30.09.2020 | Presseinfo Nr. 32

Zahl der Arbeitslosen sinkt - Nachfrage nach Arbeitskräften steigt wieder

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September erstmals seit Beginn der Krise wieder deutlich gesunken – um 1.213 auf nun 26.595. Die Arbeitslosenquote sinkt agenturweit auf 6,8 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stabilisiert sich weiter – Unternehmen melden wieder mehr Stellen.

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt

Im September meldeten sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach 3.718 Personen arbeitslos – das sind 179 oder 4,6 Prozent weniger als im Vormonat und 870 oder 19,0 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.460 davon meldeten sich nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes auf dem 1. Arbeitsmarkt. Dies ist bei den Zugängen aus Erwerbstätigkeit ein Minus von 47 Personen oder 3,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und ein Minus von 177 Personen oder 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abgemeldet aus der Arbeitslosigkeit haben sich im September 4.935 Personen. Dies sind 1.120 oder 29,4 Prozent mehr als im August. 1.703 davon konnten in eine Erwerbstätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt einmünden; das sind 399 Personen oder 30,6 Prozent mehr als im Vormonat und 189 oder 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Arbeitslosenzahl insgesamt betrug 26.595 Personen. Dies sind 1.213 oder 4,4 Prozent weniger als im August, aber 5.027 oder 23,3 Prozent mehr als im September 2019. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,8 Prozent nach 7,1 Prozent im Vormonat und 5,5 Prozent im Vorjahr.

„Zum Ende des Monats September gibt es positive Anzeichen für eine günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt“, so Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. “Die Arbeitslosenzahlen sind in allen drei Regionen im Vergleich zum Vormonat rückläufig – liegen aber aufgrund der Entwicklungen in den Vormonaten weiter deutlich über dem Stand des Vorjahres. Erfreulich ist auch, dass sich die Arbeitskräftenachfrage ebenfalls stabilisiert – es haben im September 2020 sogar mehr Menschen eine neue Tätigkeit aufgenommen als im Vorjahresmonat.“

„Der Beratungsbedarf ist unvermindert hoch – und wir sind natürlich auch weiterhin für unsere Kundinnen und Kunden da - für Beratungen und alle Fragen rund um Arbeit und Ausbildung– online und per Telefon. Lediglich persönliche Vorsprachen sind derzeit nur auf explizite Einladung durch uns möglich.“

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Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Bereich der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach entfielen von den 26.595 Arbeitslosen Ende September 2020 insgesamt 12.008 auf die Arbeitslosenversicherung und damit 523 oder 4,2 Prozent weniger als vor vier Wochen, aber 4.047 oder 50,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Jobcentern (Grundsicherung) sind 14.587 Arbeitslose gemeldet und damit 690 oder 4,5 Prozent weniger als im August, aber 980 oder 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung

Die Gesamtgröße der Unterbeschäftigung, also die Gesamtzahl der registrierten Arbeitslosen zuzüglich der Personen, die z.Zt. an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden und damit aktuell nicht als arbeitslos gelten, umfasste im Berichtsmonat 32.226 Männer und Frauen und damit 3.840 oder 13,5 Prozent mehr als im September 2019. Die Unterbeschäftigungsquote liegt nun bei 8,1 Prozent, nach 8,3 Prozent im Vormonat und 7,2 Prozent im Vorjahr. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt aktuell 82,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 76,0 Prozent.

Stellenzugang und -bestand

Die Unternehmen im Bezirk meldeten 1.137 neue offene Stellen, das sind 98 oder 9,4 Prozent mehr als im Vormonat, aber 169 oder 12,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. 1.104 (97,1 Prozent) der gemeldeten Stellen waren sozialversicherungspflichtig. 1.009 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen; dies entspricht einem Anteil von 88,7 Prozent.

Zum Monatsende gab es mit 3.995 freien Arbeitsstellen 189 oder 5,0 Prozent mehr als im August, aber 1.304 oder 24,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. 3.894 Stellen boten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung; das sind 97,5 Prozent. 1.055 Stellen oder 26,4 Prozent stammen von Zeitarbeitsunternehmen.

Gesucht werden auch aktuell weiterhin Mitarbeiter/innen v.a. im Handel, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Zeitarbeit.

Kurzarbeit

Allgemeines

Arbeitgeber stellen, bei drohender Kurzarbeit, zunächst eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall. Die Anzeigen haben eine maximale Gültigkeitsdauer von 6 Monaten und werden statistisch nur für den Monat gezählt, in dem sie eingegangen sind bzw. erfasst wurden. Nicht für alle Personen in den Anzeigen erfolgt später auch tatsächlich Kurzarbeit. Auch das Ausmaß des Arbeitsausfalls pro Kopf ist aus den Anzeigen noch nicht erkennbar. Insoweit können die in den Anzeigen gemeldeten Zahlen über Personen zwar als potentielle, nicht aber als unmittelbare Zugänge in Kurzarbeit interpretiert werden. Es ist aber wahrscheinlich, dass in der aktuellen Krise die realisierte Kurzarbeit den in den Anzeigen genannten Personen recht nahekommt, da viele Arbeitgeber keine andere Möglichkeit haben, als die Arbeitszeit des Personals zu verkürzen.

Die Zahlen zu den Anzeigen für Kurzarbeit inklusive der Angaben zu den betroffenen Personen kommen grundsätzlich mit einem Monat Wartezeit, so dass derzeit für August eine Aussage getroffen werden kann. Aktuell wurde jedoch im Rahmen einer Sonderauswertung der Stand am 24.09.2020 abgerufen.

Im Zeitraum 01.03. bis einschl. 24.09.2020 wurden im Agenturbezirk insgesamt 7.063 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld für 84.379 Personen (davon im Monat September 70 Anzeigen mit 546 Personen) bearbeitet. Das sind pro Anzeige im Schnitt knapp 12 Beschäftigte.

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten, da die Arbeitgeber bis zu drei Monate Zeit haben, den Abrechnungsantrag zu stellen.

Aktuell existiert eine Hochrechnung auf Agenturebene für Mai sowie eine aktualisierte für April. Danach haben im kompletten Agenturbezirk im Mai 3.963 (April: 4.451) Betriebe tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen – davon waren 39.250 (März: 40.576) Beschäftigte betroffen.

Für die beiden Kreise und die Stadt Leverkusen gibt es nun eine Hochrechnung für April – s. regionale Infos.

Der Arbeitsmarkt nach Regionen

(Ausführungen zu den Geschäftsstellenbezirken finden Sie im beigefügten Arbeitsmarktreport.)

Bei 1.324 Arbeitslosmeldungen und 1.656 Abmeldungen sank die Zahl der Arbeitslosen im Oberbergischen Kreis um 321 oder 3,2 Prozent auf 9.667. Das sind 2.183 bzw. 29,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 538 Personen mussten sich nach dem Verlust der Erwerbstätigkeit arbeitslos melden; das sind 42 Personen oder 7,2 Prozent weniger als im August und 113 Personen (- 17,4 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig haben 636 Arbeitslose wieder eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gefunden – das sind 160 Person oder 33,6 Prozent mehr als im Vormonat und 94 (+ 17,3 Prozent) mehr als im September 2019. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,4 Prozent, nach 6,6 Prozent im Vormonat und 4,9 Prozent im Vorjahr.

In den letzten vier Wochen sank die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 226 (- 4,7 Prozent) auf 4.591. Zum Vorjahr ist das ein Plus von 1.703 Personen bzw. 59,0 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung sank sie um 95 (- 1,8 Prozent) auf 5.076 – im Vergleich zum Vorjahr sind das 480 mehr (+ 10,4 Prozent).

Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter im September 423 Stellen. Dies sind 22 (- 4,9 Prozent) weniger als im Vormonat und 116 (- 21,5 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Im Oberbergischen Kreis sind aktuell 1.747 freie Arbeitsstellen (+ 28 bzw. + 1,6 Prozent zum Vormonat) gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 777 oder 30,8 Prozent weniger.

Gesucht werden auch aktuell weiterhin v.a. Mitarbeiter/innen im Handel, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Zeitarbeit.

Im Zeitraum 01.03. bis einschl. 24.09.2020 wurden im Oberbergischen Kreis insgesamt 2.852 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld für 44.076 Personen (davon im Monat September 21 Anzeigen mit 313 Personen) bearbeitet. Das sind pro Anzeige im Schnitt gut 15 Beschäftigte.

Laut aktueller Hochrechnung haben im Oberbergischen Kreis im April 1.735 (März: 968) Betriebe tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen – davon waren 22.177 (März: 8.410) Beschäftigte betroffen.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist die Arbeitslosigkeit im September ebenfalls gesunken und liegt aktuell bei 9.703 Personen. Dies sind 346 oder 3,4 Prozent weniger als im August, aber 1.734 oder 21,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. 1.235 Frauen und Männer meldeten sich neu oder erneut arbeitslos; dies sind 90 oder 6,8 Prozent weniger als im August und 464 (- 27,3 Prozent) weniger als im September 2019. 538 davon meldeten sich aus einer vorherigen Erwerbstätigkeit – das sind 27 oder 4,8 Prozent weniger als im Vormonat und 24 Personen oder 4,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. 1.562 Personen meldeten sich aus der Arbeitslosigkeit ab. 638 Arbeitsuchende fanden wieder eine Stelle – dies sind 170 oder 36,3 Prozent mehr als im Vormonat und 47 oder 8,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,4 Prozent, nach 6,6 Prozent im Vormonat und 5,3 Prozent im Vorjahr.

