31.03.2022 | Presseinfo Nr. 14

Arbeitslosigkeit geht zurück - Unsicherheiten bleiben

  • Frühjahresbedingt geht die Arbeitslosigkeit weiter zurück
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch
  • Auswirkungen durch den Ukrainekonflikt sind nicht erkennbar

Die Arbeitslosigkeit ist im März weiter gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent.

Die positive Entwicklung des Vormonats hat sich im März weiter verstärkt. 

 „Die Auswirkungen der Pandemie auf die Beschäftigung scheinen überwunden. Im Moment bleibt der Arbeitsmarkt trotz der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine stabil.“, erklärt Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Sorgen bereiten weiter hohe Energiepreise, knappe Rohstoffe und gestörte Lieferketten. Dennoch ist die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch, insbesondere Fachkräfte sind gesucht. Gundula Sutter sieht deshalb auch Chancen: „Die große Nachfrage nach Arbeitskräften kann für Geflüchtete eine vorübergehende oder längerfristige Perspektive sein. Mehrere Firmen haben bereits Arbeitsplätze angeboten, die auch für Geflüchtete geeignet sind.“

Zunächst stehen Registrierung, Wohnort und Möglichkeiten zur Unterbringung der Kinder im Vordergrund. Deshalb stimmt Agentur für Arbeit aktuell ihr Unterstützungsangebot eng mit den Sozialbehörden ab.

Kurzarbeit:

Im März wurden 33 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 264 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 27.03.). Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis September 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im September 2021 waren es 2 244 Personen in 423 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Nach einem leichten Rückgang im Februar sank die Arbeitslosigkeit im März deutlicher. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 9 039 Menschen arbeitslos, 293 oder 3,1 Prozent weniger als im Februar und 1 803 oder 16,6 Prozent weniger als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,8 Prozent.

Von der günstigen Entwicklung profitieren alle Altersgruppen und Männer etwas mehr als Frauen. Der Rückgang erfolgte vor allem im Rechtskreis SGB III (-6,6 Prozent), wo saisonale Effekte eine größere Rolle spielen.

Vorjahresvergleich: Die Arbeitslosenquote lag im März des Vorjahres noch bei 5,8 Prozent.

Der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr stabilisiert sich weiter.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Im März haben sich weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Februar (- 20,4 Prozent).  Mit 794 Arbeitslosmeldungen liegt der Zugang damit deutlich unter Vorjahresniveau (908 Arbeitslosmeldungen) und auch deutlich unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Letzten Monat konnten sich ähnlich viele Menschen als im Februar (- 2,0 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Die Zahl der Arbeitsaufnahmen stieg zum Vormonat um ca. 14 Prozent an.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Dynamik sowohl bei An- und Abmeldungen nachgelassen.

Stellen:

Der Stellenzugang geht im Vergleich zum Vormonat leicht zurück. Neu zu besetzende Arbeitsstellen wurden 9,2 Prozent weniger als im Februar angeboten. Das waren dennoch fast 10 Prozent mehr als vor einem Jahr um die gleiche Zeit.  Gegenüber Februar nahm die Nachfrage insbesondere in der Zeitarbeit zu.

Der Bestand an Stellen ist zum Februar erneut gestiegen (+ 6,0 Prozent) und liegt um 34,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dies deutet vermehrt darauf hin, dass Stellenangebote deutlich schwieriger besetzt werden können.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Innerhalb des Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit in allen Regionen zurück und ist weiterhin in Simmern und Boppard deutlich niedriger als in Bad Kreuznach, Kirn und Idar-Oberstein.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 9 039 Arbeitslose (- 293)

- fiel von 5,0 auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

  • Bad Kreuznach: 3 443 Arbeitslose (-89)

- fiel von 5,7 auf 5,5 Prozent (Vorjahr 6,5 Prozent)

  • Birkenfeld: 772 Arbeitslose (- 37)

- fiel von 5,1 auf 4,9 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)

  • Idar-Oberstein: 1 566 Arbeitslose (- 27)

- fiel von 5,8 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent)

  • Kirn: 1 334 Arbeitslose (-18)

- fiel von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent (Vorjahr 6,6 Prozent)

  • Simmern: 1 171 Arbeitslose (- 31)

- fiel von 3,3 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent)

  • Boppard: 753 Arbeitslose (- 67)

- fiel von 3,7 auf 3,4 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im März wurden 11 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 142 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 27.03.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis September 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im September 2021 waren es 763 Personen in 173 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im März waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 4 777 Menschen arbeitslos, 107 oder 2,2 Prozent weniger als im Februar und 759 oder 13,7 Prozent weniger als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,7 Prozent im Februar auf 5,6 Prozent im März. Im März des Vorjahres betrug sie noch 6,5 Prozent.

