25.01.2021 | Presseinfo Nr. 2102

Meldung Schwerbehinderter

Arbeitgeber müssen Beschäftigung Schwerbehinderter
als Arbeitnehmer melden – Frist bis 31. März 2021
 

Die jährliche Überprüfung der Pflicht zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen ist angelaufen: Noch bis zum 31. März 2021 müssen Arbeitgeber - auch in Berlin - eine entsprechende Meldung bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit abgeben. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Die Beschäftigungspflicht gilt auch für Unternehmen, die im laufenden Jahr von Kurzarbeit betroffen waren.

Um die Erfüllung der Beschäftigungspflicht im Kalenderjahr 2020 überprüfbar zu machen, müssen die entsprechenden Arbeitgeber rechtzeitig zum Termin ihre Beschäftigungsdaten bei der Agentur für Arbeit abgeben.

Zur Vereinfachung des Meldeverfahrens gibt es deutschlandweit das Programm IW-Elan, das die Abgabe der Anzeige in elektronischer Form ermöglicht. Es kann unter www.IW-Elan.de kostenlos herunter geladen werden. Falls eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden muss, kann dies ebenso über die Software berechnet werden.

Vorabinformation für das Meldejahr 2021:

Ab 01. Januar 2021 erhöhen sich die Ausgleichsabgaben wie folgt:

Beschäftigungsquote                                                          Höhe der Abgabe je

für Arbeitgeber                                                                   Monat und unbesetztem Arbeitsplatz

3 Prozent bis unter 5 Prozent                                                 von 125 auf 140 Euro

2 Prozent bis unter 3 Prozent                                                 von 220 auf 245 Euro

unter 2 Prozent                                                                      von 320 auf 360 Euro

Die Erhöhung wirkt sich allerdings erst im Jahr 2022 aus, da diese für unbesetzte Arbeitsplätze im Jahr 2021 entrichtet wird. Für die Ausgleichsabgabe, die im Jahr 2021 für das Jahr 2020 zu entrichten ist, gelten noch die alten Sätze.

Die Mittel der Ausgleichsabgabe werden zur Förderung der Teilhabe von schwerbehinderten Menschen verwendet. Darunter zählt etwa die Einrichtung eines Arbeitsplatzes oder die Förderung eines schwerbehinderten Menschen mit einem Eingliederungszuschuss.

Zum Hintergrund: Jeder private und öffentliche Arbeitgeber in Deutschland mit mindestens 20 Arbeitsplätzen - so genannte beschäftigungspflichtige Arbeitgeber - sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen einzustellen. Arbeitgeber, die dieser Vorgabe nicht nachkommen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen. Zudem wird in Betrieben und Dienststellen mit wenigstens fünf nicht nur vorübergehend beschäftigten schwerbehinderten Menschen eine Vertrauensperson für Menschen mit Schwerbehinderungen gewählt. Darüber hinaus bestellt der Arbeitgeber einen Inklusionsbeauftragten, der ihn in Angelegenheiten schwerbehinderter Menschen vertritt. Beide Personen sind unverzüglich nach Wahl bzw. Bestellung der für den Betriebssitz zuständigen Agentur für Arbeit und dem Integrationsamt zu melden - diese Meldung kann formfrei per E-Mail (arbeitgeberservice-berlin@arbeitsagentur.de) erfolgen.

Zur Beantwortung weiterer Fragen und für Detail-Informationen rund um das Anzeigeverfahren, Vertrauensperson und Inklusionsbeauftragten sowie zur Beschäftigungspflicht schwerbehinderter Arbeitnehmer können sich Arbeitgeber an ihren persönlichen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service wenden. Persönliche Beratung gibt es auch unter der kostenlosen Service-Nummer für Arbeitgeber 0800 4 5555 20.