29.07.2022 | Presseinfo Nr. 13

Dynamik lässt nach

- Zahl der Arbeitslosen steigt moderat
- Aktuelle Arbeitskräftenachfrage geht weiter zurück
- Ausbildungsmarkt mit vielfältigem Angebot

Monat Vormonat Vorjahresmonat Veränderung zum Vorjahresmonat
Arbeitslose 9.478 9.240 9.224

+ 254

- 2,8%

Arbeitslosenquote 3,7% 3,6% 3,6%

„Nach dem sprunghaften Anstieg im Juni ist auf dem regionalen Arbeitsmarkt wieder etwas Normalität eingekehrt. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat saisonüblich leicht an. Normalerweise ist der Anstieg von Juni auf Juli eines Jahres auf die zu dieser Zeit steigende Anzahl an arbeitslosen Jugendlichen zurückzuführen. Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosen insgesamt ist jedoch überwiegend auf die starke Zunahme der arbeitslosen Ausländer, bedingt durch den Übergang der Geflüchteten aus der Ukraine in die Betreuung der Jobcenter, zurückzuführen. Besonders wird der Aufwuchs im Vergleich zum Vorjahr sichtbar. Einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat hätte es aber auch ohne diesen Effekt gegeben“, erläutert Sebastian Peine, Leiter der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof, die regionalen Entwicklungen im Juli.

Die Zahl der in der Region Bayreuth-Hof registrierten Ukrainerinnen und Ukrainer im erwerbsfähigen Alter stieg auf 2.459 Personen Hierzu zählen auch Personen, die aktuell aus verschiedenen Gründen nicht für eine Vermittlung zur Verfügung stehen. 1.323 von ihnen können und wollen aktuell eine Arbeit suchen und sind daher arbeitslos.

Auch die Unterbeschäftigung spiegelt die aktuelle Entwicklung wieder. So waren 12.791 Personen betroffen, 386 mehr als im Vormonat, aber nur noch 26 weniger als im Juni des Vorjahres. Die Unterbeschäftigung bildet umfassender als die Arbeitslosigkeit alle Personen ab, welchen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es werden zusätzlich Personen einbezogen, die nicht als arbeits-los gelten. Die Kurzarbeit wird dabei nicht berücksichtigt.

Trotz des anhaltendenden Rekordbestandes an offenen Stellen machen sich die ersten Anzeichen für Auswirkungen der aktuellen Krisen bemerkbar. So hat die Dynamik der Nachfrage nach Arbeitskräften im vergangenen Monat merklich nachgelassen. Der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen ging im Vergleich zum Vormonat und Vorjahresmonat spürbar zurück. Im Juli wurden 1.279 offene Stellen neu gemeldet, 253 weniger als im Vormonat und auch 735 weniger als im Juli 2021. Mit 11.625 Stellenmeldungen seit Jahresbeginn liegt das Angebot aber noch um 1.215 Stellen über dem Wert des Vorjahreszeitraumes. Die Nachfrage bleibt weiterhin sehr hoch und der Fachkräftebedarf ein drängendes Thema.

Aus Sicht derer, die sich noch für eine Berufsausbildung interessieren, bietet der regionale Ausbildungsmarkt eine recht günstige Situation. 2.085 Ausbildungsplätze stehen noch zur Verfügung. Von A wie Augenoptik bis Z wie Zweiradmechatronik steht damit den aktuell 549 Ausbildungsplatzsuchenden noch eine breite und attraktive Angebotspalette für den Einstig in die berufliche Zukunft zur Verfügung.
„Eine betriebliche Berufsausbildung vermittelt nicht nur Vielfalt, Praxis und ein breites Wissen, sondern auch einen optimalen Start in einen entscheidenden Lebensabschnitt. Schülerinnen und Schüler, die noch unentschlossen sind, sollten jetzt einen Gesprächstermin mit unserer Berufsberatung vereinbaren“, rät Sebastian Peine. Dies ist unter der Telefonnummer 0800 4 5555 00 kostenlos möglich.
Viele Unternehmen der Region zeigen sich kreativ und bieten auch Aktionstage und Infotage direkt in den Unternehmen an, um Azubis zu gewinnen.

Auch wenn der offizielle Ausbildungsstart Anfang September schon in Sichtweite ist – kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: „Wir werden mindestens bis Jahresende alles daransetzen, allen Ausbildungsinteressierten durch gezielte Nachvermittlungsaktionen einen passenden Ausbildungsplatz zu vermitteln. Auch zu Fördermöglichkeiten, die einen Berufseinstieg erleichtern können, wie Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Einstiegsqualifizierungen oder einer Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen informiert unsere Berufsberatung ganz individuell“, so Peine.

Von neu eingegangenen Anzeigen auf Kurzarbeit waren im letzten Monat bis zu 290 Personen betroffen.
Die aktuellsten Hochrechnungen zur tatsächlich eingetretenen Kurzarbeit liegen für Februar 2022 vor und gehen von 3.039 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in 566 Betrieben aus.