30.06.2021 | Presseinfo Nr. 28

Der Arbeitsmarkt im Juni 2021.

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:
 
 

Arbeitslosenzahl im Juni: 17.936 Menschen

  • Veränderung zum Vormonat: -520 Menschen / -2,8 Prozent
  • Veränderung zum Juni 2020: -570 Menschen / -3,1 Prozent
  • Veränderung zum Juni 2019: +1.066 Menschen / +6,3 Prozent


aktuelle Arbeitslosenquote: 6,5 Prozent

  • Veränderung zum Vormonat: - 0,2 Prozentpunkte
  • Veränderung zum Juni 2020: -0,2 Prozentpunkte
  • Veränderung zum Juni 2019: +0,5 Prozentpunkte


Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 5.313

  • Veränderung zum Vormonat: +184 Stellen / +3,6 Prozent
  • Veränderung zum Juni 2020: +1.064 Stellen / +25,0 Prozent
  • Veränderung zum Juni 2019: +962 Stellen / +17,9 Prozent    
     

„Der Arbeitsmarkt in Ostsachsen erholt sich von den Auswirkungen der Coronapandemie. Sinkende Inzidenzen, steigende Impfquoten, die damit verbundenen Öffnungen und die jahreszeitlich typische Belebung wirken sich in diesem Monat positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Der Arbeitgeber-Service konnte mehr freie Arbeitsstellen akquirieren. Die Zahl der Arbeitslosmeldungen geht weiter zurück. Die Arbeitsagentur Bautzen nutzt diesen Rückenwind, um mit der passenden Unterstützung oder Förderung den arbeitslosen Menschen wieder eine Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen“, sagte Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 22.291 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Juni 2020 um -5,6 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 80,5 Prozent und ist damit deutlich höher als in den beiden Vorjahren, im Juni 2020 lag er bei 78,4 Prozent, im Juni 2019 lag er bei 72,4 Prozent.

Im Juni 2021 nahmen 3.090 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen aus anderen Gründen, zum Beispiel wegen Krankheit, dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, im Juni 2019 waren es noch 4.420 Menschen. Die Unterschiede zu den Vorjahren lassen sich darauf zurückführen, dass durch die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen viele Angebote, welche Arbeitslose auf einen neuen Job vorbereiten, eingeschränkt oder gar nicht durchgeführt werden können.

Im Juni 2021 wurden 748 Personen mit Weiterbildungen gefördert, 1.107 Menschen nahmen an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung sowie 631 an Aktivierungsmaßnahmen teil. Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 315).

Im Juni 2021 betrug die Unterbeschäftigungsquote 8,0 Prozent, im Juni 2020 lag sie noch bei 8,4 Prozent und im Juni 2019 bei 8,2 Prozent.
 

Arbeitslosigkeit:

Im Juni 2021 waren 17.936 Arbeitslose gemeldet, 520 weniger als im Vormonat (- 2,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,5 Prozent. Im Juni 2020 betrug die Arbeitslosenquote noch 6,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist noch deutlich höher als vor der Coronapandemie: Im Juni 2019 lag sie bei 6,0 Prozent.

Die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten zusammen 11.479 Arbeitslose in der Grundsicherung. Von diesen entfallen 5.055 auf den Landkreis Bautzen und 6.424 auf den Landkreis Görlitz. Im Vergleich zu Juni 2020 stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung um 35 Menschen bzw. 0,3 Prozent. Gegenüber Juni 2019 ging die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung um 156 Menschen bzw. 1,3 Prozent zurück.

Langzeitarbeitslosigkeit sinkt wieder leicht:

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Juni wieder leicht gesunken. So waren aktuell 8.634 Menschen länger als ein Jahr ohne Arbeit und galten daher als langzeitarbeitslos. Das waren 13 weniger als im Mai 2021, aber 1.314 mehr als im Juni 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen beträgt mittlerweile 48,1 Prozent. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 39,6 Prozent.

Stabilitätsanker konjunkturelles Kurzarbeitergeld:

Das Instrument der Kurzarbeit bleibt weiterhin ein Stabilitätsanker für den Arbeitsmarkt und sichert die Frühjahrsbelebung ab.

Für den Monat Februar 2021 liegt die aktuelle Hochrechnung für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit im Arbeitsagenturbezirk Bautzen vor. Demnach haben bislang für den Februar rund 3.046 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 18.819 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren 84 Betriebe mehr, aber 345 Kurzarbeiter weniger als im Januar 2021.

Im Mai 2021 mussten 71 regionale Betriebe Kurzarbeitergeld neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Das waren 78 Betriebe weniger als im April 2021. Hinter diesen Anzeigen standen 865 Beschäftigte.

Im Mai 2021 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, aus den folgenden Branchen (TOP 3):

  1. Baugewerbe: 26 Betriebe mit 292 betroffenen Arbeitnehmern
  2. Verarbeitendes Gewerbe: 16 Betriebe mit 418 Arbeitnehmern.
  3. Gastgewerbe: sieben Betriebe mit acht betroffenen Arbeitnehmern

Arbeitskräftenachfrage:

Die Arbeitskräftenachfrage, welche sich in letzter Zeit durch Corona abschwächte, nimmt wieder zu. Im Juni 2021 akquirierte der Arbeitgeber-Service 1.004 neue Arbeitsstellen, 295 Stellen oder 41,6 Prozent mehr als im Juni 2020 sowie 83 Arbeitsstellen oder 9,0 Prozent mehr als vor der Coronapandemie im Juni 2019.

Aktuell sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 5.313 freie, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet. Die meisten Stellen sind in folgenden Bereich vorhanden: Arbeitnehmerüberlassung (1.688), verarbeitendes Gewerbe (894), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (486), Gesundheits- und Sozialwesen (406) und Baugewerbe (378).

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:

Im Dezember 2020 beschäftigten die Unternehmen im Agenturbezirk Bautzen 203.100 Menschen sozialversicherungspflichtig. Das ist ein Plus von 919 Personen bzw. 0,5 Prozent gegenüber Dezember 2019.

Mit Abstand das stärkste Plus beim Beschäftigungszuwachs gab es in den Bereichen Arbeitnehmerüberlassung (+971 Personen) sowie Verkehr und Lagerei (+450 Personen).

Die zwei Branchen mit dem größten Minus in der Beschäftigungsentwicklung sind das verarbeitende Gewerbe (-914 Personen) und das Gastgewerbe (-265 Personen), welche zugleich am stärksten von der Kurzarbeit betroffen sind.

Anhang

Arbeitsmarktreport - Monatszahlen