30.11.2022 | Presseinfo Nr. 18

Arbeitsmarkt weiter stabil

• Zahl der Arbeitslosen geht im November nochmals leicht zurück - Vorjahresabstand nimmt aber weiter zu
• Arbeitskräftenachfrage bleibt trotz Unsicherheiten hoch
• Menschen mit Behinderung haben es auch weiterhin schwerer auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenzahl im Agenturbezirk Bayreuth-Hof im November 2022:
-44 auf 9.370
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+1148
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
unverändert bei 3,7 Prozent

„Trotz des nahenden Winters und zunehmender saisonbedingter Arbeitslosmeldungengab es im November auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung, welche die Zahl der Arbeitslosen erneut leicht sinken ließ. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 3,7 Prozent. Sie liegt damit allerdings 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau“, zieht Sebastian Peine, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof, Bilanz für die Region.
Profitieren kann im Vorjahresvergleich weiterhin allein der Personenkreis der Langzeitarbeitslosen. Auch hier wird der Abstand jedoch kleiner. Mit 2.386 Langzeitarbeitslosen waren gegenüber dem Vorjahr 233 Personen weniger registriert, die bereits länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen sank auf gut 25 Prozent.

Schwerbehinderte Menschen

„Schwerbehinderte Menschen haben es hingegen auch aktuell auf dem Arbeitsmarkt schwerer als Personen ohne Handicap. Sie profitieren nicht in gleichem Maße von einer günstigen Arbeitsmarktlage. Daran hat auch der zunehmende Fachkräftemangel bisher nichts geändert. Dabei sind arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung gut qualifiziert. Anteilig finden sich bei schwerbehinderten Arbeitslosen etwas mehr Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung als bei nicht-schwerbehinderten Arbeitslosen. Dennoch gelingt es ihnen seltener, wieder in Beschäftigung zu kommen. Im Zeitverlauf verändert sich die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten trotz deutlich gesunkener Arbeitslosen-zahlen nur wenig“, erklärt Peine.
Im Agenturbezirk Bayreuth-Hof leben rund 20.400 Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren mit einer Schwerbehinderung. Das entspricht einem Anteil von 7 Prozent. Dabei sind nur etwas mehr als 3 Prozent Behinderungen, die bereits von Geburt an bestehen. Im November 2022 waren 1.328 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, 33 mehr als vor einem Jahr. Das entspricht einem Anteil von 14,2 Prozent an allen Arbeitslosen.
„Gerade in Hinblick auf den rasant zunehmenden Fachkräftemangel sollten noch mehr Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ganz selbstverständlich auch auf Menschen mit Behinderung setzen und ihnen die Chance auf eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen. Unsere Beratungs- und Vermittlungsfachkräfte unterstützen zum Beispiel bei der Organisation und Anpassung von Arbeitsplätzen an die Bedürfnisse behinderter Menschen und beraten zu finanziellen Fördermöglichkeiten“, betont der Agenturchef.
Im Rahmen der laufenden bundesweiten „Aktionswoche für Menschen mit Behinderung“ wollen die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter deren wertvollen gesellschaftlichen Beitrag für den Arbeitsmarkt in den Fokus stellen.

Geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer

Im Agenturbezirk Bayreuth-Hof sind die registrierten geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer im erwerbsfähigen Alter nochmals leicht auf 2.771 gestiegen. Rund 40 Prozent von ihnen sind arbeitslos und suchen aktuell nach einer Beschäftigung. In Integrationskursen zum Erwerb von Deutschkenntnissen befinden sich aktuell rund 740 Personen.

Unterbeschäftigung

Die Zahl der Personen in Unterbeschäftigung ist gestiegen. 13.087 Personen waren von Unterbeschäftigung betroffen, 128 mehr als im Vormonat und 1.428 mehr als im Vorjahresmonat.
Die Unterbeschäftigung bildet umfassender als die Arbeitslosigkeit alle Personen ab, welchen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es werden zusätzlich Personen einbezogen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder an Sprachkursen teilnehmen. Die Kurzarbeit wird dabei nicht berücksichtigt.

Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften lag im November trotz spürbarer Unsicherheiten erneut leicht über dem Vormonat. 1.318 offene Stellen wurden neu gemeldet, 36 mehr als im Oktober, aber 93 weniger als im November des Vorjahres. Seit Jahresbeginn wurden 16.789 Stellen gemeldet, 662 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell befinden sich im Agenturbezirk insgesamt 8.708 Stellen im Angebot, die meisten davon unbefristet und mit sofortigem Starttermin. Die Besetzung der offenen Stellen gestaltet sich jedoch zunehmend schwieriger. Im Durchschnitt sind die gemeldeten Stellen 191 Tage offen.
Die größte Nachfrage ist weiterhin im Bereich der Zeitarbeit zu verzeichnen, aber auch das Gesundheits- und Sozialwesen, der Bereich freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, der Handel und das Verarbeitenden Gewerbe melden gleichermaßen hohen Bedarf.

Überblick nach Kreisen:

Bayreuth Stadt und Landkreis Bayreuth

Die Arbeitslosenzahl in der Stadt Bayreuth im November 2022:
-9 auf 1.822
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+315
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
unverändert bei 4,5 Prozent

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis Bayreuth im November 2022:
-26 auf 1.757
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+359
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
-0,1 Prozenpunkte auf 2,9 Prozent

In Stadt und Landkreis Bayreuth war die Zahl der Arbeitslosen erneut leicht rückläufig. Im Landkreis wirkte sich der Rückgang auch auf die Arbeitslosenquote aus, sie sank wieder unter die 3 Prozentmarke. Weiterhin waren hier 25 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet, als im Vorjahresmonat. Lediglich beim Personenkreis der Langzeitarbeitslosen gab es 13 Arbeitslose weniger. Im Stadtgebiet waren über alle Personengruppen hinweg 20,9 Prozent mehr Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen als ein Jahr zuvor.
3.340 Menschen mit Schwerbehinderung leben im Stadtgebiet Bayreuth, 6,7 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren (Stand 31.12.21). Im Landkreis sind es 4.310 Personen bzw. 6,6 Prozent. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liegt hingegen bei 13,7 bzw. 13,9 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zog gegenüber dem Vormonat insbesondere in der Stadt wieder deutlich an, im Landkreis bewegte sie sich auf gleich-bleibendem Niveau. Es konnten insgesamt 552 neue Stellenmeldungen angenommen werden, 72 mehr als im Oktober und 63 mehr als im Vorjahresmonat. Gesucht wurde überwiegend für die Zeitarbeitsbranche. Auch die öffentliche Verwaltung hatte größeren Bedarf, ebenso wie der Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, hier insbesondere für Tätigkeiten in Rechts-, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung. Seit Jahresbeginn wurden im Raum Bayreuth 5.735 offene Stellen gemeldet, 382 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der aktuelle Stellenpool liegt bei 3.177 Angeboten aus allen Branchen und Berufen.

Hof Stadt und Landkreis Hof

Die Arbeitslosenzahl in der Stadt Hof im November 2022:
-34 auf 1.311
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+61
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
-0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis Hof im November 2022:
-23 auf 1.612
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+175
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
unverändert bei 3,2 Prozent

In Stadt und Landkreis Hof gab es im Vergleich zum Vormonat weniger arbeitslos gemeldete Menschen. Im Stadtgebiet wirkte sich dies mit einem Rückgang um 0,2 Prozentpunkte auch auf die Arbeitslosenquote aus, anders als im Landkreis Hof. Hier blieb die Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent. Im Vergleich zu November 2021 waren insgesamt 4,9 Prozent mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, im Stadtgebiet waren es 12,2 Prozent mehr. Personen, die bereits länger als ein Jahr arbeitslos waren, gab es hingegen in beiden Gebietskörperschaften erfreulicher Weise weniger als im Vorjahr. So waren im Landkreis 38 Lang-zeitarbeitslose weniger gemeldet, im Bereich der Stadt Hof waren es 136 Betroffene weniger.
Auch bei den scherbehinderten Arbeitslosen gab es einen kleinen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Mit 182 Personen waren es im Stadtgebiet 13 arbeitslose Schwerbehinderte weniger. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen lag bei 13,9 Prozent. Im Landkreis waren 199 arbeitslose Menschen schwerbehindert, 4 mehr als im November 2021. Das entspricht einem Anteil von 12,3 Prozent. Der Anteil an der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 (Stand 31.12.21) betrug mit 2.215 schwerbehinderten Personen in der Stadt Hof 7,9 Prozent, im Landkreis mit 4.090 schwerbehinderten Personen 7,1 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelte sich in Stadt und Landkreis unterschiedlich. Während in der Stadt Hof sowohl gegenüber dem Vormonat als auch zum Vorjahresmonat mehr Stellenmeldungen zu verzeichnen waren, lagen die Stellenmeldungen im Landkreis unter dem Niveau von Oktober 2022 und November 2021. In Summe konnte der Arbeitgeber-Service 411 Vermittlungsaufträge entgegennehmen, 4 weniger als im Vormonat und 66 weniger als im November des Vorjahres. Im November wurde überwiegend für den Bereich der Zeitarbeit Personal gesucht, aber auch der Handel und das Gesundheits- und Sozialwesen hatte größeren Bedarf an Mitarbeitenden. Seit Jahresbeginn meldeten Betriebe und Verwaltungen insgesamt 6.514 offene Stellen, 1.147 mehr als von Januar bis November des Vorjahres. Der Stellenbestand liegt damit aktuell bei 2.784 offen Stellen. 

