31.03.2021 | Presseinfo Nr. 12

Leichte Erholung am Arbeitsmarkt – noch viele Möglichkeiten am Ausbildungsmarkt

  • Kurzarbeit auf hohem Niveau
  • Arbeitslosigkeit gesunken
  • Geringe Dynamik: Wenige Arbeitslosmeldungen,
    etwas mehr Abmeldungen in Beschäftigung
  • Nachfrage nach Arbeitskräften steigt
  • Ausbildungsmarkt: Bewerber- und Stellenrückgang zum Vorjahr

Die Arbeitslosigkeit ist im März gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 5,8 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt.

„Mit Beginn des Frühjahrs stehen zunächst alle Signale auf Erholung am Arbeitsmarkt: wenig neue Anzeigen von Kurzarbeit, eine geringe Zahl an Arbeitslosmeldungen, rückläufige Arbeitslosigkeit, wieder steigende Beschäftigung und mehr neue Stellenangebote“, so die Zusammenfassung von Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, im März. All dies wird größtenteils auf der Grundlage der bereits realisierten Kurzarbeit ermöglicht. Wie sich die anhaltende Krise weiterhin auf den Arbeitsmarkt auswirkt, ist momentan kaum absehbar. „Auch am Ausbildungsmarkt merken wir Veränderungen. Sowohl Arbeitgeber als auch Jugendliche sind verunsichert, was die Pandemie an Einschränkungen für das kommende Ausbildungsjahr noch bringen wird. Umso mehr gilt es, diejenigen, die Ausbildungsplätze anbieten und diejenigen, die noch danach suchen, bestmöglich zu unterstützen, denn unsere Region hält viele Ausbildungsmöglichkeiten bereit“, so Sutter.

Kurzarbeit:

Im März wurden 45 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 433 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Damit ist wieder ein eher niedriges Niveau, vergleichbar mit dem Anzeigenaufkommen im Sommer 2020, erreicht.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis September 2020 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit, im September 8 237 Personen in 985 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Nach dem überwiegend saisonalen Anstieg der Winterarbeitslosigkeit im Januar ging die Arbeitslosigkeit im Februar bereits wieder leicht zurück. Der Trend der jahreszeitlich üblichen Frühjahrsbelebung setzt sich im März nun fort. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren im ersten Frühlingsmonat insgesamt 10 842 Menschen arbeitslos, 480 oder 4,2 Prozent weniger als im Februar, aber 1 548 oder 16,7 Prozent mehr als im März des Vorjahres.

Die Arbeitslosenquote ist von 6,0 Prozent auf 5,8 Prozent gesunken. Der saisonale Rückgang fiel aktuell ebenso hoch aus wie 2020. Allerdings ist die Arbeitslosigkeit insgesamt in beiden Rechtskreisen deutlich höher als ein Jahr zuvor.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Nach wie vor stabilisiert die Kurzarbeit bestehende Beschäftigungsverhältnisse, so dass es zu weniger Arbeitslosmeldungen kommt. Gleichzeitig melden sich aber auch weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab.
Im März meldeten sich noch weniger Menschen arbeitslos als im Februar. In beiden Monaten war deren Zahl niedriger als in irgendeinem Monat innerhalb der letzten fünf Jahre. Vorjahresvergleich: Im März 2020 mussten sich rund ein Drittel mehr Menschen arbeitslos melden als in diesem Monat.

Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit liegen um rund ein Viertel niedriger als vor einem Jahr und fallen für einen März ebenfalls eher gering aus. Dennoch ist eine Steigerung gegenüber den Wintermonaten erkennbar.

Stellen:

Der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen stieg wie schon im Februar nun auch im März: 693 neue Arbeitsstellen waren zu besetzen, 7,3 Prozent mehr als im Februar und auch 20,7 Prozent mehr als im März des vergangenen Jahres, in dem die ersten Auswirkungen des damaligen Lockdowns einflossen.

Der Bestand an Stellen ist ebenfalls gegenüber dem Vormonat gestiegen (+ 7,0 Prozent), liegt aber um 12,8 Prozent unter dem Niveau des März 2020. Insgesamt 2 786 Stellen sind zurzeit vakant.

Im März hatten der Handel, aber auch die Branchen Logistik, Gastronomie und Zeitarbeit höheren Arbeitskräftebedarf als im Februar, weniger Bedarf hatten das Bau- und das verarbeitende Gewerbe.

Beschäftigung

120 452 Menschen waren zum 30.09.2020 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1,7 Prozent mehr als zum 30.06.2020 (Vorquartal) und 1,2 Prozent weniger als zum 30.09.2019 (Vorjahresquartal). Der Rückgang der Beschäftigung innerhalb eines Jahres fiel stärker als im Landesdurchschnitt von Rheinland-Pfalz aus (Vorjahresquartal – 0,6 Prozent).

