03.03.2020 | Presseinfo Nr. 4

Zuwanderung als Chance für den regionalen Arbeitsmarkt

Die Beschäftigung im Agenturbezirk Bayreuth-Hof ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Juni 2019 waren in den Städten Bayreuth und Hof sowie in den Landkreisen Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel 193.192 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Seit 2014 bedeutet das einen Zuwachs um 14.455 oder 8,1 Prozent.

„Die vielerorts nach wie vor gute Auftragslage in vielen Unternehmen war in der Vergangenheit entscheidende Grundlage des deutlichen Beschäftigungsaufbaus. Dieser hält auch aktuell – trotz eingetrübter Konjunktur – in einigen Branchen weiter an und sorgt für eine immer noch hohe Arbeitskräftenachfrage. Dieser langjährigen Entwicklung und letztlich dem demografischen Wandel kann das inländische Arbeitskräftepotenzial allein nicht mehr genügen", erklärt Sebastian Peine, Chef der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof. „Die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte trägt stark zum Beschäftigungsanstieg in der Region bei. Ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben von der starken Nachfrage der Betriebe überproportional profitiert. Insbesondere der erleichterte Arbeitsmarktzugang durch die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit und schließlich die Flüchtlingswelle der Folgejahre haben diesen starken Beschäftigungsanstieg von Nichtdeutschen mit ermöglicht", so Peine weiter.

Im Juni 2019 waren im Agenturbezirk 7.352 Inländer mehr sozialversiche-rungspflichtig beschäftigt als vor fünf Jahren. Das bedeutet einen Zuwachs von 4,3 Prozent. Die Anzahl von ausländischen Arbeitnehmern ist im gleichen Zeitraum um 7.103 oder 82,1 Prozent auf 15.750 angewachsen. Etwa die Hälfte davon (7.684) kamen aus den osteuropäischen EU-Staaten.

Aktuell kommt die größte Gruppe von ausländischen Arbeitnehmern mit 3.865 Beschäftigten aus Tschechien, gefolgt von 2.049 türkischen und 1.249 polnischen Staatsbürgern. Die Anzahl der Beschäftigten aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern ist seit 2014 um 1.020 auf 1.165 Personen gestiegen. Mit 557 sind die meisten davon aus Syrien. Die Mehrzahl der Fluchtzuwanderer haben im Verarbeitende Gewerbe, im Handel und im Gastgewerbe Fuß gefasst.

„Anhaltend hoher Arbeitskräftebedarf, voranschreitende Digitalisierung und letztlich der demografische Wandel verschärfen den Personalbedarf weiter und stellen die Region vor große Herausforderungen. So bleibt es für die Arbeitsagentur Bayreuth-Hof weiterhin eine Kernaufgabe, der stetig wachsenden Arbeitskräftenachfrage möglichst gerecht zu werden. Im Besonderen gilt es dort, wo Engpässe entstehen, gezielte Lösungen zu entwickeln", betont Peine.

Jüngstes Instrument, um die Zuwanderung aus dem Ausland zu fördern, ist das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Es gilt als weiterer wichtiger Schritt, Deutschland als Einwanderungsland attraktiver zu machen. So sollen künftige Beschäftigungszuwächse unterstützt, die Sozialsysteme stabilisiert und letztlich der gesellschaftliche Wohlstand gesichert werden.

Am 1. März 2020 tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) in Kraft. Es soll die Einwanderung qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Drittstaaten erleichtern. Doch: Auch, wenn das neue Gesetz Erleichterungen bringt, mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz kommen nicht automatisch und schnell tausende zusätzliche Fachkräfte nach Deutschland. So bleibt die Anerkennung der Qualifikation für Fachkräfte mit Berufsausbildung nach wie vor Voraussetzung. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Frage: Wer gilt als „Fachkraft"?

Grundsätzlich ist die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten aber nur eine Strategie von mehreren, um dem steigenden Fachkräftebedarf in der Region zu begegnen. Es gilt weiterhin, die Potenziale des heimischen Arbeits-marktes bestmöglich auszuschöpfen", so Peine abschließend.

Blick in die Städte und Kreise (Stichtag: 30.06.2019)

Stadt Bayreuth

- SVB insgesamt: 48.024

davon Ausländer: 3.957 (Anteil: 8,2%)

- Beschäftigungszunahme zu 2014: +3.580 Personen (+ 8,1%)

davon Ausländer: + 1.792 (+82,8%)

 

Landkreis Bayreuth

- SVB insgesamt: 24.249

davon Ausländer: 1.671 (Anteil: 6,9%)

- Beschäftigungszunahme zu 2014: +1.551 Personen (+ 6,8%)

davon Ausländer: + 695 (+71,2%)

 

Landkreis Kulmbach

- SVB insgesamt: 28.148

davon Ausländer: 1.594 (Anteil: 5,7%)

- Beschäftigungszunahme zu 2014: +2,077 Personen (+ 8,0%)

davon Ausländer: + 903 (+130,7%)

 

Stadt Hof

- SVB insgesamt: 24.739

davon Ausländer: 2.458 (Anteil: 9,9%)

- Beschäftigungszunahme zu 2014: +1.145 Personen (+ 4,9%)

davon Ausländer: + 796 (+47,9%)

 

Landkreis Hof

- SVB insgesamt: 38.271

davon Ausländer: 2.929 (Anteil: 7,7%)

- Beschäftigungszunahme zu 2014: +3.649 Personen (+ 10,5%)

davon Ausländer: + 1,478 (+101,9%)

 

Landkreis Wunsiedel

- SVB insgesamt: 29.761

davon Ausländer: 3.141 (Anteil: 10,6%)

- Beschäftigungszunahme zu 2014: +2,453 Personen (+ 9,0%)

davon Ausländer: + 1.439 (+84,5%)