30.11.2021 | Presseinfo Nr. 37

Gute Entwicklung am Arbeitsmarkt hält an – könnte aber an Schwung verlieren

  • Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit
  • Wenig Neuanträge auf Kurzarbeit
  • Etwas weniger Bedarf an Arbeitskräften

Die Arbeitslosigkeit ist im November weiter gesunken, die Arbeitslosenquote beträgt nun 4,7 Prozent.

„Nach dem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im November wurde annähernd Vorkrisenniveau erreicht“, unterstreicht Gundula Sutter, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. „Alleine deshalb verliert diese Entwicklung jetzt aber etwas an Schwung. Darüber hinaus dürfte die Arbeitslosigkeit im Dezember jahreszeitlich üblich ansteigen. Nicht zuletzt lässt die aktuelle Situation in der vierten Welle der Pandemie wirtschaftliche Einbrüche befürchten. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich folglich kaum eine verlässliche Prognose im Hinblick auf die kommenden Wintermonate am Arbeitsmarkt wagen“, fasst Sutter ihre Einschätzung zusammen.

Kurzarbeit:

Im November wurden 20 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 646 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 24.11.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Mai 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 22 310 Personen in 2 446 Betrieben in Kurzarbeit. Im Mai 2021 waren es 8 377 Personen in 1 230 Betrieben.

Arbeitsmarkt, Gesamtzahl und Quote:

Auch im November ging die Arbeitslosigkeit wie in den Vormonaten weiter zurück – um 1,7 Prozent gegenüber Oktober. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Kreuznach waren insgesamt 8 804 Menschen arbeitslos, 153 weniger als im Oktober und 1 787 oder 16,9 Prozent weniger als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ist von 4,8 Prozent im Oktober auf 4,7 Prozent im November gesunken. Im November des Vorjahres lag sie noch bei 5,6 Prozent.

Für alle Personengruppen fiel die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat Oktober niedriger aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2020 war dies ebenso – mit einer Ausnahme: Die Langzeitarbeitslosigkeit liegt um 3,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Aber auch hier gelingt es bisher an die Entwicklung vor der Krise anzuschließen und aufzuholen. Der Abstand verringerte sich von Monat zu Monat.

Bewegungen (An- und Abmeldungen):

Im November meldeten sich sowohl im Vergleich zum Vormonat (- 3,5 Prozent) als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat (- 11,1 Prozent) weniger Menschen neu arbeitslos. Gleichzeitig meldeten sich auch insgesamt weniger Menschen als im Vormonat (- 4,0 Prozent) und im Vorjahresmonat (- 17,3 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab. Hier fielen im November die Abmeldungen in Erwerbstätigkeit positiv ins Auge. Sie sind gegenüber Oktober etwas (+ 1,4 Prozent) gestiegen.

Stellen:

Nach einem deutlichen Anstieg im Oktober ging die Nachfrage nach Arbeitskräften im November etwas (- 4,8 Prozent) zurück. Mit 729 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen auch um 12,5 Prozent unter dem Niveau von November 2020. Weniger Personal wurde diesen Monat im Handel, im Gastgewerbe, in der Logistikbranche und im Gesundheits- und Sozialwesen gebraucht, mehr hingegen im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe sowie im Bereich Information und Kommunikation. Der Bestand an Stellen ist sowohl gegenüber Vormonat (+ 2,6 Prozent) als auch Vorjahresmonat (+ 26,2 Prozent) gestiegen.

Regionaler Arbeitsmarkt:

Innerhalb des Agenturbezirks ging die Arbeitslosigkeit von Oktober auf November überwiegend zurück, am stärksten in Bad Kreuznach und in Birkenfeld. In Idar-Oberstein stagnierte die Arbeitslosenquote und in Boppard stieg die Arbeitslosigkeit bereits wieder an.

Arbeitslosenquoten nach Geschäftsstellen:

  • Agenturbezirk Bad Kreuznach insgesamt: 8 804 Arbeitslose (- 153)
  • fiel von 4,8 Prozent auf 4,7 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)
  • Bad Kreuznach: 3 378 Arbeitslose (- 121)
  • fiel von 5,6 auf 5,4 Prozent (Vorjahr 6,3 Prozent)
  • Birkenfeld: 750 Arbeitslose (- 22)
  • fiel von 4,9 Prozent auf 4,7 Prozent (Vorjahr 5,6 Prozent)
  • Idar-Oberstein: 1 582 Arbeitslose (- 7)
  • stagnierte auf 5,8 Prozent (Vorjahr 6,7 Prozent)
  • Kirn: 1 231 Arbeitslose (- 12)
  • fiel von 5,5 Prozent auf 5,4 Prozent (Vorjahr 6,5 Prozent)
  • Simmern: 1 151 Arbeitslose (- 38)
  • fiel von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent)
  • Boppard: 712 Arbeitslose (+ 47)
  • stieg von 3,0 Prozent auf 3,3 Prozent (Vorjahr 4,3 Prozent)

Überblick über die Arbeitsmärkte auf Kreisebene:

Landkreis Bad Kreuznach:

Kurzarbeit:

Im November wurden 10 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 326 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 24.11.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Mai 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 9 124 Personen in 1 070 Betrieben in Kurzarbeit. Im Mai 2021 waren es 2 933 Personen in 543 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Landkreis Bad Kreuznach insgesamt 4 609 Menschen arbeitslos, 133 oder 2,8 Prozent weniger als im Oktober und 820 oder 15,1 Prozent weniger als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ging von 5,6 Prozent im Oktober auf 5,4 Prozent im November zurück. Im November des Vorjahres betrug sie noch 6,4 Prozent.