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im März konnte die Arbeitslosigkeit nun in allen Regionen innerhalb des Agenturbezirks sinken, besonders deutlich jedoch in Birkenfeld.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 10 842 Arbeitslose (- 480)

- fiel von 6,0 Prozent auf 5,8 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

Bad Kreuznach: 4 036 Arbeitslose (- 87)

- fiel von 6,6 Prozent auf 6,5 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

Birkenfeld: 907 Arbeitslose (- 77)

- fiel von 6,2 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent)

Idar-Oberstein: 1 858 Arbeitslose (- 76)

- fiel von 7,0 Prozent auf 6,7 Prozent (Vorjahr 6,4 Prozent)

Kirn: 1 500 Arbeitslose (- 86)

- fiel von 6,9 Prozent auf 6,6 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

Simmern: 1 507 Arbeitslose (- 117)

- fiel von 4,4 Prozent auf 4,1 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent)

Boppard: 1 034 Arbeitslose (- 37)

- fiel von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent (Vorjahr 3,8 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im März wurden 16 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 53 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Damit ist wieder ein eher niedriges Niveau, vergleichbar mit dem Anzeigenaufkommen im Sommer 2020, erreicht.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis September 2020 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit, im September 2 987 Personen in 421 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im März waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 536 Menschen arbeitslos, 173 oder 3,0 Prozent weniger als im Februar und 925 oder 20,1 Prozent mehr als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,7 Prozent auf 6,5 Prozent im März gesunken. Im März des Vorjahres betrug sie 5,4 Prozent.

Bewegungen:

Im März meldeten sich noch weniger Menschen arbeitslos als im Februar. Vorjahresvergleich: Im März 2020 mussten sich fast 36 Prozent mehr Menschen arbeitslos melden als in diesem Monat.

Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit liegen um fast 30 Prozent niedriger als vor einem Jahr und fallen für einen März ebenfalls eher gering aus. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit sind jedoch seit Februar – saisonal üblich – gestiegen.

Stellen:
Im März ging der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen leicht zurück: 318 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 3,3 Prozent weniger als im Februar, aber 41,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Februar gestiegen (+ 9,9 Prozent) und liegt um 2,4 Prozent unter dem Niveau des März 2020. Insgesamt 1 276 Stellen sind aktuell vakant.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im März wurden 12 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 277 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Damit ist wieder ein eher niedriges Niveau, vergleichbar mit dem Anzeigenaufkommen im Sommer 2020, erreicht.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis September 2020 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit, im September 2 109 Personen in 301 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im März waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 765 Menschen arbeitslos, 153 oder 5,2 Prozent weniger als im Februar und 159 oder 6,1 Prozent mehr als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist deutlich von 6,7 Prozent auf 6,3 Prozent gesunken. Im März des Vorjahres betrug sie 6,0 Prozent.

Bewegungen:

Im März meldeten sich noch weniger Menschen arbeitslos als im Februar. Vorjahresvergleich: Im März 2020 mussten sich fast 33 Prozent mehr Menschen arbeitslos melden als in diesem Monat.

Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit liegen um 17,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr, allerdings sind Abmeldungen in Erwerbstätigkeit gegenüber März deutlich gestiegen und liegen sogar um 6,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

Stellen:
Im März stieg der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen wieder an: 141 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 11,9 Prozent mehr als im Februar und 8,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Februar gestiegen (+ 2,4 Prozent), liegt aber um 8,6 Prozent unter dem Niveau des Februar 2020. Insgesamt 552 Stellen sind aktuell vakant.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im März wurden 17 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 103 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Damit ist wieder ein eher niedriges Niveau, vergleichbar mit dem Anzeigenaufkommen im Sommer 2020, erreicht.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis September 2020 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit, im September 3 141 Personen in 263 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im März waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 541 Menschen arbeitslos, 154     oder 5,7 Prozent weniger als im Februar und 464 oder 22,3 Prozent mehr als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,5 Prozent im Februar auf 4,3 Prozent im März gesunken. Im März des Vorjahres betrug sie 3,5 Prozent.

Bewegungen:

Im März meldeten sich noch weniger Menschen arbeitslos als im Februar. Vorjahresvergleich: Im März 2020 mussten sich fast ein Viertel mehr Menschen arbeitslos melden als in diesem Monat.

Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit liegen um 22,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr, allerdings sind Abmeldungen in Erwerbstätigkeit gegenüber März deutlich gestiegen (+ 31,1 Prozent). Sie liegen jedoch um rund ein Viertel unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Stellen:
Im März stieg der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen wieder an: 234 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 22,5 Prozent mehr als im Februar und 6,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Februar gestiegen (+ 6,1 Prozent), liegt aber um 25,4 Prozent unter dem Niveau des Februar 2020. Insgesamt 958 Stellen sind aktuell vakant.

Erste Aussagen zum Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2020/2021:

In dem seit Oktober laufenden Ausbildungsjahr 2020/2021 sind bis März insgesamt annähernd 20 Prozent weniger Jugendliche (1 312) als im vorhergehenden Ausbildungsjahr auf die Berufsberatung zugekommen. Auch die Zahl der Ausbildungsstellen (1 695) ging um fast 15 Prozent zurück. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch der eher frühe Zeitpunkt im Verlauf des Ausbildungsjahres. Bereits im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass die gleichermaßen für Betriebe und Jugendliche unsichere Situation zu einer eher späten und kurzfristigen Entscheidung für Ausbildung führt. Dennoch hat die duale Ausbildung auch in Krisenzeiten eine hohe Bedeutung für die Fachkräftesicherung in der Region.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Empfehlung deshalb nur lauten: Jeder, der Hilfe bei der beruflichen Orientierung oder der Suche nach einer Ausbildungsstelle braucht, sollte sich bald an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach 0800 / 4 5555 00 wenden.