29.10.2020 | Presseinfo Nr. 32

Weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit

Wenige Anzeigen von Kurzarbeit

Arbeitslosigkeit auch im Oktober gesunken

Nachfrage nach Arbeitskräften erreicht annähernd Vorjahresniveau

Ausbildungsmarkt: Größeres Interesse an Ausbildung und verzögerte Bewerbungsprozesse durch die Coronapandemie
 

Nach dem ersten Rückgang der Arbeitslosigkeit seit Krisenbeginn im September ist die Arbeitslosigkeit auch im Oktober gesunken. Die Arbeitslosenquote fiel von 6,0 Prozent auf 5,8 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich stabilisiert. Nur noch wenige neue Anzeigen von Kurzarbeit werden eingereicht.

„Erneut betrachten wir die Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Rückschau, diesmal auf den Monat Oktober. Die Daten, die dieser Entwicklung zugrunde liegen beinhalten noch nicht die Auswirkungen des aktuellen Infektionsgeschehens“. Diese Vorbemerkung ist Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, in diesem Monat sehr wichtig.

Denn im Oktober setzte sich der Abbau der im Frühjahr stark angestiegenen Arbeitslosigkeit fort. Insbesondere im Vorjahresvergleich zeigte sich, dass das Risiko arbeitslos zu werden sowohl für Arbeitnehmer als auch für Ausbildungsabsolventen eher gering und der Arbeitsmarkt aufnahmefähig war. Nach wie vor ist dies auf das Instrument der Kurzarbeit zurückzuführen. Die Entwicklung der Beschäftigung ist etwas verhaltener, bildet aber ebenfalls noch nicht statistisch ab, was seit März passiert ist.

Zum Ende des ungewöhnlichen Ausbildungsjahres lässt sich festhalten, dass die Jugendlichen größeres Interesse an einer Ausbildung zeigten. Die Unternehmen reduzierten ihr Angebot an Ausbildungsplätzen nur leicht und boten mehr Ausbildungsstellen an, als nachgefragt wurden. Allerdings verzögerten sich die Bewerbungs- und Einstellungsprozesse durch die Corona-Pandemie häufiger. Aus diesem Grund gibt es auch jetzt noch freie Stellen, es sind aber auch noch Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag. „Mit der sogenannten Nachvermittlungsaktion kümmert sich die Berufsberatung weiterhin intensiv darum, noch möglichst viele Ausbildungsverhältnisse für dieses Jahr auf den Weg zu bringen“, so Sutter. 

Kurzarbeit

Im Oktober wurden 21 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 121 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Im September zeigten 20 Betriebe für 178 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 3 000 Betriebe für rund 35 500 Personen.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März und April 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 9 393 Personen in 1 318 Betrieben im Agenturbezirk Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 22 310 Personen in 2446 Betrieben. Besonders betroffen waren Gastgewerbe, Handel und die Industriezweige Metall, Elektro und Stahl.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Oktober waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 10 919 Menschen arbeitslos, 270 oder 2,4 Prozent weniger als im September und 2 165 oder 24,7 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,0 Prozent im September auf 5,8 Prozent im Oktober gesunken. Im Oktober des Vorjahres betrug sie 4,7 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist saisonüblich, liegt aber in diesem Monat etwas niedriger als in Vergleichsmonaten der Vorjahre. Im September ging die Arbeitslosigkeit noch in deutlicherem Umfang zurück.

Bewegungen (Anmeldungen in und Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit)

Im Oktober mussten sich mehr Menschen – auch nach Erwerbstätigkeit - arbeitslos melden als im September. Die Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung haben sich gegenüber September kaum verändert.

Im Vorjahresvergleich zeigt sich die gleiche Anzahl an Arbeitslosmeldungen nach einer Erwerbstätigkeit wie vor einem Jahr. Nach einer betrieblichen Ausbildung meldeten sich weniger Personen als vor einem Jahr arbeitslos. Hingegen wurden nun etwas mehr Menschen nach Schule, Studium oder schulischer Berufsausbildung arbeitslos als im Oktober des letzten Jahres. Dies legt die Vermutung nahe, dass betriebliche Bindungen zurzeit etwas stabiler sind, Überbrückungssituationen jedoch etwas gehemmt werden (Beispiel: Nach der Schule ins Ausland, zum Studium oder in ein freiwilliges Jahr wird ggf. zurückgestellt). Bei dieser These ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei um relativ geringe Veränderungsraten handelt.

Auf der anderen Seite haben sich rund fünf Prozent weniger junge Menschen aus Arbeitslosigkeit in Ausbildung abgemeldet als im September und rund vier Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit fielen im diesjährigen Oktober sogar höher aus als im vergangenen Jahr – um rund ein Viertel.

Das Risiko arbeitslos zu werden war im Oktober sowohl für Arbeitnehmer als auch für Ausbildungsabsolventen – sicherlich wegen Kurzarbeit – eher gering und der Arbeitsmarkt war aufnahmefähig.

Stellen:

Im Oktober wurden 771 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind 19,3 Prozent mehr als im September. Die Zugänge an Stellen haben in diesem Monat annähernd Vorjahresniveau erreicht.

Der Stellenbestand beträgt 2 732. Dies entspricht einem Anstieg zum September um 3,1 Prozent, gegenüber Oktober 2019 ist der Bestand um 13,5 Prozent niedriger.

Beschäftigung

119 784 Menschen waren zum 31.03.2020 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 0,4 Prozent weniger als zum 31.12.2019 (Vorquartal) und 0,3 Prozent mehr als zum 31.03.2019 (Vorjahresquartal).

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im Oktober ging die Arbeitslosigkeit überall zurück. Im letzten Monat geschah dies besonders deutlich in Idar-Oberstein und etwas stärker auch in Bad Kreuznach. In diesem Monat profitierten Birkenfeld und Simmern etwas stärker.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 10 919 Arbeitslose (- 270)

- fiel von 6,0 Prozent auf 5,8 Prozent (Vorjahr 4,7 Prozent)

Bad Kreuznach: 4 071 Arbeitslose (- 118)

- fiel von 6,7 Prozent auf 6,5 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

Birkenfeld 908 Arbeitslose (- 30)

- fiel von 5,9 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 4,7 Prozent)

Idar-Oberstein 1 907 Arbeitslose (- 36)

- fiel von 7,0 Prozent auf 6,9 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

Kirn 1 561 Arbeitslose (- 39)

- fiel von 7,0 Prozent auf 6,8 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

Simmern 1 449 Arbeitslose (- 46)

- fiel von 4,1 Prozent auf 3,9 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent)

Boppard 1 023 Arbeitslose (- 1)

- stagnierte auf 4,6 Prozent (vorjahr 3,1 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Oktober wurden 6 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 35 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Im September zeigten 9 Betriebe für 43 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 1 300 Betriebe für rund 14 400 Personen.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März und April 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 4 423 Personen in 603 Betrieben im Landkreis Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 9 124 Personen in 1 070 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Oktober waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 632 Menschen arbeitslos, 157 oder 2,7 Prozent weniger als im September und 1 086 oder 23,9 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,8 Prozent im September auf 6,6 Prozent im Oktober gesunken. Im Oktober des Vorjahres betrug sie 5,3 Prozent.

Bewegungen:

Im Oktober mussten sich mehr Menschen – auch nach Erwerbstätigkeit - arbeitslos melden als im September. Die Arbeitslosmeldungen nach Ausbildung sind geringer als im September. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldeten sich allerdings weniger Menschen arbeitslos – insbesondere nach Ausbildung, aber auch nach Erwerbstätigkeit.

Auf der anderen Seite haben sich rund acht Prozent weniger junge Menschen aus Arbeitslosigkeit in Ausbildung abgemeldet als im September und rund sechs Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit fielen im diesjährigen Oktober sogar höher aus als im vergangenen Jahr – um 14 Prozent.

Stellen:
Im Oktober wurden 293 neue Arbeitsstellen und damit etwa gleich viele wie im September mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind 21,2 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 1 243. Dies entspricht in etwa dem Septemberwert, gegenüber Oktober 2019 ist der Bestand um 9,3 Prozent niedriger.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Oktober wurden 5 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 13 Personen eingereicht (vorläufige Daten).

Im September zeigten 4 Betriebe für 57 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 1 300 Betriebe für rund 14 400 Personen.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März und April 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 2 262 Personen in 315 Betrieben im Landkreis Birkenfeld in Kurzarbeit, im April 6 265 Personen in 638 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Oktober waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 815 Menschen arbeitslos, 66 oder 2,3 Prozent weniger als im September und 444 oder 18,7 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,6 Prozent im September auf 6,5 Prozent im Oktober gesunken. Im Oktober des Vorjahres betrug sie 5,4 Prozent.

Bewegungen:

Im Oktober mussten sich mehr Menschen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung arbeitslos melden als im September. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldeten sich allerdings weniger Menschen nach Ausbildung arbeitslos – und etwa gleich viele nach Erwerbstätigkeit.

Auf der anderen Seite haben sich weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden können, insbesondere in Ausbildung. Dies trifft auch im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit fielen im diesjährigen Oktober jedoch höher aus als im vergangenen Jahr – um 44,1 Prozent.

Stellen:
Im Oktober wurden 189 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind 14,5 Prozent mehr als im September und fast ein Viertel mehr als im Oktober des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 502. Dies entspricht einem Anstieg zum September um 5,2 Prozent, gegenüber Oktober 2019 ist der Bestand um 11,9 Prozent niedriger.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im Oktober wurden 10 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 73 Personen eingereicht (vorläufige Daten). Im September zeigten 5 Betriebe für 53 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies mehr als 900 Betriebe für rund 11 700 Personen.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März und April 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 2 708 Personen in 400 Betrieben im Landkreis Rhein-Hunsrück in Kurzarbeit, im April 6 921 Personen in 738 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Oktober waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 472 Menschen arbeitslos, 47 oder 1,9 Prozent weniger als im September und 635 oder 34,6 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,3 Prozent im September auf 4,2 Prozent im Oktober gesunken. Im Oktober des Vorjahres betrug sie 3,1 Prozent.

Bewegungen:

Im Oktober mussten sich mehr Menschen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung arbeitslos melden als im September. Gegenüber dem Vorjahresmonat meldeten sich weniger Menschen nach Ausbildung arbeitslos – und etwas mehr nach Erwerbstätigkeit.

Auf der anderen Seite haben sich weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit abmelden können. Jedoch konnten sich rund ein Drittel mehr in Ausbildung abmelden. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat beendeten mehr Menschen Arbeitslosigkeit durch Erwerbstätigkeit (+ 25,6 Prozent) und durch Ausbildung (+ 24,1 Prozent).

Stellen:
Im Oktober wurden 289 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind mit einer Steigerung von rund 50 Prozent deutlich  mehr als im September. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt die Steigerung 13,3 Prozent.

Der Stellenbestand beträgt 987. Dies entspricht einem Anstieg zum September um 4,9 Prozent, gegenüber Oktober 2019 ist der Bestand um 19,0 Prozent niedriger.

Ausbildungsmarkt 2019/2020:

In der diesjährigen Bilanz zum Ausbildungsmarkt zeichnet sich erfreulicherweise kein Corona-Jahrgang ab, auch wenn natürlich Auswirkungen der Pandemie erkennbar sind.
Im Laufe dieses Ausbildungsjahres wandten sich fünf Prozent (94 Personen) mehr Jugendliche an die Berufsberatung und suchten nach einer Ausbildungsstelle als vor einem Jahr. Die Jugendlichen gingen also nicht „verloren“, sie meldeten und kümmerten sich um einen Ausbildungsplatz und konnten auch unter erschwerten Bedingungen von der Berufsberatung unterstützt werden.

Die regionalen Unternehmen reduzierten ihr Ausbildungsangebot in diesem Jahr etwas - um 4,3 Prozent (100 Ausbildungsstellen).

Dennoch überstieg die Zahl der Ausbildungsstellen auch in diesem Jahr die der Bewerberinnen und Bewerber insgesamt: 2 241 Ausbildungsstellen waren nach den Sommerferien zu besetzen, 1 978 junge Menschen interessierten sich für einen dualen Ausbildungsplatz. Damit war die Ausgangslage aus Sicht der Jugendlichen gut.

Zum Ende des Ausbildungsjahres am 30. September hatten davon 195 Ausbildungsanwärter (+ 68 Personen) noch keinen Vertrag in der Tasche, 138 Unternehmen (+ 22 Stellen) hatten noch freie Plätze. Hier bildet sich eine Auswirkung der Corona-Pandemie im Bewerbungs- und Besetzungsprozess ab: Insbesondere bei kleineren Unternehmen, die häufig noch nicht intensiv digital arbeiten, hat sich der gesamte Einstellungs- und Besetzungsprozess verzögert. Tests und Vorstellungsgespräche konnten nicht wie üblich durchgeführt werden. Auch die Jugendlichen brauchten in dieser unsicheren Situation etwas länger, um sich zu bewerben, zu entscheiden und zu beginnen. Dieses Hemmnis ließe sich „in normalen Jahren“ bis Jahresende leicht aufholen. Nun hängt der Erfolg der Nachvermittlungsaktion jedoch sehr stark von der aktuellen Entwicklung der Pandemie und von den damit verbundenen Einschränkungen ab. Und natürlich sind für ein Gesamtbild über den regionalen Ausbildungsmarkt auch die Zahlen der abgeschlossenen Ausbildungsverträge notwendig, die von den Kammern noch bereitgestellt werden.

Freie Ausbildungsstellen gibt es zurzeit insbesondere noch im Handel und der Gastronomie, als Fachkraft Lagerlogistik, als Dachdecker/in, als Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik, als Industriekauffrau/-mann und als Elektroniker/in – Energie- und Gebäudetechnik sowie vereinzelt auch noch in anderen Berufen.

Die Berufsberatung ist telefonisch und online, aber auch persönlich in terminierter Form, erreichbar und bietet Beratung und Unterstützung an. Unter 0800 / 4 5555 20 ist der örtliche Arbeitgeberservice für Unternehmen da, unter 0800 / 4 5555 00 lassen sich Termine zur Berufsberatung vereinbaren.