Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt moderat an - auch zum Jahresende weiter hoher Arbeitskräftebedarf

„Die aktuelle Arbeitslosenstatistik im Agenturbezirk Bayreuth-Hof zeigt ein typisches Bild für den Berichtsmonat Dezember. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat im saisonüblichen Rahmen an. Der Anstieg fiel in diesem Jahr geringer aus als im Vorjahr.

03.01.2023 | Presseinfo Nr. 1

Insgesamt waren im Dezember rund 600 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als im Dezember des Vorkrisenjahres 2019. Auch zum Jahresende melden uns die Arbeitgeber der Region weiterhin einen hohen Bedarf an Mitarbeitenden. Die Stellenmeldungen liegen sogar über den Werten von Dezember 2019“, berichtet Sebastian Peine, Chef der Arbeitsagentur Bayreuth-Hof. 

Die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Bayreuth-Hof im Dezember 2022: 
+357 auf 9.727 (+ 3,8 Prozent)
Arbeitslosenquote: + 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +1.058 (+ 12,2 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 3,4 Prozent

Aktuell sind im Agenturbezirk 9.727 Personen arbeitslos gemeldet, 357 mehr als im Vormonat und 1.058 mehr als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 3,8 Prozent. Im November betrug sie 3,7 Prozent und im Dezember 2021 3,4 Prozent. Wie im Dezember üblich, gab es vermehrt Arbeitslosmeldungen von Saisonbeschäftigten. Die Zahl der Arbeitslosen hat bei allen Alters- und Personengruppen gegenüber dem Vormonat zugenommen. Lediglich die Zahl der arbeitslosen Frauen verzeichnete einen schwachen Rückgang. Dieser steht im Zusammenhang mit weiteren Eintritten in Integrationskursen für Ukrainerinnen. Insgesamt waren im Dezember im Agenturbezirk Bayreuth-Hof 2.810 geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer im erwerbsfähigen Alter registriert. 1.069 von ihnen sind aktuell arbeitslos, 1.038 besuchen in Integrationskurse.
„Auch im Vorjahresvergleich werden die Arbeitslosenzahlen durch die Geflüchteten aus der Ukraine beeinflusst: Es sind 68,2 Prozent mehr Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit von Arbeitslosigkeit betroffen, 17,5 Prozent mehr Frauen sowie 53,8 Prozent mehr Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Einen erfreulichen Rück-gang gab es bei den Langzeitarbeitslosen: Es waren 229 oder 8,7 Prozent Arbeitslose weniger als im Vorjahr zu verzeichnen, die bereits länger als ein Jahr nach einer Beschäftigung suchen“, so Peine.

Umfassender als die Arbeitslosigkeit bildet die Unterbeschäftigung alle Personen ab, welchen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Zusätzlich werden Personen einbezogen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder an Sprachkursen teilnehmen. Nicht berücksichtigt wird dabei die Kurzarbeit. Die Zahl der Personen in Unterbeschäftigung ist annähernd proportional zur Arbeitslosigkeit gestiegen. 13.570 Personen waren von Unterbeschäftigung betroffen, 484 mehr als im Vormonat und 1.663 mehr als im Vorjahresmonat.

Die Nachfrage nach neuem Personal war trotz aller krisenbedingter Schwierigkeiten im Dezember auf hohem Niveau spürbar. Bei den Arbeitgeber-Services gingen 16 Stellen mehr ein als im November. Gegenüber Dezember 2021 waren es 53 Stellenmeldungen weniger. Verglichen mit Dezember 2019 vor Pandemiebeginn wurden 307 offene Stellen mehr gemeldet. Das aktuelle Angebot liegt insgesamt bei einem Bestand von 8.604 gemeldeten Stellen. Im Vorjahresmonat waren es 7.832, im Dezember 2019 5.645.
„Der Arbeitsmarkt zeigt sich also auch zum Jahresende weiterhin stabil. Hohe Energiepreise, Materialengpässe und Preissteigerungen beeinträchtigen aber die wirtschaftliche Entwicklung, so dass die Betriebe der Region zum Beispiel bei Neueinstellungen zurückhaltender sind. Trotz Abschwächung ist die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber weiterhin sehr hoch und liegt über dem Vorkrisenniveau“, betont Agenturchef Peine.


Überblick nach Regionen 

Stadt Bayreuth 

Arbeitslosenzahl im Dezember: + 10 auf 1.832 (+ 0,5 Prozent)
Arbeitslosenquote: gleichbleibend bei 4,5 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 291 (+ 18,9 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 3,8 Prozent

Landkreis Bayreuth 

Arbeitslosenzahl im Dezember: + 59 auf 1.816 (+ 3,4 Prozent)
Arbeitslosenquote: + 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 333 (+ 22,5 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 2,5 Prozent

In der Region Bayreuth stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat saisonüblich, im Landkreis deutlicher als im Stadtgebiet. Insgesamt fiel der Anstieg jedoch moderater aus als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zu Dezember 2019 waren rund 350 Personen mehr arbeitslos.
„Neben den saisonalen Entwicklungen waren auch viele Einflüsse durch die Arbeit mit den Geflüchteten aus der Ukraine spürbar. So gab es auch im Bayreuther Raum im Dezember einen maßnahmebedingten Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Frauen. Im Vorjahresvergleich fallen in diesem Zusammenhang die enormen An-stiege bei den ausländischen Arbeitslosen insgesamt sowie bei den Frauen und den Jüngeren auf“, erklärt Sebastian Peine, Vorsitzender der Geschäftsführung. In Stadt und Landkreis Bayreuth lebten im Dezember insgesamt rund 660 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Mitglied mit der Staatsangehörigkeit Ukraine. In Integrationskursen zum Erwerb von Deutschkenntnissen befinden sich aktuell rund 290 Personen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im Dezember insgesamt verhaltener als im Vormonat. Mit 473 neuen Meldungen gingen 79 Stellen weniger ein. Im Vergleich zu Dezember 2021 waren es 42 weniger.
Insgesamt waren zum Jahresende 3.089 offene Stellen quer durch alle Berufe und Branchen im Angebot, 162 mehr als Ende 2021 und 702 mehr als im Dezember 2019.


Stadt Hof

Arbeitslosenzahl im Dezember: + 57 auf 1.368 (+ 4,3 Prozent)
Arbeitslosenquote: + 0,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 124 (+ 10,0 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 5,1 Prozent

Landkreis Hof

Arbeitslosenzahl im Dezember: + 66 auf 1.678 (+ 4,1 Prozent)
Arbeitslosenquote: + 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 100 (+ 6,3 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 3,1 Prozent

Zum Jahresende waren in der Region Hof saisonbedingt und saisonüblich mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vormonat. Insgesamt fiel der Anstieg aber geringer aus als im Vorjahresmonat. Verglichen mit Dezember 2019 vor Ausbruch der Pandemie waren rund 240 Menschen mehr arbeitslos.
„Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt im Raum Hof waren überwiegend von saisonalen Einflüssen geprägt. Vermehrt meldeten sich Saisonkräfte mit Wiedereinstellungszusagen für das Frühjahr arbeitslos. Wie im Winter üblich, gingen die Arbeitsaufnahmen zurück. Im Vorjahresvergleich dominieren die Auswirkungen durch den Zuzug der Geflüchteten aus der Ukraine mit überdurchschnittlichen Anstiegen bei Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sowie bei den Frauen und jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren“, so die Dezemberbilanz von Agenturleiter Sebastian Peine. In Stadt und Landkreis Hof waren insgesamt rund 646 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Mitglied mit ukrainischer Staatsangehörigkeit zu verzeichnen. 321 Personen befinden sich aktuell in einer Maßnahme zum Erwerb von Deutschkenntnissen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften legte zum Ende des Jahres nochmals zu. 520 offene Stellen wurden neu gemeldet, 334 allein im Landkreis Hof. Gegenüber November gingen damit 109 Stellenmeldungen mehr ein. Damit erreichen die Stellenzugänge exakt den Vorjahreswert.
Insgesamt waren 2.835 Angebote im Bestand, 51 mehr als im November, 287 mehr als im Dezember 2021 und 1.176 mehr als im Dezember 2019 vor der Krise.


Landkreis Kulmbach

Arbeitslosenzahl im Dezember: + 104 auf 1.406 (+ 8,0 Prozent)
Arbeitslosenquote: + 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 179 (+ 14,6 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 3,0 Prozent

