Arbeitsmarkt im Herzogtum Lauenburg: Arbeitslosenquote sinkt im vor Beginn der Sommerferien unter fünf Prozent

Die Zahl arbeitsloser Menschen ist im Juni weiter um 66 gesunken und liegt jetzt bei 5.346. Vor einem Jahr waren 108 Menschen weniger auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 4,9 Prozent. Der Personalbedarf bei den Unternehmen bleibt mit über 1.700 offenen Stellen groß.

30.06.2023 | Presseinfo Nr. 66

  • 5.346 arbeitslose Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg – 66 weniger als im Mai 
  • Arbeitslosenquote sinkt zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkt und liegt im Juni bei 4,9 Prozent  
  • Personalbedarf in den Unternehmen unverändert auf hohem Niveau
  • Ausbildungsmarkt: Über 570 Ausbildungsstellen weiterhin vakant

Die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg ist im Monat Juni erneut gesunken. Zum Mai sind 66 Menschen weniger und damit jetzt 5.346 bei der Agentur für Arbeit in Mölln und Geesthacht sowie dem Jobcenter Herzogtum Lauenburg arbeitslos gemeldet. In der Folge des Rückgangs sinkt die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkt zum Vormonat und liegt im Herzogtum jetzt bei 4,9 Prozent. 
Im vergangenen Jahr waren im Juni 5.238 Menschen und damit 108 weniger arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit ebenfalls bei 4,9 Prozent.
„Mit dem weiteren Rückgang im Juni ist die Arbeitslosenquote erstmals in diesem Jahr unter fünf Prozent gesunken. Ich blicke im Kreis Herzogtum Lauenburg im ersten Halbjahr des Jahres auf einen stabilen Arbeitsmarkt mit einer positiven Entwicklung zurück. Die Arbeitslosigkeit hat beständig Monat für Monat abgenommen. Die Unternehmen haben unverändert viele Stellen zu besetzen. Ihre Zahl liegt mittlerweile seit über einem Jahr über der Zahl von 1.700 und damit auch über dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Was zunächst positiv klingt, ist für die Arbeitgeber aber eine große Herausforderung: Geeignetes und insbesondere qualifiziertes Personal zu finden“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Über die Sommer- und Ferienwochen rechne ich mit einer saisonalen Zunahme der Arbeitslosigkeit. Gerade bei der Gruppe der Jüngeren sind wie in jedem Jahr mit dem Ende der Schulzeit und den Ausbildungsprüfungen dann mehr Arbeits- und Ausbildungssuchende zu erwarten. Für sie sehe ich jedoch gute Perspektiven: Die Unternehmen suchen in allen Bereichen ausgebildete Fachkräfte genauso wie Auszubildende für den in Kürze anstehenden Ausbildungsbeginn.“
Die Unternehmen im Lauenburgischen macht die Agenturchefin darauf aufmerksam, dass die Sonderregelungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld am 30. Juni 2023 auslaufen: „Der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld wurde vom Gesetzgeber aufgrund der Corona-Folgen und dann wegen unterbrochener Lieferketten sowie der Auswirkungen steigender Energiepreise beschlossen. Während der Pandemie konnte so die Beschäftigung von in der Spitze fast 7.000 Beschäftigten im Kreis Herzogtum Lauenburg gesichert werden. Insgesamt ist die Inanspruchnahme im Vergleich der letzten drei Jahre allerdings wieder stark gesunken. Im Mai und jetzt im Juni sind zusammen weniger als drei Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen.“ 
Damit gelten ab dem 01. Juli 2023 für den Bezug von Kurzarbeitergeld wieder die Voraussetzungen, die vor der Pandemie galten: Es müssen wieder mindestens 30 Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb von einem Arbeitsausfall betroffen sein, bis Ende Juni waren es zehn Prozent in Verbindung mit einem Arbeitsausfall von mehr als zehn Prozent. Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeiternehmer können nicht mehr über die Kurzarbeit unterstützt werden. Zudem müssen Betriebe ab Juli zuerst wieder negative Arbeitszeitsalden aufbauen, bevor das Kurzarbeitergeld gezahlt werden kann. Das bedeutet, dass Betriebe sowohl bei erstmaligem als auch bei weiterhin bestehenden Arbeitsausfällen wieder Minusstunden aufbauen müssen. Ist dies ausgeschöpft, kann für darüber hinaus gehende Arbeitsausfälle das Kurzarbeitergeld gezahlt werden. Dafür muss eine Regelung im Betrieb bestehen, die den Aufbau von Minusstunden im Rahmen eines Arbeitszeitkontos zulässt.


Sozialversicherungspflichtige Stellen


Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Juni 238 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden. Das sind 31 mehr (plus 15,0 Prozent) als im Vormonat. Insgesamt sind aktuell 1.703 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Herzogtum Lauenburg zu besetzen, zwölf oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind dies 49 Stellen weniger (minus 2,8 Prozent).


Unterbeschäftigung


Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind. „Im Herzogtum beträgt die Zahl der Unterbeschäftigten aktuell 7.071. Die Unterbeschäftigungsquote liegt unverändert zum Vormonat bei 6,5 Prozent. Im Juni des Vorjahres betrug sie 6,2 Prozent“, so Wieczorek. 
Nicht als arbeitslos gezählt werden beispielsweise Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen und in Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind, sowie geflüchtete Menschen, die einen Sprach- oder Integrationskurs oder eine berufsvorbereitende Maßnahme der Arbeitsagentur oder des Jobcenters besuchen. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht.

Ausbildungsmarkt: Auch die Ferienzeit nutzen


Bei der Suche nach Auszubildenden für den kommenden Ausbildungsbeginn beginnt für die Unternehmen im Kreis Herzogtum Lauenburg jetzt die heiße Phase. Seit Herbst vergangenen Jahres wurden der Arbeitsagentur bislang insgesamt 1.018 Ausbildungsstellen gemeldet. Für 574 und damit fast die Hälfte sind aktuell aber noch keine Auszubildenden gefunden. 
Daher appelliert Agenturchefin Wieczorek an alle Ausbildungssuchenden, insbesondere die Schulabgängerinnen und -abgänger, die sich bislang nicht bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet haben: „Nutzt die Zeit in den Ferien und die Angebote unserer Berufsberatung, um Euch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz helfen zu lassen. Es bestehen auch auf den letzten Metern gute Chancen für den Einstieg in eine Ausbildung.“ 
Auch in den Sommerferien erhalten Jugendliche aus den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Herzogtum Lauenburg Unterstützung durch die Berufsberatung der Jugendberufsagentur im Herzogtum Lauenburg. „Unsere Hotline 0 45 31 / 167 - 154 ist in den Ferien für Ausbildungssuchende aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg aktiv. Genauso bieten unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater auch eine offene Sprechstunde an: Sie sind in Geesthacht in der der Hafenstraße 16 am 03. August von 8:30 bis 12:30 Uhr ansprechbar, ohne dass vorher ein Termin vereinbart werden muss“, so Wieczorek.