01.12.2020 | Presseinfo Nr. 33

Arbeitslosigkeit sinkt trotz Lockdown

- Etwas mehr Anzeigen von Kurzarbeit
- Arbeitslosigkeit auch im November gesunken
- Nachfrage nach Arbeitskräften übersteigt Vorjahresniveau

Die Arbeitslosigkeit ist im November gesunken, die Arbeitslosenquote fiel von 5,8 Prozent auf 5,6 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften wächst. Aktuell werden wieder etwas mehr Anzeigen von Kurzarbeit eingereicht.

„Trotz der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt weiterhin stabil. Der seit September positiv wirkende Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort“. Darüber informiert Gundula Sutter, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach für November.

Ein Grund liegt in der nach wie vor stabilisierenden Wirkung der Kurzarbeit. Hierzu sind im November auch wieder etwas mehr Anzeigen eingegangen. Die Situation ist aber nicht im Ansatz mit der im Frühjahr vergleichbar. Und auch die vergleichsweise milde Witterung trägt dazu bei, dass der übliche Wintereinbruch bisher ausgeblieben ist.

„Die mittlerweile umfangreichen Erfahrungswerte der Unternehmen in der Coronakrise, die Unterstützungsmaßnahmen sowie die Perspektive auf eine mögliche Besserung im kommenden Jahr tragen offenbar zur Beschäftigungssicherung bei“, so Sutter.

Diese Einschätzung wird auch durch die hohe Zahl an Stelleneingängen gestützt.

Kurzarbeit

Aufgrund des neuerlichen Lockdowns wurden im November 252 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 2 271 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten). Zum Vergleich: Im Oktober zeigten 32 Betriebe für 222 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies annähernd 3 000 Betriebe für rund 35 500 Personen. Dabei könnten durchaus Betriebe im Frühjahr und Herbst doppelt berücksichtigt sein, wenn sie Kurzarbeit für mehr als drei Monate unterbrochen hatten oder Kurzarbeit nur für ein halbes Jahr galt. Eine Addition ist somit nicht möglich.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März bis Mai 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 9 393 Personen in 1 318 Betrieben im Agenturbezirk Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 22 310 Personen in 2446 Betrieben und im Mai 21 219 Personen in 2 143 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach insgesamt 10 591 Menschen arbeitslos, 328 oder 3,0 Prozent weniger als im Oktober und 1 871 oder 21,5 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 5,8 Prozent im Oktober auf 5,6 Prozent im November gesunken. Im November des Vorjahres betrug sie 4,6 Prozent. Der seit September stattfindende Rückgang der Arbeitslosigkeit ist zunächst witterungsbedingt nicht überraschend. Der November war ausgesprochen mild, so dass in allen Außenberufen weitergearbeitet werden konnte. Vor dem Hintergrund des Lockdowns ist die Fortsetzung der positiven Entwicklung im dritten Monat in Folge jedoch bemerkenswert, zumal der Rückgang der Arbeitslosigkeit höher ausfällt als in einem November innerhalb der letzten fünf Jahre. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Regelungen zur Kurzarbeit Beschäftigung stabilisieren und die Unternehmen ihr Personal halten.

Bewegungen (Anmeldungen in und Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit)

Im November mussten sich weniger Menschen (- 8,0 Prozent) – auch nach Erwerbstätigkeit (- 5,3 Prozent) - arbeitslos melden als im Oktober.  

Noch deutlicher fällt der Vorjahresvergleich aus: Die Zahl der Arbeitslosmeldungen fiel um rund 16 Prozent niedriger aus als im November 2019. Darunter kamen auch rund neun Prozent weniger Personen aus einer Erwerbtätigkeit als vor einem Jahr.

Nach Aus- und Weiterbildung meldeten sich ebenfalls weniger Personen arbeitslos.

Wegen einer schulischen Ausbildung oder eines Studiums haben im November mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet als im gleichen Monat des Vorjahres. Dies bestätigt die Beobachtung in den vergangenen beiden Monaten, dass sich die Prozesse am Ausbildungsmarkt durch die Pandemie verzögern. Diese Verzögerung wirkt sich stärker bei der Aufnahme schulischer Ausbildungen aus als im dualen Ausbildungssystem. Weiterbildungen hingegen werden insgesamt seltener aufgenommen.

