30.09.2020 | Presseinfo Nr. 31

Arbeitslosigkeit erstmals wieder rückläufig

Weniger Anzeigen von Kurzarbeit

Arbeitslosigkeit im September gesunken

Nachfrage nach Arbeitskräften regional unterschiedlich
 

Die Arbeitslosigkeit ist im September erstmals seit Beginn der Coronakrise wieder rückläufig. Die Arbeitslosenquote ist von 6,3 Prozent auf 6,0 Prozent gesunken. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist regional unterschiedlich. Nur noch wenige neue Anzeigen von Kurzarbeit werden eingereicht.

„In diesem Monat gibt es Positives vom Arbeitsmarkt zu berichten“, so die Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach Gundula Sutter. Üblicherweise geht die Arbeitslosigkeit jährlich im September zurück. Dass dies auch in diesem Jahr so ist und auch in dieser Ausprägung, dies wertet Sutter als Stopp des Abwärtstrends: „Der Arbeitsmarkt hat sich gefangen, derzeit wird weniger entlassen als vor der Krise“. Diese Einschätzung teilt sie mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Allerdings sieht das Institut Risiken für die Zukunft in der Verzögerung der Insolvenzen und den in vielen Staaten steigenden Infektionszahlen.

Die gesamte Region profitiert aktuell davon, dass sich weniger Menschen arbeitslos melden und mehr Menschen Beschäftigungen aufnehmen. Der Landkreis Birkenfeld kann sich in diesem Monat über einen überdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit und eine deutlich gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften besonders freuen.

 

Kurzarbeit

Im September wurden 16 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 150 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Damit sind die monatlichen Anzeigen seit dem Höchststand im April weiter rückläufig. Im August zeigten 47 Betriebe für 582 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 3 000 Betriebe für rund 35 500 Personen.

Ab diesem Monat stehen Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit – zunächst für März 2020 – zur Verfügung: Im März 2020 waren 9 393 Personen in 1 318 Betrieben im Agenturbezirk Bad Kreuznach in Kurzarbeit. Besonders betroffen waren im März das Gastgewerbe und die Industriezweige Metall, Elektro und Stahl.

 

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im September waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 11 189 Menschen arbeitslos, 573 oder 4,9 Prozent weniger als im August und 2 357 oder 26,7 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,3 Prozent im August auf 6,0 Prozent im September gesunken. Im September des Vorjahres betrug sie 4,7 Prozent. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ist zwar jahreszeitlich üblich, aber die Ausprägung ist in diesem Jahr bemerkenswert.

Bewegungen (Anmeldungen in und Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit)

Im September mussten sich deutlich weniger Personen arbeitslos melden als im August, sowohl insgesamt als auch direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Auch die Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung sind gegenüber August wieder um rund 27 Prozent zurückgegangen und liegen um rund 27 Prozent niedriger als im September des Vorjahres. Damit bestätigt sich, dass sich die diesjährigen Arbeitslosmeldungen von Ausbildungsabsolventen auf den Monat August konzentrierten.  

Erfreulicherweise haben sich auch rund 35 Prozent mehr junge Menschen als im August in Ausbildung abgemeldet, diese Zahl blieb um 17 Prozent hinter der des September 2019 zurück. Dieser Rückgang zum Vorjahresmonat bezieht sich jedoch alleine auf Abmeldungen in Maßnahmen. Aufnahmen von Ausbildungen in Schulen, Betrieben und im Rahmen von Studiengängen sind höher als 2019 ausgefallen.

Auch die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind sowohl gegenüber August als auch gegenüber Vorjahresmonat September jeweils um rund ein Viertel höher ausgefallen.

Weniger Menschen müssen sich – insbesondere dank Kurzarbeit – arbeitslos melden, gleichzeitig münden mehr in den Arbeitsmarkt ein. Dies führte insgesamt zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit im September.

 

Stellen:

Im September wurden 646 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind fünf Prozent weniger als im August und „nur“ noch 8 Prozent weniger als im September des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 2 650. Dies entspricht einem Anstieg zum August um 5,6 Prozent, gegenüber September 2019 ist der Bestand um 15,8 Prozent niedriger.

Insgesamt betrachtet verläuft die Stellensituation damit weitestgehend wieder in den üblichen Bahnen.

 

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im September ging die Arbeitslosigkeit überall zurück, besonders deutlich aber in Idar-Oberstein und etwas stärker auch in Bad Kreuznach.

 

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 11 189 Arbeitslose (- 573)

    - fiel von 6,3 Prozent auf 6,0 Prozent (Vorjahr 4,7 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 4 189 Arbeitslose (- 184)

    - fiel von 7,0 Prozent auf 6,7 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

  • Birkenfeld 938 Arbeitslose (- 39)

    - fiel von 6,1 Prozent auf 5,9 Prozent (Vorjahr 4,9 Prozent)

  • Idar-Oberstein 1 943 Arbeitslose (- 160)

    - fiel von 7,6 Prozent auf 7,0 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)

  • Kirn 1 600 Arbeitslose (- 42)

    - fiel von 7,2 Prozent auf 7,0 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)

  • Simmern 1 495 Arbeitslose (- 89)

    - fiel von 4,3 Prozent auf 4,1 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

  • Boppard 1 024 Arbeitslose (- 59)

    - fiel von 4,8 Prozent auf 4,6 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

 

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im September wurden 8 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 42 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Damit sind die monatlichen Anzeigen seit dem Höchststand im April weiter rückläufig. Im August zeigten 11 Betriebe für 123 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 1 300 Betriebe für rund 14 400 Personen.

