Qualifizierungsplanung 2020 der Agenturen für Arbeit Berlin und der Berliner Jobcenter

Gemeinsame Grundsätze der Partner des Rahmenarbeitsmarktprogrammes für Berlin

Die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg bearbeitet gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, der HWK, der IHK, dem DGB und dem UVB die Themen des Arbeits-, Ausbildungs- und Bildungsmarktes, um eine hohe Erwerbsbeteiligung zu erreichen und Personalbedarfe der Unternehmen zu decken. Mit der Bildungszielplanung verständigen sich die Partner auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Qualifizierung von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohter Arbeitsuchender und legen die grundsätzliche inhaltliche Ausrichtung geförderter beruflicher Weiterbildungsmaßnahmen fest. Die Qualifizierungsangebote ergänzen die von der Sonderkommission Ausbildungsplätze und Fachkräfteentwicklung beim Regierenden Bürgermeister in der Berliner Vereinbarung 2015-2020 definierten Ausbildungsaktivitäten zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

Die Bildungszielplanung ist eine gemeinsame Planung der Agenturen für Arbeit Berlin Süd, Nord und Mitte sowie der Job-Center in Berlin und orientiert sich an folgenden Grundsätzen:

  • Qualifizierungen sind an den Bedarfen des Marktes ausgerichtet. Aktuelle Entwicklungen am Markt werden dabei berücksichtigt. Durch Fachkräfte wird das Wachstum in der Region gestärkt.
  • Die Bildungsangebote müssen inhaltlich und methodisch den Anforderungen der Digitalisierung Rechnung tragen. Die Beschäftigungschancen in der Digitalwirtschaft können so erschlossen werden.
  • Qualifizierungen sollen mit hoher Wahrscheinlichkeit zur nachhaltigen Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung führen. Auf die Aufnahme einer Beschäftigung wird aktiv durch alle Beteiligten hingewirkt.
  • Qualifizierungen sollen Geringqualifizierten soweit möglich den Erwerb eines Berufsabschlusses ermöglichen.
  • Qualifizierungen leisten einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs.
  • Die Bildungsangebote sind zeitlich flexibel ausgestaltet, um die Qualifizierungsbedarfe verschiedener Personen (u.a. Beschäftigter, Teilzeit) zu decken. Durch individuelle Begleitung wird der Erfolg der Qualifizierung abgesichert.

Die aus Mitteln der Agentur für Arbeit und JobCenter geförderten Qualifizierungen werden ergänzt durch die aus Mitteln des Landes Berlin und des ESF finanzierten Angebote. Bei der Entscheidung über Unterstützungsleistungen werden die Qualifizierungsinstrumente und Projekte für besondere Zielgruppen des Landes Berlin mit berücksichtigt.

Zur Erhöhung der Eingliederungschancen in den Arbeitsmarkt nach einer Qualifizierung werden vorrangig betriebliche Einzelumschulungen und betriebsnahe Qualifizierungen genutzt. Zudem werden die Erkenntnisse der Partner des Rahmenarbeitsmarktprogrammes sowie die Eingliederungserfolge von Vormaßnahmen bei der Bestimmung der Bildungsziele berücksichtigt.
Die Entscheidung über eine Qualifizierungsmaßnahme erfolgt individuell und bedarfsbezogen auf Basis der im Profiling festgestellten Handlungsbedarfe, den bereits vorhandenen Vorkenntnissen und der Neigung der Kundinnen und Kunden.
 

Geringqualifizierte Arbeitnehmer/-innen sowie Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmer/-innen werden bei beruflicher Weiterbildung unterstützt, um einen erfolgreichen Teilnahme zu ermöglichen. Individuelle Bedarfe der Kundinnen und Kunden werden berücksichtigt und unter anderem durch ergänzende Angebote der Sprachförderung oder umschulungsbegleitende Hilfen gedeckt.
 

Durch Angebote zur Potentialentwicklung (Grundkompetenz) wird die erfolgreiche Teilnahme von Geringqualifizierten an Qualifizierungsmaßnahmen zum Erwerb eines Berufsabschlusses unterstützt. Für Geringqualifizierte, für die eine Umschulung nicht in Frage kommt, werden Angebote an berufsanschlussfähigen Teilqualifizierungen vorgehalten. Sie werden damit zur Aufnahme von Tätigkeiten befähigt und können schrittweise einen Berufsabschluss über die Externenprüfung erreichen.
 

Die Bildungszielplanung bildet eine Orientierung für die individuell getroffene Förderentscheidung in den Agenturen für Arbeit und Jobcentern. Die Bildungsträger werden über die Bildungszielplanung zudem rechtzeitig über die Förderausrichtung informiert. So wird sichergestellt, dass die notwendigen Qualifizierungskapazitäten für die Bildungsangebote in Berlin angeboten werden.
 

Berufsrückkehrende und Wiedereinsteigende sollen vor allem Angebote beruflicher Nachqualifizierung erhalten. Beschäftigte können mit dem BA-Sonderprogramm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen“ (WeGebAU) Berufsabschlüsse erwerben. Dabei wird im Rahmen der Fachkräftesicherung auf eine angemessene Kostenbeteiligung der Arbeitgeber hingewirkt.

Bildungsprodukte orientieren sich an den Anforderungen des § 180 SGB III:

Berufliche Weiterbildung im Sinne des § 180 SGB III

Hier finden Sie die  Qualifizierungsplanung 2020 (PDF, 688 KB)   und die Anlage zur BZP 2020 (PDF, 240 KB) der Berliner Agenturen für Arbeit und der Berliner Jobcenter.

Die Checkliste für die vorzulegende Dokumentation bei der fachkundigen Stelle (Konstruktionsprinzipien) sowie die berufsanschlussfähigen Teilqualifikationen im Sinne der Bundesagentur für Arbeit finden Sie unter dem Reiter „Links“ bzw. „Aktuelles“.