11.05.2021 | Presseinfo Nr. 31

Am 12. Mai ist der „Tag der Pflege“

Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflege. Gerade in dieser Zeit rücken die Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft in den Fokus der Gesellschaft.




 

+++Trotz Pandemie steigt die Zahl der Beschäftigten in der Gesundheitsbranche +++ Der Mangel an Fachkräften ist hoch +++ Agentur für Arbeit Bernburg fördert

„Die Pflegekräfte leisten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in der ambulanten Pflege einen unschätzbaren Dienst für die Menschen und das ganz unabhängig von der aktuellen Situation“, betont die Chefin der Bernburger Arbeitsagentur, Anja Huth.

Die Gesundheitswirtschaft gehört nicht erst sein der Corona-Pandemie zu der Wachstumsbranche, auch im Salzlandkreis. Seit mehreren Jahren steigt die wirtschaftliche Bedeutung, weil die Bevölkerung immer älter wird, die Anzahl der erwerbsfähigen Bevölkerung abnimmt und das Wanderungssaldo und die Geburten sich weiterhin negativ entwickeln.

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der Beschäftigten in diesen Berufen zunahm. Reicht der Zuwachs?

Von den mehr als 62.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Salzlandkreis arbeiten 4.672 Beschäftigte in der Kranken-und Altenpflege.

Als Gesundheits-und Krankenpfleger, im Rettungsdienst und als Geburtshelfer waren im letzten Juni 2.611 Männer und Frauen tätig. Das sind 123 mehr Beschäftigte als vor fünf Jahren.

In der Altenpflege sind 2.061 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig tätig. Auch hier gab es einen Zuwachs in den letzten fünf Jahren, um mehr als 200 Beschäftigte.

Vor dem Hintergrund, dass wir alle älter werden und in den nächsten fünf bis zehn Jahren jeder dritte Beschäftigte in seinen wohlverdienten Ruhestand geht, wird sich ohne intensives Gegensteuern durch Ausbildung, Einstellung und Weiterbildung die Fachkräftesituation insgesamt verstärken. Das trifft insbesondere auch auf die Gesundheitsbranche zu “, erläutert die Agenturchefin.  

Das Gebot der Stunde und der nächsten Jahre ist Ausbildung!

Wird genügend Fachkräftenachwuchs ausgebildet?

Mehr als 340 Auszubildende erlernen einen Beruf in der Kranken-und Altenpflege. Seit Jahren steigt der Bedarf an Pflegekräften. Doch erst die Corona-Pandemie hat das Interesse junger Menschen an einer Ausbildung in diesem Bereich erhöht. 2019 haben 172 junge Menschen den Gesundheits-und Krankenpfleger erlernt.

Ein Jahr später sind es 35 Jungen und Mädchen mehr. Insgesamt liegt der Anteil an sozialversicherungspflichtigen Auszubildenden bei aktuell 7,7 Prozent.

Im Vergleich zu Sachsen-Anhalt, hier liegt der Anteil bei 9.7 Prozent.

In der Altenpflege waren vor zwei Jahren 146 Auszubildende beschäftigt. Seit 2020 lernen 135 (- 11) junge Menschen Altenpfleger/in. Insgesamt liegt der Anteil an sozialversicherungspflichtigen Auszubildenden bei aktuell 6,5 Prozent. Im Vergleich zum Land, hier liegt der Anteil bei 6.2 Prozent.

„Zwar hat durch die Corona-Pandemie die Anerkennung der Pflegeberufe in der Gesellschaft zugenommen, allerdings sollten sich mehr junge Menschen für eine Ausbildung in Pflege- oder Gesundheitsberufe entscheiden, denn die Branche ist krisensicher. Jetzt liegt es an den Unternehmen die Ausbildung attraktiver zu gestalten“, so Anja Huth.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hilft zudem dabei, Fachkräfte und Auszubildende für die Pflege im Ausland zu gewinnen. In den letzten vier Jahren wurden knapp 4.600 ausgebildete Fachkräfte und 600 Auszubildende vermittelt.  Ein Schwerpunkt bildet das Programm „Triple Win“. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet die BA u.a. mit den Ländern Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien zusammen. Die BA setzt hierbei auf faire Migration und arbeitet nur mit Ländern zusammen, in denen es keinen eigenen Mangel an Pflegekräften gibt.