Landkreis Kulmbach

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis Kulmbach im November 2022:
+38 auf 1.302
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+118
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
+0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent

Im Landkreis Kulmbach gab es im November etwas mehr Arbeitslose als im Vormonat. Damit liegt die Zahl der Arbeitslosen 10 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dem agenturweiten Trend entsprechend war auch im Kulmbacher Raum lediglich beim Personenkreis der Langzeitarbeitslosen noch ein erfreulicher Rückgang gegenüber den Vorjahreswerten zu verzeichnen. Mit einem Minus von 40 Personen waren 10 Prozent weniger Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als im November 2021.
Mit einem Anteil von 17,1 Prozent an allen Arbeitslosen sind im Landkreis Kulmbach für den Agenturbezirk überdurchschnittlich viele Arbeitslose schwerbehindert. Zu verzeichnen waren hier im November 223 Personen, 10 mehr als im Vorjahrsmonat. Das entspricht einem Anstieg um 4,7 Prozent. In Bezug auf die Kulmbacher Bevölkerung der 15 bis 64-Jährigen zum Stand 31.12.21 leben im Landkreis 3.300 Menschen mit einer Schwerbehinderung, was einem Anteil von 7,3 Prozent entspricht.

Nach dem dynamischen Oktober ging die Nachfrage nach Arbeitskräften im November deutlich zurück. Beim Arbeitgeber-Service gingen 145 Vermittlungsaufträge ein, 45 weniger als im Monat zuvor und 99 weniger als im November des Vorjahres. Die Nachfrage kam aus allen Branchen und Berufen. Auch im Landkreis Kulmbach war der aktuelle Bedarf an Arbeitskräften für den Bereich der Zeitarbeit am größten. Darüber hinaus suchten das Verarbeitende Gewerbe und der Handel sowie Unternehmen der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen - zum Beispiel für Tätigkeiten in Büros und Sekretariaten, Rechts- und Steuerberatungen, bei Wirtschaftsprüfern oder in Architekturbüros - rege. Dies gilt auch weiterhin für das Gesundheits- und Sozialwesen.

Landkreis Wunsiedel

Die Arbeitslosenzahl im Landkreis Wunsiedel im November 2022:
+-0 auf 1.566
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
+120
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:
unverändert bei 4,1 Prozent

Im Landkreis Wunsiedel gab es etwas mehr Arbeitslose als im Vormonat. Die Zahl der Arbeitslosen liegt nun mit einem Zuwachs von 8,3 Prozent ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Bei der Personengruppe der Älteren über 50 Jahren zeigt sich im Vorjahresvergleich noch eine günstigere Entwicklung. Hier waren 28 Personen, oder 3,9 Prozent, weniger betroffen. Auch die Zahl der Lang-zeitarbeitslosen liegt mit einem Minus von 10 Personen noch leicht unter dem Wert von November 2021.
Im Wunsiedler Raum waren 231 Arbeitslose schwerbehindert. Gemessen an allen Arbeitslosen ist das ein Anteil von 14,8 Prozent. Bezogen auf die 15 bis 64-jährigen Einwohner des Landkreises (Stand 31.12.2021) leben 3.185 Menschen, die schwerbehindert sind, was einem Anteil von 7,3 Prozent entspricht.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im November etwas größer als im Vormonat. Der Arbeitgeber-Service nahm 210 neue Stellenmeldungen entgegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren das 9 Vermittlungsaufträge mehr. Wie auch im gesamten Agenturbezirk war die größte Nachfrage aus dem Bereich der Zeitarbeit zu verzeichnen. Das Verarbeitende Gewerbe hatte ebenfalls größeren Bedarf, insbesondere für den Maschinenbau. Rege gesucht wurde auch von Unternehmen der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, hier besonders für Büros und Sekretariate oder das Controlling und Rechnungswesen, sowie von Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens.