30.09.2022 | Presseinfo Nr. 42

Der ostsächsische Arbeitsmarkt im September 2022

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin aufnahmefähig
 

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:
  • Arbeitslosenzahl im September: 17.004 Menschen
    - Veränderung zum Vormonat: +71 Menschen / +0,4 Prozent
    - Veränderung zum September 2021: -70 Menschen / -0,4 Prozent
  • aktuelle Arbeitslosenquote: 6,2 Prozent
    - Veränderung zum Vormonat: +/- 0,0 Prozentpunkte
    - Veränderung zum September 2021: +/- 0,0 Prozentpunkte
  • Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 4.960 Stellen
    - Veränderung zum Vormonat: -297 Stellen / -5,6 Prozent
    - Veränderung zum September 2021: -670 Stellen / -11,9 Prozent

„Im September nahm die Arbeitslosigkeit erneut etwas zu, denn die Jobcenter erfassen die geflüchteten Menschen aus der Ukraine weiterhin sukzessive in der Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitgeber sind aufgrund der Unsicherheiten und Belastungen derzeit zurückhaltender bei der Personalsuche. So sank die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen im Bestand bei der Arbeitsagentur Bautzen erstmals seit März 2021 wieder unter die Zahl Fünftausend. Dennoch zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin aufnahmefähig. Nach Ende der Urlaubszeit, in der erfahrungsgemäß weniger Neueinstellungen erfolgen, konnten im September wieder mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Erwerbstätigkeit beenden. Besonders ging die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zurück“, so Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.

Arbeitslosigkeit:

Im September 2022 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen 17.004 Arbeitslose gemeldet, 71 Personen mehr als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,2 Prozent und sie bleibt damit gegenüber August dieses Jahres sowie September letzten Jahres unverändert. Diese Entwicklung ist durch den Zugang ukrainischer Geflüchteter in der Grundsicherung beeinflusst, denn nach dem Zuständigkeitswechsel von den Ausländerämtern zu den Jobcentern werden die erwerbsfähigen Personen sukzessive in der Arbeitslosenstatistik erfasst.

Die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten im September 2022 zusammen 11.255 Arbeitslose in der Grundsicherung. Das sind 239 Personen (+2,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 180 Personen (+1,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Jobcentern der Landkreise Bautzen und Görlitz waren im September 2022 insgesamt 1.680 ausländische Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet, 237 Personen (+16,4 Prozent) mehr als im Vormonat und 563 Personen (+50,4 Prozent) mehr als im September 2021.

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 20.721 Personen. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Prozent, aber ein Rückgang im Vergleich zum September 2021 um 1,9 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 82,1 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im September 2022 bei 7,5 Prozent.

Im September 2022 nahmen 3.717 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. 409 Personen wurden mit Weiterbildungen gefördert, 948 Menschen nahmen an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung sowie 563 Menschen an Aktivierungsmaßnahmen teil. Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 259).

Arbeitskräftenachfrage:

Die Arbeitgeber sind bei der Personalsuche derzeit zurückhaltender.

Im September 2022 meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service 748 neue freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 147 Stellen (-16,4 Prozent) weniger als im Vormonat sowie 71 Stellen (-8,7 Prozent) weniger als im September 2021.

Aktuell sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 4.960 freie, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand, 279 Stellen (-5,6 Prozent) weniger als im Vormonat und 670 Stellen (-11,9 Prozent) weniger als im September 2021.

Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen im Bestand bei der Arbeitsagentur Bautzen ging im September 2022 in vielen Branchen zurück, so zum Beispiel im verarbeitenden Gewerbe, im Verkehr und der Lagerei, im Baugewerbe, dem Handel, der Arbeitnehmerüberlassung sowie im Gastgewerbe. Nur in den Bereichen der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie der Beseitigung von Umweltverschmutzungen, des Grundstücks- und Wohnungswesens und der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen war ein Anstieg zu verzeichnen. Im Gesundheits- und Sozialwesen blieb die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen nahezu konstant.

Die meisten Stellen gibt es in folgenden Bereichen: Arbeitnehmerüberlassung (1.615), verarbeitendes Gewerbe (827), Gesundheits- und Sozialwesen (429), freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (425) sowie Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (391).

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:

Ende März 2022 belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen auf 203.153 Personen. Gegenüber März 2021 war das eine Zunahme um 1.042 Personen (+0,5 Prozent). Am stärksten nahm die Beschäftigtenzahl mit 1.183 Menschen (+2,4 Prozent) im verarbeitenden Gewerbe zu. Am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung mit einem Rückgang um 1.176 Beschäftigte (–17,6 Prozent).

Stabilitätsanker konjunkturelles Kurzarbeitergeld:  

Das Instrument der Kurzarbeit bleibt weiterhin ein Stabilitätsanker für den Arbeitsmarkt.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Im August 2022 mussten 39 regionale Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Das waren 17 Betriebe mehr als im Juli 2022. Hinter diesen Anzeigen standen 1.110 Beschäftigte.

Im August 2022 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, überwiegend aus dem verarbeitenden Gewerbe (27 Anzeigen), darunter aus der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (17 Anzeigen) und der Herstellung von Möbeln (drei Anzeigen).

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis April 2022 zur Verfügung. Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im April 2022 365 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 3.149 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren 132 Betriebe und 1.216 Kurzarbeiter weniger als im April 2022.