02.03.2021 | Presseinfo Nr. 9

Rückgang saisonbedingter Arbeitslosigkeit - Kurzarbeit verhindert Entlassungen

- Weniger Anzeigen von Kurzarbeit gegenüber den Vormonaten
- Arbeitslosigkeit leicht gesunken
- Weniger Arbeitslosmeldungen und mehr Abmeldungen in Beschäftigung
- Nachfrage nach Arbeitskräften steigend

Rückgang saisonbedingter Arbeitslosigkeit - Kurzarbeit verhindert Entlassungen

Die Arbeitslosigkeit ist im Februar leicht gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 6,0 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt etwas an. „Der witterungsbedingte Einbruch am Arbeitsmarkt währte in diesem Winter nur einen Monat. Schon im Februar konnte die Arbeitslosigkeit wieder zurückgehen“, berichtet Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Weniger Entlassungen und mehr Beschäftigungsaufnahmen führten zu niedrigerer Arbeitslosigkeit – in regional unterschiedlicher Ausprägung. Auch zeigten im Februar weniger Betriebe Kurzarbeit neu an. Nach wie vor sichert das Instrument Arbeitsplätze in bedeutendem Umfang. Auch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist wieder gewachsen. So zeigt sich zu Beginn des März ein gewisser Optimismus vor dem Hintergrund der Debatten über Lockerungen und Öffnungen. In der längerfristigen Betrachtung des Arbeitsmarktes wird jedoch deutlich, dass die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres spürbar angestiegen ist.                                                                                                            

Kurzarbeit:

Im Februar wurden 128 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 1 391 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Erstmals seit November fallen diese Zahlen wieder etwas niedriger aus. Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis August 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 9 393 Personen in 1 318 Betrieben im Agenturbezirk in Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 22 310 Personen in 2 446 Betrieben, im Mai 21 219 Personen in 2 143 Betrieben, im Juni 17 259 Personen in 1 625 Betrieben, im Juli 11 706 Personen in 1 273 Betrieben und im August 9 513 Personen in 1 096 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Nach dem überwiegend saisonalen Anstieg der Winterarbeitslosigkeit im Januar ging die Arbeitslosigkeit im Februar bereits wieder leicht zurück. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 11 322 Menschen arbeitslos, 101 oder 0,9 Prozent weniger als im Januar und 1 609 oder 16,6 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres.

Die Arbeitslosenquote ist von 6,1 Prozent auf 6,0 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr war die Arbeitslosenquote im Januar und Februar gleich hoch und betrug 5,2 Prozent. Damit ist die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr zwar schneller zurückgegangen, liegt aber insgesamt in beiden Rechtskreisen deutlich höher als ein Jahr zuvor. Überdurchschnittlich betroffen sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist Langzeitarbeitslose, aber auch Frauen und ausländische Arbeitsuchende. Aktuell werden mehr Beschäftigte aus dem Handel arbeitslos als vor einem Jahr.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Unverändert wirkt die Kurzarbeit stabilisierend und sichert Arbeitsplätze, so dass es zu vergleichsweise wenigen Entlassungen kommen muss. Nach nur einem Monat steigender Winterarbeitslosigkeit meldeten sich im Februar wieder deutlich weniger Menschen arbeitslos als im Januar, insbesondere unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit (- 45,3 Prozent). Die Zahl der Betroffenen war auch geringer als im Februar des Vorjahres und damit im Vergleich zu einem Zeitpunkt vor den Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt. Etwas mehr Jugendliche (11 oder 9,8 Prozent) als vor einem Jahr meldeten sich nach betrieblicher Ausbildung arbeitslos. Zu dieser Jahreszeit sind dies ehemalige Azubis aus dreieinhalbjährigen Ausbildungsgängen.Ein weiterer Beleg für die saisonal geprägte Entwicklung: Im Februar konnten sich rund ein Viertel mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden als im Januar. Dies sind häufig Arbeitnehmer aus Berufen, die witterungsbedingten Einflüssen unterliegen. Allerdings blieb die Zahl der Abmeldungen in Beschäftigung um rund 12 Prozent hinter der des Februar 2020 zurück.

