29.07.2021 | Presseinfo Nr. 24

​Entlastung des Arbeitsmarktes setzt sich fort

  • Arbeitslosigkeit weiter gesunken
  • Nachfrage nach Arbeitskräften auf hohem Niveau
  • Vereinzelt Neuanträge auf Kurzarbeit
  • Ausbildungsmarkt: Noch zahlreiche Ausbildungsstellen in vielen interessanten Berufen zu haben

Die Arbeitslosigkeit ist im Juli weiter gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 5,2 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch.

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit seit dem Frühjahr entlastet den Arbeitsmarkt deutlich“, berichtet Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Die Arbeitslosigkeit liegt jedoch noch nicht ganz auf Vorkrisenniveau: Im März 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Bad Kreuznach 4,9 Prozent.

Im Juli wurden wie in jedem Jahr jüngere Arbeitsuchende nach Abschluss ihrer Berufsausbildung - meist vorübergehend – arbeitslos. Trotz dieser Tatsache sank die Arbeitslosigkeit insgesamt weiter.

„Wir stellen wieder eine stärkere Dynamik am Arbeitsmarkt fest“, berichtet Sutter. Es kommt zu auslaufenden Verträgen und auch Entlassungen, aber auch zu Aufnahmen von Beschäftigung und Ausbildung. Durch den Rückgang der Kurzarbeit, die die Beschäftigung in der Region maßgeblich sicherte, entfalten sich Angebot und Nachfrage wieder intensiver. In einzelnen Branchen zeichnen sich Fachkräfteengpässe bereits wie vor der Krise ab. „Aus diesem Grund liegt unser Augenmerk besonders auf dem Ausbildungsmarkt. Auch und gerade in der Ferienzeit bieten sich noch vielfältige Chancen auf Praktika und Ausbildungen 2021“, betont Sutter und appelliert an Jugendliche, sich bei Interesse bei der Berufsberatung zu melden.

Kurzarbeit:

Im Juli wurden acht neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 307 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis Januar 2021 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im Januar waren es 11 132 Personen in 1 637 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Die Erholung am Arbeitsmarkt setzte sich auch im Juli fort. Die Arbeitslosigkeit geht seit März zurück. Im Juli ist dies insofern bemerkenswert, da die Jugendarbeitslosigkeit - jahreszeitlich üblich - aufgrund der Beendigung von Ausbildungen anstieg. Die gute Entwicklung insgesamt wurde auch dadurch nicht gehemmt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach wurde in diesem Monat die 10 000er-Marke erstmals seit April 2020 wieder unterschritten: 9 789 Menschen waren arbeitslos, 304 oder 3,0 Prozent weniger als im Juni und 1 966 oder 16,7 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres.

 Die Arbeitslosenquote ist von 5,4 Prozent im Juni auf 5,2 Prozent im Juli gesunken. Damit liegt die Arbeitslosenquote deutlich unter der des Juli 2020. Vor einem Jahr hatte sie 6,3 Prozent betragen. Vom aktuellen Rückgang von Juni auf Juli profitierten nur Jugendliche aus den bereits erwähnten alljährlich auftretenden Gründen nicht.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Im Juli meldeten sich zwar etwas mehr Menschen als im Juni arbeitslos, jedoch weniger als im vergangenen Jahr um diese Zeit (- 11,4 Prozent). Der aktuelle Anstieg bei den Arbeitslosmeldungen resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos meldeten. Auch das Ende von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wirkt sich aus. Aus einer Beschäftigung heraus wurden ebenfalls etwas mehr Menschen als vor einem Monat arbeitslos. Dieser leichte Anstieg lässt sich jedoch alleine durch Halbjahresende sowie Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit erklären. Nach wie vor ist es so, dass die Zahl der Neumeldungen niedriger ist als in einem Juli vor 2020 üblich.

Gleichzeitig konnten sich aktuell wieder mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden – sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat (+ 21,6 Prozent). Auch die Abmeldungen in Ausbildung und Maßnahmen fielen höher aus als vor einem Jahr. Zurzeit gewinnt der regionale Arbeitsmarkt wieder etwas an Dynamik zurück, was als gutes Zeichen zu werten ist.

Stellen:

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb im Juli auf dem hohen Niveau des Junis. 747 freie Arbeitsstellen kamen neu hinzu, 27,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch der Bestand an Stellen ist gestiegen, sowohl gegenüber dem Vormonat (+ 5,1 Prozent) als auch dem Vorjahresmonat (+ 24,6 Prozent). Insgesamt 3 191 Stellen sind zurzeit vakant. Im Juli hatten nahezu alle Branchen höheren Arbeitskräftebedarf, besonders das verarbeitende Gewerbe (hier: Kunststoffverarbeitung; Maschineninstallation und –reparatur), die öffentliche Verwaltung, Pflegeheime und Betriebe des Sozialwesens. Weniger zusätzliche Kräfte als im Vormonat wurden im Handel und in der Verkehrs- und Logistikbranche benötigt.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Innerhalb des Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit von Juni auf Juli fast überall zurück, nur in Simmern führte der geringe Rückgang nicht zu einer niedrigeren Arbeitslosenquote.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 789 Arbeitslose (- 304)

- fiel von 5,4 Prozent auf 5,2 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 750 Arbeitslose (- 103)

- fiel von 6,2 Prozent auf 6,0 Prozent (Vorjahr 6,9 Prozent)

  • Birkenfeld: 813 Arbeitslose (- 27)

-fiel von 5,3 Prozent auf 5,1 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)

  • Idar-Oberstein: 1 704 Arbeitslose (- 31)

- fiel von 6,4 Prozent auf 6,3 Prozent (Vorjahr 7,6 Prozent)

  • Kirn: 1 381 Arbeitslose (- 27)

- fiel von 6,2 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 7,0 Prozent)

  • Simmern: 1 307 Arbeitslose (- 31)

- stagnierte auf 3,6 Prozent (Vorjahr 4,4 Prozent)

  • Boppard: 834 Arbeitslose (- 85)

- fiel von 4,2 Prozent auf 3,8 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Juli wurden weniger als drei* neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis Januar 2021 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im Januar waren es 4 212 Personen in 724 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Juli waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 131 Menschen arbeitslos, 130 oder 2,5 Prozent weniger als im Juni und 796 oder 13,4 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 6,2 Prozent auf 6,0 Prozent. Im Juli des Vorjahres betrug sie 7,0 Prozent.

Bewegungen:

Im Juli meldeten sich zwar etwas mehr Menschen als im Juni arbeitslos, jedoch weniger als im vergangenen Jahr um diese Zeit (- 8,6 Prozent). Der aktuelle Anstieg bei den Arbeitslosmeldungen resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos meldeten. Auch das Ende von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wirkt sich aus. Aus einer Beschäftigung heraus wurden ebenfalls etwas mehr Menschen als vor einem Monat arbeitslos. Dieser leichte Anstieg lässt sich jedoch alleine durch Halbjahresende sowie Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit erklären. Nach wie vor ist es so, dass die Zahl der Neumeldungen niedriger ist als in einem Juli vor 2020 üblich.

Gleichzeitig können sich aktuell wieder mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden – sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat (+ 33,1 Prozent). Auch die Abmeldungen in Ausbildung und Maßnahmen fielen höher aus als vor einem Jahr. Zurzeit gewinnt der regionale Arbeitsmarkt wieder etwas an Dynamik zurück, was als gutes Zeichen zu werten ist.

*statistische Auswertung erfolgt nicht unter drei

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg gegenüber Juni noch einmal leicht an. 341 freie Arbeitsstellen kamen neu hinzu, 8,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch der Bestand an Stellen ist gestiegen, sowohl gegenüber dem Vormonat (+ 6,0 Prozent) als auch dem Vorjahresmonat (+ 28,0 Prozent). Insgesamt 1 435 Stellen sind zurzeit vakant.

Im Juli hatten nahezu alle Branchen höheren Arbeitskräftebedarf, besonders das verarbeitende Gewerbe (hier: Kunststoffverarbeitung), die öffentliche Verwaltung, Arztpraxen und das Baugewerbe. Weniger zusätzliche Kräfte als im Vormonat wurden in der Zeitarbeit benötigt.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Juli wurden fünf neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 302 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis Januar 2021 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im Januar waren es 3 578 Personen in 417 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Juli waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 517 Menschen arbeitslos, 58 oder 2,3 Prozent weniger als im Juni und 597 oder 19,2 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ging von 6,0 Prozent auf 5,8 Prozent zurück. Im Juli des Vorjahres betrug sie 7,1 Prozent.

