Corona und Kurzarbeit: Was gilt jetzt für Arbeitgeber?

Wegen der Corona-Krise haben Bundestag und Bundesrat eine Neuregelung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Unser FAQ beantwortet die wichtigsten Fragen für Arbeitgeber.

 

Was ist Kurzarbeit überhaupt?
Muss ein Betrieb aufgrund eines unabwendbaren Ereignisses oder wegen wirtschaftlicher Ursachen die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter vorübergehend verringern oder ganz einstellen, kann er Kurzarbeit beantragen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, zahlt die Agentur für Arbeit das Kurzarbeitergeld. Das entspricht ungefährt dem Arbeitslosengeld – wird aber vom Betrieb gezahlt, der das Geld von der Arbeitsagentur erstattet bekommt. Die schlechte Auftragslage wird da mit überbrückt und Entlassungen können vermieden werden.

Wann kann ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen?
Die Voraussetzungen dafür sind im Sozialgesetzbuch III geregelt. Der Arbeitgeber kann Kurzarbeit anmelden, wenn der Arbeitsausfall unvermeidbar ist und der Betrieb alles getan hat, um ihn zu vermindern oder zu beheben. Dazu zählt auch, dass Arbeitnehmer ihre Überstunden und Zeitguthaben abfeiern müssen.
Mit der Neuregelung können Betriebe rückwirkend zum 1. März 2020 Kurzarbeitergeld nutzen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Auch Zeitarbeitsfirmen können Kurzarbeit anzeigen.

Wie kann ich Kurzarbeit beantragen?
Als Erstes muss die Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angezeigt werden: Erst danach können Sie diese beantragen. Den Vordruck, um Kurzarbeit anzuzeigen, finden Sie hier. Das unterzeichnete Formular reichen Sie dann bei Ihrer Agentur für Arbeit ein.
Ist die Kurzarbeit angezeigt, können Sie mit diesem Leistungsantrag die Kurzarbeit beantragen.
Alle Infos dazu, finden Sie auch auf www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit

Welche Unterlagen muss ich für den Antrag einreichen?
Damit die Arbeitsagentur prüfen kann, ob der Betrieb die Voraussetzungen für Kurzarbeit erfüllt, müssen Unternehmer mehrere Unterlagen einreichen. Dazu gehören auch die Vereinbarung über die Einführung von Kurzarbeit mit dem Betriebsrat oder, wenn es keinen gibt, mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (nutzen Sie bitte dafür die Mustervereinbarung Kurzarbeit in der Spalte rechts, welche von jeden Arbeitnehmer der Firma unterschrieben werden muss). Arbeitgeber sollten auch die möglichen Änderungskündigungen einreichen.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?
Es beträgt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Arbeitnehmer, die mindestens 0,5 Kinder auf der Lohnsteuerkarte eingetragen haben, bekommen 67 Prozent des Nettolohns.

Wie lange kann die Förderung bezogen werden?
Die mögliche Dauer beträgt zwölf Monate, ist aber immer vom Einzelfall abhängig.

Was ist mit den Sozialversicherungsbeiträgen, die die Unternehmen zahlen?
Die werden dem Unternehmen in voller Höhe erstattet. Auch das zählt zu den Neuerungen.
Bisher mussten Arbeitgeber 80 Prozent der ausgefallenen Sozialbeiträge zahlen, sowohl vom eigenen Anteil als auch vom Anteil des Arbeitnehmers. Nun werden die Sozialbeiträge zu 100 Prozent erstattet.

Was gilt für Selbstständige?
Da Selbstständige nicht in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert sind, können sie auch kein Kurzarbeitergeld beantragen.

Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Berlin Mitte (Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte-Wedding-Tiergarten, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf) ist per E-Mail zu erreichen unter:

Berlin-Mitte.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de

 

Download:

Mustervereinbarung Kurzarbeit (PDF, 76 KB)