03.05.2022 | Presseinfo Nr. 22

Der ostsächsische Arbeitsmarkt im April 2022

Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort

Überblick zum Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bautzen:

  • Arbeitslosenzahl im April: 16.912 Menschen
    -  Veränderung zum Vormonat: -569 Menschen / -3,3 Prozent
    '-  Veränderung zum April 2021: -2.139 Menschen / -11,2 Prozent
  • aktuelle Arbeitslosenquote: 6,1 Prozent
    -  Veränderung zum Vormonat: -0,2 Prozentpunkte
    -  Veränderung zum April 2021: -0,7 Prozentpunkte
  • Bestand sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstellen: 5.080
    -  Veränderung zum Vormonat: -164 Stellen / -3,1 Prozent
    -  Veränderung zum April 2021: +126 Stellen / +2,5 Prozent

„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzte sich im April weiter fort. Rund 1.300 Personen konnten durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die hohe Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hält weiter an. Die Vermittler im Arbeitgeber-Service nahmen im zurückliegenden Monat knapp 900 neue Stellenangebote entgegen. Insbesondere werden in den Bereichen des verarbeitenden Gewerbes, des Gesundheits- und Sozialwesens sowie im Handel neue Arbeits- und Fachkräfte gesucht. Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung und zeigt sich aufnahmefähig“, so Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bautzen.

Arbeitslosigkeit:

16.912 Personen waren im April 2022 von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 569 Personen weniger als im Vormonat.
Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,1 Prozent und ist um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat sowie um 0,7 Prozentpunkte gegenüber April 2021 gesunken.

Die kommunalen Jobcenter der Landkreise Bautzen und Görlitz registrierten im April 2022 zusammen 10.885 Arbeitslose in der Grundsicherung. Von diesen entfallen 4.843 auf den Landkreis Bautzen und 6.042 auf den Landkreis Görlitz. Im Vergleich zu April 2021 sank die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung um 210 Menschen (-1,9 Prozent).

Unterbeschäftigung:

Die Unterbeschäftigung, die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeits-marktpolitischen Maßnahmen, belief sich insgesamt auf 20.631 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum April 2021 um 9,6 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 82,0 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote im April 2022 bei 7,4 Prozent.

Im April 2022 nahmen 3.720 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. 464 Personen wurden mit Weiterbildungen gefördert, 768 Menschen nahmen an Arbeitsgelegenheiten in der Grundsicherung sowie 739 Menschen an Aktivierungsmaßnah-men teil. Ein kleinerer Teil dieser Frauen und Männer stand aus anderen Gründen der Vermittlung nicht zur Verfügung und war deshalb nicht arbeitslos (zum Beispiel wegen Krankheit: 313).

Arbeitskräftenachfrage:

Im aktuellen Berichtsmonat meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service 883 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 54 Stellen (+6,5 Prozent) mehr als im Vormonat sowie 47 Stellen (+5,6 Prozent) mehr als im April 2021. Im Vorjahresvergleich stieg unter anderem die Nachfrage im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wozu die Arbeitnehmerüberlassung gehört. Ebenso verstärkte sich die Nachfrage in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Dazu gehören beispielhaft Steuer- und Lohnbüros, Rechtsanwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Ein Rückgang der Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem April 2021 war im verarbeitenden Gewerbe zu beobachten.

Aktuell sind in der Arbeitsagentur Bautzen insgesamt 5.080 freie, sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen im Bestand. Die meisten Stellen gibt es in folgenden Bereichen: Arbeitnehmerüberlassung (1.327), verarbeitendes Gewerbe (909), Gesundheits- und Sozialwesen (455), Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (452) und Baugewerbe (346).

Stabilitätsanker konjunkturelles Kurzarbeitergeld:

Das Instrument der Kurzarbeit bleibt weiterhin ein Stabilitätsanker für den Arbeitsmarkt.
Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Im März 2022 mussten 75 regionale Betriebe Kurzarbeit neu anzeigen, weil von einem Arbeitsausfall auszugehen war oder die ursprüngliche Anzeige verlängert werden musste. Das waren elf Betriebe weniger als im Februar 2022. Hinter diesen Anzeigen standen 1.846 Beschäftigte.

Im März 2022 kamen die meisten Betriebe, welche Kurzarbeit neu anzeigen mussten, aus den folgenden Branchen:

  • 1. Metall- und Elektro-, Stahlindustrie: 29 Anzeigen
  • 2. Baugewerbe: 13 Anzeigen
  • 3. Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen): 8 Anzeigen

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Dezember 2021 zur Verfügung. Nach aktuellen Hochrechnungen haben bislang im Dezember 2021 1.215 Betriebe konjunkturelles Kurzarbeitergeld für insgesamt 7.003 beschäftigte Frauen und Männer beantragt. Das waren 357 Betriebe und 1.618 Kurzarbeiter mehr als im November 2021.