01.12.2020 | Presseinfo Nr. 79

Der Arbeitsmarkt im November 2020 (Stadt Bielefeld)

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes in der Stadt Bielefeld

Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld, kommentiert die Daten zum Arbeitsmarkt wie folgt:

Die Arbeitslosigkeit ist in der Stadt Bielefeld um 0,9 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen ist damit den dritten Monat in Folge rückläufig. Die jüngste konjunkturelle Aufholbewegung sorgt noch für eine gewisse Dynamik am Arbeitsmarkt. Sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung sinkt die Arbeitslosenzahl.

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl um 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Covid-19-Pandemie am Arbeitsmarkt noch immer deutliche Spuren hinterlässt. Dennoch befindet sich der Arbeitsmarkt in stabiler Verfassung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in den Wintermonaten entwickelt. Für den Winter muss insgesamt mit einer gedämpften Entwicklung am Arbeitsmarkt gerechnet werden. Mit der gestiegenen Vorsicht der Bürger und den neuen Beschränkungen zum Schutz der Gesundheit in der zweiten Welle der Pandemie bleibt es von unverminderter Wichtigkeit, dass von den Umständen getroffene Unternehmen das Kurzarbeitergeld nutzen wie bisher.

Grund zur Sorge vor einem ebenso deutlichen Einbruch am Arbeitsmarkt wie im Frühjahr besteht nicht. Die Betriebe finden mit dem Kurzarbeitergeld und den Unterstützungshilfen die Sicherheiten vor, der es braucht. Weil die Verfügbarkeit von Impfstoffen zu erwarten ist, schauen Entscheider in der Wirtschaft auch mit Zuversicht auf das kommende Jahr. Mit dem Silberstreif am Horizont macht es Sinn, dass die Unternehmen ihre Beschäftigten halten. Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, helfen wir bestmöglich dabei, schnell wieder eine Anstellung zu finden.“

Kurzarbeitergeld

Im November 2020 wurden von Unternehmen aus der Stadt Bielefeld 233 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In den Anzeigen werden 2.943 Personen genannt, die potenziell von Kurzarbeit betroffen sind. Im Vergleich zum Vormonat sind das 180 Anzeigen und 2.298 Personen mehr.

Hochgerechnete Zahlen zur realisierten Kurzarbeit in der Stadt Bielefeld liegen für die Monate Juni und Mai 2020 vor. Es geht hierbei um die bereits abgerechnete Kurzarbeit, die tatsächlich durchgeführt worden ist. Demnach gab es in Bielefeld im Juni 1.822 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 21.050 Personen in Kurzarbeit. Im Mai waren es nach aktuell vorliegender Hochrechnung 2.267 Betriebe mit 26.555 Personen in Kurzarbeit.

Für den gesamten Agenturbezirk Bielefeld (Kreis Gütersloh und Stadt Bielefeld) liegen auch Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat Juli vor. Demnach waren im Bezirk im Juli 2.960 Betriebe mit 28.604 Mitarbeitern in Kurzarbeit.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Stadt Bielefeld im November 2020 gesunken. Insgesamt waren 15.094 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind das 141 Personen oder 0,9 Prozent weniger. Im Vergleich zum November des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 2.041 Personen beziehungsweise 15,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im November 2020 8,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 7,3 Prozent (plus 1,0 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.996 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 92 Personen beziehungsweise um 1,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet das eine Erhöhung um 1.089 Personen oder 27,9 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 49 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 952 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies minus 0,5 Prozent zum Vormonat beziehungsweise plus 10,4 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 10.098 Personen und damit 66,9 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

1.364 Arbeitslose sind im Berichtsmonat in der Stadt Bielefeld unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 86 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 152 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf minus 5,9 Prozent zum vorherigen Monat beziehungsweise plus 12,5 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen, und zwar um 39 Personen oder um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 720 Arbeitslose mehr (plus 18,2 Prozent). Insgesamt sind 4.675 Menschen ab 50 Jahre in der Stadt Bielefeld betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in der Stadt Bielefeld im Berichtsmonat gestiegen. 6.631 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,0 Prozent (5.967 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 110 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 1.224 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Stadt haben in diesem Monat 482 Stellen gemeldet (minus 141 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.113 offene Stellen, das sind 84 Stellen weniger als im Vormonat und 210 Stellen weniger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Nach der erfreulichen Entwicklung seit August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe auch im November gesunken. So ging die Zahl der Menschen ohne Arbeit in der Region im Vergleich zum Oktober 2020 um 2,9 Prozent auf 65.806 Personen zurück. Das sind insgesamt 1.971 Arbeitslose weniger. Im November 2019 waren 14,2 Prozent oder 8.195 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen. Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe angeboten werden konnten, lag im November auf einem geringeren Niveau. Der Bestand lag mit 18.762 freien Stellen um 724 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig lag die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 128 Stellen niedriger. Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,1 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,6 Prozent), Detmold (6,1 Prozent) und Bielefeld (6,2 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent.