03.11.2020 | Presseinfo Nr. 90

daheimsein – aber anders

In wenigen Wochen ist Weihnachten vorbei und die Rückkehrermesse „daheimsein“ startet.


 

Auch in diesem Jahr bringen wir Arbeitgeber und Fachkräfte mit der Rückkehrermesse „daheimsein“ zusammen, allerdings anders. 

„Ich selbst bin mehr als acht Jahre gependelt. Montag früh auf die A9 und freitags wieder zurück. Sonntagabend war man mit den Gedanken schon auf der Autobahn und beim Tasche packen. Zeit für Familie und Freunde konzentrierte sich auf das Wochenende, was immer viel zu schnell vorbei war. Corona hat uns schmerzlich gezeigt wie wichtig es ist, die Familie in der Nähe zu haben,“ sagt Anja Huth, die Chefin der Bernburger Arbeitsagentur und ergänzt: „Die Mehrheit der Unternehmen hat ihre Nachfrage nach Arbeitskräften gegenwärtig deutlich reduziert. Diese anhaltende Zurückhaltung der Unternehmen stimmt mich bedenklich, da der Arbeitskräftebedarf mit Blick auf die alternden Belegschaften sich zunehmend verschärft. Die „daheimsein“ bringt heimische Arbeitgeber und Salzländler zusammen, die aktuell in anderen Regionen arbeiten. Sie ist für mich eine Herzensangelegenheit.“   

Was ändert sich?

Die Rückkehrermesse „daheimsein“ wird am 28.Dezember von 09:00 bis 13:00 Uhr virtuell stattfinden. Eine Übersicht der ersten Unternehmen findet man unter: www.daheimsein.com.

Was bleibt?

In aller Munde sind die Vorteile von Heimat, Familie und Freunde. Noch nicht in aller Munde sind die Möglichkeiten unserer Region, wie die Kinderbetreuung, digitale Erschließung, günstiges Bauland und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Vor allem aus Sicht der Fachkräftesicherung und beim Thema des Unternehmensnachwuchses wird die Luft für manche Firmen und Branchen allmählich dünn. Spätestens in ein paar Jahren wird sich die Situation deutlich verschärfen, denn die Baby-Boomer gehen in Rente und die Nachkommen sind rar gesät.

Auch in diesem Jahr unterstützen tatkräftig Landrat Markus Bauer und der Vorstand der Salzlandsparkasse, Hans-Michael Strube „daheimsein“.

Landrat Markus Bauer sagt, die Messe ist ein kleines Puzzleteil in vielfältigen Bemühungen von Salzlandkreis, Agentur für Arbeit und Salzlandsparkasse, den Wirtschaftsstandort Salzlandkreis zu fördern. „Die daheimsein-Messe digital zu veranstalten, bietet uns die Möglichkeit, potenzielle Heimkehrer tatsächlich dort abzuholen, wo sie sich aufhalten – im besten Fall sogar morgens am Küchentisch. Wir zeigen dabei mit Hilfe unserer Unternehmen Gesicht und können so zumindest das Gefühl wecken, jederzeit tatsächlich wieder heimkehren zu können.“ Der Landrat betont, es sei wichtig für junge Menschen, die Welt zu entdecken. Irgendwann müsse der Drang genauso groß werden, wieder in die Heimat zurückkehren zu wollen.

Und Hans-Michael Strube ergänzt:

Die "daheimsein"-Messe ist ein Projekt, bei dem sich die richtigen Partner gefunden haben, um den Salzlandkreis als nachhaltigen Standort zum Arbeiten und Wohnen zu sichern.

Wir wollen gemeinsam mit dem Landkreis und der Agentur für Arbeit Bernburg alle Unternehmen animieren, diese Chance zur Fachkräftegewinnung zu nutzen und mitzumachen.

Dass der Salzlandkreis innovativ und damit zukunftsfähig ist, zeigt schon die neue Form als virtuelle Veranstaltung.

Als regionales Kreditinstitut unterstützen wir auch in diesem Jahr die Initiative und hoffen auf viel Zuspruch und zahlreiche "Rückkehrer".

   

Zur Geschichte:

Die Rückkehrermesse „daheimsein“ wurde erstmals 2017 durchgeführt. 11 Unternehmen und fast 250 interessierte Menschen haben daran teilgenommen.

Ein Jahr später waren es 26 Unternehmen mit konkreten Stellenangeboten und  fast 230 Männer und Frauen.

Im letzten Jahr waren es 26 Arbeitgeber bei der „daheimsein“ und etwas mehr Besucher (ca. 240) im „Sparkassenschiff“ in Staßfurt.

Zahlen/Daten/Fakten:

Einpendler/Auspendler/Pendlersaldo

2007 sind 12.239 Einpendler in die Region des jetzigen Salzlandkreises zur Arbeit gependelt. Zwölf Jahre später sind es genau 15.110 Frauen und Männer. Die Zahl der Männer und Frauen die zum Job in das Salzland einpendeln, war nur im vorletzten Jahr um einhundert Personen höher.

Die Zahl der Einpendler stieg binnen der letzten zwölf Jahre um mehr als 2.850. Mitte 2019 pendelten 25.220 Menschen zur Arbeit außerhalb des Kreises. Auch hier ist in diesem Jahr ein Zuwachs um 641 Pendler festzustellen.

Die Differenz zwischen den Einpendlern und Auspendlern ist der sogenannte Pendlersaldo. Erstmals seit 2007 pendelten 2018 weniger als 10.000 Menschen, genau 9.929.

Ein Jahr später, Stand Mitte 2019, betrug der Pendlersaldo mehr als 10.100 Männer und Frauen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Zuständigkeitsbereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) der Agentur für Arbeit Bernburg waren im Gründungsjahr 2013 im Jahresdurchschnitt 3.535 Personen gemeldet. 2019 reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Mehr als 2.400 Menschen waren zum Jahresende im Durchschnitt arbeitslos gemeldet.

Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage

2013 waren im Jahresdurchschnitt 1.139 Arbeitsstellen im Bestand. Die meisten Stellen gingen dabei aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe, der Zeitarbeit und dem Gesundheits- und Sozialwesen ein. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen ist im Jahresvergleich 2018 zu 2019 im Jahresdurchschnitt im Bestand um 350 auf unter 1.000 gesunken. Einen nennenswerten Aufwuchs an Stellenmeldungen hat es im Wirtschaftsbereich Produktion und Fertigung gegeben, fast 50 Prozent aller Arbeitsstellen wurden in diesem Bereich gemeldet.