04.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Mit Beginn des Winters etwas mehr Menschen arbeitslos

  • Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit aus saisonalen Gründen
  • Etwas mehr Neuanträge auf Kurzarbeit
  • Deutlich höherer Bedarf an Arbeitskräften

Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember leicht gestiegen, die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,8 Prozent.

„Nachdem wir im November berichten konnten, dass die Arbeitslosigkeit annähernd wieder Vorkrisenniveau erreicht hatte, stellte sich im Dezember erstmals seit elf Monaten wieder ein leichter Anstieg ein“, informiert Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach, über die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dieser Anstieg fiel jedoch im Vergleich der letzten fünf Jahre für den jeweils letzten Monat des Jahres unterdurchschnittlich aus und ist saisonal geprägt. Zwar wurden im Dezember auch wieder etwas mehr Anträge auf Kurzarbeit gestellt, die Anzahl blieb jedoch auf einem niedrigen Niveau. Der hohe Bedarf an Arbeitskräften vor dem Jahreswechsel hingegen lässt Optimismus für den Start in das Jahr 2022 zu. „In der jetzigen Situation handelt es sich dabei allerdings um eine Momentaufnahme“, so Sutter.

Kurzarbeit:
Im Dezember wurden 72 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 1 416 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 27.12.).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Juni 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im Juni 2021 waren es 5 159 Personen in 845 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:
Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit erstmals seit fast einem Jahr (zuletzt im Januar 2020) wieder an, wenn auch nur in geringem Umfang (+ 0,8 Prozent). Der Anstieg fiel niedriger aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 8 877 Menschen arbeitslos, 73 mehr als im November und 1 664 oder 15,8 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,7 Prozent im November auf 4,8 Prozent im Dezember gestiegen. Im Dezember des Vorjahres lag sie noch bei 5,6 Prozent.
Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember betraf insbesondere Männer. Dies ist ein Indikator für eine saisonbedingte Entwicklung, denn in Außenberufen sind nach wie vor fast ausschließlich männliche Arbeitskräfte tätig.
Gegenüber dem Vorjahresmonat Dezember 2020 zeigt sich, dass heute in nahezu allen Personengruppen weniger Menschen arbeitslos sind als vor einem Jahr.  Allein bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Doch der Abstand hat sich in den letzten sechs Monaten kontinuierlich verringert (aktuell + 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat).

Bewegungen (An- und Abmeldungen):
Im Dezember haben sich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als noch im November (+ 8,4 Prozent). Es waren jedoch weniger als im letzten Monat des Jahres 2020, insbesondere nach einer Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig meldeten sich weniger Menschen als im Vormonat (- 4,7 Prozent) und als im Vorjahresmonat (- 7,2 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab.

Stellen:
Im Dezember ging die Nachfrage nach Arbeitskräften sehr deutlich nach oben: 836 neu zu besetzende Arbeitsstellen wurden angeboten – fast 15 Prozent mehr als im November und rund 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Mehr Personal wurde diesen Monat sehr stark in der Verkehrs- und Logistikbranche und der Zeitarbeitsbranche, aber auch im Handel, in Gastronomie und in Krankenhäusern gebraucht. Weniger Bedarf bestand im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe. Der Bestand an Stellen hat sich zum Vormonat kaum verändert, liegt aber um rund 40 Prozent höher als im Dezember des letzten Jahres.

Beschäftigung
120 001 Menschen waren zum 30.06.2021 (aktuellster Datenstand) im Agenturbezirk Bad Kreuznach sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 1,3 Prozent mehr als zum 30.06.2020 (Vorjahresquartal) und 0,5 Prozent mehr als zum 31.03.2021 (Vorquartal). Die Beschäftigung stieg in allen Regionen in Rheinland-Pfalz an.

