28.10.2021 | Presseinfo Nr. 33

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, Tempo lässt etwas nach

  • Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit
  • Wenig Neuanträge auf Kurzarbeit
  • Zahlreiche Stellenzugänge im Oktober
  • Ausbildungsmarkt: Deutliche Auswirkungen der Pandemie

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober weiter gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,8 Prozent.

„Die Kernbotschaft zur Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt positiv: Die Arbeitslosigkeit sinkt - die Arbeitslosenquote ist nicht mehr viel höher als im Herbst 2019“, berichtet Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften hat in diesem Monat wieder stark angezogen, insbesondere durch den Handel. Es ist weiterhin mit einem anhaltend hohen Arbeitskräftebedarf zu rechnen. Das Tempo der Aufholjagd lässt aktuell jedoch etwas nach, die Erholung am Arbeitsmarkt verläuft etwas langsamer als unmittelbar nach dem Ende des Lockdowns.
Ausbildungsmarkt: Die Bilanz des abgelaufenen Ausbildungsjahres lässt deutlichere Auswirkungen der Pandemie als im letzten Jahr erkennen. Obwohl das Angebot an Ausbildungsplätzen nur leicht zurückgegangen ist, zeigen sich Jugendliche verunsichert. Nicht wenige zogen Modelle zur Überbrückung oder einen weiteren Schulbesuch der Entscheidung für eine Ausbildung 2021 vor. Für die Unternehmen wird die Sicherung des Fachkräftenachwuchses zusätzlich erschwert. „Zum jetzigen Zeitpunkt bestehen jedoch auf beiden Seiten noch Chancen auf einen Ausbildungsstart in diesem Jahr“, unterstreicht Sutter.

Kurzarbeit:
Im September wurden 12 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 581 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis April 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im April 2021 waren es 9 264 Personen in 1 316 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:
Die Arbeitslosigkeit fiel auch in diesem Monat weiter – um 2,0 Prozent gegenüber September.   Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 8 957 Menschen arbeitslos, 179 oder 2,0 Prozent weniger als im September und 1 962 oder 18,0 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,9 Prozent im September auf 4,8 Prozent im Oktober gesunken. Im Oktober des Vorjahres lag sie bei 5,8 Prozent.
Für fast alle Personengruppen fiel die Arbeitslosigkeit sowohl im Vergleich zum Vormonat September als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober 2020 niedriger aus. Einzig die Langzeitarbeitslosigkeit liegt noch um 6,7 Prozent höher als vor einem Jahr.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):
Im Oktober meldeten sich zwar weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr (- 15,2 Prozent), sowohl nach Erwerbstätigkeit (- 19,8 Prozent) als auch nach Ausbildung und Maßnahmen (- 9,6 Prozent). Mit einem Plus von 8,4 Prozent sind es jedoch etwas mehr als noch im Vormonat September, die nach einer Beschäftigung neu auf die Arbeitsverwaltung zukamen. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit fielen niedriger aus als im September und als im Oktober des Vorjahres.

Stellen:
Nach einem kurzen Rückgang im September stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften im Oktober um rund ein Drittel an. Mit 766 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen damit auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. In allen Branchen wurden mindestens genauso viele oder sogar deutlich mehr Arbeitskräfte als im September benötigt.
Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber Vormonat (+ 4,6 Prozent) und Vorjahresmonat (+ 23,9 Prozent) gestiegen.

Regionaler Arbeitsmarkt:
Innerhalb des Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober in den meisten Regionen zurück, am stärksten in Bad Kreuznach und in Boppard. In Birkenfeld und Simmern stieg die Arbeitslosigkeit sehr leicht an.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 957 Arbeitslose (- 179)
  • fiel von 4,9 Prozent auf 4,8 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 499 Arbeitslose (- 106)
  • fiel von 5,8 auf 5,6 Prozent (Vorjahr 6,5 Prozent)
  • Birkenfeld: 772 Arbeitslose (+ 10)
  • stieg von 4,8 Prozent auf 4,9 Prozent (Vorjahr 5,7 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 589 Arbeitslose (- 8)
  • fiel von 5,9 Prozent auf 5,8 Prozent (Vorjahr 6,9 Prozent)
  • Kirn: 1 243 Arbeitslose (- 32)
  • fiel von 5,6 Prozent auf 5,5 Prozent (Vorjahr 6,8 Prozent)
  • Simmern: 1 189 Arbeitslose (+ 7)
  • stagnierte auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent)
  • Boppard: 665 Arbeitslose (- 50)
  • fiel von 3,3 Prozent auf 3,0 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im Oktober wurden sieben neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 51 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens bis April 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im April 2021 waren es 3 544 Personen in 575 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im Oktober waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 4 742 Menschen arbeitslos, 138 oder 2,8 Prozent weniger als im September und 890 oder 15,8 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ging von 5,7 Prozent im September auf 5,6 Prozent im Oktober zurück. Im Oktober des Vorjahres betrug sie noch 6,6 Prozent.

