30.06.2022 | Presseinfo Nr. 11

Sondereffekt lässt Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß wachsen

- Zahl der Arbeitslosen steigt durch Übergang ukrainischer Geflüchteter zu Jobcentern sprunghaft an
- Arbeitsstellenangebot wächst weiter
- Beschäftigung in der Region über Vorjahres- und Vorkrisenniveau

Monat Vormonat Vorjahresmonat Veränderung zum Vorjahresmonat
Arbeitslose 9.240 8.193 9.622

- 382

- 4,0%

Arbeitslosenquote 3,6% 3,2% 3,8%

„Normalerweise geht im Juni die Zahl der Arbeitslosen in der Region zurück. In diesem Jahr wird dies allerdings von einem Sondereffekt überlagert. Die aktuelle Entwicklung der Arbeitslosigkeit ist maßgeblich durch den Zugang von ukrainischen Staatsangehörigen beeinflusst. Ohne diesen Effekt hätte es einen Rückgang der Arbeitslosigkeit gegeben, wenn auch etwas schwächer als in den Vorjahren“, fasst der Chef der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof, Sebastian Peine, die Juni-Bilanz zusammen.

Der Krieg in der Ukraine hat auch zu einer starken Fluchtbewegung in die Region Bayreuth-Hof geführt. Der Aufenthaltsstatus der Geflüchteten ermöglicht den Zugang zum Arbeitsmarkt. Erste Bewegungen waren daher schon im Mai 2022 im Bereich des SGB III zu beobachten. Erheblich stärkere Auswirkungen gab es nun im Juni 2022: Seit Juni werden die Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, von den Jobcentern betreut und haben bei Hilfebedürftigkeit Anspruch auf Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende.

„Der Übergang von der kommunalen Betreuung in die Grundsicherung ist im Agenturbezirk gut gelungen, so dass insbesondere die Geldleistungen sichergestellt werden konnten. Insgesamt waren im Juni in der Region Bayreuth-Hof rund 2.000 Ukrainerinnen und Ukrainer im erwerbsfähigen Alter registriert. Hierzu zählen auch Personen, die aktuell keine Arbeit suchen, zum Beispiel wegen Kinderbetreuung, Schulbesuch oder langfristiger Erkrankung.
Bei rund 1.200 dieser Personen konnten ergänzend bereits die Voraussetzungen der Arbeitslosigkeit in weiterführenden Beratungsgesprächen geklärt werden. So kommt es im Juni 2022 zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat, was sich insbesondere bei den Personengruppen der Frauen, der Jüngern und der Ausländer im Rechtskreis des SGB II auswirkt“, erläutert Peine die aktuellen Entwicklungen.

Der sprunghafte Anstieg im Vergleich zum Vormonat schwächt den bisher deutlichen Rückgang der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr auf einen moderaten Rückgang ab und lässt die Arbeitslosenquote auf 3,6 Prozent ansteigen.