29.04.2021 | Presseinfo Nr. 28

Arbeitsmarkt im April 2021

Sehr gute Belebung

 

Arbeitslosigkeit sinkt +++ Arbeitslosenquote 0,7 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr +++ Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich +++ Bernburger Chefin der Arbeitsagentur, Anja Huth dazu: „Unser Arbeitsmarkt trotzt den Einflüssen der Corona-Krise. Ich denke, wir haben eine sehr gute Belebung zu verzeichnen, allerdings bleiben die Auswirkungen der eingetretenen Notbremse abzuwarten.“

April 2021 März 2021 April 2020
Personen 7.588 8.250 8.461
Quote in % 8,2 8,9 8,9
Arbeitsmarkt

„Für den Arbeitsmarkt zeichnet sich ein deutlicher Erholungskurs ab, aber die Entwicklung ist noch weit davon entfernt, was ohne Pandemie erreicht worden wäre. Mit Blick auf die voranschreitende Impfkampagne schätze ich die weitere Arbeitsmarktentwicklung optimistisch ein. Mit dem höheren Impftempo steigt die Hoffnung auf Entspannung in der regionalen Wirtschaft. Dennoch bleiben für die nächste Zeit Risiken durch die dritte Welle bestehen,“ erklärt Anja Huth und betrachtet weiterhin den Arbeitsmarkt: „Die Kurzarbeit wirkt weiterhin stabilisierend, dennoch ist im Handel aber auch im verarbeitenden Gewerbe eine Zunahme von Entlassungen zum Vormonat zu beobachten. Der erneute Einschnitt auf die Wirtschaft durch die dritte Corona-Welle birgt weitere Risiken für den Arbeitsmarkt und auch das Auslaufen der Insolvenzregelungen zum Monatsende.“

Der Rückgang der Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt 0,7 Prozentpunkte.

Rechtskreise

7.588 Männer und Frauen sind im Agenturbezirk Bernburg arbeitslos. Gegenüber dem Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um mehr als 660 Menschen gesunken. Die Begründung hierfür ist zwischen den beiden Rechtskreisen sehr unterschiedlich.

Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Bernburg (Rechtskreis SGB III) ist ein Rückgang beim Bestand an arbeitslosen Menschen zu verzeichnen.

Im April waren 2.583 Menschen (258 weniger als im Vergleich zum Vormonat) zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat sind 194 Menschen weniger arbeitslos.

Der Bestand an Arbeitslosen im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Salzlandkreis (Rechtskreis SGB II) ist gegenüber März gesunken (-404). Ursache für den Rückgang sind mehr Eintritte in Beschäftigung schaffende Maßnahmen. Damit sind insgesamt 5.005 Männer und Frauen im Jobcenter des Salzlandkreises arbeitslos gemeldet. Das sind 679 weniger als im Vorjahresmonat.

Reduzierung der Arbeitslosigkeit

Betrachtung von April 2020 bis April 2021

Seit Beginn der Coronakrise April 2020 bis April 2021 haben sich knapp 7.600 Männer und Frauen arbeitslos aus einer Beschäftigung gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich 10 Prozent weniger arbeitslos melden.

Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit

2.900 Langzeitarbeitslose - Sechs Prozent mehr als vor einem Jahr

Die Menschen im Salzlandkreis sind länger arbeitslos gemeldet. Bei den langzeitarbeitslosen Menschen (Sie sind ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet) ist ein Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bernburg zu verzeichnen. Die Zahl stieg innerhalb eines Jahres um fast 6 Prozent auf 2.901 Männer und Frauen.

Ein Drittel mehr Langzeitarbeitslose bei der Agentur für Arbeit Bernburg gemeldet.435 Männer und Frauen sind länger als ein Jahr arbeitslos. Das sind 106 (32 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Knapp 2.470 langzeitarbeitslose Menschen sind beim Jobcenter des Salzlandkreises arbeitslos gemeldet. Das sind 56 (2,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

„Ein Jahr nach Beginn des ersten Lockdown, wächst meine Sorge, dass sich die Langzeitarbeitslosigkeit noch mehr verfestigt. Sie steigt aktuell deutlich kräftiger an als die Arbeitslosigkeit insgesamt. Nach aktuellen Daten liegen wir bei ca. 2.900 betroffenen Menschen. Mehr als jeder dritte Arbeitslose ist länger als 12 Monate ohne Arbeit,“ erklärt die Chefin der Bernburger Arbeitsagentur und ergänzt: „Dieser deutliche Anstieg erklärt sich einerseits damit, dass Arbeitgeber einen viel geringeren Personalbedarf angezeigt haben und weniger Einstellungen vornehmen. Dadurch bleiben die Menschen länger arbeitslos. Auf der anderen Seite können wir aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht so viele Weiterbildungen und Maßnahmen für langzeitarbeitslose Menschen durchführen. Hinzu kommt: In diesem Monat haben wir ein Jahr Corona-Pandemie. Wer gleich zu Beginn arbeitslos wurde, ist dann zwölf Monate ohne Job und gilt als langzeitarbeitslos.“