Regionaler Arbeitsmarkt:
Innerhalb des Agenturbezirks stieg die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember in den meisten Regionen leicht an. In Boppard und Idar-Oberstein konnte die Arbeitslosigkeit jedoch im Dezember noch etwas sinken.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 877 Arbeitslose (+ 73)
    - stieg von 4,7 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 418 Arbeitslose (+ 40)
    - stieg von 5,4 auf 5,5 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)
  • Birkenfeld: 765 Arbeitslose (+ 15)
    - stieg von 4,7 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 563 Arbeitslose (- 19)
    - fiel von 5,8 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent)
  • Kirn: 1 251 Arbeitslose (+ 20)
    - stieg von 5,4 Prozent auf 5,5 Prozent (Vorjahr 6,4 Prozent)
  • Simmern: 1 171 Arbeitslose (+ 20)
    - stieg von 3,1 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent)
  • Boppard: 709 Arbeitslose (- 3)
    - fiel von 3,3 Prozent auf 3,2 Prozent (Vorjahr 4,3 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Dezember wurden 25 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 473 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 27.12.).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Juni 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im Juni 2021 waren es 1 730 Personen in 352 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Dezember waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 4 669 Menschen arbeitslos, 60 oder 1,3 Prozent mehr als im November und 694 oder 12,9 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,4 Prozent im November auf 5,5 Prozent im Dezember an. Im Dezember des Vorjahres betrug sie noch 6,3 Prozent.

Bewegungen:

Im Dezember meldeten sich sowohl im Vergleich zum Vormonat (+ 18,6 Prozent) als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat (+ 5,0 Prozent) mehr Menschen neu arbeitslos, insbesondere nach Maßnahmen. Gleichzeitig meldeten sich weniger Menschen als im Vormonat (- 7,1 Prozent) und im Vorjahresmonat (- 8,6 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im Dezember sehr deutlich nach oben (+ 18,5 Prozent). Mit 417 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen auch um rund Dreiviertel höher als vor einem Jahr. Mehr Personal wurde diesen Monat sehr stark in der Zeitarbeitsbranche und in Krankenhäusern, aber auch im Handel, in Gastronomie und in der Verkehrs- und Logistikbranche gebraucht. Weniger Bedarf bestand im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe. Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (- 3,9 Prozent) gesunken, gegenüber dem Vorjahresmonat jedoch (+ 41,0 Prozent) gestiegen.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Dezember wurden 16 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 237 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 27.12.).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Juni 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im Juni 2021 waren es 1 881 Personen in 248 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Dezember waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 328 Menschen arbeitslos, 4 oder 0,2 Prozent weniger als im November und 444 oder 16,0 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 5,4 Prozent. Im Dezember des Vorjahres betrug sie 6,4 Prozent.

Bewegungen:

Gegenüber November hat sich die Zahl der Arbeitslosmeldungen nicht verändert, darunter meldeten sich jedoch mehr unmittelbar nach einer Erwerbstätigkeit (+ 12,5 Prozent). Im Vergleich zum Dezember 2020 wurden weniger Menschen arbeitslos (- 16,0 Prozent). Gleichzeitig meldeten sich weniger Menschen als im Vormonat (- 5,5 Prozent) und im Vorjahresmonat (- 2,3 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im Dezember (+ 5,8 Prozent) an. Mit 183 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen um fast 30 Prozent höher als vor einem Jahr. Mehr Personal wurde diesen Monat in der Zeitarbeitsbranche und der Gastronomie benötigt, weniger Personal wurde im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und im Handel gebraucht. Der Bestand an Stellen hat sich gegenüber dem Vormonat (- 0,3 Prozent) kaum verändert und ist gegenüber dem Vorjahresmonat (+ 30,7 Prozent) gestiegen.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im November wurden 31 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 706 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 24.11.).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Juni 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im Juni 2021 waren es 1 548 Personen in 245 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Dezember waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 1 880 Menschen arbeitslos, 17 oder 0,9 Prozent mehr als im November und 526 oder 21,9 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagniert seit Oktober auf 3,2 Prozent. Im Dezember des Vorjahres betrug sie 4,1 Prozent.

Bewegungen:

Gegenüber November hat sich die Zahl der Arbeitslosmeldungen nicht verändert. Im Vergleich zum Vorjahr meldeten sich weniger Menschen im Dezember neu arbeitslos (- 21,9 Prozent).  Gleichzeitig meldeten sich kaum mehr als im Vormonat (+ 0,4 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab. Gegenüber dem Vorjahresmonat fielen die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit um 9,0 Prozent.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im Dezember deutlich nach oben (+ 15,7 Prozent). Mit 236 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen auch um rund ein Drittel höher als vor einem Jahr. Im Rhein-Hunsrück-Kreis wurde mehr Personal in der Zeitarbeitsbranche und in Krankenhäusern, aber auch im Handel, Gastronomie und in der Verkehrs- und Logistikbranche gebraucht. Weniger Bedarf bestand im Bau- und im verarbeitenden Gewerbe. Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (- 3,9 Prozent) gesunken, gegenüber dem Vorjahresmonat jedoch (+ 41,0 Prozent) gestiegen.