Stellen:

Im Februar stieg der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen wieder deutlich an: 646 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 23 Prozent mehr als im Januar, jedoch rund 27 Prozent weniger als vor einem Jahr.Der Bestand an Stellen ist ebenfalls gegenüber dem Vormonat gestiegen (+ 1,4 Prozent), liegt aber um fast 20 Prozent unter dem Niveau des Februar 2020. Zuletzt war der Stellenbestand in einem Februar im Jahr 2016 ähnlich niedrig. Insgesamt 2 603 Stellen sind zurzeit vakant, davon sind 92,7 Prozent unbefristet und 92,2 Prozent sofort frei.Im Februar hatten Teile des verarbeitenden Gewerbes (Metallverarbeitung) und das Baugewerbe - in geringerem Maße auch der Handel - wieder höheren Arbeitskräftebedarf als im Januar, ansonsten ergaben sich keine größeren Veränderungen.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im Februar konnte die Arbeitslosigkeit noch nicht in allen Regionen innerhalb des Agenturbezirks sinken. So stagnierte sie in Boppard und Kirn, ging in Simmern und Bad Kreuznach - am stärksten jedoch in Idar-Oberstein – zurück und stieg in Birkenfeld sogar noch einmal an.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

- Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 11 322 Arbeitslose (- 101)

fiel von 6,1 Prozent auf 6,0 Prozent (Vorjahr 5,2 Prozent)

- Bad Kreuznach: 4 123 Arbeitslose (- 60)

fiel von 6,7 Prozent auf 6,6 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

- Birkenfeld: 984 Arbeitslose (+ 27)

stieg von 6,0 Prozent auf 6,2 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

- Idar-Oberstein: 1 934 Arbeitslose (- 48)

fiel von 7,2 Prozent auf 7,0 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent)

- Kirn: 1 586 Arbeitslose (- 2)

stagnierte auf 6,9 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)

- Simmern: 1 624 Arbeitslose (- 21)

fiel von 4,5 Prozent auf 4,4 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent)

- Boppard: 1 071 Arbeitslose (+ 3)

stagnierte auf 4,8 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Februar wurden 63 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 427 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Erstmals seit November fallen diese Zahlen wieder etwas niedriger aus. Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis August 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 4 423 Personen in 603 Betrieben im Landkreis Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 9 124 Personen in 1 070 Betrieben, im Mai 8 994 Personen in 939 Betrieben, im Juni 7 223 Personen in 711 Betrieben, im Juli 4 210 Personen in 561 Betrieben und im August 3 287 Personen in 479 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Februar waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 709 Menschen arbeitslos, 62 oder 1,1 Prozent weniger als im Januar und 957 oder 20,1 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,8 Prozent im Januar auf 6,7 Prozent im Februar gesunken. Im Februar des Vorjahres betrug sie 5,6 Prozent.

Bewegungen:

Nach nur einem Monat steigender Winterarbeitslosigkeit meldeten sich im Februar wieder deutlich weniger Menschen arbeitslos als im Januar, insbesondere unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit (- 40,8 Prozent). Die Zahl der Betroffenen war auch geringer als im Februar des Vorjahres und damit im Vergleich zu einem Zeitpunkt vor den Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt.

Ein weiterer Beleg für die saisonale Entwicklung: Im Februar konnten sich rund 35 Prozent mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden als im Januar. Dies sind häufig Arbeitnehmer aus Berufen, die witterungsbedingten Einflüssen unterliegen. Allerdings blieb die Zahl der Abmeldungen in Beschäftigung um 8,5 Prozent hinter der des Februar 2020 zurück.

Stellen:
Im Februar stieg der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen wieder deutlich an: 329 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 39,4 Prozent mehr als im Januar, jedoch 17,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an Stellen ist gegenüber Januar gestiegen (+ 2,1 Prozent) und liegt um 12,4 Prozent unter dem Niveau des Februar 2020. Insgesamt 1 161 Stellen sind aktuell vakant.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Februar wurden 25 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 384 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Erstmals seit November fallen diese Zahlen wieder etwas niedriger aus.  