Ab diesem Monat stehen Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit – zunächst für März 2020 – zur Verfügung: Im März 2020 waren 4 423 Personen in 603 Betrieben im Landkreis Bad Kreuznach in Kurzarbeit.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im September waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 789 Menschen arbeitslos, 226 oder 3,8 Prozent weniger als im August und 1 215 oder 26,6 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 7,1 Prozent im August auf 6,8 Prozent im September gesunken. Im September des Vorjahres betrug sie 5,4 Prozent.

Bewegungen:

Im September mussten sich deutlich weniger Personen arbeitslos melden als im August, sowohl insgesamt als auch direkt nach einer Erwerbstätigkeit.

Auch die Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung sind gegenüber August wieder um rund 35 Prozent zurückgegangen und liegen auch um rund 31 Prozent niedriger als im September des Vorjahres. Damit bestätigt sich, dass sich die diesjährigen Arbeitslosmeldungen von Ausbildungsabsolventen auf den Monat August konzentrierten. 

Erfreulicherweise haben sich auch rund 40 Prozent mehr junge Menschen als im August in Ausbildung abgemeldet, diese Zahl blieb um 23 Prozent hinter der des September 2019 zurück.

Auch die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind sowohl gegenüber August (+ 25,8 Prozent) als auch gegenüber Vorjahresmonat September (+ 16,1 Prozent) höher ausgefallen.

Stellen:
Im September wurden 290 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 15 Prozent weniger als im August und 14,5 Prozent weniger als im September des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 1 232. Dies entspricht einem Anstieg zum August um 6,0 Prozent, gegenüber September 2019 ist der Bestand um 9,1 Prozent niedriger.

 

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im September wurden 4 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 57 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Damit sind die monatlichen Anzeigen seit dem Höchststand im April weiter rückläufig. Im August zeigten 14 Betriebe für 202 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 800 Betriebe für rund 9 400 Personen.

Ab diesem Monat stehen Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit – zunächst für März 2020 – zur Verfügung: Im März 2020 waren 2 262 Personen in 315 Betrieben im Landkreis Birkenfeld in Kurzarbeit.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im September waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 881 Menschen arbeitslos, 199 oder 6,5 Prozent weniger als im August und 465 oder 19,2 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 7,1 Prozent im August auf 6,6 Prozent im September gesunken. Im September des Vorjahres betrug sie 5,5 Prozent.

Bewegungen:

Im September mussten sich deutlich weniger Personen arbeitslos melden als im August, sowohl insgesamt als auch direkt nach einer Erwerbstätigkeit.

Auch die Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung sind gegenüber August wieder um rund 10 Prozent zurückgegangen und liegen auch um rund 22 Prozent niedriger als im September des Vorjahres. Damit bestätigt sich, dass sich die diesjährigen Arbeitslosmeldungen von Ausbildungsabsolventen auf den Monat August konzentrierten. 

Erfreulicherweise haben sich auch rund 44 Prozent mehr junge Menschen als im August in Ausbildung abgemeldet, diese Zahl ist in etwa mit der des Septembers 2019 vergleichbar.

Auch die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind sowohl gegenüber August (+ 38,4 Prozent) als auch gegenüber Vorjahresmonat September (+ 30,5 Prozent) höher ausgefallen.

Stellen:
Im September wurden 165 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 46 Prozent mehr als im August und sogar 5,1 Prozent mehr als im September des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 477. Dies entspricht einem Anstieg zum August um 7,0 Prozent, gegenüber September 2019 ist der Bestand um 16,5 Prozent niedriger.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im September wurden 4 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 51 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Damit sind die monatlichen Anzeigen seit dem Höchststand im April weiter rückläufig. Im August zeigten 22 Betriebe für 257 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies mehr als 900 Betriebe für rund 11 700 Personen.

Ab diesem Monat stehen Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit – zunächst für März 2020 – zur Verfügung: Im März 2020 waren 2 708 Personen in 400 Betrieben im Landkreis Rhein-Hunsrück in Kurzarbeit.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im September waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 519 Menschen arbeitslos, 148 oder 5,5 Prozent weniger als im August und 677 oder 36,8 Prozent mehr als im September des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,5 Prozent im August auf 4,3 Prozent im September gesunken. Im September des Vorjahres betrug sie 3,1 Prozent.

Bewegungen:

Anders als in den beiden anderen Landkreisen mussten sich im September unverändert viele Menschen neu arbeitslos melden, direkt nach einer Erwerbstätigkeit sogar etwas mehr als im August.

Jedoch sind auch hier die Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung gegenüber August wieder um rund 24 Prozent zurückgegangen und liegen auch um rund 22 Prozent niedriger als im September des Vorjahres. Damit bestätigt sich, dass sich die diesjährigen Arbeitslosmeldungen von Ausbildungsabsolventen auf den Monat August konzentrierten. 

Erfreulicherweise haben sich auch rund 17 Prozent mehr junge Menschen als im August in Ausbildung abgemeldet, diese Zahl blieb um 20,5 Prozent hinter der des September 2019 zurück.

Auch die Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sind sowohl gegenüber August (+ 18,6 Prozent) als auch gegenüber Vorjahresmonat September (+ 38,6 Prozent) höher ausgefallen.

Stellen:
Im September wurden 191 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlungsunterstützung eingereicht. Dies sind 15,5 Prozent weniger als im August und 7,3 Prozent weniger als im September des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 941. Dies entspricht einem Anstieg zum August um 4,3 Prozent, gegenüber September 2019 ist der Bestand um 22,9 Prozent niedriger.

 

 

Ausbildungsmarkt:

Die Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2019/2020 wird voraussichtlich am 29. Oktober 2020 veröffentlicht.