4.439 Arbeitslose wurden im Bereich der Arbeitslosenversicherung (- 134 / - 2,9 Prozent zum Vormonat / + 1.476 / + 49,8 Prozent zum Vorjahr) betreut und 5.264 (- 212 / - 3,9 Prozent, bzw. + 258 / + 5,2 Prozent) in der Grundsicherung.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis haben die Arbeitgeber im September 390 Stellen gemeldet; dies sind 58 bzw. 17,5 Prozent mehr als im Vormonat, aber 61 oder 13,5 Prozent weniger als im September 2019.

Das Angebot an freien Arbeitsstellen lag bei 1.198 (+ 70 oder + 6,2 Prozent zum August); damit wurde der Vorjahreswert um 338 Stellen oder 22,0 Prozent unterschritten.

Gesucht werden auch aktuell weiterhin Mitarbeiter/innen v.a. im Handel, dem verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Zeitarbeit.

Im Zeitraum 01.03. bis einschl. 24.09.2020 wurden im Rheinisch-Bergischen Kreis insgesamt 2.822 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld für 27.578 Personen (davon im Monat September 15 Anzeigen mit 61 Personen) bearbeitet. Das sind pro Anzeige im Schnitt knapp zehn Beschäftigte.

Laut aktueller Hochrechnung haben im Rheinisch-Bergischen Kreis im April 1.808 (März: 1.078) Betriebe tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen – davon waren 12.977 (März: 6.129) Beschäftigte betroffen.

In Leverkusen ist die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls gesunken und zwar um 546 Personen (- 7,0 Prozent) auf 7.225. Dies sind 1.110 (+ 18,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

In den letzten vier Wochen erfolgten 1.159 Arbeitslosmeldungen, davon 384 aus Erwerbstätigkeit. Damit haben sich 22 (+ 6,1 Prozent) Personen mehr aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet als im August, aber 40 Personen (- 9,4 Prozent) weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig haben sich 1.717 Personen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. 429 davon fanden eine neue Stelle. Das sind 69 oder 19,2 Prozent mehr als im Vormonat und 48 (+ 12,6 Prozent) mehr als im September 2019.

Die Arbeitslosigkeit sank im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 163 (- 5,2 Prozent) auf 2.978. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 868 oder 41,1 Prozent mehr. Auch im Bereich der Grundsicherung ist die Arbeitslosigkeit gesunken und zwar um 383 (- 8,3 Prozent) auf 4.247 – das sind 242 oder 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote in Leverkusen sinkt damit auf 8,2 Prozent, nach 8,8 Prozent im Vormonat und 7,0 Prozent im Vorjahr.

Das Angebot an freien Arbeitsstellen lag im September bei 1.050 (+ 91 / + 9,5 Prozent); dies sind 189 oder 15,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Neu gemeldet wurden der Agentur 324 Stellen; das sind 62 oder 23,7 Prozent mehr als im Vormonat und acht (+ 2,5 Prozent) mehr als im Septembe 2019.

Gesucht werden auch aktuell weiterhin v.a. Mitarbeiter/innen im Handel, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Zeitarbeit.

Im Zeitraum 01.03. bis einschl. 24.09.2020 wurden in Leverkusen insgesamt 1.389 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld für 12.725 Personen (davon im Monat September 34 Anzeigen mit 172 Personen) bearbeitet. Das sind pro Anzeige im Schnitt gut neun Beschäftigte.

Laut aktueller Hochrechnung haben in Leverkusen im April 907 (März: 531) Betriebe tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen – davon waren 5.422 (März: 3.045) Beschäftigte betroffen.

Ausbildungsmarkt

Aktuelle Zahlen zum Ausbildungsmarkt gibt es im Rahmen der Pressekonferenzen – zusammen mit der IHK Köln und der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land - am 29.10.2020.

Wichtig:

„In diesem besonderen Jahr ist das Ausbildungsjahr zum jetzigen Zeitpunkt noch lange nicht vorbei. Dass es in diesem Jahr keine Ausbildungsplätze oder es für den Beginn einer Ausbildung jetzt zu spät ist, ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Das ist definitiv nicht richtig – die Besetzung der Ausbildungsstellen hat sich aufgrund von Corona allerdings um ca. 2 Monate nach hinten verschoben.

Auch jetzt ist noch der Einstieg in eine Ausbildung möglich – die Arbeitsagentur, die IHK und die Kreishandwerkerschaft informieren und unterstützen weiterhin jede/n Jugendliche/n intensiv, die/der jetzt noch einen Ausbildungsplatz sucht!“.

Die Berufsberatung und der Arbeitgeber-Service der Agentur vor Ort stehen für Fragen zur Verfügung – einfach anrufen oder über unsere Internetseite einen Beratungstermin vereinbaren. Zusätzlich stehen auf unserer Internetseite „Ausbilden in der Krise“ Informationen zur Verfügung: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bergisch-gladbach/ausbilden-in-der-krise.“

(Möglichkeiten zur telefonischen Berufsberatung unter der kostenlosen Service-Hotline 0800 4 5555 00 oder online unter www.arbeitsagentur.de/bildung/berufsberatung - Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20)