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis August 2020 zur Verfügung:

Im März 2020 waren 2 262 Personen in 315 Betrieben im Landkreis Birkenfeld in Kurzarbeit, im April 6 265 Personen in 638 Betrieben, im Mai 5 526 Personen in 563 Betrieben, im Juni   4 742 Personen in 447 Betrieben, im Juli 3 384 Personen in 365 Betrieben und im August 2 692 Personen in 321 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Februar waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 918 Menschen arbeitslos, 21 oder 0,7 Prozent weniger als im Januar und 233 oder 8,7 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,7 Prozent und hat sich seit Januar nicht verändert. Im Februar des Vorjahres betrug sie 6,1 Prozent.

Bewegungen:

Nach nur einem Monat steigender Winterarbeitslosigkeit meldeten sich im Februar wieder deutlich weniger Menschen arbeitslos als im Januar, insbesondere unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit (- 42,7 Prozent). Die Zahl der Betroffenen war auch geringer als im Februar des Vorjahres und damit im Vergleich zu einem Zeitpunkt vor den Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt. Ein weiterer Beleg für die saisonale Entwicklung: Im Februar konnten sich 14,5 Prozent mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden als im Januar. Dies sind häufig Arbeitnehmer aus Berufen, die witterungsbedingten Einflüssen unterliegen. Allerdings blieb die Zahl der Abmeldungen in Beschäftigung um 17,9 Prozent hinter der des Februar 2020 zurück.

Stellen:
Im Februar stieg der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen wieder an: 126 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 16,7 Prozent mehr als im Januar, jedoch 19,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an Stellen ist gegenüber Januar gestiegen (+ 2,7 Prozent) und liegt um 11,2 Prozent unter dem Niveau des Februar 2020. Insgesamt 539 Stellen sind aktuell vakant.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im Februar wurden 40 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 580 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Erstmals seit November fallen diese Zahlen wieder etwas niedriger aus.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich von März bis August 2020 zur Verfügung:

Im März 2020 waren 2 708 Personen in 400 Betrieben im Landkreis Rhein-Hunsrück in Kurzarbeit, im April 6 921 Personen in 738 Betrieben, im Mai 6 699 Personen in 641 Betrieben, im Juni 5 294 Personen in 467 Betrieben und im Juli 4 112 Personen in 347 Betrieben und im August 3 534 Personen in 296 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Februar waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 695 Menschen arbeitslos, 18 oder 0,7 Prozent weniger als im Januar und 419 oder 18,4 Prozent mehr als im Februar des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,6 Prozent im Januar auf 4,5 Prozent im Februar gesunken. Im Februar des Vorjahres betrug sie 3,8 Prozent. Nach nur einem Monat steigender Winterarbeitslosigkeit meldeten sich im Februar wieder deutlich weniger Menschen arbeitslos als im Januar, insbesondere unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit (- 53,7 Prozent). Die Zahl der Betroffenen war auch geringer als im Februar des Vorjahres und damit im Vergleich zu einem Zeitpunkt vor den Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt. Ein weiterer Beleg für die saisonale Entwicklung: Im Februar konnten sich fast ein Viertel mehr Menschen in Erwerbstätigkeit abmelden als im Januar. Dies sind häufig Arbeitnehmer aus Berufen, die witterungsbedingten Einflüssen unterliegen. Allerdings blieb die Zahl der Abmeldungen in Beschäftigung um 13,5 Prozent hinter der des Februar 2020 zurück.

Stellen:
Im Februar stieg der Arbeitskräftebedarf der regionalen Unternehmen und Institutionen wieder an: 191 neue Arbeitsstellen wurden angeboten, 5,5 Prozent mehr als im Januar, jedoch 42,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an Stellen ist fast identisch zum Januar und liegt um rund 30 Prozent unter dem Niveau des Februar 2020. Insgesamt 903 Stellen sind aktuell vakant.