 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent)

  • Boppard 1 083 Arbeitslose (- 7)

    - fiel von 4,9 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

 

 

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im August wurden 10 Anzeigen von Kurzarbeit für 103 Personen eingereicht. Diese Daten sind von April 2020 bis August 2020 geprüft, aber noch vorläufig.
1 447 Betriebe haben von April bis 26. August 2020 Kurzarbeit angezeigt, diese Anzeigen umfassen 16 583 Personen (Kumulierte vorläufige Daten ab April).

Für März 2020 sind die Daten endgültig: 92 Anzeigen wurden für 1 281 Personen eingereicht.

Hinweis: Nach wie vor ist auch auf Basis der geprüften vorläufigen Anzeigen keine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme möglich. Wenn ein Betrieb nach vorheriger Anzeige in einem Monat tatsächlich Kurzarbeit durchführt, zahlt er neben dem Lohn für geleistete Arbeit auch das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus. Er sendet anschließend eine Abrechnungsliste für jeden Beschäftigten an die Arbeitsagentur. Dafür hat er gesetzlich bis zu drei Monate Zeit. Nachdem die Unterlagen eingegangen sind, werden diese geprüft und das Kurzarbeitergeld an das Unternehmen ausgezahlt. Wegen dieser nachträglichen Abrechnung liegen der BA die statistischen Daten zu tatsächlich realisierter Kurzarbeit erst nach einigen Wochen oder Monaten vor.

 

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im August waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 6 015 Menschen arbeitslos, 88 oder 1,5 Prozent mehr als im Juli und 1 242 oder 26,0 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,1 Prozent – nach 7,0 Prozent im Juli und 5,6 Prozent im August des Vorjahres.

 

Bewegungen:

Im August mussten sich etwas mehr Menschen als im Juli arbeitslos melden, jedoch weniger direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Sehr erfreulich ist, dass sich rund 18 Prozent weniger Menschen als vor einem Jahr arbeitslos meldeten, darunter rund 19 Prozent weniger nach Beschäftigung. Dies ist vermutlich auch auf die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit zurückzuführen.

Allerdings meldeten sich mehr jüngere Menschen nach Ausbildung arbeitslos. Das sah im Juli noch etwas anders aus, hat sich aber im August konzentriert. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr bei den Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung beträgt 6,7 Prozent.

Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind zum Juli um rund sechs Prozent gestiegen, liegen jedoch um vier Prozent unter dem Augustwert 2019.

 

Stellen:
Nach dem Einbruch im April verbessert sich die Stellensituation kontinuierlich von Monat zu Monat: Im August wurden 341 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 8,6 Prozent mehr als noch im Juli und „nur“ noch rund 11 Prozent weniger als im August des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 1 262. Dies entspricht einem Anstieg zum Juli um 3,7 Prozent, gegenüber August 2019 ist der Bestand um rund 16 Prozent niedriger.

 

 

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im August wurden 14 Anzeigen von Kurzarbeit für 202 Personen eingereicht. Diese Daten sind von April 2020 bis August 2020 geprüft, aber noch vorläufig.

858 Betriebe haben von April bis 26. August 2020 Kurzarbeit angezeigt, diese Anzeigen umfassen 10 756 Personen (Kumulierte vorläufige Daten ab April).

Für März 2020 sind die Daten endgültig: 57 Anzeigen wurden für 1 082 Personen eingereicht.

Hinweis: Nach wie vor ist auch auf Basis der geprüften vorläufigen Anzeigen keine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme möglich. Wenn ein Betrieb nach vorheriger Anzeige in einem Monat tatsächlich Kurzarbeit durchführt, zahlt er neben dem Lohn für geleistete Arbeit auch das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus. Er sendet anschließend eine Abrechnungsliste für jeden Beschäftigten an die Arbeitsagentur. Dafür hat er gesetzlich bis zu drei Monate Zeit. Nachdem die Unterlagen eingegangen sind, werden diese geprüft und das Kurzarbeitergeld an das Unternehmen ausgezahlt. Wegen dieser nachträglichen Abrechnung liegen der BA die statistischen Daten zu tatsächlich realisierter Kurzarbeit erst nach einigen Wochen oder Monaten vor.

 

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im August waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 3 080 Menschen arbeitslos, 34 oder 1,1 Prozent weniger als im Juli und 588 oder 23,6 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert 7,1 Prozent.

 

Bewegungen:

Im August mussten sich mehr Menschen als im Juli arbeitslos melden, auch etwas mehr direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Zwar mussten sich weniger Menschen als vor einem Jahr arbeitslos meldeten, darunter jedoch etwas mehr (+ 4,1 Prozent) direkt nach einer Beschäftigung als vor einem Jahr.

