30.06.2022 | Presseinfo Nr. 26

Nach Rekordtief steigt Arbeitslosigkeit wieder an

  • Arbeitslosigkeit ist gestiegen - Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent
  • Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist gesunken
  • Ausbildungsmarkt: Noch viele Ausbildungsstellen frei

Die Arbeitslosigkeit ist im Juni gestiegen, die Arbeitslosenquote beträgt 4,8 Prozent.

Nach dem Rekordtief der Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent sind im Juni wieder mehr Menschen arbeitslos gemeldet.

Ursächlich sind das Ende von Ausbildungsverhältnissen und die Betreuung der aus der Ukraine geflüchteten Menschen in den Jobcentern seit diesem Monat. Die Beschäftigungssituation bleibt weiterhin gut, auch wenn etwas weniger Stellen gemeldet wurden. „Der Bedarf an Arbeitskräften ist in vielen Branchen ungebrochen, der Arbeitsmarkt ist weiter sehr aufnahmefähig“, informiert Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. „Die Aufnahme der Geflüchteten in die Grundsicherung bietet die Chance auf Vermittlung in die zahlreichen freien Jobs“, so Sutter.

Kurzarbeit*:

Im Juni wurden 8 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 59 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 26.06.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Dezember 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren       22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im Dezember 2021 waren es 2 780 Personen in 441 Betrieben.

*Im Juni werden die Daten zur Kurzarbeit vorläufig zum letzten Mal veröffentlicht. Sollte die Kurzarbeit ansteigen, wird der Bericht wieder aufgenommen.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Nach dem Rekordtief der Arbeitslosigkeit im Mai stieg diese im Juni wieder etwas an. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 8 838 Menschen arbeitslos, 253 oder 2,9 Prozent mehr als im Mai und 1 255 oder 12,4 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,6 Prozent im Mai auf 4,8 Prozent im Juni. Dies betraf eher Jüngere und Frauen sowie ausländische Arbeitsuchende. Das Ende von Ausbildungsverhältnissen ist ein Grund dafür. Ein weiterer Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit, der sich nur in der Grundsicherung abbildete: Seit Juni werden Menschen aus der Ukraine in den Jobcentern betreut. Etwas weniger als 300 Ukrainer*innen sind im Agenturbezirk Bad Kreuznach zur Arbeitsvermittlung angemeldet und arbeitslos. Diese Besonderheit wirkt sich auch auf den Vorjahresvergleich aus: Die Arbeitslosenquote war 2020 von Mai auf Juni leicht gesunken und betrug damals 5,4 Prozent.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Im Juni haben sich deutlich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Mai (+ 30,7 Prozent). Auch die Neumeldungen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung stiegen an. Der Zugang liegt auch um rund ein Viertel höher als im Juni 2020, aber weiterhin unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Es konnten sich etwas weniger Menschen als im Mai (- 3,2 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Erwerbstätigkeit (- 18 Prozent).

Stellen:

Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen ging zurück: Gegenüber Vormonat um 10,7 Prozent, gegenüber dem Juni des Vorjahres leicht um 3,7 Prozent. 719 neue Stellen wurden im Juni angeboten.

Der Bestand an Stellen ist erneut gestiegen (+ 2,1 Prozent) und liegt um 35,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Innerhalb des Agenturbezirks stieg die Arbeitslosigkeit überall an, überdurchschnittlich in Boppard.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 838 Arbeitslose (+ 253)
  • stieg von 4,6 auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 347 Arbeitslose (+ 50)
  • stieg von 5,3 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent)
  • Birkenfeld: 747 Arbeitslose (+ 9)
  • stieg von 4,7 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 502 Arbeitslose (+ 32)
  • stieg von 5,5 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 6,4 Prozent)
  • Kirn: 1 269 Arbeitslose (+ 38)
  • stieg von 5,5 Prozent auf 5,7 Prozent (Vorjahr 6,2 Prozent)
  • Simmern: 1 217 Arbeitslose (+ 47)
  • stieg von 3,2 Prozent auf 3,3 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent)
  • Boppard: 765 Arbeitslose (+ 77)
  • stieg von 3,1 auf 3,5 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Juni wurden drei oder weniger* neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 26.06.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Dezember 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren  9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im Dezember 2021 waren es  1 297 Personen in 178 Betrieben.

*Werte von 3 oder weniger werden statistisch nicht ausgewiesen

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Juni waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 4 616 Menschen arbeitslos, 88 oder 1,9 Prozent mehr als im Mai und 645 oder 12,3 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,3 Prozent im Mai auf 5,4 Prozent im Juni. 6,2 Prozent betrug sie noch vor einem Jahr.

Bewegungen:

Im Juni haben sich deutlich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Mai (+ 23,1 Prozent). Auch die Neumeldungen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung stiegen an. Der Zugang liegt auch um rund 20 Prozent höher als im Juni 2020, aber weiterhin unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Es konnten sich etwas weniger Menschen als im Mai (- 5,8 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Erwerbstätigkeit (- 9,5 Prozent).

Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen ging zurück: Gegenüber Vormonat um 22,8 Prozent, gegenüber dem Juni des Vorjahres um 20,5 Prozent. 268 neue Stellen wurden im Juni angeboten. Mehr Arbeitskräfte suchte nur die Gesundheitsbranche.

Der Bestand an Stellen ist gesunken (- 2,3 Prozent) und liegt um 31,8 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Juni wurden vier neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 27 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 26.06.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Dezember 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im Dezember 2021 waren es 753 Personen in 128 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Juni waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 249 Menschen arbeitslos, 41 oder 1,9 Prozent mehr als im Mai und 326 oder 12,7 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,2 Prozent auf 5,3 Prozent. 6,0 Prozent betrug sie noch vor einem Jahr.

Bewegungen:
Im Juni haben sich deutlich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Mai (+ 34,5 Prozent). Auch die Neumeldungen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung stiegen an. Der Zugang liegt auch um 15,7 Prozent höher als im Juni 2020, aber weiterhin unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Es konnten sich etwas weniger Menschen als im Mai (- 5,8 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Erwerbstätigkeit (- 14,6 Prozent).

Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen ging zurück: Gegenüber Vormonat um 18,9 Prozent, gegenüber dem Juni des Vorjahres veränderte sie sich nicht. 159 neue Stellen wurden im Juni angeboten. In allen Bereichen wurden weniger Arbeitskräfte gesucht.

Der Bestand an Stellen ist gestiegen (+ 4,6 Prozent) und liegt um 66,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im Juni wurden drei oder weniger* neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 26.06.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Dezember 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im Dezember 2021 waren es 730 Personen in 135 Betrieben.

*Werte von 3 oder weniger werden statistisch nicht ausgewiesen

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Juni waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 1 973 Menschen arbeitslos, 124 oder 6,7 Prozent mehr als im Mai und 284 oder 12,6 Prozent weniger als im Juni des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,2 Prozent auf 3,4 Prozent. 3,8 Prozent betrug sie noch vor einem Jahr.

Bewegungen:

Im Juni haben sich deutlich mehr Menschen neu oder erneut arbeitslos gemeldet als im Mai (+ 41,0 Prozent). Auch die Neumeldungen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung stiegen an. Der Zugang liegt auch um fast 40 Prozent höher als im Juni 2020, aber weiterhin unter dem Niveau der Jahre vor der Pandemie.

Es konnten sich mehr Menschen als im Mai (+ 4,4 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit abmelden, insbesondere in Ausbildung (+ 33,7 Prozent).

Stellen:
Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen stieg anders als in den beiden anderen Landkreisen an: Gegenüber Vormonat um 11,5 Prozent, gegenüber dem Juni des Vorjahres stieg sie um 16,3 Prozent. 292 neue Stellen wurden im Juni angeboten. Mehr Arbeitskräfte wurden im Gastgewerbe, im Verkehrswesen, im Gesundheitswesen und in der Zeitarbeit gesucht.

Der Bestand an Stellen ist gestiegen (+ 6,3 Prozent) und liegt um 26,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Aussagen zum Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2021/2022:

In dem seit Oktober laufenden Ausbildungsjahr 2021/2022 sind bis Juni rund 11 Prozent weniger Jugendliche (1 370) als im vorhergehenden Ausbildungsjahr auf die Berufsberatung zugekommen. Die Zahl der Ausbildungsstellen (1 994) stieg hingegen um 3,8 Prozent an.

Das deutliche Ungleichgewicht zwischen Stellen und Bewerbern ist Sinnbild für die Situation am Ausbildungsmarkt: Die Unternehmen suchen dringend Nachwuchs, die Jugendlichen hatten wenig Gelegenheit zu Orientierung und Praktika. Zurzeit sind noch immer mehr als 1 100 Ausbildungsstellen frei. Interesse an Ausbildung haben noch rund 550 junge Leute.

Erfreulicherweise kamen am vergangenen Samstag bei der Ausbildungsbörse Bad Kreuznach einige Kontakte und auch Ausbildungsverhältnisse zustande. Die Berufsberatung empfiehlt Praktika in den Sommerferien. Wer Hilfe bei der beruflichen Orientierung oder der Suche nach einer Ausbildungsstelle braucht, ist bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach jederzeit gut aufgehoben: Terminvereinbarung unter 0800 / 4 5555 00.