Der ostsächsische Arbeitsmarkt im Juli 2022

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

29.07.2022 | Presseinfo Nr. 30

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:
  • Arbeitslosenzahl im Mai: 16.345 Menschen
    Veränderung zum Vormonat: +66 Menschen / +0,4 Prozent
    Veränderung zum Juli 2021: -1.275 Menschen / -7,2 Prozent
     
  • aktuelle Arbeitslosenquote: 6,0 Prozent
    Veränderung zum Vormonat: +0,1 Prozentpunkt
    Veränderung zum Juli 2021: -0,4 Prozentpunkte
     
  • Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 5.193 Stellen
    Veränderung zum Vormonat: +56 Stellen / +1,1 Prozent
    Veränderung zum Juli 2021: -318 Stellen / -5,8 Prozent


„Im Juli stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen leicht an. Zum einen ist diese Entwicklung jahreszeitlich bedingt, da sich junge Menschen nach Beendigung einer schulischen oder betrieblichen Ausbildung arbeitslos melden. Zum anderen ist der Anstieg auf Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit ukrainischer Staatsangehöriger zurückzuführen, denn Geflüchtete aus der Ukraine sind seit Juni dieses Jahres in Betreuung der Jobcenter“, so Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bautzen.

Arbeitslosigkeit:

Im Juli 2022 waren 16.345 Arbeitslose gemeldet, 66 Personen mehr als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,0 Prozent. Sie ist um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat gestiegen, aber um 0,4 Prozentpunkte gegenüber Juli 2021 gesunken.

Die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten im Juli 2022 zusammen 10.624 Arbeitslose in der Grundsicherung. Von diesen entfallen 4.725 auf den Landkreis Bautzen und 5.899 auf den Landkreis Görlitz. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung um 50 Personen (-0,5 Prozent) und gegenüber Juli 2021 um 711 Menschen (-6,3 Prozent).

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 20.109 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Juli 2021 um 7,7 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 81,3 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Juli 2022 bei 7,3 Prozent.

Im Juli 2022 nahmen 3.764 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. 442 Personen wurden mit Weiterbildungen gefördert, 933 Menschen nahmen an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung sowie 685 Menschen an Aktivierungsmaßnahmen teil. Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 286).

Arbeitskräftenachfrage:

Die Arbeitskräftenachfrage bewegt sich immer noch auf einem hohen Niveau, auch wenn sie im Juli nachließ.

Im aktuellen Berichtsmonat meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service 947 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 48 Stellen (-4,8 Prozent) weniger als im Vormonat sowie 51 Stellen (-5,1 Prozent) weniger als im Juli 2021.

Im Juli 2022 meldeten die Unternehmen in den Bereichen Kunst, Unterhaltung und Erholung, Arbeitnehmerüberlassung, Information und Kommunikation sowie in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen gegenüber dem Vorjahresmonat mehr freie Stellen. Zu freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen gehören unter anderem Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfungen, Architektur-, Vermessungs- und Ingenieurbüros.

Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Sammlung, Abfallbeseitigung und Rückgewinnung blieb die Arbeitskräftenachfrage unverändert.

In den anderen Branchen, wie dem Verkehr und der Lagerei, dem Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen), im Bereich Erziehung und Unterricht sowie der Erbringung von sonstigen Dienstleistungen meldeten die Unternehmen im Juli 2022 weniger neue Arbeitsstellen als im Juli 2021. Zur Erbringung von sonstigen Dienstleistungen gehören unter anderem: Verbände und Organisationen, Friseur- und Kosmetiksalon, Bäder, Bestattungsinstitute.

Aktuell sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 5.193 freie, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand. Die meisten Stellen gibt es in folgenden Bereichen: Arbeitnehmerüberlassung (1.1.640), verarbeitendes Gewerbe (845), Gesundheits- und Sozialwesen (430), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (419) und freiberuflich, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (392).

Gesucht werden beispielsweise Fachkräfte im Verkauf (165), in Büro und Sekretariat (134), in der Maschinen- und Anlagenführung (128), im Maschinenbau- und der Betriebstechnik (119), in der Lagerwirtschaft (115), in der Schweiß- und Verbindungstechnik (106), Berufskraftfahrer im Güterverkehr (106), Köche (93), Fachkräfte in der Alten- oder Krankenpflege (141) sowie in der Buchhaltung (66).

Der Großteil der neu gemeldeten Arbeitsstellen, nämlich 93 Prozent, ist unbefristet zu besetzen. In den meisten Fällen werden Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studienabschluss gesucht. Nur 17 Prozent der Stellenangebote richten sich an Helfer.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:

Im Dezember 2021 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen 204.105 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber Dezember 2020 war das ein Plus von 1.005 Beschäftigten oder 0,5 Prozent. Absolut betrachtet gab es die stärkste Zunahme im verarbeitenden Gewerbe (+1.147 oder +2,3 Prozent), am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–643 oder –10,4 Prozent).

Stabilitätsanker konjunkturelles Kurzarbeitergeld:  

Das Instrument der Kurzarbeit bleibt weiterhin ein Stabilitätsanker für den Arbeitsmarkt.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Im Juni 2022 mussten 34 regionale Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Das waren 30 Betriebe weniger als im Mai 2022. Hinter diesen Anzeigen standen 1.443 Beschäftigte.

Im Juni 2022 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, aus dem verarbeitenden Gewerbe (22 Anzeigen), darunter aus der Herstellung von Möbeln (neun Anzeigen) und der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (sechs Anzeigen). Außerdem zeigten drei Tiefbauunternehmen Kurzarbeit neu an.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis März 2022 zur Verfügung. Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im März 2022 1.013 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 6.025 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren 227 Betriebe und 552 Kurzarbeiter weniger als im Februar 2022.

In letzter Minute #AUSBILDUNGKLARMACHEN!

919 Jugendliche suchen aktuell noch mit Hilfe der Berufsberatung der Jugendberufsagenturen Bautzen und Görlitz eine Ausbildungsstelle. Demgegenüber stehen 1.332 unbesetzte Ausbildungsstellen. Die Chancen, noch eine Ausbildungsstelle zu finden, stehen also gut.

In allen Bereichen, wie dem verarbeitenden Gewerbe, dem Handwerk, dem Handel, dem Büro und der Landwirtschaft sind noch betriebliche Ausbildungsstellen vorhanden. 

Alle Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie es ab Herbst beruflich weitergeht oder Fragen zur Berufswahl haben, sollten sich unverzüglich mit der Berufsberatung der Jugendberufsagentur in Verbindung setzen. Beratungstermine und Auskunft gibt es kurzfristig unter:

Telefon:          03591 66 2333
E-Mail:            bautzen.berufsberatung@arbeitsagentur.de
 

TOP 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen:

  1. Verkäufer/in: 113
  2. Mechatroniker/in: 64
  3. Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 53
  4. Zerspanungsmechaniker/in: 35
  5. Fachverkäufer/in -Lebensmittelhandwerk – Fleischerei: 34
  6. Werkzeugmechaniker/in: 32
  7. Maschinen- und Anlagenführerin: 31
  8. Kaufmann/-frau – Büromanagement: 31
  9. Fachkraft – Lagerlogistik: 28
  10. Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik: 27