Die Beendigung von Arbeitslosigkeit wegen des Beginns einer Erwerbstätigkeit war zwar etwas seltener möglich als im Oktober (- 4,0 Prozent). Jedoch hatten diese Chance rund 30 Prozent mehr vormals arbeitslose Personen als im November des Vorjahres. Dies zeigt die aktuell bestehende Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes trotz des im November begonnenen Lockdowns.

Stellen:

Im November wurden 833 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind 8,0 Prozent mehr als im Oktober. Die Zugänge an Stellen haben in diesem Monat das Vorjahresniveau übertroffen (+ 13,6 Prozent).

Der Stellenbestand beträgt 2 752. Dies entspricht einem Anstieg zum Oktober um 0,7 Prozent, gegenüber November 2019 ist der Bestand um 11,5 Prozent niedriger.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Im November profitierte die gesamte Region vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Eine Ausnahme bildete Simmern. In dieser Region brachte bereits der Oktober eine stärkere positive Entwicklung. Aktuell war der Rückgang nur noch so geringfügig, dass sich dies nicht mehr auf die Arbeitslosenquote auswirkte.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 10 591 Arbeitslose (- 328)

- fiel von 5,8 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 4,6 Prozent)

Bad Kreuznach: 3 937 Arbeitslose (- 134)

- fiel von 6,5 Prozent auf 6,3 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

Birkenfeld: 893 Arbeitslose (- 15)

- fiel von 5,7 Prozent auf 5,6 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent)

Idar-Oberstein: 1 863 Arbeitslose (- 44)

- fiel von 6,9 Prozent auf 6,7 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent)

Kirn: 1 492 Arbeitslose (- 69)

- fiel von 6,8 auf 6,5 Prozent (Vorjahr 5,3 Prozent)

Simmern:1 441 Arbeitslose (- 8)

- stagnierte auf 3,9 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent)

Boppard: 965 Arbeitslose (- 58)

- fiel von 4,6 Prozent auf 4,3 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im November wurden 112 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 1 388 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).

Zum Vergleich: Im Oktober zeigten 10 Betriebe für 110 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies rund 1 300 Betriebe für rund 14 400 Personen. Dabei könnten durchaus Betriebe im Frühjahr und Herbst doppelt berücksichtigt sein, wenn sie Kurzarbeit für mehr als drei Monate unterbrochen hatten oder Kurzarbeit nur für ein halbes Jahr galt. Eine Addition ist somit nicht möglich.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März bis Mai 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 4 423 Personen in 603 Betrieben im Landkreis Bad Kreuznach in Kurzarbeit, im April 9 124 Personen in 1 070 Betrieben und im Mai 8994 Personen in 939 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 5 429 Menschen arbeitslos, 203 oder 3,6 Prozent weniger als im Oktober und 925 oder 20,5 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,6 Prozent im Oktober auf 6,4 Prozent im November gesunken. Im November des Vorjahres betrug sie 5,3 Prozent.

Bewegungen:

Im November mussten sich weniger Menschen (- 11,4 Prozent) – auch nach Erwerbstätigkeit (- 8,1 Prozent) - arbeitslos melden als im Oktober.  

Noch deutlicher fällt der Vorjahresvergleich aus: Die Zahl der Arbeitslosmeldungen fiel um rund 23 Prozent niedriger aus als im November 2019. Darunter kamen auch neun Prozent weniger Personen aus einer Erwerbtätigkeit als vor einem Jahr.

Nach Aus- und Weiterbildung meldeten sich ebenfalls weniger Personen arbeitslos.

Die Beendigung von Arbeitslosigkeit wegen des Beginns einer Erwerbstätigkeit war häufiger möglich als im Oktober (+ 4,6 Prozent). Gegenüber dem November 2019 hatten diese Chance sogar 35,8 Prozent mehr vormals arbeitslose Personen. Dies zeigt die aktuell bestehende Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes trotz des im November begonnenen Lockdowns.

Stellen:
Im November wurden 261 neue Arbeitsstellen und damit 10,9 Prozent weniger als im Oktober mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind 15,3 Prozent weniger als im November des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 1 191. Dies sind 4,2 Prozent weniger als im Oktober und 9,3 Prozent weniger als im November 2019.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im November wurden 48 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 356 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).