Noch Arbeitslose aus der Gesundheitswirtschaft? Wie geht das?

Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 2020 im Salzlandkreis 7.900 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind knapp 2.500 weniger als vor fünf Jahren.

Durchschnittlich waren darunter 30 Gesundheits-und Krankenpfleger, Rettungssanitäter und Geburtshelfer arbeitslos gemeldet. Das waren sieben Menschen mehr als 2016. 

116 Altenpfleger waren im letzten Jahr arbeitslos im Durchschnitt, 35 weniger als vor fünf Jahren.

„Wie in allen Lebensbereichen hat die Pandemie, das Leben und Arbeiten nicht einfacher gemacht. Insbesondere betroffen sind Beschäftigte der Gesundheitsbranche. Zu beobachten ist für unseren Vermittlungsbereich, dass gesundheitliche Einschränkungen der arbeitslosen Menschen zunehmen. An uns liegt es nun, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten oder berufliche Neuorientierungen anzubieten“, ergänzt Anja Huth. 

Ist Qualifizierung das probate Mittel?

Die Lockdowns und die Kontaktbeschränkungen hatten auch im letzten Jahr,

Auswirkungen auf die Durchführung beruflicher Weiterbildungen und Umschulungsmaßnahmen. Zwar konnte ein Großteil der Bildungsmaßnahmen digital durchgeführt werden, allerdings sind manche Inhalte nur in Präsenz vermittelbar.

Insgesamt haben sich im letzten Jahr über 660 Männer und Frauen weitergebildet, jeder Achte strebt einen neuen Berufsabschluss an. Mehr als zehn Menschen qualifizieren sich im Bereich der Gesundheits-und Krankenpflege weiter. 27 qualifizieren sich in der Altenpflege. Elf wollen diesen Beruf neu erlernen. 

„Wo immer es möglich ist, bieten wir den Betroffenen eine Umschulung bzw. Weiterbildung an mit dem Ziel, einen neuen Berufsabschluss in der Gesundheitswirtschaft zu erreichen. So wollen wir den Bedarf an Fachkräften sichern helfen“, sagt Anja Huth.

Wie ist die Nachfragesituation der Arbeitgeber?

Im letzten Jahr waren die Unternehmen, nachvollziehbar sehr zurückhaltend mit Personalrecruiting und Einstellungen.

Insgesamt haben die regionalen Arbeitgeber 2020 im Jahresdurchschnitt 943 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind ca. 500 weniger als vor fünf Jahren.

Durchschnittlich wurden 20 Gesundheits-und Krankenpfleger, Rettungssanitäter und Geburtshelfer gesucht. Das war unwesentlich mehr als 2016 (+1). 

46 Altenpflegerstellen wurden gemeldet, 37 weniger als vor fünf Jahren.

„Der Fachkräfteengpass ist weiterhin erheblich. Die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt führen zu einem steigenden Bedarf an Pflegepersonal. Der Zuzug von qualifizierten Fachkräften reicht nicht aus. Eine Möglichkeit von Pflegeinrichtungen ist die Qualifizierung von Beschäftigten. Wir helfen gern weiter“, schließt Anja Huth.

Hintergrundinformationen:

1. Der Internationale Tag der Pflege wird seit 1967 jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale.

2. 2020 wurden die Berufsbilder modernisiert - Drei Pflegeberufe, eine Ausbildung

Bisher wurden die Berufe für Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege getrennt ausgebildet. In diesem Jahr wurden die Berufe zusammengeführt. Praktisch heißt das, dass die ersten beiden Jahre eine gemeinsame Ausbildung für alle, mit Unterricht und praktischem Anteil erfolgt. Erst im dritten Ausbildungsjahr legen sich die Auszubildenden fest, welchen Schwerpunkt sie wählen. Entweder sie bleiben echte Allrounder und schließen die Ausbildung als Pflegefachmann/-frau ab oder sie konzentrieren sich auf den Bereich Alten- oder Kinderpflege. Dann erwerben sie am Ende des dritten Ausbildungsjahres einen Abschluss als Altenpfleger/in bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.