Der Ostsächsische Arbeitsmarkt im Mai 2023

31.05.2023 | Presseinfo Nr. 17

Wenig Bewegung auf dem ostsächsischen Arbeitsmarkt

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:

  • Arbeitslosenzahl im Mai: 19.020 Menschen
    ▪ Veränderung zum Vormonat: -329 Menschen / -1,7 Prozent
    ▪ Veränderung zum Mai 2022: +2.593 Menschen / +15,8 Prozent
     
  • aktuelle Arbeitslosenquote: 7,0 Prozent
    Veränderung zum Vormonat: - 0,1 Prozentpunkt
    Veränderung zum Mai 2022: +1,0 Prozentpunkte
     
  • Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 3.549 Stellen
    ▪ Veränderung zum Vormonat: -134 Stellen / -3,6 Prozent
    ▪ Veränderung zum Mai 2022: -1.632 Stellen / -31,5 Prozent

„Durch die schwache Konjunktur herrscht aktuell wenig Bewegung auf dem ostsächsischen Arbeitsmarkt, wodurch sich die Frühjahrsbelebung im Mai sehr schwach fortgesetzt hat. Die Arbeitgeber halten überwiegend ihr Personal, die Zahl der Arbeitslosmeldungen nahm im Vergleich zum April weiter ab. Die Unternehmen sind bei Neueinstellungen weiterhin zurückhaltend, dadurch konnten weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Erwerbstätigkeit beenden als noch im Vormonat“, so Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.

Arbeitslosigkeit:

Im Mai 2023 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen 19.020 Arbeitslose gemeldet, 329 Personen und 1,7 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,0 Prozent und sank um 0,1 Prozentpunkt gegenüber dem Vormonat.

Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 1,0 Prozentpunkte höher als im Mai 2022. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen bei den Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, weil diese die geflüchteten Menschen aus der Ukraine betreuen. So waren im Mai 2023 1.327 gemeldete erwerbsfähige Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit bei den Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz als arbeitslos registriert, 1.280 Personen mehr als im Juni 2022. Deshalb liegt die Arbeitslosenquote der gemeldeten Arbeitslosen im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter Bautzen und Görlitz mit 4,7 Prozent deutlich über dem Niveau von Mai 2022 (damals 3,9 Prozent).

Insgesamt registrierten die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz im Bereich der Grundsicherung im Mai 2023 12.834 Arbeitslose. Das sind 90 Personen (-0,7 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 2.138 Personen (+20,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren bei der Agentur für Arbeit Bautzen im Mai 2023 6.186 Menschen arbeitslos gemeldet, 239 Personen (-3,7 Prozent) weniger als im April 2023, aber 455 Personen (7,9 Prozent) mehr als im Mai 2022. Die Arbeitslosenquote der gemeldeten Arbeitslosen im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Bautzen liegt bei 2,3 Prozent, mit einem Plus von 0,2 Prozentpunkten leicht über dem Vorjahresniveau.

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 22.993 Personen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung liegt bei 82,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im Mai 2023 bei 8,4 Prozent und blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Vergleich zu Mai 2022 stieg die Unterbeschäftigungsquote um 1,1 Prozentpunkte.

Arbeitskräftenachfrage:

Die Zahl der neu gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen lag im Mai 2023 bei insgesamt 725. Das sind 129 Stellen weniger als im Vormonat (-15,1 Prozent), 164 Stellen (-18,4 Prozent) weniger als im Mai 2022. Im Vergleich zum Vorjahr meldeten die Unternehmen besonders in der Zeitarbeit weniger offene Arbeitsstellen an die Arbeitsagentur (-87 Stellen), aber auch in anderen Bereichen, wie dem verarbeitenden Gewerbe (-56 Stellen) sowie dem Baugewerbe (-10 Stellen) ging die Nachfrage zurück.

Derzeit sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 3.549 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand, 134 Stellen (-3,6 Prozent) weniger als im Vormonat und 1.632 Stellen (-31,5 Prozent) weniger als im Mai 2022.

Die meisten Arbeitsstellen sind aktuell in den Bereichen des verarbeitenden Gewerbes (703), in der Zeitarbeit (639), in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (449), im Gesundheits- und Sozialwesen (348) sowie dem Handel und der Instandhaltung sowie Reparatur von Kraftfahrzeugen (286) gemeldet.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld:

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Im April 2023 mussten 33 regionale Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Hinter diesen Anzeigen standen 323 Beschäftigte. Das waren 17 Betriebe und 482 Arbeitnehmer weniger als im März 2023.

Im April kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten aus dem Baugewerbe (14 Anzeigen) sowie dem verarbeitenden Gewerbe (12 Anzeigen).

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Januar 2023 zur Verfügung. Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im Januar 2023 77 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 1.083 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren genauso viele Betriebe wie im Dezember 2022, aber 606 Kurzarbeiter weniger. Rechnerisch waren damit im Januar 2023 0,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort im Arbeitsagenturbezirk Bautzen von Kurzarbeit betroffen.

Arbeitsagentur rät: Jetzt Ausbildung klarmachen!

Auf dem ostsächsischen Ausbildungsmarkt ist derzeit noch viel Bewegung und die Chancen auf eine Lehrstelle sind sehr gut. Im laufenden Berichtsjahr 2022/2023 haben sich seit Beginn insgesamt 2.487 Mädchen und Jungen bei der Berufsberatung gemeldet. 1.414 Schülerinnen und Schüler sind Ende Mai noch ohne Ausbildungszusage. Dem gegenüber wurden der Agentur für Arbeit Bautzen 2.635 Ausbildungsplätze gemeldet, 1.514 sind aktuell noch offen.

„Ich empfehle allen jungen Menschen, die noch auf Ausbildungssuche sind, sich bei der Berufsberatung zu melden. Wir beraten persönlich an den Schulen und haben unsere Online-Angebote ausgebaut. Darüber hinaus sollten sich alle Jugendlichen auch selbst ein Bild verschaffen und über Praktika oder Ferienjobs ausprobieren, welcher Beruf wirklich den eigenen Interessen und Talenten entspricht. Ausbildungsmessen, wie der Berufemarkt in Kamenz am 3. Juni sowie der Insidertreff in Löbau am 11. Juni, sind ausgezeichnete Gelegenheiten, um einen Überblick über die regionalen Ausbildungsbetriebe, Schulen sowie Studieneinrichtungen zu erhalten und mit ihnen in Kontakt zu kommen. Also vorbeikommen und Ausbildung klarmachen!“, so Kathrin Groschwald.