Im Landkreis Birkenfeld meldeten sich weniger jüngere Menschen nach Ausbildung arbeitslos. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt rund 30 Prozent. Aber auch hier ist die Arbeitslosigkeit Jüngerer insgesamt zum Vorjahr gestiegen.

Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind zum Juli um 2,5 Prozent gestiegen und liegen nur noch um 1,8 Prozent unter dem Augustwert 2019.

 

Stellen:
Nach dem Einbruch im April verbessert sich die Stellensituation, jedoch nicht kontinuierlich: Im August wurden 113 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 6,6 Prozent mehr als noch im Juli, allerdings noch 44,9 Prozent weniger als im August des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 446. Dies entspricht einem Anstieg zum Juli um 3,2 Prozent, gegenüber August 2019 ist der Bestand um rund ein Viertel niedriger.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im August wurden 15 Anzeigen von Kurzarbeit für 169 Personen eingereicht. Diese Daten sind von April 2020 bis August 2020 geprüft, aber noch vorläufig.

1 045 Betriebe haben von April bis 26. August 2020 Kurzarbeit angezeigt, diese Anzeigen umfassen 13 185 Personen (Kumulierte vorläufige Daten ab April).

Für März 2020 sind die Daten endgültig: 83 Anzeigen wurden für 1 774 Personen eingereicht.

Hinweis: Nach wie vor ist auch auf Basis der geprüften vorläufigen Anzeigen keine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme möglich. Wenn ein Betrieb nach vorheriger Anzeige in einem Monat tatsächlich Kurzarbeit durchführt, zahlt er neben dem Lohn für geleistete Arbeit auch das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten aus. Er sendet anschließend eine Abrechnungsliste für jeden Beschäftigten an die Arbeitsagentur. Dafür hat er gesetzlich bis zu drei Monate Zeit. Nachdem die Unterlagen eingegangen sind, werden diese geprüft und das Kurzarbeitergeld an das Unternehmen ausgezahlt. Wegen dieser nachträglichen Abrechnung liegen der BA die statistischen Daten zu tatsächlich realisierter Kurzarbeit erst nach einigen Wochen oder Monaten vor.

 

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im August waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 667 Menschen arbeitslos, 47 oder 1,7 Prozent weniger als im Juli und 798 oder 42,7 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,5 Prozent. Im Juli hatte sie 4,6 Prozent betragen, im August des Vorjahres 3,2 Prozent.

 

Bewegungen:

Im August mussten sich weniger Menschen als im Juli arbeitslos melden, auch weniger direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat mussten sich aktuell weniger Menschen arbeitslos melden.

Auch weniger jüngere Menschen nach Ausbildung wurden arbeitslos. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr beträgt rund 18 Prozent. Dennoch ist auch hier die Arbeitslosigkeit Jüngerer zum Vorjahr insgesamt gestiegen.

Die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind zum Juli um 16,9 Prozent gestiegen und liegen auch über dem Augustwert 2019.

 

Stellen:
Nach dem Einbruch im April verbessert sich die Stellensituation kontinuierlich: Im August wurden 226 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 36,1 Prozent mehr als noch im Juli, allerdings noch 13,4 Prozent weniger als im August des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 902. Dies entspricht einem Rückgang zum Juli um 10,4 Prozent, gegenüber August 2019 ist der Bestand um fast ein Drittel niedriger. Der Rückgang zum Vormonat im Bestand zeigt, dass das Vermittlungsgeschäft wieder dynamischer wird.

 

Ausbildungsmarkt:

Etwas mehr Bewerber (+ 5,1 Prozent) haben sich seit Oktober gemeldet als im Vorjahr, davon sind auch jetzt mehr als noch vor einem Jahr auf der Suche (+ 14,5 Prozent). Die Zahl der Stellen insgesamt ist leicht rückläufig (- 4,6 Prozent), zurzeit gibt es noch 5,3 Prozent mehr offene Stellen als vor einem Jahr.

Konkret haben zurzeit 426 Jugendliche noch die Auswahl zwischen 554 Ausbildungsstellen.

Damit übersteigt die Stellenzahl die Zahl der Ausbildungssuchenden im Agenturbezirk. Dies ist der Fall in den Landkreisen Birkenfeld und sehr deutlich im Landkreis Rhein-Hunsrück. Im Landkreis Bad Kreuznach hingegen übersteigt die Bewerberzahl die Stellenzahl (236 Jugendliche - 173 Stellen).