01.09.2020 | Presseinfo Nr. 49

Stormarn: Arbeitsmarkt stabilisiert sich - Arbeitslosigkeit steigt im August nur noch leicht an

• 5.521 arbeitslose Menschen im Kreis Stormarn – 27 mehr als im Juli
• Arbeitslosenquote unverändert zum Vormonat bei 4,2 Prozent
• Ausbildungsmarkt: Fast jede dritte Ausbildungsstelle noch nicht besetzt

Im August hat die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Stormarn um 27 zugenommen und beträgt jetzt 5.521.

Dies blieb ohne Auswirkung auf die Arbeitslosenquote, die unverändert zum Vormonat bei 4,2 Prozent liegt. Vor einem Jahr waren im August 4.039 Menschen und damit 1.482 weniger arbeitslos. Die Quote lag seinerzeit bei 3,1 Prozent.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmen weiter das Geschehen am Arbeitsmarkt im Kreis Stormarn, auch wenn sich der Einfluss abschwächt. Die Arbeitslosigkeit hat in diesem Monat nochmals etwas zugenommen, aber der Anstieg ist mit einem Plus von 27 zum Monatswechsel der schwächste seit Beginn der Corona-Einschränkungen im März. Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich“, sagt Kathleen Wieczorek, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Ich sehe zwei positive Entwicklungen in diesem Monat. Einmal hat die Zahl neu gemeldeter Stellen weiter zugenommen. Daneben haben auch wieder deutlich mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen können. Ihre Zahl ist von 358 im Juli auf jetzt 483 und damit den Jahreshöchstwert gestiegen. Beides bewirkt allerdings aktuell noch keinen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Stormarn.”

Sozialversicherungspflichtige Stellen

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im August 404 neue sozialversicherungspflichtige Stellen von Unternehmen aus dem Kreis Stormarn gemeldet worden. Das sind 77 (plus 23,5 Prozent) mehr als im Vormonat und 83 mehr als im Vorjahresmonat.

„In diesem Monat ist die Zahl neuer Stellen zum Vormonat deutlich gestiegen. Hier ist ausschlaggebend, dass Dienstleister für einen großen Onlineversandhändler im Kreis ihre Personalbedarfe für den Lagerbereich und den Zustelldienst gemeldet haben. Diese allein machen rund ein Viertel der 400 neuen Stellen aus“, sagt die Agenturchefin.

Aktuell sind insgesamt 2.027 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Stormarn zu besetzen, 161 oder 8,6 Prozent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt die Zahl der Stellen um 211 oder 9,4 Prozent niedriger.

Kurzarbeit

Seit Anfang März sind bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe 2.582 Anzeigen auf Kurzarbeit von Stormarner Unternehmen eingegangen. Davon entfielen 14 auf den Monat August.

„Hochgerechnete Zahlen zur realisierten Kurzarbeit für den Monat April ergeben, dass in unserem Agenturbezirk, der die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg umfasst, in insgesamt 2.908 Betrieben kurzgearbeitet wurde. Dabei waren insgesamt 19.809 Beschäftigte von einem Arbeits- und Entgeltausfall betroffen und haben Kurzarbeitergeld erhalten“, so Wieczorek*. Im März hatten noch 8.409 Mitarbeitende in 1.620 Unternehmen kurzgearbeitet.

Für den Monat März gibt es jetzt auch erste Zahlen zur Kurzarbeit für die beiden Kreise. „In Stormarn haben in 967 Betrieben 5.278 betroffene Beschäftigte kurzgearbeitet, im Herzogtum Lauenburg waren es in 653 Betrieben insgesamt 3.131 Kurzarbeitende“, berichtet die Chefin der Arbeitsagentur. 

* Daten auf Ebene der Kreise für den Monat April liegen erst Ende September vor.  

Ausbildungsmarkt

Nach dem ersten Starttermin Anfang August beginnt morgen für weitere Jugendliche die Ausbildung. Doch auch für diejenigen, die noch keinen Ausbildungsvertrag haben, bestehen weiter Chancen auf einen Ausbildungsplatz, erklärt die Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Von den ursprünglich 1.594 gemeldeten Ausbildungsstellen im Kreis Stormarn sind 457 noch vakant.   

„Damit werden für fast jede dritte Ausbildungsstelle weiterhin Auszubildende gesucht. Es gibt also keinen Grund, bei den Bemühungen jetzt nachzulassen“, sagt Wieczorek. „Die Kammern, die Beruflichen Schulen und wir möchten erneut betonen: Auch nach den beiden üblichen Einstiegsterminen Anfang August und Anfang September ist es nicht zu spät, in eine Ausbildung einzusteigen. Bis in den November hinein wird ein Ausbildungsstart möglich sein. An die Unternehmen wie an die jungen Menschen appelliere ich daher, ihre Aktivitäten nicht einzustellen und auch in den kommenden Wochen weiter Ausbildungsverträge abzuschließen.“

Die Agenturchefin möchte kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, die in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sind, auf die Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ hinweisen: „Informieren Sie sich auf unserer Internetseite www.arbeitsagentur.de/unternehmen, ob eine der Förderungen oder Zuschüsse für Ihren Betrieb in Frage kommt. Dort finden Sie auch die notwendigen Antragsunterlagen.“ Bei Fragen sind die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus dem Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0 8 00 / 4 5555 20 zu erreichen.

Unterstützung finden ausbildungssuchende Jugendliche bei der Berufsberatung unter der Hotline 0 45 31 – 167 154 oder sie schreiben eine E-Mail an badoldesloe.berufsberatung@arbeitsagentur.de.