Zum Vergleich: Im Oktober zeigten sieben Betriebe für 18 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies 769 Betriebe für 9 416 Personen. Dabei könnten durchaus Betriebe im Frühjahr und Herbst doppelt berücksichtigt sein, wenn sie Kurzarbeit für mehr als drei Monate unterbrochen hatten oder Kurzarbeit nur für ein halbes Jahr galt. Eine Addition ist somit nicht möglich.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März bis Mai 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 2 262 Personen in 315 Betrieben im Landkreis Birkenfeld in Kurzarbeit, im April 6 265 Personen in 638 Betrieben und im Mai 5 526 Personen in 563 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 756 Menschen arbeitslos, 59 oder 2,1 Prozent weniger als im Oktober und 374 oder 15,7 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 6,5 Prozent im Oktober auf 6,3 Prozent im November gesunken. Im November des Vorjahres betrug sie 5,4 Prozent.

Bewegungen:

Im November mussten sich etwas weniger Menschen (- 6,2 Prozent) – auch nach Erwerbstätigkeit (- 1,1 Prozent) - arbeitslos melden als im Oktober.  

Deutlicher fällt der Vorjahresvergleich aus: Die Zahl der Arbeitslosmeldungen fiel um 13,5 Prozent niedriger aus als im November 2019. Darunter kamen rund acht Prozent weniger Personen aus einer Erwerbtätigkeit als vor einem Jahr.

Nach Aus- und Weiterbildung meldeten sich ebenfalls weniger Personen arbeitslos.

Die Beendigung von Arbeitslosigkeit wegen des Beginns einer Erwerbstätigkeit war zwar seltener möglich als im Oktober (- 25,4 Prozent). Jedoch hatten diese Chance rund 25 Prozent mehr vormals arbeitslose Personen als im November des Vorjahres. Dies zeigt die aktuell bestehende Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes trotz des im November begonnenen Lockdowns.

Stellen:
Im November wurden 197 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind 4,2 Prozent mehr als im Oktober und 5,3 Prozent mehr als im November des Vorjahres.

Der Stellenbestand beträgt 539. Dies entspricht einem Anstieg zum Oktober um 7,4 Prozent, gegenüber November 2019 ist der Bestand um 9,6 Prozent niedriger.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im November wurden 92 Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 527 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten).

Zum Vergleich: Im Oktober zeigten 15 Betriebe für 94 Personen Kurzarbeit an – im April waren dies 926 Betriebe für 11 732 Personen. Dabei könnten durchaus Betriebe im Frühjahr und Herbst doppelt berücksichtigt sein, wenn sie Kurzarbeit für mehr als drei Monate unterbrochen hatten oder Kurzarbeit nur für ein halbes Jahr galt. Eine Addition ist somit nicht möglich.

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen für März bis Mai 2020 zur Verfügung: Im März 2020 waren 2 708 Personen in 400 Betrieben im Landkreis Birkenfeld in Kurzarbeit, im April 6 921 Personen in 738 Betrieben und im Mai 6 699 Personen in 641 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 2 406 Menschen arbeitslos, 66 oder 2,7 Prozent weniger als im Oktober und 572 oder 31,2 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,2 Prozent im Oktober auf 4,1 Prozent im November gesunken. Im November des Vorjahres betrug sie 3,1 Prozent.

Bewegungen:

Im November mussten sich etwas weniger Menschen (- 3,6 Prozent) – auch nach Erwerbstätigkeit (- 3,9 Prozent) - arbeitslos melden als im Oktober.  

Deutlicher fällt der Vorjahresvergleich aus: Die Zahl der Arbeitslosmeldungen fiel um 5,5 Prozent niedriger aus als im November 2019. Darunter kamen 9,4 Prozent weniger Personen aus einer Erwerbtätigkeit als vor einem Jahr.

Die Beendigung von Arbeitslosigkeit wegen des Beginns einer Erwerbstätigkeit war häufiger möglich als im Oktober (+ 2,5 Prozent). Gegenüber dem November 2019 hatten diese Chance sogar 27,2 Prozent mehr vormals arbeitslose Personen. Dies zeigt die aktuell bestehende Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes trotz des im November begonnenen Lockdowns.

Stellen:
Im November wurden 375 neue Arbeitsstellen mit der Bitte um Vermittlung eingereicht. Dies sind mit einer Steigerung von 29,8 Prozent deutlich mehr als im Oktober. Gegenüber dem Vorjahresmonat beträgt die Steigerung sogar 57,6 Prozent.

Der Stellenbestand beträgt 1 022. Dies entspricht einem Anstieg zum Oktober um 3,5 Prozent, gegenüber November 2019 ist der Bestand um rund zehn Prozent niedriger.