„Je länger die Menschen aus dem Job raus sind, desto schwerer wird die Arbeitsaufnahme. Deshalb geht der Weg in Arbeit über Qualifizierung und Weiterbildung. Wer eine Umschulung oder eine Qualifikation absolviert, hat bessere Chancen auf einen neuen Job, wenn die Arbeitgeber wieder Personalbedarf melden. Auch eine höhere Verdienstaussicht sollte die Menschen motivieren sich zu qualifizieren, denn je aktueller und besser die Qualifikation, desto besser ist die Bezahlung. Und wir versuchen auch Arbeitslosigkeit zu durchbrechen, bevor Langzeitarbeitslosigkeit entsteht. Auch das ist ein wichtiger Ansatz in unserem intensiven Beratungsgeschäft,“ erklärt Anja Huth, die Bernburger Agenturchefin die Strategie um der Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

Mäßige Bewegung 

441 Menschen haben sich im April aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeitslos melden müssen,200 weniger als vor einem Jahr. Abgemeldet in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt haben sich mehr als 555 Männer und Frauen, 200 mehr als im April 2020.

Erwartungsgemäß haben sich vermehrt Beschäftigte aus dem Handel (mehr als 60 Männer und Frauen) arbeitslos gemeldet, allerdings ist auch erneut ein Anstieg der Arbeitslosmeldungen aus dem Gesundheitswesen und dem verarbeitenden Gewerbe (jeweils ca. 50 Menschen) zu verzeichnen. An dritter Stelle haben sich 45 Beschäftigte der Arbeitnehmerüberlassung arbeitslos gemeldet.

Arbeitsstellen

Arbeitgeber meldeten im April 269 neue Arbeitsstellen. Dies sind 88 weniger als im Vergleich zum Vormonat und 109 mehr als im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Verglichen mit dem Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen zu Beginn der Coronapandemie ist in diesem Monat ist ein Bestandsrückgang um 10 Prozent zu verzeichnen.

Arbeitslose – Ein Rückgang

Bestand

Im Agenturbezirk Bernburg entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im April relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Aschersleben, dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 12 Prozent. Demgegenüber steht die Entwicklung in Bernburg mit einem Rückgang von 9 Prozent. In Staßfurt und Schönebeck sank der Bestand ähnlich, um ca. 10 Prozent.

Arbeitslosenquoten

Die Arbeitslosenquoten sanken in allen vier Altkreisen, dabei reichte die Spanne der Quoten in diesem Monat von 7,5 Prozent in Schönebeck bis 9,7 Prozent in Aschersleben. Die Quote in Bernburg beträgt 8,2 Prozent und in Staßfurt 9,4 Prozent. Insgesamt liegt die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Bernburg bei

8,2 Prozent (0,7 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr). Die Arbeitslosenquote liegt damit um 0,5 Prozentpunkte über der des Landes Sachsen-Anhalt (7,7 Prozent).

Altkreis Bernburg:

Die Arbeitslosigkeit hat sich im Altkreis Bernburg von März auf April um 184 auf 2.164 Menschen verringert. Das waren 206 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im April 7,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 8,2 Prozent. Dabei meldeten sich 422 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 165 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 602 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+224).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im April um 28 Stellen auf 250 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 16 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im April 83 neue Arbeitsstellen, 38 mehr als vor einem Jahr.

Altkreis Aschersleben:

Die Arbeitslosigkeit hat sich in Aschersleben und Umgebung von März auf April um 175 auf 1.651 Männer und Frauen verringert. Das waren 230 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im April 9,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 11,0 Prozent. Dabei meldeten sich 274 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 135 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 445 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+194).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im April um 26 Stellen auf 322 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 44 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 69 neue Arbeitsstellen, 15 mehr als vor einem Jahr.

Altkreis Staßfurt:

Die Arbeitslosigkeit in der Region Staßfurt hat sich von März auf April um 189 auf 1.810 Männer und Frauen verringert. Das waren 214 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im April 8,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 9,4 Prozent. Dabei meldeten sich 334 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 125 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 529 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+236).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im April um 8 Stellen auf 159 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 37 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 22 neue Arbeitsstellen, 7 mehr als vor einem Jahr.

Altkreis Schönebeck:

Die Arbeitslosigkeit im Altkreis Schönebeck hat sich von März auf April um 114 auf 1.963 Menschen verringert. Das waren 223 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im April 7,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 8,1 Prozent. Dabei meldeten sich 502 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 129 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 618 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+247).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im April um 40 Stellen auf 347 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 36 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 95 neue Arbeitsstellen, 49 mehr als vor einem Jahr.