30.06.2021 | Presseinfo Nr. 23

Gute Bedingungen für weitere Erholung am Arbeits- und Ausbildungsmarkt

• Arbeitslosigkeit gesunken, Nachfrage nach Arbeitskräften zog an
• Wenige Neuanträge auf Kurzarbeit
• Ausbildungsmarkt: Noch viele Ausbildungsstellen zu haben

Die Arbeitslosigkeit ist im Juni weiter gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 5,4 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gestiegen.

„Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist ausgesprochen positiv“, berichtet Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Der Trend der letzten Monate setzt sich demnach weiter fort.
Auch im Juni ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit höher ausgefallen als üblich. Eine Ursache: Zurzeit müssen sich sehr wenige Menschen arbeitslos melden. Gleichzeitig nimmt die wirtschaftliche Entwicklung Fahrt auf. So zog auch die Nachfrage nach Arbeitskräften im Juni kräftig an. Damit bieten sich gute Rahmenbedingungen für die Aufnahme von Beschäftigung. Auch die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen stieg zumindest nicht weiter an. All das kann die weitere Erholung am Arbeitsmarkt und die Reduzierung von Kurzarbeit begünstigen.
Ein Risiko bleibt allerdings nach wie vor durch eine mögliche erneute Zunahme des Infektionsgeschehens.
Am Ausbildungsmarkt bieten sich ebenfalls den Sommer hindurch noch vielfältige Chancen.

Kurzarbeit:

Im Juni wurden 20 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 246 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Dezember 2020 zur Verfügung:
In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im Dezember waren es 9 347 Personen in 1 392 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich auch im Juni fort. Die Arbeitslosigkeit ist seit Mai weiter zurückgegangen, auch stärker als in einem Juni üblich – zumindest bezogen auf den Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung). Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 10 093 Menschen arbeitslos, 221 oder 2,1 Prozent weniger als im Mai und 1 359 oder 11,9 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres.
Die Arbeitslosenquote ist von 5,5 Prozent im Mai auf 5,4 Prozent im Juni gesunken. Damit liegt die Arbeitslosenquote deutlich unter der des Juni 2020. Vor einem Jahr – drei Monate nach Beginn der Coronakrise - hatte sie 6,1 Prozent betragen.
Vom aktuellen Rückgang von Mai auf Juni profitierten alle Personengruppen, sehr leicht auch die der Langzeitarbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr ist deren Gruppe jedoch um fast ein Viertel gewachsen.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Im Juni meldeten sich wie schon in den Vormonaten insgesamt deutlich weniger Menschen arbeitslos, insbesondere nach Erwerbstätigkeit und im Vergleich zum Vorjahr (- 27,2 Prozent). In den letzten fünf Jahren sind noch nie so wenige Neumeldungen nach Erwerbstätigkeit registriert worden wie im aktuellen Monat.
Gleichzeitig konnten sich etwas mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden – sowohl gegenüber dem Vormonat (+ 2,3 Prozent) als auch dem Vorjahresmonat (+ 18,2 Prozent). Auch die Abmeldungen in Ausbildung fielen höher aus als vor einem Jahr.

Stellen:

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Juni sehr deutlich an – sowohl im Vergleich zum Mai als auch im Vergleich zum Juni 2020. 747 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 15,8 Prozent mehr als im Mai und 71,7 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.
Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber Vormonat (+ 6,1 Prozent) und Vorjahresmonat  (+ 22,7 Prozent) gestiegen. Insgesamt 3 036 Stellen sind zurzeit vakant.
Im Juni hatten nahezu alle Branchen höheren Arbeitskräftebedarf, besonders deutlich Handel und Arbeitnehmerüberlassung. Lediglich im öffentlichen Dienst sowie im Gesundheits- und Sozialwesen wurden etwas weniger zusätzliche Kräfte benötigt.

Beschäftigung:

119 785 Menschen waren zum 31.12.2020 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 0,4 Prozent weniger als zum 31.12.2019 (Vorjahresquartal). Während hier die Beschäftigung innerhalb eines Jahres zurückging, stagnierte sie im Landesdurchschnitt von Rheinland-Pfalz (Vorjahresquartal 0,0 Prozent).

Regionaler Arbeitsmarkt:

Innerhalb des Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit von Mai auf Juni fast überall zurück, nur in Birkenfeld stieg sie minimal an.


Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

• Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 10 093 Arbeitslose (- 221)

- fiel von 5,5 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)

• Bad Kreuznach: 3 853 Arbeitslose (- 57)

- fiel von 6,3 Prozent auf 6,2 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent)

• Birkenfeld: 840 Arbeitslose (+ 2)

- stagnierte auf 5,3 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)

• Idar-Oberstein: 1 735 Arbeitslose (- 19)

- stagnierte auf 6,4 Prozent (Vorjahr 7,6 Prozent)

• Kirn: 1 408 Arbeitslose (- 13)

- fiel von 6,3 Prozent auf 6,2 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent)

• Simmern: 1 338 Arbeitslose (- 46)

- fiel von 3,8 Prozent auf 3,6 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent)

• Boppard: 919 Arbeitslose (- 88)

- fiel von 4,6 Prozent auf 4,2 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Juni wurden 12 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 190 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Dezember 2020 zur Verfügung:
In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit.
Im Dezember waren es 3 505 Personen in 616 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juni waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 261 Menschen arbeitslos, 70 oder 1,3 Prozent weniger als im Mai und 447 oder 7,8 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 6,3 Prozent auf 6,2 Prozent. Im Juni des Vorjahres betrug sie 6,7 Prozent.

Bewegungen:
Im Juni meldeten sich wie schon in den Vormonaten insgesamt deutlich weniger Menschen arbeitslos, insbesondere nach Erwerbstätigkeit und im Vergleich zum Vorjahr (- 30,5 Prozent).
Gleichzeitig konnten sich etwas weniger als im Mai in Erwerbstätigkeit abmelden (- 8,5 Prozent), das waren jedoch rund 20 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch die Abmeldungen in Ausbildung fielen höher aus als vor einem Jahr.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Juni sehr deutlich an – sowohl im Vergleich zum Mai als auch im Vergleich zum Juni 2020. 337 neue Arbeitsstellen waren zu besetzen, 12,7 Prozent mehr als im Mai und 45,3 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.
Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber Vormonat (+ 6,5 Prozent) und Vorjahresmonat  (+ 29,9 Prozent) gestiegen. Insgesamt 1 354 Stellen sind zurzeit vakant. Neben der Zeitarbeit hatten auch Bau- und verarbeitendes Gewerbe sowie das Gastgewerbe höheren Arbeitskräftebedarf.

Beschäftigung:

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (Datenstand 31.12.2020) stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,0 Prozent. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Gesundheitswesen (+ 4,8 Prozent), am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe (- 1,9 Prozent).

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Juni wurden 6 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 35 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Dezember 2020 zur Verfügung:
In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit.
Im Dezember waren es 2 906 Personen in 361 Betrieben.
 

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juni waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 575 Menschen arbeitslos, 17 oder 0,7 Prozent weniger als im Mai und 546 oder 17,5 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 6,0 Prozent. Im Juni des Vorjahres betrug sie 7,2 Prozent.
 

Bewegungen:
Im Juni meldeten sich wie schon in den Vormonaten insgesamt deutlich weniger Menschen arbeitslos, insbesondere nach Erwerbstätigkeit und im Vergleich zum Vorjahr (- 29,6 Prozent).
Gleichzeitig konnten sich jedoch weniger in Erwerbstätigkeit abmelden, sowohl im Vergleich zu Vormonat (- 18,8 Prozent) als auch zu Vorjahresmonat (- 14,6 Prozent). Die Abmeldungen in Ausbildung fielen deutlich höher aus als vor einem Jahr.
 

