02.03.2022 | Presseinfo Nr. 9

Der Arbeitsmarkt im Februar 2022

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit auf dem ostsächsischen Arbeitsmarkt
 

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:

  • Arbeitslosenzahl im Februar: 17.824 Menschen
    • Veränderung zum Vormonat: -105 Menschen / -0,6 Prozent
    • Veränderung zum Februar 2021: -2.009 Menschen / -10,1 Prozent
  • aktuelle Arbeitslosenquote: 6,4 Prozent
    • Veränderung zum Vormonat: -0,1 Prozentpunkt
    • Veränderung zum Februar 2021: -0,7 Prozentpunkte
  • Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 5.156
    • Veränderung zum Vormonat: +5 Stellen / +0,1 Prozent
    • Veränderung zum Februar 2021: +427 Stellen / +9,0 Prozent

„Das Ende des Winters ist in Sicht, so dass bereits im Februar die Arbeitslosigkeit leicht zurückging. Die Zahl der gemeldeten freien Arbeitsstellen bei der Arbeitsagentur Bautzen ist hoch, doch nicht immer passen Angebot und Nachfrage zusammen. Deshalb bleibt Weiterbildung wichtig: Um Arbeitslosen neue Beschäftigungschancen zu bieten, Arbeitgebern ihre Fachkräfte zu sichern und damit Beschäftigte auf künftige Anforderungen im Beruf vorbereitet sind“, so Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.

Arbeitslosigkeit:

Im Februar 2022 waren 17.824 Arbeitslose gemeldet, 105 Personen weniger als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,4 Prozent und ist um 0,1 Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat sowie um 0,7 Prozentpunkte gegenüber Februar 2021 gesunken. Die Arbeitslosigkeit liegt unter dem Niveau vor Beginn der Coronapandemie. Im Februar 2019 lag die Arbeitslosenquote noch bei 7,2 Prozent.

Die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten im Februar 2022 zusammen 11.131 Arbeitslose in der Grundsicherung. Von diesen entfallen 4.870 auf den Landkreis Bautzen und 6.261 auf den Landkreis Görlitz. Im Vergleich zu Februar 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung um 320 Menschen (-2,8 Prozent).

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 21.355 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Februar 2021 um 8,9 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 83,5 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Februar 2022 bei 7,6 Prozent.

Im Februar 2022 nahmen 3.531 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. 439 Personen wurden mit Weiterbildungen gefördert, 570 Menschen nahmen an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung sowie 765 Menschen an Aktivierungsmaßnahmen teil. Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 330).

Arbeitskräftenachfrage:

Im aktuellen Berichtsmonat meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service 856 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 55 Stellen (+6,9 Prozent) mehr als im Vormonat sowie 128 Stellen (+17,6 Prozent) mehr als im Februar 2021. Besonders nahm die Arbeitskräftenachfrage in der Zeitarbeit (+37 Stellen), im verarbeitenden Gewerbe (+33 Arbeitsstellen) sowie im Gastgewerbe (+21 Arbeitsstellen) zu. Rückläufig waren die Meldungen freier Arbeitsstellen von Arbeitgebern in der Landwirtschaft (-zehn Arbeitsstellen) sowie in den Bereichen Erziehung und Unterricht (-fünf Arbeitsstellen), Handel (-vier Arbeitsstellen) und Baugewerbe (-drei Arbeitsstellen).

Aktuell sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 5.156 freie, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand. Die meisten Stellen gibt es in folgenden Bereichen: Arbeitnehmerüberlassung (1.315), verarbeitendes Gewerbe (943), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (474), Gesundheits- und Sozialwesen (464) und Baugewerbe (355).

Gesucht werden beispielsweise Arbeitskräfte in den Bereichen Maschinenbau und Betriebstechnik (282), Metallbearbeitung (217), Lagerwirtschaft, Postzustellung, Logistik (184), Verkauf (156), Fahrzeugführung (154), Energietechnik (147), Holzbe- und -verarbeitung (145), Hochbau (140), Informatik (135), Altenpflege (130) sowie in der Erziehung, Sozialarbeit sowie Heilerziehungspflege (98).

Stabilitätsanker konjunkturelles Kurzarbeitergeld:  

Das Instrument der Kurzarbeit bleibt weiterhin ein Stabilitätsanker für den Arbeitsmarkt.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Im Januar 2022 mussten 286 regionale Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Das waren 468 Betriebe weniger als im Dezember 2021. Hinter diesen Anzeigen standen 2.400 Beschäftigte.

Im Januar 2022 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, aus den folgenden Branchen:

1.    Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen): 48 Anzeigen

2.    Gastronomie: 46 Anzeigen

3.    Verarbeitendes Gewerbe: 38 Anzeigen

4.    Sonstige, überwiegend persönliche Dienstleistungen (u.a. Friseur- und Kosmetiksalons, Saunas, Solarien, Bäder): 28 Anzeigen

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Oktober 2021 zur Verfügung. Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im Oktober 2021 575 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 4.469 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren 62 Betriebe und 791 Kurzarbeiter weniger als im September 2021