01.12.2020 | Presseinfo Nr. 51

Der Arbeitsmarkt im November 2020

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Spätherbst
 

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt setzte sich im November leicht fort. Im letzten Monat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 84 Personen (-0,7 Prozent) auf 12 295 ab. Ende des Monats lag die Zahl der Arbeitslosen um 28,0 Prozent bzw. 2 688 Frauen und Männer über der vom letzten Jahr.

Im November verloren 1 357 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle. Das waren 1,6 Prozent (+22 Personen) mehr als im Vorjahr. In der gleichen Zeit konnten 1 176 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden, 14,8 Prozent bzw. 152 Menschen mehr als in 2019. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,5 Prozent unverändert auf dem Niveau vom Oktober. Vor einem Jahr betrug sie 2,7 Prozent.

Im Juli (aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 2394 Betriebe für 35 669 Arbeitskräfte Kurzarbeitergeld. Verglichen mit dem Höchststand im April verringerte sich die Zahl der Firmen in Kurzarbeit innerhalb von einem Quartal bereits um fast die Hälfte (-47,2 Prozent) bzw. 2 137 Betriebe. Die Zahl der Kurzarbeiter sank um 15 814 bzw. 30,7 Prozent. Wie sich der aktuelle light Lockdown auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit auswirkt, ist noch offen, da die Statistik für Kurzarbeit nach deren Abrechnung im Nachhinein erhoben wird.

Arbeitsmarktentwicklung
Shutdown light trifft auf weiterhin leichten Herbstaufschwung

Einschätzung von Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Situation am Arbeitsmarkt:

„Im November setzte sich der Herbstaufschwung zwar weiter fort, verlor jedoch deutlich an Schwung. Die Arbeitslosigkeit sank den dritten Monat in Folge seit Beginn der Krise. Es fanden 152 Menschen mehr eine neue Beschäftigung als im Vorjahresmonat. Allein im letzten Monat wurden 366 Personen in der Produktion und Fertigung eingestellt, 15,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich Verkehr und Logistik waren es 214 Personen, 11,5 Prozent mehr. Fachkräfte werden in der Regel gehalten. Der Stellenmarkt ist weiter auf einem leichten Erholungskurs.

Seit einigen Wochen treffen die ersten Vorboten des Winters am Arbeitsmarkt mit den wirtschaftlichen Folgen des erneuten Corona Shutdowns aufeinander. Größere Entlassungen deswegen sind bisher weitgehend ausgeblieben. Auch vom Bau melden sich bislang nur vereinzelt Beschäftigte vorsorglich bei uns für den Winter arbeitsuchend. Ich rechne jedoch bereits ab Dezember für die kommenden Monate mit einer steigenden Arbeitslosigkeit.“

Stellenmarkt
Stellenzugang setzt Erholungskurs fort

Der Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg bekam im November 1 477 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 17,2 Prozent (+217) mehr als im letzten Jahr.

Der Stellenbestand legte im November um 14 Offerten (+0,2 Prozent) auf 6 260 zu. Er ist den fünften Monaten in Folge leicht gewachsen und erholt sich weiter. Vor einem Jahr war er um 460 Angebote bzw. 6,8 Prozent größer gewesen. Auf 100 gemeldete Beschäftigungsangebote kommen rein statistisch nur 196 arbeitslose potentielle Bewerber.

Folgende Berufsbereiche sind derzeit vom Rückgang des Personalbedarfs betroffen: Produktion und Fertigung mit einem Minus von 18,3 Prozent auf 1 940 Stellenangebote, gefolgt vom Handel, Tourismus und Dienstleistungssektor mit minus 12,5 Prozent auf insgesamt 650 Stellenangebote. In den Bauberufen ist die Nachfrage mit 652 Stellen nahezu so groß wie vor einem Jahr (-1,7 Prozent). Im Gesundheitswesen sind es mit 924 Offerten 14 (-1,5 Prozent) weniger als in 2019.

Jobcenter
Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im November durch Herbstbelebung

Ende November waren in den Jobcentern des Agenturbezirks 4 320 Personen arbeitslos registriert. Das sind 22 Menschen oder 0,5 Prozent weniger als im Oktober. Der Rechtskreis des SGB II ist von saisonalen Einflüssen am Arbeitsmarkt nicht so ausgeprägt betroffen wie der des SGB III. Von der bis in den Spätherbst andauernden Belebung profitierten daher im letzten Monat zu 73,8 Prozent Arbeitslose aus dem Versichertenbereich des SGB III. Im Vorjahresvergleich hingegen erhöhte sich aufgrund des Arbeitslosengeldanspruchs die Zahl der Arbeitslosen wegen der Corona Krise zunächst intensiver im Versichertenbereich des SGB III. Dort liegt sie mit 7 975 Personen derzeit um 37,3 Prozent (+2 168 Personen) über dem Vorjahresniveau. Im Rechtskreis des SGB II ist sie lediglich um 13,7 Prozent (+520 Personen) gestiegen.

Arbeitsmarktentwicklung in den Regionen

Stadt Coburg

Die Herbstbelebung setzte sich im November in Coburg nur leicht weiter fort. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich um drei Menschen (- 0,2 Prozent) auf 1 300. Es verloren 28 Personen mehr ihre Beschäftigung als im letzten Jahr. Gleichzeitig fanden 33 Personen mehr eine neue Stelle als in 2019. Die Arbeitslosigkeit liegt um 219 Personen oder 20,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,6 Prozent (Vorjahr 4,7 Prozent).

Der Arbeitgeberservice bekam im November 171 Stellen gemeldet. Das waren über ein Viertel (+27,6 Prozent) bzw. 37 mehr als im letzten Jahr. Im Bestand sind aktuell 713 Beschäftigungsangebote, 10,9 Prozent (-87) weniger als in 2019.

Landkreis Coburg

Im Landkreis Coburg hielt der Herbstaufschwung bis in den November weiter an. Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich um 20 Personen (-1,1 Prozent) auf 1 816. Es verloren vier Personen mehr ihre Beschäftigung als in 2019. Gleichzeitig fanden fünf Personen mehr eine neue Anstellung als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit liegt um 337 Personen oder 22,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im November sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. (Vorjahr 2,9 Prozent).

Im vergangenen Monat bekam der Arbeitgeberservice aus dem Landkreis Coburg 280 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 133 (+90,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Pool sind aktuell 905 Beschäftigungsangebote, 3,6 Prozent weniger (-34) als vor zwölf Monaten.

Landkreis Kronach

Im Landkreis Kronach stagnierte die Herbstbelebung im November. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich um eine Person oder 0,1 Prozent auf 1 364. Es fanden 128  Menschen eine neue Arbeitsstelle. Gleichzeitig fanden 21,9 Prozent mehr einen neuen Arbeitsplatz als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit liegt um 226 Personen bzw. 19,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich binnen Monatsfrist nicht und blieb bei 3,5 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent).

Der Arbeitgeberservice bekam im November 131 Stellenangebote zur Vermittlung anvertraut, 36,5 Prozent (+35) mehr als im Vorjahr. Im Bestand gibt es aktuell 631 Jobangebote, 1,8 Prozent (+11) mehr als vor einem Jahr.

Landkreis Lichtenfels

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt setzte sich im Landkreis Lichtenfels im November leicht fort. Die Arbeitslosigkeit nahm in den vergangenen vier Wochen um 35 Personen (-2,3 Prozent) auf 1 498 Frauen und Männer ab. Es verloren 20 Prozent weniger Personen ihre Anstellung als in 2019. Es fanden wie auch im Vorjahr 118 Menschen eine neue Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der Arbeitslosen um 209 Personen (+16,2 Prozent) zugenommen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich im November um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent).

Im letzten Monat bekam der Arbeitgeberservice von den Betrieben 218 sozialversicherungspflichtige Jobangebote gemeldet. Das sind 66,4 Prozent (87) mehr als in 2019. Im Bestand sind 848 Beschäftigungsangebote, 2,4 Prozent (20) mehr als vor einem Jahr.

Bamberg Stadt

In der Stadt Bamberg setzte sich die Herbstbelebung in den vergangenen Wochen leicht fort. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 44 Personen (-2,2 Prozent) auf 1 941 Menschen. Es verloren 8,9 Prozent mehr ihre Beschäftigung als in 2019. Gleichzeitig fanden 8,6 Prozent mehr wieder einen neuen Arbeitsplatz als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit hat seit dem letzten Jahr um 28,5 Prozent (+ 431 Personen) zugenommen. Die Arbeitslosenquote reduziert sich um 0,1 Prozent auf 4,6 Prozent. (Vorjahr 3,6 Prozent).

Im November meldeten die Betriebe dem Arbeitgeberservice 217 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote, 37,5 Prozent (-130) weniger als im letzten Jahr. Im Pool gibt es 1 185 Jobangebote, 14,0 Prozent (-193) weniger als in 2019.

Landkreis Bamberg

Im Bamberger Land dauerte die Herbstbelebung den November über leicht an. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich in den letzten vier Wochen um 23 Menschen (-1,0 Prozent) auf 2 368 Personen. Es wurden 3,9 Prozent weniger Personen freigesetzt als im Vormonat. Gleichzeitig fanden 19,5 Prozent mehr Menschen eine neue Beschäftigung als vor einem Jahr. Im Vorjahresvergleich stieg die Arbeitslosigkeit um 46,5 Prozent (+752 Personen). Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat bei 2,7 Prozent (Vorjahr 1,8 Prozent). Das ist weiterhin Vollbeschäftigung und die niedrigste Quote im gesamten Arbeitsagenturbezirk.

Im letzten Monat meldeten die Unternehmen aus dem Landkreis Bamberg dem Arbeitgeberservice 320 Stellenangebote, 50,2 Prozent (+107) mehr als in 2019. Im Pool sind 1 265 Jobangebote, 8,7 Prozent weniger (-121) als vor einem Jahr.

Landkreis Forchheim

Im Landkreis Forchheim sorgte der Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt im November auch aufgrund der andauernden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht mehr für den erhofften Beschäftigungsanstieg. Die Zahl der Menschen ohne Arbeit erhöhte sich in den letzten vier Wochen um 40 Personen (+ 2,0 Prozent) auf 2 008. Es verloren 1,7 Prozent mehr Personen ihre Beschäftigung als in 2019. Zudem fanden 25,5 Prozent mehr Männer und Frauen einen neuen Arbeitsplatz im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr um 34,4 Prozent (+514 Menschen) gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im vergangenen Monat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent (Vorjahr 2,2 Prozent). Das ist Vollbeschäftigung.

Im November bekam der Arbeitgeberservice 140 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 27,1 Prozent (-52) weniger als im Vorjahr. Im Bestand gibt es 713 Beschäftigungsangebote, 7,3 Prozent (-56) weniger als in 2019.