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Juni sehr deutlich an – sowohl im Vergleich zum Mai als auch im Vergleich zum Juni 2020. 159 neue Arbeitsstellen waren zu besetzen, 16,9 Prozent mehr als im Mai und 93,3 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.
Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber Vormonat (+ 0,9 Prozent) und Vorjahresmonat (+ 24,4 Prozent) gestiegen. Insgesamt 535 Stellen sind zurzeit vakant. Neben der Zeitarbeit hatte auch das Baugewerbe steigenden Arbeitskräftebedarf.
 

Beschäftigung:

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (Datenstand 31.12.2020) fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,0 Prozent. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme in der Arbeitnehmerüberlassung (+ 16,0 Prozent), am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe (- 6,0 Prozent).

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:
Im Juni wurden 2 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 21 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Dezember 2020 zur Verfügung:
In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit.
Im Dezember waren es 2 936 Personen in 415 Betrieben.


Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Juni waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 257 Menschen arbeitslos, 134 oder 5,6 Prozent weniger als im Mai und 366 oder 14,0 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 4,1 Prozent auf 3,8 Prozent. Im Juni des Vorjahres betrug sie 4,4 Prozent.
 

Bewegungen:
Im Juni meldeten sich wie schon in den Vormonaten insgesamt deutlich weniger Menschen arbeitslos, insbesondere nach Erwerbstätigkeit und im Vergleich zum Vorjahr (- 19,2 Prozent).
Gleichzeitig konnten sich deutlich mehr in Erwerbstätigkeit abmelden, sowohl im Vergleich zu Vormonat (+ 42,4 Prozent) als auch zu Vorjahresmonat (+ 44,1 Prozent). Die Abmeldungen in Ausbildung fielen etwas niedriger aus als vor einem Jahr.
 

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Juni sehr deutlich an – sowohl im Vergleich zum Mai als auch im Vergleich zum Juni 2020. 251 neue Arbeitsstellen waren zu besetzen, 19,5 Prozent mehr als im Mai und 107,4 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber Vormonat (+ 8,2 Prozent) und Vorjahresmonat (+ 14,5 Prozent) gestiegen. Insgesamt 1 147 Stellen sind zurzeit vakant. Neben der Zeitarbeit hatten auch Handel und Gastgewerbe steigenden Arbeitskräftebedarf.
 

Beschäftigung:
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (Datenstand 31.12.2020) fiel gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,1 Prozent. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme im Bereich Erziehung und Unterricht (+ 10,8 Prozent), am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie, einem Teil des verarbeitenden Gewerbes (- 3,3 Prozent).

Der Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2020/2021:
In dem seit Oktober laufenden Ausbildungsjahr 2020/2021 sind bis Juni insgesamt 15,8 Prozent weniger Jugendliche (1 539) als im vorhergehenden Ausbildungsjahr auf die Berufsberatung zugekommen. Auch die Zahl der Ausbildungsstellen (1 914) ging um 8,6 Prozent zurück.
Trotz des Rückgangs von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt lassen sich für diesen Sommer durchaus noch Ausbildungsverträge schließen. Unverändert werden Fachkräfte gebraucht, es stehen noch zahlreiche offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Dabei ist die Vielfalt an Möglichkeiten wirklich groß. Ob im Handwerk, der Industrie, dem Handel, in kaufmännischen oder Gesundheitsberufen, überall sind noch Ausbildungsplätze zu haben. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um den beruflichen Einstieg klarzumachen.

Für alle, die noch keinen Kontakt aufgenommen haben, gilt:
Jeder, der Hilfe bei der beruflichen Orientierung oder der Suche nach einer Ausbildungsstelle braucht, sollte sich direkt an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach 0800 / 4 5555 00 wenden.

Weitere Infos: https://www.arbeitsagentur.de/m/ausbildungklarmachen/ -  Finde Deine Berufung! #AusbildungKlarmachen