29.04.2021 | Presseinfo Nr. 30

Der Arbeitsmarkt im April 2021 (Kreis Gütersloh)

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Gütersloh

Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld, kommentiert die Daten zum Arbeitsmarkt wie folgt:

„Die Arbeitslosigkeit geht im Kreis Gütersloh im April weiter zurück. Im Vergleich zum Vormonat ist diese um 3,3 Prozent gesunken. Der Arbeitsmarkt kann sich von den negativen Auswirkungen der Pandemie weiter erholen. Von der globalen wirtschaftlichen Erholung profitiert die Industrie unvermindert. Diese positive Entwicklung im Kreis hält den dritten Monat infolge an.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Gütersloh zeigt sich zurzeit erstaunlich robust. Die Belebung am Arbeitsmarkt kommt allerdings nach wie vor nicht in der Grundsicherung an. Minijobber und Selbstständige und Kulturschaffende zum Beispiel trifft die Corona-Pandemie besonders. Die Arbeitslosenzahl stieg in der Grundsicherung im April im Vergleich zum Vormonat an. Der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit über den gesamten Pandemiezeitraum fällt deutlich aus.

Mit dem Kurzarbeitergeld und auch aufgrund der erwarteten Verschärfung des Fachkräftemangels halten die meisten Unternehmen weiter an den Mitarbeitern fest. Es gibt gute, mitunter saisonale Gründe zu der Annahme, dass sich der Aufschwung am Arbeitsmarkt in den nächsten Wochen fortsetzen wird. Aktuell melden Unternehmen vakante Stellen wieder in weit größerem Umfang. Zugleich steigt die Zahl der Menschen, die den Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit zurückfinden, weiter an.

Auch in besonders schwer von der Pandemie getroffenen Branchen gibt es mit dem wachsenden Impffortschritt die zunehmende Hoffnung, dass sich die Situation im Sommer verbessern wird.“

Kurzarbeitergeld

Im April 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh nach vorläufigen Daten 49 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In den Anzeigen werden 600 Personen genannt, die potenziell von Kurzarbeit betroffen sind. Im Vergleich zum Vormonat sind das nach aktualisierten Daten 54 Anzeigen und 712 Personen weniger.

Hochgerechnete Zahlen zur realisierten Kurzarbeit im Kreis Gütersloh liegen für die Monate November und Oktober 2020 vor. Es geht hierbei um die bereits abgerechnete Kurzarbeit, die tatsächlich durchgeführt worden ist. Demnach gab es im Kreis Gütersloh im November 1.230 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 9.105 Personen in Kurzarbeit. Im Oktober waren es 1.001 Betriebe mit 7.333 Personen in Kurzarbeit.

Für den gesamten Agenturbezirk Bielefeld (Kreis Gütersloh und Stadt Bielefeld) liegen auch Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit in den Monaten Dezember und November 2020 vor. Demnach waren im Bezirk im Dezember 2.970 Betriebe mit 21.823 Personen in Kurzarbeit. Im November waren es 2.591 Betriebe mit 19.824 Mitarbeitern in Kurzarbeit.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Gütersloh im April 2021 gesunken. Insgesamt waren 9.057 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind das 305 Personen oder 3,3 Prozent weniger. Im Vergleich zum April des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 706 Personen beziehungsweise um 7,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im April 4,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,6 Prozent (minus 0,3 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.293 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 364 Personen beziehungsweise 7,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 761 Personen oder 15,1 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 59 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 55 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies plus 1,3 Prozent zum Vormonat beziehungsweise plus 1,2 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt zählen 4.764 Personen und damit 52,6 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit

802 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Gütersloh unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 66 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 212 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 7,6 Prozent zum vorherigen Monat beziehungsweise minus 20,9 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken, und zwar um 91 Personen oder 2,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 4 Arbeitslose mehr (plus 0,1 Prozent). Insgesamt sind 3.023 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Gütersloh betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Gütersloh im Berichtsmonat gestiegen. 3.536 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 82,7 Prozent (2.926 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonats sind das 81 Langzeitarbeitslose mehr (plus 2,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 722 Personen (plus 25,7 Prozent).

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 707 Stellen gemeldet, das sind 16 offene Stellen weniger als im Vormonat. Im Bestand befanden sich insgesamt 3.386 offene Stellen, 28 offene Stellen mehr als im Vormonat und 723 mehr als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im April hat sich trotz des weiter anhaltenden Lockdowns die Frühjahrsbelebung fortgesetzt und am Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe zu weiter sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Ein Rückgang zu dieser Jahreszeit ist saisonal üblich. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum März 2021 um 0,7 Prozent auf 67.596 Personen. Das sind insgesamt 509 Arbeitslose weniger. Der April 2021 ist der erste Berichtsmonat, dessen Vorjahresmonat ebenfalls bereits unter dem Einfluss der pandemiebedingten Einschränkungen stand. Im April 2020 waren 1,2 Prozent oder 802 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Im April 2020 war, nach Beginn des ersten Lockdowns, die Arbeitslosigkeit stark angestiegen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 28.792 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 6.415 Menschen oder 28,7 Prozent mehr als im April 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen steigt seit Sommer 2020 beständig an. Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe angeboten werden konnten, stieg im April erfreulich an. Der Bestand lag mit 19.489 freien Stellen um 2.210 Stellen höher als noch vor einem Jahr, das ist ein Plus von 12,8 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.080 Stellen auf 4.231 Neumeldungen, das ist ein Plus von 96,7 Prozent. Das Arbeitskräfteangebot war im April 2020 massiv eingebrochen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,7 Prozent), Detmold (6,1 Prozent) und Bielefeld (6,5 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent (Vormonat 6,0 Prozent, Vorjahr 6,0 Prozent).