Der Ostsächsische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im März 2023

Der ostsächsische Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil.

31.03.2023 | Presseinfo Nr. 13

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:
 

  • Arbeitslosenzahl im März: 19.697 Menschen
    • Veränderung zum Vormonat: +73 Menschen / +0,4 Prozent
    • Veränderung zum März 2022: +2.216 Menschen / +12,7 Prozent
  • aktuelle Arbeitslosenquote: 7,2 Prozent
    • Veränderung zum Vormonat: +/- 0,0 Prozentpunkte
    • Veränderung zum März 2022: +0,8 Prozentpunkte
  • Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 3.711 Stellen
    • Veränderung zum Vormonat: +2 Stellen / +0,1 Prozent
    • Veränderung zum März 2022: -1.533 Stellen / -29,2 Prozent

Da das Wetter im März überwiegend eher winterlich war, verzögern sich teils Wiedereinstellungen von Arbeitslosen in Saisonberufen. Die Arbeitgeber bleiben zurückhaltend, wenn es um Neueinstellungen geht, so dass weniger arbeitslose Menschen eine neue Arbeit aufnahmen und die Unternehmen weniger freie Arbeitsstellen meldeten als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Der ostsächsische Arbeitsmarkt ist weiterhin stabil und die Arbeitslosenquote bliebt unverändert bei 7,2 Prozent“, so Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.

 

Arbeitslosigkeit:

Im März 2023 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen 19.697 Arbeitslose gemeldet, 73 Personen und 0,4 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,2 Prozent und blieb gegenüber dem Vormonat unverändert.

Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte höher als im März 2022. Dieser Anstieg ist überwiegend darauf zurückzuführen, dass die Jobcenter die aus der Ukraine geflüchteten Menschen betreuen. So waren im März 2023 1.344 gemeldete erwerbsfähige Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit bei den Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz arbeitslos gemeldet, 85 Personen mehr als im Februar 2023 und 1.297 Personen mehr als im Juni 2022.

Insgesamt registrierten die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz im Bereich der Grundsicherung im März 2023 12.802 Arbeitslose. Das sind 244 Personen (+1,9 Prozent) mehr als im Vormonat sowie 1.707 Personen (+15,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren bei der Agentur für Arbeit Bautzen im März 2023 6.895 Menschen arbeitslos gemeldet, saisonal bedingt 171 Personen (2,4 Prozent) weniger als im Februar 2023 und 509 Personen (8,0 Prozent) mehr als im März 2022.

 

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 23.443 Personen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung liegt bei 84 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im März 2023 bei 8,5 Prozent und blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Vergleich zu März 2022 stieg die Unterbeschäftigungsquote um einen Prozentpunkt.

 

Arbeitskräftenachfrage:

Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ging im März 2023 gegenüber dem Vormonat um 15 Stellen (-1,8 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr um sechs Stellen (-0,7%) leicht zurück. Der größte Rückgang bei den neuen Stellenmeldungen gegenüber dem Vorjahr war im Handel sowie der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen zu verzeichnen (-37 Prozent auf 38 neue Stellenmeldungen). Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr gab es in sechs weiteren Branchen, unter anderem in der Zeitarbeit (Veränderung: -25 Prozent auf 201 neue Stellenmeldungen), dem Baugewerbe (Veränderung: -23 Prozent auf 37 neue Stellenmeldungen) sowie der öffentlichen Verwaltung (Veränderung: -27 Prozent auf 59 neue Stellenmeldungen). In acht Branchen meldeten die Betriebe der Arbeitsagentur mehr freie Arbeitsstellen als im März 2022, so zum Beispiel in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (Veränderung: +121 Prozent auf 146 neue Stellenmeldungen), im Verkehr und der Lagerei (Veränderung: +58 Prozent auf 30 neue Stellenmeldungen) und im verarbeitenden Gewerbe (Veränderung: +9 Prozent auf 112 neue Stellenmeldungen).

Derzeit sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 3.711 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand, zwei Stellen (+0,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 1.533 Stellen (-29,2 Prozent) weniger als im März 2022.

Die meisten Arbeitsstellen sind aktuell in den Bereichen des verarbeitenden Gewerbes (761), in der Zeitarbeit (717), in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (490), im Gesundheits- und Sozialwesen (335) sowie im Handel, der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (291) gemeldet.

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:

Im September 2022 sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen gegenüber September 2021 um 1.140 (-0,6 Prozent) auf 204.369. Nach Branchen gab es, absolut betrachtet, die stärkste Zunahme bei der Herstellung von überwiegend häuslich konsumierten Gütern, einem Teilbereich des Verarbeitenden Gewerbes (+530 Personen oder +3,7 Prozent). Am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–879 Personen oder –14,4 Prozent).
 

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld:  

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Im Februar 2023 mussten 34 regionale Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Hinter diesen Anzeigen standen 654 Beschäftigte. Das waren 31 Betriebe und 20 Arbeitnehmer weniger als im Januar 2023.

Im Februar 2023 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, aus:

  • dem verarbeitenden Gewerbe (13 Anzeigen)
  • dem Gastgewerbe (7 Anzeigen),
  • Baugewerbe (7 Anzeigen)

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis November 2022 zur Verfügung. Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im November 2022 74 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 1.087 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren zwölf Betriebe und 149 Kurzarbeiter mehr als im Oktober 2022. Rechnerisch waren damit im November 2022 0,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Arbeitsagenturbezirk Bautzen von Kurzarbeit betroffen.

 

Ausbildungsmarkt:

„Die Chancen auf Ausbildung in Ostsachsen sind top und die Möglichkeiten vielfältig! Ich freue mich, dass jetzt nach Corona wieder deutlich mehr Jugendliche die Unterstützung der Jugendberufsagenturen Bautzen und Görlitz in Anspruch nehmen. Berufsberatung sowie -orientierung haben weiter eine hohe Bedeutung, denn sie helfen den Jugendlichen, aus der Fülle der Berufe und Ausbildungsstellen das Passende herauszupicken und Fehlentscheidungen vorzubeugen. Wer noch nicht weiß, wie es nach der Schule weitergeht, sollte sich schnell bei der Berufsberatung melden“, sagte Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Bautzen.

Von Oktober 2022 bis März 2023 suchten im Arbeitsagenturbezirk Bautzen insgesamt 2.140 Jugendliche einen Ausbildungsplatz mit Unterstützung der Berufsberatung, 8,5 Prozent (+167 Jugendliche) mehr als im März 2022. Im gleichen Zeitraum meldeten die regionalen Unternehmen der Arbeitsagentur 2.454 betriebliche Berufsausbildungsstellen, 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Aktuell sind noch 1.498 Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 1.683 Ausbildungsstellen, welche derzeit noch unbesetzt sind. Damit gibt es rein rechnerisch für jede gemeldete Bewerberin und jeden gemeldeten Bewerber mindestens eine freie Ausbildungsstelle.