Zum Jahresende waren im Landkreis Kulmbach, wie im Dezember üblich, mehr Arbeitslose zu verzeichnen als im Vormonat. Der Anstieg fiel dabei allerdings deutlicher aus als im Vorjahresmonat. Verglichen mit Dezember 2019 vor Pandemiebeginn waren 99 Menschen mehr arbeitslos.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat betrifft fast ausschließlich Personen, die sich saisonbedingt arbeitslos melden mussten. Betroffen sind hauptsächlich das Baugewerbe, der Garten- und Landschaftsbau, der Hoch- und Tiefbau sowie der Straßen- und der Rohrleitungsbau. Auch aus der Tourismusbranche und aus Freizeiteinrichtungen erfolgten Arbeitslosmeldungen. Einige Arbeitnehmer wurden entlassen, weil deren Arbeitgeber die hohen Energiekosten in der Winterzeit nicht schultern können und zudem Probleme bei der Materialbeschaffung bestehen. Die meisten Betroffenen haben aber die Zusicherung ihrer bisherigen Arbeitgeber, im Frühjahr 2023 wieder eingestellt zu werden.
Auch im Kulmbacher Raum dominieren im Vergleich zum Vorjahr die Einflüsse durch den Zuzug der Geflüchteten aus der Ukraine mit einem überdurchschnittlichen Plus bei Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit, Frauen und Arbeitslosen unter 25 Jahren“, erklärt Sebastian Peine, Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof. Im Landkreis Kulmbach leben insgesamt rund 230 Bedarfsgemeinschaften, die mindestens ein Mitglied mit ukrainischem Pass haben. 241 Personen besuchen aktuell eine Maßnahme zum Erwerb von Deutschkenntnissen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging zum Ende des Jahres leicht zurück. 131 offene Stellen wurden neu gemeldet, 14 weniger als im November und 29 weniger als im Dezember 2021.
Im gewerblichen Bereich ist eine jahreszeitlich bedingt nachlassende Nachfrage zu verzeichnen. Die Arbeitgeber planen jedoch bereits für das Frühjahr 2023 und fragen nach Fachkräften für das Bauhaupt- und Nebengewerbe. Derzeit werden vor allem Produktionsmitarbeiter/innen, Kräfte aus dem Metall- und mechanischen Bereich sowie Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klima nachgefragt. Der medizinische Bereich sucht dringend (Zahn-)Medizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten, Altenpfleger, Altenpflegehelfer, Pflegefachleute und (Fach) Ärzte. Weiterhin wird Personal für das Hotel- und Gaststättengewerbe (Servicekräfte, Köche, Küchenhilfen, Reinigungspersonal) benötigt. Es werden derzeit auch gerne kaufmännische Fachkräfte eingestellt. Insgesamt waren im Dezember 1.388 Stellenangebote im Bestand, 10 weniger als im November, 83 mehr als im Dezember 2021 und 501 mehr als im Dezember 2019 vor der Pandemie.


Landkreis Wunsiedel

Arbeitslosenzahl im Dezember: + 61 auf 1.627 (+ 3,9 Prozent)
Arbeitslosenquote: + 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 31 (+ 1,9 Prozent)
Arbeitslosenquote im Vorjahr: 4,1 Prozent 

Im Landkreis Wunsiedel stieg die Zahl der Arbeitslosen im Dezember saisonüblich an. Der Anstieg war aber deutlich moderater als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zu Dezember 2019 waren 89 Männer und Frauen mehr arbeitslos. Der Landkreis hat damit den geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr im Agenturbezirk.
„Im Dezember zeigte sich der Arbeitsmarkt im Landkreis Wunsiedel stabil und von typischen saisonalen Einflüssen geprägt. Vermehrt wurden Saisonbeschäftigte arbeitslos, die in der Regel im Frühling wieder in ihre angestammten Betriebe zurückkehren. Wie in den Wintermonaten üblich konnten weniger Arbeitsaufnahmen realisiert werden. Auch im Landkreis Wunsiedel sind im Vergleich zum Vorjahr die Auswirkungen durch die Geflüchteten aus der Ukraine auffällig, insbesondere mit überdurchschnittlichen Anstiegen bei den Arbeitslosen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren“, bilanziert Agenturchef Sebastian Peine die Entwicklungen im Dezember. Im Landkreis Wunsiedel waren rund 280 Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem Mitglied mit ukrainischer Staatsangehörigkeit zu verzeichnen. 185 Personen besuchen aktuell einen Integrationskurs zum Erwerb von Deutschkenntnissen.

Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften war im Dezember ungebremst. Beim Arbeitgeber-Service gingen 210 Vermittlungsaufträge ein, ebenso viele wie im November und auch 18 mehr als im Dezember vor einem Jahr.
Im Bestand waren 1.292 Stellenangebote, 57 weniger als im Vormonat, 240 mehr als im Dezember 2021 und auch 580 mehr als vor der Krise im Dezember 2019.

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