Bewegungen:

Im Juli meldeten sich geringfügig mehr Menschen als im Juni arbeitslos, jedoch weniger als im vergangenen Jahr um diese Zeit (- 11,5 Prozent). Der aktuelle Anstieg bei den Arbeitslosmeldungen resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos meldeten. Auch das Ende von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wirkt sich aus. Aus einer Beschäftigung heraus wurden ebenfalls etwas mehr Menschen als vor einem Monat arbeitslos. Dieser leichte Anstieg lässt sich jedoch alleine durch Halbjahresende sowie Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit erklären. Nach wie vor ist es so, dass die Zahl der Neumeldungen niedriger ist als in einem Juli vor 2020 üblich.

Gleichzeitig können sich aktuell wieder mehr Menschen als im Juni in Erwerbstätigkeit abmelden – ähnlich viele wie vor einem Jahr (- 0,9 Prozent). Die Abmeldungen in Ausbildung und Maßnahmen fielen höher aus als vor einem Jahr. Zurzeit gewinnt der regionale Arbeitsmarkt wieder etwas an Dynamik zurück, was als gutes Zeichen zu werten ist.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg noch einmal deutlich an. 194 freie Arbeitsstellen kamen neu hinzu, 83,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Auch der Bestand an Stellen ist gestiegen, sowohl gegenüber dem Vormonat (+ 11,8 Prozent) als auch dem Vorjahresmonat (+ 38,4 Prozent). Insgesamt 598 Stellen sind zurzeit vakant.

Im Juli hatten nahezu alle Branchen höheren Arbeitskräftebedarf, besonders das verarbeitende Gewerbe (hier: Chemie- und Metallbranche), der Handel und das Gastgewerbe. Weniger zusätzliche Kräfte als im Vormonat wurden in der Zeitarbeit benötigt.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im Juli wurden weniger als drei* neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März 2020 bis Januar 2021 zur Verfügung:

In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im Januar waren es 3 342 Personen in 496 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Juli waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 141 Menschen arbeitslos, 116 oder 5,1 Prozent weniger als im Juni und 573 oder 21,1 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 3,8 Prozent auf 3,7 Prozent. Im Juli des Vorjahres betrug sie 4,6 Prozent.                             

Bewegungen:

Im Juli meldeten sich zwar etwas mehr Menschen als im Juni arbeitslos, jedoch weniger als im vergangenen Jahr um diese Zeit (- 16,0 Prozent). Der aktuelle Anstieg bei den Arbeitslosmeldungen resultiert im Wesentlichen daraus, dass sich junge Menschen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitslos meldeten. Auch das Ende von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wirkt sich aus. Aus einer Beschäftigung heraus wurden ebenfalls etwas mehr Menschen als vor einem Monat arbeitslos. Dieser minimale Anstieg lässt sich jedoch alleine durch Halbjahresende sowie Beginn der Urlaubs- und Ferienzeit erklären. Nach wie vor ist es so, dass die Zahl der Neumeldungen niedriger ist als in einem Juli vor 2020 üblich.

Gleichzeitig können sich aktuell wieder mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden – sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vorjahresmonat (+ 25,5 Prozent). Auch die Abmeldungen in Ausbildung und Maßnahmen fielen höher aus als vor einem Jahr. Zurzeit gewinnt der regionale Arbeitsmarkt wieder etwas an Dynamik zurück, was als gutes Zeichen zu werten ist.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften fiel - anders als in den beiden anderen Landkreisen - gegenüber Juni wieder ab.  212 freie Arbeitsstellen kamen neu hinzu, 15,5 Prozent weniger als im Juni, jedoch 27,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen (+ 1,0 Prozent), gegenüber dem Vorjahresmonat mit + 15,0 Prozent stärker. Insgesamt 1 158 Stellen sind zurzeit vakant.

Im Juli hatten nur Zeitarbeit sowie Gesundheits- und Sozialwesen höheren Arbeitskräftebedarf. Weniger zusätzliche Kräfte als im Vormonat wurden insbesondere im Handel und der Gastronomie benötigt.