Bewegungen:

Im März haben sich weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Februar (- 15,5 Prozent), auch weniger aus Erwerbstätigkeit (- 10,8 Prozent). Ihre Zahl blieb leicht hinter der des Vorjahresmonats (März 2021) zurück.

Die Zahl der Abmeldungen ist im Vergleich zum Vormonat (-5,7 Prozent) etwas zurückgegangen. Dagegen fielen die Aufnahmen von Erwerbstätigkeit um 3,1 Prozent etwas höher aus. Das Niveau von Abmeldungen des Vorjahresmonats wurde jedoch nicht erreicht.

Stellen:
Der Stellenzugang stieg erneut leicht an. 355 neu zu besetzenden Arbeitsstellen und damit 7,6 Prozent mehr als im Februar wurden angeboten. Das waren 11,6% mehr als vor einem Jahr um die gleiche Zeit.  Insbesondere neue Stellenangebote aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Gastronomie nahmen wieder zu.

Der Bestand an Stellen ist zum März ebenfalls gestiegen (+ 7,9 Prozent) und liegt um ein Drittel höher als im Vorjahresmonat.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Februar wurden 10 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 72 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 27.03.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis September 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im September 2021 waren es 965 Personen in 136 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im März waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 338 Menschen arbeitslos, 64 oder 2,7 Prozent weniger als im Februar und 461 oder 10,8 Prozent weniger als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank um -0,2 auf 5,4 Prozent. Im März des Vorjahres betrug sie noch 6,3 Prozent.

Bewegungen:

Im März haben sich weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Februar (- 13,1 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (- 23,7 Prozent). Es waren ähnlich viele wie vor einem Jahr.

Die Zahl der Abmeldungen ist im Vergleich zum Vormonat (-4,8 Prozent) etwas zurückgegangen. Dagegen fielen die Aufnahmen von Erwerbstätigkeit um 6,2 Prozent höher aus. Das Niveau von Abmeldungen des Vorjahresmonats wurde jedoch nicht erreicht.

Stellen:
Der Stellenzugang nahm im Vergleich zum Vormonat, in dem besonders viele Stellen im Baugewerbe und in der Arbeitnehmerüberlassung gemeldet wurden, um ein Drittel ab. 169 neu zu besetzenden Arbeitsstellen wurden im März angeboten. Das waren 19,9% mehr als vor einem Jahr um die gleiche Zeit. 

Der Bestand an Stellen ist zum März ebenfalls erneut gestiegen (+ 4,2 Prozent) und liegt mit einem Zuwachs von 42,0% deutlich höher als im Vorjahresmonat.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im Februar wurden 12 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 50 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 28.03.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis September 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im September 2021 waren es 516 Personen in 114 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im März waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 1 924 Menschen arbeitslos, 122 oder 6,0 Prozent weniger als im Januar und 617 oder 24,3 Prozent weniger als im März des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,3 Prozent. Im März des Vorjahres betrug sie 4,3 Prozent.

Bewegungen:

Im Februar haben sich weniger Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Januar (- 13,3 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (- 15,2 Prozent). Es waren ähnlich viele wie vor einem Jahr.

Letzten Monat konnten sich auch mehr Menschen als im Februar (+ 7,0 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Auch die Aufnahmen von Erwerbstätigkeit fielen um 41,6 Prozent höher aus. Das Niveau von Abmeldungen des Vorjahresmonats wurde jedoch nicht erreicht.

Stellen:
Der Stellenzugang nahm im Vergleich zum Vormonat ab. 236 neu zu besetzenden Arbeitsstellen wurden im März angeboten. Das waren 10,3 Prozent mehr als vor einem Jahr um die gleiche Zeit.  Insbesondere in der Arbeitnehmerüberlassung wurden mehr neue Stellen gemeldet.

Der Bestand an Stellen ist zum Februar ebenfalls gestiegen (+ 4,3 Prozent) und liegt um 36,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat.