31.08.2022 | Presseinfo Nr. 31

Sommerpause am Arbeitsmarkt zu Ende

  • Arbeitslosigkeit steigt - Arbeitslosenquote beträgt jetzt 5,5 Prozent
  • Fluchtmigration eine Ursache für Anstieg der Arbeitslosigkeit
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist wieder hoch
  • Ausbildungsmarkt: Noch viele Ausbildungsstellen frei

Die Arbeitslosigkeit ist im August weiter gestiegen, jedoch nicht mehr so stark wie im Juli. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 5,5 Prozent.

Im August stieg die Zahl der zu besetzenden Stellen wieder deutlich an. Nach der Urlaubs- und Ferienzeit ist dies zwar durchaus üblich, in diesen Tagen jedoch ein positives Signal am regionalen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig hemmen die Schwierigkeiten bei der passenden Besetzung der Stellen die Erholung von der Coronakrise etwas. Zusätzlich dämpfen Krieg in der Ukraine und mögliche Energiekrise die Konjunktur. „Dies wird ein weiteres Wachstum der Beschäftigung womöglich abbremsen“, erwartet Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Auch zum jetzigen Zeitpunkt haben junge Menschen auf der Suche nach Ausbildung noch vielfältige Möglichkeiten. „Der Start in Ausbildung gelingt auch im September und Oktober noch“, ermuntert sie ausdrücklich.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl, Quotee

Die Arbeitslosigkeit stieg im August weiter an, jedoch nicht mehr so stark wie im Juli. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 10 268 Menschen arbeitslos, 478 oder 4,9 Prozent mehr als im Juli und 651 oder 6,8 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,3 Prozent im Juli auf 5,5 Prozent im August. Im August des Vorjahres hatte sie 5,1 Prozent betragen.
Der Anstieg betraf auch in diesem Monat stärker den Rechtskreis SGB II (Grundsicherung). Seit Juni wirkt sich die Betreuung der aus der Ukraine geflüchteten Menschen durch eine Zunahme ausländischer Arbeitsloser aus. Derzeit werden knapp 1 100 Bedarfsgemeinschaften mit rund 1 400 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in allen drei Jobcentern an der Nahe und im Hunsrück betreut.
Ein weiterer Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit: Durch Schuljahres- und Ausbildungsende meldeten sich wie schon im Juli insbesondere Jüngere arbeitslos. Dies ist jahreszeitlich bedingt, die Zahl der Anmeldungen aus Ausbildung liegt jedoch etwas höher als im Vorjahr (+ 12,2 Prozent). Während nach betrieblicher Berufsausbildung erfreulicherweise weniger arbeitslos wurden als vor einem Jahr, meldeten sich etwas mehr Jugendliche nach Schule und schulischer Ausbildung, wozu auch ein Studium zählt.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Im August haben sich zwar weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Juli (- 6,4 Prozent). Mehr Neumeldungen erfolgten darunter jedoch nach Ausbildung (+ 13,5 Prozent), etwas mehr nach Erwerbstätigkeit (+ 3,7 Prozent).
Im August konnten sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Ausbildung. Das sind auch mehr als im August des letzten Jahres.  

Stellen:

Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen stieg im August wieder deutlich an: Gegenüber Vormonat um 28,4 Prozent, gegenüber dem August minimal um 0,5 Prozent. 765 neue Stellen wurden im August angeboten. Damit ist die Ferienflaute auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes vorüber. Mehr Arbeitskräfte wurden im verarbeitenden Gewerbe (Metall- und Maschinenbau sowie Herstellung von Kfz-Teilen und Zubehör), im Handel und in der Zeitarbeit benötigt, weniger im Baugewerbe, in der Gastronomie und im Gesundheitswesen.
Der Bestand an Stellen ist leicht gestiegen und liegt um rund zwei Prozent über dem Vorjahreswert.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Innerhalb des Agenturbezirks stieg die Arbeitslosigkeit überall an, stärker in Bad Kreuznach und Birkenfeld, geringer in Boppard und Simmern.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 10 268 Arbeitslose (+ 651)
    - stieg von 5,3 auf 5,5 Prozent (Vorjahr 5,1 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 978 Arbeitslose (+ 228)
    - stieg von 6,0 Prozent auf 6,4 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent)
  • Birkenfeld: 839 Arbeitslose (+ 59)
    - stieg von 5,0 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 607 Arbeitslose (+ 47)
    - stieg von 5,8 Prozent auf 6,0 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent)
  • Kirn: 1 479 Arbeitslose (+ 63)
    - stieg von 6,3 Prozent auf 6,6 Prozent (Vorjahr 5,9 Prozent)
  • Simmern: 1 511 Arbeitslose (+ 70)
    - stieg von 4,0 Prozent auf 4,1 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent)
  • Boppard: 854 Arbeitslose (+ 11)
    - stagnierte auf 3,9 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im August waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 457 Menschen arbeitslos, 291 oder 5,6 Prozent mehr als im Juli und 352 oder 6,9 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,1 Prozent im Juli auf 6,4 Prozent im August. 6,0 Prozent betrug sie vor einem Jahr.

Bewegungen:
Im August haben sich zwar weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Juli (- 4,8 Prozent). Mehr Neumeldungen erfolgten darunter jedoch nach Ausbildung (+ 50,2 Prozent).
Im August konnten sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Ausbildung (+ 65,7 Prozent).

Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen stieg zum Vormonat um 16,9 Prozent an. 298 neue Stellen wurden im August angeboten. Damit ist die Ferienflaute auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes vorüber. Mehr Arbeitskräfte wurden im verarbeitenden Gewerbe (Metall- und Maschinenbau, Chemie sowie Herstellung von Kfz-Teilen und Zubehör), im Handel und in der Zeitarbeit benötigt, weniger im Baugewerbe, in der Gastronomie und im Gesundheitswesen.
Der Bestand an Stellen ist leicht gesunken, liegt jedoch um 14 Prozent über dem Vorjahreswert.

Landkreis Birkenfeld:

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im August waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 446 Menschen arbeitslos, 106 oder 4,5 Prozent mehr als im Juli und 19 oder 7,0 Prozent weniger als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,5 Prozent auf 5,8 Prozent. 5,7 Prozent betrug sie vor einem Jahr.

Bewegungen:
Im August haben sich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Juli  (+ 8,0 Prozent). Mehr Neumeldungen erfolgten darunter nach Erwerbstätigkeit (+ 29,9 Prozent), weniger nach Ausbildung (- 17,7 Prozent).
Im August konnten sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Ausbildung (+ 33,7 Prozent).

Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen stieg zum Vormonat um rund 40 Prozent an. 178 neue Sellen wurden im August angeboten. Damit ist die Ferienflaute auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes vorüber. 
Mehr Arbeitskräfte wurden in allen Bereichen außer in der Gastronomie und dem öffentlichen Sektor benötigt.
Der Bestand an Stellen ist leicht gestiegen und liegt um 46,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im August waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 365 Menschen arbeitslos, 81 oder 3,5 Prozent mehr als im Juli und 318 oder 15,5 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,9 Prozent auf 4,1 Prozent. 3,5 Prozent betrug sie vor einem Jahr.

Bewegungen:
Im August haben sich weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Juli     (- 18,0 Prozent). Mehr Neumeldungen erfolgten darunter nach Erwerbstätigkeit (+ 5,3 Prozent), weniger nach Ausbildung (- 28,0 Prozent).
Im August konnten sich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Ausbildung (+ 24,2 Prozent).

Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen stieg zum Vormonat um 35 Prozent an. 289 neue Stellen wurden im August angeboten. Damit ist die Ferienflaute auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes vorüber. Mehr Arbeitskräfte wurden in allen Bereichen außer im Bau- und Verkehrsgewerbe sowie im Gesundheitssektor benötigt
Der Bestand an Stellen ist leicht gestiegen und liegt um 9,0 Prozent über dem Vorjahreswert.

Aussagen zum Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2021/2022:
In dem seit Oktober laufenden Ausbildungsjahr 2021/2022 sind bis August 11,2 Prozent weniger Jugendliche (1 446) als im vorhergehenden Ausbildungsjahr auf die Berufsberatung zugekommen. Die Zahl der Ausbildungsstellen (2 084) stieg hingegen um 0,4 Prozent an.
Das deutliche Ungleichgewicht zwischen Stellen und Bewerbern kennzeichnet das gesamte Ausbildungsjahr. Zurzeit sind noch immer rund 750 Ausbildungsstellen frei, Interesse an Ausbildung haben noch rund 300 junge Leute. Auch jetzt ist noch fast alles möglich für den Start in Ausbildung 2022: Einfach bei der Berufsberatung unter 0800 4 5555 00 melden!

Das Ausbildungsjahr endet zum 30. September. Die Bilanz zum Ausbildungsjahr wird am 02. November veröffentlicht.