29.07.2021 | Presseinfo Nr. 24

Der Arbeitsmarkt im Juli 2021

„Nachdem wir in den letzten Monaten eine Belebung des Arbeitsmarktes in Bergisch Gladbach feststellen konnten, ist die Entwicklung für den Monat Juli im Vergleich zum Vormonat zum ersten Mal etwas rückläufig. So ist die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Agenturbezirk leicht gestiegen, was wir auf regionale und saisonale Faktoren zurückführen. Der Anstieg ist in den einzelnen Kreisen Rhein-Berg und Oberberg sowie der Stadt Leverkusen verschieden stark ausgeprägt. Bei der Betrachtung der beiden Rechtskreise zeigt sich, dass die Zuwächse an Arbeitslosen vor allem im Bereich SGB II liegen; der Bestand an Langzeitarbeitslosen ist gewachsen“, erklärt Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach.

„Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegen wir aber nach wie vor deutlich unter den Werten vom Juli 2020 und hoffen daher auf eine Besserung der Zahlen ab August. Erfreulicherweise ist auch die Zahl der Personen, die eine neue Arbeitsstelle aufnehmen konnten, im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Noch ein Grund zum Optimismus: Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch und im Vergleich zum Vormonat nochmals gestiegen.“

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt

Im Juli 2021 meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach 4.458 Personen arbeitslos­ – das sind 1.041 oder 30,5 Prozent mehr als im Vormonat. 1.637 davon meldeten sich nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes auf dem 1. Arbeitsmarkt. Dies ist bei den Zugängen aus Erwerbstätigkeit ein Plus von 358 Personen oder 28,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat und ein Minus von 170 Personen oder 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abgemeldet aus der Arbeitslosigkeit haben sich im Juli 3.939 Personen. Dies sind 164 oder 4,3 Prozent mehr als im Vormonat. 1.504 davon konnten in eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt einmünden; das sind 140 Personen oder 10,3 Prozent mehr als im Vormonat und 484 oder 47,5 Prozent mehr als im Vorjahr.                                                                               

Die Arbeitslosenzahl insgesamt betrug 24.976 Personen. Dies sind 528 oder 2,2 Prozent mehr als im Vormonat und 2.759 oder 9,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,4 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 6,3 Prozent und im Vorjahr bei 7,1 Prozent.                                                                             

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach entfielen von den 24.976 Arbeitslosen Ende Juli 2021 insgesamt 9.873 auf die Arbeitslosenversicherung und damit 137 Personen oder 1,4 Prozent mehr als vor vier Wochen und 2.440 oder 19,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei den Jobcentern in der Grundsicherung sind 15.103 Arbeitslose gemeldet und damit 391 oder 2,7 Prozent mehr als im Vormonat sowie 319 oder 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr.                                                                  

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmende von Maßnahmen aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als arbeitslos gezählt werden. Insgesamt sind in diesem Monat 30.436 Personen unterbeschäftigt und damit 2.670 Menschen oder 8,1 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt aktuell 82,1 Prozent. Im Vorjahr waren es 83,8 Prozent.                                                              

Stellenzugang und -bestand

Die Unternehmen im Bezirk meldeten 1.606 neue offene Stellen, das sind 70 oder 4,6 Prozent mehr als im Vormonat und 587 oder 57,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit waren insgesamt im Berichtsmonat 5.555 offene Arbeitsstellen im Bestand gemeldet, was einem Plus von 49,9 Prozent zum Vorjahr entspricht.                                                              

Kurzarbeit

Allgemeines

Arbeitgeber stellen, bei drohender Kurzarbeit, zunächst eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall. Die Anzeigen haben eine maximale Gültigkeitsdauer von sechs Monaten und werden statistisch nur für den Monat gezählt, in dem sie eingegangen sind bzw. erfasst wurden. Nicht für alle Personen in den Anzeigen erfolgt später auch tatsächlich Kurzarbeit. Auch das Ausmaß des Arbeitsausfalls pro Kopf ist aus den Anzeigen noch nicht erkennbar. Insoweit können die in den Anzeigen gemeldeten Zahlen über Personen zwar als potentielle, nicht aber als unmittelbare Zugänge in Kurzarbeit interpretiert werden. Es ist aber wahrscheinlich, dass in der aktuellen Krise die realisierte Kurzarbeit den in den Anzeigen genannten Personen recht nahekommt, da viele Arbeitgeber keine andere Möglichkeit haben, als die Arbeitszeit des Personals zu verkürzen.

Angezeigte Kurzarbeit

Mit aktuellstem Datenstand für Juni 2021 sind im Agenturbezirk insgesamt 37 Anzeigen auf Kurzarbeit (alle Anspruchsgrundlagen) für rund 125 Personen eingegangen, das sind - 53 Anzeigen weniger als im Monat zuvor.                                                

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten. Die Arbeitgeber haben bis zu drei Monate Zeit, den Abrechnungsantrag zu stellen.
Nun stehen den Agenturen für Arbeit Daten über die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit im Januar 2021 zur Verfügung. In dem Monat lag der Arbeitsausfall für Personen in Kurzarbeit bei durchschnittlich 51,0 Prozent. Im Januar 2021 haben im Agenturbezirk insgesamt 3.604 Betriebe für 21.455 Personen Kurzarbeitergeld beantragt. Das waren 4.695 Kurzarbeiter/innen mehr als im Monat zuvor.                                                                  

Kurzarbeiterquote

Die Kurzarbeiterquote stellt den Anteil der Kurzarbeit an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung da. Sie betrug im Januar 2021 7,8 Prozent.

Der Arbeitsmarkt nach Regionen

(Ausführungen zu den Geschäftsstellenbezirken finden Sie im beigefügten Arbeitsmarktreport.)

Oberbergischer Kreis

„Im Oberbergischen Kreis hält sich mit je 1.350 die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen und der Abmeldungen ganz genau die Waage“, erklärt Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. „Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen nur um sieben Personen gestiegen; damit verzeichnet der Oberbergische Kreis den geringsten Zuwachs an Arbeitslosen im Juli 2021 auf Agenturebene.“

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Mit 1.350 Arbeitslosmeldungen und 1.350 Abmeldungen stieg im Oberbergischen Kreis die Arbeitslosigkeit auf 8.277 (+ 7 Arbeitslose, + 0,1 Prozent). Das sind 1.574 Arbeitslose (16,0 Prozent) weniger als im Vorjahr. 583 Personen mussten sich nach dem Verlust der Erwerbstätigkeit arbeitslos melden; das sind 86 (17,3 Prozent) mehr als im Vormonat und 70 (10,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr.                                                          

Gleichzeitig haben 557 Arbeitslose wieder eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gefunden – das sind 58 Personen oder 11,6 Prozent mehr als im Vormonat und 181 (48,1 Prozent) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 5,5 Prozent, so wie auch im Vormonat. Im Vorjahr lag sie bei 6,5 Prozent.                                                                    

In den letzten vier Wochen stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 15 (0,5 Prozent) auf 3.313 Personen. Zum Vorjahr ist das ein Minus von 1.425 Personen bzw. - 30,1 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung sank sie um 8 (- 0,2 Prozent) auf 4.964 Personen – im Vergleich zum Vorjahr sind das 149 weniger (- 2,9 Prozent).                                                                 

Entwicklung der Stellenangebote

Die oberbergischen Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter im Juli 786 Stellen. Dies sind 26 (- 3,2 Prozent) weniger als im Vormonat und 350 (+ 80,3 Prozent) mehr als im Vorjahr. Damit sind aktuell 2.693 freie Arbeitsstellen (+ 246 bzw. + 10,1 Prozent zum Vormonat) gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 1.070 Stellen (+ 65,9 Prozent) mehr.                                                              

Entwicklung der Kurzarbeit

Angezeigte Kurzarbeit:

Im Juni 2021 wurden im Oberbergischen Kreis insgesamt (alle Anspruchsgrundlagen) 17 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 60 Personen bearbeitet.                                                         

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten. Im Januar 2021 haben im Oberbergischen Kreis insgesamt 1.426 Betriebe für 9.999 Personen Kurzarbeitergeld beantragt.                                                    

Rheinisch-Bergischer Kreis

„Im Rheinisch-Bergischen Kreis haben wir einen Anstieg der Anzahl an Personen, die eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufnehmen konnten, zu verzeichnen. Erfreulich ist auch die Steigerung der gemeldeten Stellenangebote auf insgesamt 1.553“, so Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. „Wie im gesamten Agenturbezirk ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen, allerdings ein deutlicher Rückgang verglichen mit dem Vorjahr.“

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Mit 1.612 Arbeitslosmeldungen und 1.446 Abmeldungen stieg im Rheinisch-Bergischen Kreis die Arbeitslosigkeit auf 9.481 (+ 171 Arbeitslose, + 1,8 Prozent). Das sind 565 Arbeitslose (5,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. 616 Personen mussten sich nach dem Verlust der Erwerbstätigkeit arbeitslos melden; das sind 187 (43,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 74 (10,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr.                                                            

Gleichzeitig haben 562 Arbeitslose wieder eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gefunden – das sind 69 Personen oder 14,0 Prozent mehr als im Vormonat und 200 (55,2 Prozent) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,2 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 6,1 Prozent und im Vorjahr bei 6,6 Prozent.                                                                   

In den letzten vier Wochen stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 46 (1,1 Prozent) auf 4.062 Personen. Zum Vorjahr ist das ein Minus von 400 Personen bzw. - 9,0 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung stieg sie um 125 (+ 2,4 Prozent) auf 5.419 Personen – im Vergleich zum Vorjahr sind das 165 weniger (- 3,0 Prozent).                                                            

Entwicklung der Stellenangebote

Die rheinisch-bergischen Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter im Juli 457 Stellen. Dies sind 24 (+ 5,5 Prozent) mehr als im Vormonat und 138 (+ 43,3 Prozent) mehr als im Vorjahr. Damit sind aktuell 1.553 freie Arbeitsstellen (+ 102 bzw. + 7,0 Prozent zum Vormonat) gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 479 Stellen (+ 44,6 Prozent) mehr.                                                                     

Entwicklung der Kurzarbeit

Angezeigte Kurzarbeit:

Im Juni 2021 wurden im Rheinisch-Bergischen Kreis insgesamt (alle Anspruchsgrundlagen) 14 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld für 47 Personen bearbeitet                       

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten. Im Januar 2021 haben im Rheinisch-Bergischen Kreis insgesamt 1.472 Betriebe für 7.993 Personen Kurzarbeitergeld beantragt.                                                      

Leverkusen

„Die Entwicklung in Leverkusen bestätigt die Tendenz auf dem Arbeitsmarkt in unserem Agenturbezirk. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt ist um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat gestiegen“, so Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. „Dennoch ist im Vergleich zum Juni 2021 eine Steigerung der Zahl der Personen, die eine Arbeit aufgenommen haben, zu verzeichnen. Auch die positive Entwicklung der Anzahl von Stellenangeboten bestätigt sich, so wurden 24,7 Prozent mehr Arbeitsstellen gemeldet als im Vormonat.“

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Mit 1.496 Arbeitslosmeldungen und 1.143 Abmeldungen stieg in der Stadt Leverkusen die Arbeitslosigkeit auf 7.218 (+ 350 Arbeitslose, + 5,1 Prozent). Das sind 620 Arbeitslose (7,9 Prozent) weniger als im Vorjahr. 438 Personen mussten sich nach dem Verlust der Erwerbstätigkeit arbeitslos melden; das sind 85 (24,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 26 (5,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr.                                                            

Gleichzeitig haben 385 Arbeitslose wieder eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gefunden – das sind 13 Personen oder 3,5 Prozent mehr als im Vormonat und 103 (36,5 Prozent) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 8,2 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 7,8 und im Vorjahr bei 8,9 Prozent.                                                              

In den letzten vier Wochen stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 76 (3,1 Prozent) auf 2.498 Personen. Zum Vorjahr ist das ein Minus von 615 Personen bzw. - 19,8 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung stieg sie um 274 (+ 6,2 Prozent) auf 4.720 Personen – im Vergleich zum Vorjahr sind das 5 weniger (- 0,1 Prozent).                                                                

Entwicklung der Stellenangebote

Die Arbeitgeber aus Leverkusen meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter im Juli 363 Stellen. Dies sind 72 (+ 24,7 Prozent) mehr als im Vormonat und 99 (+ 37,5 Prozent) mehr als im Vorjahr. Damit sind aktuell 1.309 freie Arbeitsstellen (+ 62 bzw. + 5,0 Prozent zum Vormonat) gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 300 Stellen (+ 29,7 Prozent) mehr.                                 

Ausführungen zu den Geschäftsstellenbezirken finden Sie im beigefügten Arbeitsmarktreport:

Arbeitsmarktreport Juli 2021 (PDF, 481 KB)

Informationen und Erreichbarkeit:

Eine Kontaktaufnahme zur Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach ist jederzeit online möglich, verschiedene Angebote können unmittelbar über die Online-Services genutzt werden: www.arbeitsagentur.de/eservices - 24 Stunden

Wie die Online-Kommunikation mit der Agentur für Arbeit funktioniert, erklären Videos der Bundesagentur für Arbeit auf YouTube.

Weitere Informationen finden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Internetseite der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach:

https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bergisch-gladbach/startseite

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wurde eine Hotline eingerichtet:

Telefon: 02202 9333 900

Diese Telefonnummer ist in folgenden Service-Zeiten freigeschaltet:

Montag bis Donnerstag von 08:00 bis 16:00 Uhr,

Freitag von 08:00 – 13:00 Uhr

Die kostenlosen Servicerufnummern gelten weiterhin und sind  von 08:00 bis 18:00 Uhr erreichbar:
- Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: 0800 4 5555 00

- Arbeitgeber: 0800 4 5555 20

- Familienkasse: 0800 4 5555 30