29.01.2021 | Presseinfo Nr. 5

Arbeitsmarkt: Anstieg von Arbeitslosigkeit trotz Wintereinbruch verhalten - Kurzarbeit federt weiter ab

• Zusätzliche Anzeigen von Kurzarbeit seit Beginn des Lockdowns im November

• Arbeitslosigkeit gestiegen

• Mehr Arbeitslosmeldungen und weniger Abmeldungen in Beschäftigung

• Nachfrage nach Arbeitskräften rückläufig
 

Die Arbeitslosigkeit ist im Januar gestiegen, die Arbeitslosenquote beträgt 6,1 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist rückläufig.

„Nachdem sich der erneute Lockdown weder im November noch im Dezember auf den Arbeitsmarkt auswirkte, stieg die Arbeitslosigkeit im Januar nun deutlich an“, erklärt Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. „In erster Linie ist diese Entwicklung wie in den Vorjahren witterungsbedingt und saisonal geprägt, es zeigen sich aber auch leichte konjunkturelle Einflüsse. Diese sind aber nicht vergleichbar mit denen im vergangenen Frühjahr“.
Kurzarbeit wird seit November zwar verstärkt neu angezeigt, aber nur zu einem Teil dessen, was im April 2020 notwendig war. Seit dem letzten Frühjahr sichert das Instrument zahlreiche Arbeitsplätze in der Region und trägt so stark zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit bei. Damit und durch die Perspektive von Impfungen scheinen die Unternehmen weniger verunsichert als zu Beginn der Krise. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften entwickelte sich regional unterschiedlich. Während die Situation im Raum Bad Kreuznach eher stabil ist, fällt sie im Rhein-Hunsrück-Kreis im Vergleich zum Vorjahr etwas ab. Dort wirken erfahrungsgemäß jedoch saisonale Einflüsse kurzfristig stärker, so dass die Einstellungsbereitschaft zum Frühjahr hin abzuwarten ist.

Kurzarbeit:

Im Januar wurden 288 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 2 325 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Seit November bewegen sich diese Zahlen monatlich auf einem ähnlichen Niveau, nachdem von Juni 2020 bis Oktober 2020 in weniger Fällen Kurzarbeit neu angezeigt wurde. Zum Vergleich: Im April 2020 zeigten annähernd 3 000 Betriebe für rund 35 500 Personen Kurzarbeit an.
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Juli 2020 zur Verfügung:
Im März 2020 waren 9 393 Personen in 1 318 Betrieben im Agenturbezirk in Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 22 310 Personen in 2 446 Betrieben, im Mai 21 219 Personen in 2 143 Betrieben, im Juni 17 259 Personen in 1 625 Betrieben und im Juli 11 706 Personen in 1 273 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Im Januar kam es erwartungsgemäß zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, nachdem bis einschließlich Dezember kaum Folgen des Lockdowns, aber auch keine witterungsbedingten und saisonalen Einflüsse negativ auf den Arbeitsmarkt wirkten. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 11 423 Menschen arbeitslos, 882 oder 8,4 Prozent mehr als im Dezember und 1 552 oder 15,7 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres.
Die Arbeitslosenquote ist von 5,6 Prozent auf 6,1 Prozent gestiegen, im Januar des Vorjahres hatte sie 5,2 Prozent betragen.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Die Winterarbeitslosigkeit kam diesmal erst im Januar zum Tragen, weswegen sich deutlichmehr Menschen arbeitslos melden mussten als noch im Dezember, darunter auch viel mehr direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Allerdings waren es sowohl insgesamt als auch aus Erwerbstätigkeit heraus weniger als im Januar des letzten Jahres.

Viele Menschen, überwiegend Frauen, waren zuvor im Handel beschäftigt, zahlreiche aber auch in den klassischen Branchen, die im Winter von Arbeitslosigkeit betroffen sind: Verkehr, Logistik und Bau. Hier sind größtenteils Männer beschäftigt.

Gegenüber Dezember konnten sich in diesem Monat weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Diese Tatsache ist für den ersten Monat des Jahres typisch. Gleichwohl fiel ihre Zahl auch etwas geringer aus als vor einem Jahr.

Kurzarbeit trägt stark dazu bei, dass nicht mehr Menschen arbeitslos werden. Ein Teil der im Januar neu Betroffenen dürfte saisonbedingt im Frühjahr wieder in Beschäftigung einmünden. 

Allerdings steigt die Zahl der langzeitarbeitslosen Personen nach langjährigem Rückgang zurzeit stetig an.

Stellen:

Im Dezember wurden 525 neu zu besetzende Arbeitsstellen angeboten, rund fünf Prozent weniger als im Dezember und 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor dem Hintergrund der saisonalen Entwicklung und der Kontaktbeschränkungen ist dieser Rückgang moderat.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Dezember gestiegen (+ 3,1 Prozent) und liegt um 15,5 Prozent unter dem Niveau des Januar 2020. Insgesamt 2 566 Stellen sind aktuell vakant, davon sind 92,5 Prozent unbefristet und 93,7 Prozent sofort frei.

Im Januar hatten Teile des verarbeitenden Gewerbes (Nahrungsmittelherstellung, Chemie- und Metallverarbeitung), das Baugewerbe (Ausbau) und der Handel niedrigeren Arbeitskräftebedarf als im Dezember, höheren Bedarf hatten insbesondere Zeitarbeitsunternehmen, aber auch das Gastgewerbe und die Informations- und Kommunikationsbranche (Telekommunikation).

Beschäftigung

118 488 Menschen waren zum 30.06.2020 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1,1 Prozent weniger als zum 31.03.2020 (Vorquartal) und 1,0 Prozent weniger als zum 30.06.2019 (Vorjahresquartal). Der Rückgang der Beschäftigung fiel stärker als im Landesdurchschnitt von Rheinland-Pfalz aus (Vorquartal – 0,9 Prozent; Vorjahresquartal – 0,5 Prozent).

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im Januar stieg die Arbeitslosigkeit in allen Regionen an, etwas geringer im Landkreis Birkenfeld und etwas stärker im Rhein-Hunsrück-Kreis. Dies ist aufgrund der saisonalen Komponente durchaus üblich.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 11 423 Arbeitslose (+ 882)

- stieg von 5,6 Prozent auf 6,1 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent)

Bad Kreuznach: 4 183 Arbeitslose (+ 291)

- stieg von 6,3 Prozent auf 6,7 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

Birkenfeld 957 Arbeitslose (+ 63)

- stieg von 5,6 Prozent auf 6,0 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)

Idar-Oberstein 1 982 Arbeitslose (+ 104)

- stieg von 6,8 Prozent auf 7,2 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent)

Kirn 1 588 Arbeitslose (+ 117)

- stieg von 6,4 Prozent auf 6,9 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

Simmern 1 645 Arbeitslose (+ 210)

- stieg von 3,9 Prozent auf 4,5 Prozent (Vorjahr 3,8 Prozent)

Boppard 1 068 Arbeitslose (+ 97)

- stieg von 4,3 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Januar wurden 121 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 788 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Seit November bewegen sich diese Zahlen auf einem ähnlichen Niveau, nachdem von Juni 2020 bis Oktober 2020 in weniger Fällen Kurzarbeit neu angezeigt wurde. Zum Vergleich: Im April 2020 zeigten annähernd 1 300 Betriebe für rund 14 400 Personen Kurzarbeit an.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Juli 2020 zur Verfügung:

Im März 2020 waren 4 423 Personen in 603 Betrieben im Landkreis Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 9 124 Personen in 1 070 Betrieben, im Mai 8 994 Personen in 939 Betrieben, im Juni 7 223 Personen in 711 Betrieben und im Juli 4 210 Personen in 561 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Januar waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 771 Menschen arbeitslos, 408 oder 7,6 Prozent mehr als im Dezember und 930 oder 19,2 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,3 Prozent im Dezember auf 6,8 Prozent im Januar gestiegen. Im Januar des Vorjahres betrug sie 5,7 Prozent.

Bewegungen:

Die Winterarbeitslosigkeit kam diesmal erst im Januar zum Tragen, weswegen sich deutlichmehr Menschen arbeitslos melden mussten als noch im Dezember, darunter auch viel mehr direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Allerdings waren es sowohl insgesamt als auch aus Erwerbstätigkeit heraus weniger als im Januar des letzten Jahres.

Gegenüber Dezember konnten sich in diesem Monat weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Diese Tatsache ist für den ersten Monat des Jahres typisch. Gleichwohl fiel ihre Zahl auch etwas geringer aus als vor einem Jahr.

Stellen:
Im Dezember wurden 236 neu zu besetzende Arbeitsstellen angeboten, gleich viele wie im Dezember und etwas mehr als vor einem Jahr. Vor dem Hintergrund der saisonalen Entwicklung und der Kontaktbeschränkungen ist dies stabil.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Dezember gestiegen (+ 5,9 Prozent) und liegt um 7,3 Prozent unter dem Niveau des Januar 2020. Insgesamt 1 137 Stellen sind aktuell vakant.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Januar wurden 77 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 904 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Seit November bewegen sich diese Zahlen auf einem ähnlichen Niveau, nachdem von Juni 2020 bis Oktober 2020 in weniger Fällen Kurzarbeit neu angezeigt wurde. Zum Vergleich: Im April 2020 zeigten annähernd 800 Betriebe für rund 9 400 Personen Kurzarbeit an.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Juli 2020 zur Verfügung:

Im März 2020 waren 2 262 Personen in 315 Betrieben im Landkreis Birkenfeld in Kurzarbeit, im April 6 265 Personen in 638 Betrieben, im Mai 5 526 Personen in 563 Betrieben, im Juni   4 742 Personen in 447 Betrieben und im Juli 3 384 Personen in 365 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Januar waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 939 Menschen arbeitslos, 167 oder 6,0 Prozent mehr als im Dezember und 217 oder 8,0 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,4 Prozent im Dezember auf 6,7 Prozent im Januar gestiegen. Im Januar des Vorjahres betrug sie 6,2 Prozent.

Bewegungen:

Die Winterarbeitslosigkeit kam diesmal erst im Januar zum Tragen, weswegen sich deutlichmehr Menschen arbeitslos melden mussten als noch im Dezember, darunter auch viel mehr direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Allerdings waren es sowohl insgesamt als auch aus Erwerbstätigkeit heraus weniger als im Januar des letzten Jahres.

Gegenüber Dezember konnten sich in diesem Monat weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Diese Tatsache ist für den ersten Monat des Jahres typisch. Gleichwohl fiel ihre Zahl auch etwas geringer aus als vor einem Jahr. Eine Erwerbstätigkeit konnten aktuell jedoch mehr als im letzten Januar aufnehmen.

Stellen:
Im Dezember wurden 108 neu zu besetzende Arbeitsstellen angeboten, fast ein Viertel weniger als im Dezember, aber etwa gleich viele wie vor einem Jahr. Vor dem Hintergrund der saisonalen Entwicklung und der Kontaktbeschränkungen ist dies moderat.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Dezember gestiegen (+ 4,8 Prozent) und liegt um 10,4 Prozent unter dem Niveau des Januar 2020. Insgesamt 525 Stellen sind aktuell vakant.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im Januar wurden 90 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 633 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Seit November bewegen sich diese Zahlen auf einem ähnlichen Niveau, nachdem von Juni 2020 bis Oktober 2020 in weniger Fällen Kurzarbeit neu angezeigt wurde. Zum Vergleich: Im April 2020 zeigten rund 900 Betriebe für rund 11 700 Personen Kurzarbeit an.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis Juli 2020 zur Verfügung:

Im März 2020 waren 2 708 Personen in 400 Betrieben im Landkreis Rhein-Hunsrück in Kurzarbeit, im April 6 921 Personen in 738 Betrieben, im Mai 6 699 Personen in 641 Betrieben, im Juni 5 294 Personen in 467 Betrieben und im Juli 4 112 Personen in 347 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Januar waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 713 Menschen arbeitslos, 307 oder 12,8 Prozent mehr als im Dezember und 405 oder 17,5 Prozent mehr als im Januar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,1 Prozent im Dezember auf 4,6 Prozent im Januar gestiegen. Im Januar des Vorjahres betrug sie 3,9 Prozent.

Bewegungen:

Die Winterarbeitslosigkeit kam diesmal erst im Januar zum Tragen, weswegen sich deutlichmehr Menschen arbeitslos melden mussten als noch im Dezember, darunter auch viel mehr direkt nach einer Erwerbstätigkeit. Allerdings waren es sowohl insgesamt als auch aus Erwerbstätigkeit heraus weniger als im Januar des letzten Jahres.

Gegenüber Dezember konnten sich in diesem Monat weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Diese Tatsache ist für den ersten Monat des Jahres typisch. Gleichwohl fiel ihre Zahl auch etwas geringer aus als im Januar des letzten Jahres. Eine Erwerbstätigkeit konnten jedoch genauso viele wie vor einem Jahr aufnehmen.

Stellen:
Im Dezember wurden 181 neu zu besetzende Arbeitsstellen angeboten, etwas mehr als im Dezember. Allerdings liegt die Zahl der Stellenzugänge seit Dezember deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dies zeigt eine aktuell stärkere Zurückhaltung der Unternehmen in dieser Region.

Der Bestand an Stellen ist gegenüber Dezember leicht gesunken (- 1,1 Prozent) und liegt um 26,1 Prozent unter dem Niveau des Januar 2020. Insgesamt 904 Stellen sind aktuell vakant.