Bewegungen:

Im Oktober meldeten sich zwar weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr (- 16,5 Prozent), sowohl nach Erwerbstätigkeit (- 15,1 Prozent) als auch nach Ausbildung und Maßnahmen (- 11,4 Prozent). Mit einem Plus von 15,2 Prozent sind es jedoch mehr als noch im Vormonat September, die nach einer Beschäftigung neu auf die Arbeitsverwaltung zukamen.
Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit fielen niedriger aus als im September (- 31,5 Prozent) und als im Oktober des Vorjahres (- 32,2 Prozent).

Stellen:

Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im Oktober um ein Drittel an. Mit 344 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen auch um 17,4 Prozent höher als vor einem Jahr. Insbesondere in den Branchen Handel und Logistik, aber auch im Gesundheitswesen und der Personaldienstleistung wurden deutlich mehr Arbeitskräfte benötigt.
Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (+ 3,2 Prozent) und dem Vorjahresmonat (+ 23,3 Prozent) gestiegen.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im Oktober wurden drei neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 512 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens bis April 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im April 2021 waren es 3 133 Personen in 348 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Oktober waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 361 Menschen arbeitslos, 2 oder 0,1 Prozent mehr als im September und 454 oder 16,1 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 5,5 Prozent. Im Oktober des Vorjahres betrug sie 6,5 Prozent.

Bewegungen:
Im Oktober meldeten sich zwar weniger Menschen nach Erwerbstätigkeit arbeitslos als vor einem Jahr (- 22,0 Prozent). Mit einem Plus von 2,2 Prozent sind es jedoch minimal mehr als noch im Vormonat September, die nach einer Beschäftigung neu auf die Arbeitsverwaltung zukamen. Außerdem meldeten sich mehr Menschen als im September nach Ausbildung und Maßnahmeteilnahme arbeitslos. Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit (- 26,8 Prozent/- 35,9 Prozent) und in Ausbildung/Maßnahmen (- 26,2 Prozent/- 30,2 Prozent) fielen niedriger aus als im September und als im Oktober des Vorjahres.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im Oktober um 12,5 Prozent an. Mit 162 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen jedoch um 14,3 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Insbesondere in den Branchen Handel und Personaldienstleistung wurden aktuell mehr Arbeitskräfte benötigt.
Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (+ 6,0 Prozent) und dem Vorjahresmonat (+ 26,5 Prozent) gestiegen.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:
Im Oktober wurden weniger als drei* neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).
Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens bis April 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im April 2021 waren es 2 587 Personen in 393 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:
Im Oktober waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 1 854 Menschen arbeitslos, 43 oder 2,3 Prozent weniger als im September und 618 oder 25,0 Prozent weniger als im Oktober des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 3,2 Prozent. Im September des Vorjahres betrug sie 4,2 Prozent.

Bewegungen:
Im Oktober meldeten sich zwar weniger Menschen arbeitslos als vor einem Jahr (- 15,5 Prozent), sowohl nach Erwerbstätigkeit (- 26,0 Prozent) als auch nach Ausbildung und Maßnahmen (- 17,9 Prozent). Mit einem Plus von 1,8 Prozent sind es minimal mehr als noch im Vormonat September, die nach einer Beschäftigung neu auf die Arbeitsverwaltung zukamen.
Die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit fielen niedriger aus als im September (- 42,8 Prozent) und als im Oktober des Vorjahres (- 40,8 Prozent).

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im Oktober sehr deutlich (+ 46,9 Prozent) an. Mit 260 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen trotzdem noch um 10,0 Prozent niedriger als vor einem Jahr. In allen Branchen wurden aktuell mehr Arbeitskräfte als im September benötigt.
Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (+ 5,7 Prozent) und dem Vorjahresmonat (+ 23,3 Prozent) gestiegen.

Bilanz zum Ausbildungsmarkt im Ausbildungsjahr 2020/2021:

In der diesjährigen Bilanz zum Ausbildungsjahr 2020/2021 mit Stichtag 30.09.2021 zeigen sich die Auswirkungen der Pandemie deutlicher als im Vorjahr. Im Laufe des Ausbildungsjahres wandten sich rund 1 600 Jugendliche (340 oder 17,2 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr davor) mit dem Wunsch nach einer Ausbildung an die Berufsberatung. Anders als im Vorjahr, als sich sehr viele Jugendliche wegen oder trotz Corona für Ausbildung interessierten, ebbte die Nachfrage im abgelaufenen Ausbildungsjahr zwischen Oktober 2020 und September 2021 ab. Das lag insbesondere an den fehlenden Möglichkeiten der Berufsorientierung in der Schule während der Pandemie und ausgefallenen Veranstaltungen und Messen. Die unsichere Situation veranlasste viele junge Menschen zu einem Überbrückungsjahr. Auch der Trend zugunsten von weiterführenden Schulen und Studiengängen anstatt zu Ausbildungen im dualen Ausbildungssystem verstärkte sich durch die Pandemie weiter. Das sehr eingeschränkte Angebot an Praktikumsplätzen trug ebenfalls dazu bei, dass eine betriebliche Ausbildung seltener in Betracht gezogen wurde.
Auf der anderen Seite des Ausbildungsmarktes reduzierten auch die Unternehmen ihr Ausbildungsangebot, dieser Rückgang fiel aber mit 6,9 Prozent moderat aus. Mehr als 2 000 betriebliche Ausbildungsstellen stellte die regionale Wirtschaft zur Verfügung.
Das zeigt das Ungleichgewicht am Ausbildungsmarkt: Rund 1 600 Bewerber*innen haben die Auswahl zwischen rund 2 000 Ausbildungsplätzen.
Zum 30. September blieben noch annähernd 200 Ausbildungschancen ungenutzt (+ 41,3 Prozent mehr unbesetzte Stellen als im Vorjahr). 176 junge Menschen haben bis dato aber auch noch keine passende Stelle gefunden (- 9,7 Prozent zum Vorjahr). Hier setzt die Nachvermittlungsaktion der Berufsberatung nach den Herbstferien an. Verstärkte Präsenz in den Schulen und Ansprache der Jugendlichen mit dem noch vorhandenen aktuellen Angebot, gleichzeitig aber auch bereits frühzeitige Beratung im Hinblick auf den Ausbildungsstart im Sommer 2022. Stärker noch als im Vorjahr ist eine Entkoppelung der Bewerbungsverfahren von den bisher üblichen zeitlichen Verläufen zu beobachten. Die Bewerbungsprozesse dauern länger und laufen auch nicht mehr stringent ab. Viele Unternehmen stellen sich flexibel darauf ein, zu jeder Zeit Jugendliche einzustellen, wenn sie geeignet sind. Auch haben in der Zeit der Pandemie bestimmte Berufe und Branchen an Attraktivität gewonnen, andere sind in der Gunst der Jugendlichen gesunken.

Aktuell gibt es noch freie Ausbildungsstellen, beispielsweise im Handel (Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk, Handelsfachwirt/in), im Handwerk (Dachdecker/in, Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik, Fleischer/in, Metallbauer/in) und in der Industrie (Industriekaufmann/-frau).
Zu den Berufswünschen der Ausbildungsanwärter*innen, die jetzt noch nach einer Ausbildung suchen, zählen u.a. Fachinformatiker/in (Systemintegration und Anwendungsentwicklung), Kfz-Mechatroniker/in, Gärtner/in, (zahn)med. Fachangestellte/r und Friseur/in.

Unter 0800 4 5555 20 ist der örtliche Arbeitgeberservice für Unternehmen da.

Die Berufsberatung berät ebenfalls telefonisch, aber auch persönlich in den Schulen und mit Termin in der Arbeitsagentur: Terminvereinbarung unter 0800 4 5555 00 oder 0671/850-696.