Bewegungen:

Im November meldeten sich sowohl im Vergleich zum Vormonat (- 7,9 Prozent) als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat (- 13,1 Prozent) weniger Menschen neu arbeitslos. Gleichzeitig meldeten sich auch insgesamt weniger Menschen als im Vormonat (- 6,1 Prozent) und im Vorjahresmonat (- 16,9 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im November leicht (+ 2,3 Prozent) an. Mit 352 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen auch um rund ein Drittel höher als vor einem Jahr. Mehr Personal wurde diesen Monat im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe sowie im Bereich Information und Kommunikation, weniger Personal wurde im Handel, im Gastgewerbe, in der Logistikbranche und im Gesundheits- und Sozialwesen gebraucht.

Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (+ 2,7 Prozent) und dem Vorjahresmonat (+ 32,2 Prozent) gestiegen.

Landkreis Birkenfeld:

Kurzarbeit:

Im November wurden 4 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 237 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 24.11.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Mai 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 265 Personen in 638 Betrieben in Kurzarbeit. Im Mai 2021 waren es 3 192 Personen in 328 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Landkreis Birkenfeld insgesamt 2 332 Menschen arbeitslos, 29 oder 1,2 Prozent weniger als im Oktober und 424 oder 15,4 Prozent weniger als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote fiel von 5,5 Prozent auf 5,4 Prozent. Im November des Vorjahres betrug sie 6,3 Prozent.

Bewegungen:

Im November meldeten sich sowohl im Vergleich zum Vormonat (- 2,7 Prozent) als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat (- 9,4 Prozent) insgesamt weniger Menschen neu arbeitslos. Allerdings meldeten sich innerhalb dieser Gruppe unmittelbar nach Erwerbstätigkeit etwas mehr Menschen (+ 4,3 Prozent) als im Vormonat arbeitslos. Diesen Monat meldeten sich insgesamt mehr Menschen als im Vormonat (+ 5,3 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab. Gegenüber Vorjahresmonat waren dies jedoch 14,1 Prozent weniger.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im November (+ 6,8 Prozent) an. Mit 173 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen jedoch um 12,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Mehr Personal wurde diesen Monat im verarbeitenden Gewerbe, im öffentlichen Dienst und im Handel, weniger Personal wurde in der Zeitarbeitsbranche gebraucht.

Auch der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (+ 3,5 Prozent) und dem Vorjahresmonat (+ 21,9 Prozent) gestiegen.

Rhein-Hunsrück-Kreis:

Kurzarbeit:

Im November wurden 6 neue Anzeigen von Kurzarbeit von Unternehmen für 83 Personen eingereicht (vorläufig geprüfte Daten bis 24.11.).

Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit stehen aufgrund des Abrechnungsverfahrens zwischenzeitlich bis Mai 2021 zur Verfügung: In der Höchstphase im April 2020 waren 6 921 Personen in 738 Betrieben in Kurzarbeit. Im Mai 2021 waren es 2 252 Personen in 359 Betrieben.

Arbeitsmarkt: Gesamtzahl und Quote:

Im November waren im Landkreis Rhein-Hunsrück insgesamt 1 863 Menschen arbeitslos, 9 oder 0,5 Prozent mehr als im Oktober und 543 oder 22,6 Prozent weniger als im November des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stagnierte auf 3,2 Prozent. Im September des Vorjahres betrug sie 4,1 Prozent.

Bewegungen:

Im November meldeten sich mehr Menschen neu arbeitslos als im Oktober (+ 3,6 Prozent), insbesondere nach Erwerbstätigkeit (+ 18,1 Prozent).  Dies waren jedoch weniger als vor einem Jahr (- 9,1 Prozent insgesamt und – 9,0 Prozent nach Erwerbstätigkeit). Diesen Monat meldeten sich insgesamt weniger Menschen als im Vormonat (- 7,8 Prozent) aus der Arbeitslosigkeit ab. Gegenüber Vorjahresmonat waren dies sogar 21,0 Prozent weniger.

Stellen:
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im November deutlich zurück (- 21,5 Prozent). Mit 204 neuen Arbeitsstellen liegt das Angebot der Unternehmen nunmehr um 45,6 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Mehr Arbeitskräfte wurden nur im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen benötigt. In allen anderen Branchen wurde weniger Personal gesucht.   Der Bestand an Stellen ist gegenüber dem Vormonat (+ 2,1 Prozent) und dem Vorjahresmonat (+ 21,5 Prozent) gestiegen.