04.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt im Dezember 2021 (Kreis Gütersloh)

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Gütersloh

Statement von Wolfgang Draeger, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld

„Der Kreis Gütersloh folgt dem bundesweiten Trend indem die Zahl der Arbeitslosen im Dezember traditionell leicht ansteigt. Jedoch ist die Arbeitslosenquote mit 3,6 Prozent weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Vergleich zum Dezember 2020 ist zudem eine deutliche Erholung des Arbeitsmarkts von der Corona-Pandemie zu erkennen. Während die Anzahl an Personen, die zur Grundsicherung zählen, um 3,8 Prozent sank, beziehen im Kreis Gütersloh im Dezember 2021 sogar 33,4 Prozent weniger Menschen Arbeitslosengeld I als ein Jahr zuvor.

Die Anzeigen von Kurzarbeit sind im Dezember wieder gestiegen. Dies verdeutlicht die Unsicherheit der Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern in Bezug auf die 4. Corona-Welle und die Omikron-Mutation. Deren genaue Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt werden wir jedoch erst in den nächsten Wochen und Monaten sehen.

Besonders erfreulich ist die gesunkene Zahl an jungen Arbeitslosen. Mit 2,9 Prozent weniger als zum Vormonat bzw. minus 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr spiegelt sich die Dynamik auf dem Gütersloher Arbeitsmarkt wider.“

Kurzarbeitergeld

Im Dezember 2021 wurden von Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh nach vorläufigen Daten 67 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In den Anzeigen werden 867 Personen genannt, die potenziell von Kurzarbeit betroffen sind. Im Vergleich zum Vormonat sind das 56 Anzeigen mehr, jedoch 7 potentiell betroffene Personen weniger.

Hochgerechnete Zahlen zur realisierten Kurzarbeit im Kreis Gütersloh liegen nun für Juli 2021 vor. Es geht bei den Daten um die bereits abgerechnete Kurzarbeit von der tatsächlich durchgeführten Kurzarbeit. Demnach arbeiteten im Kreis Gütersloh im Juli 2021 3.579 Personen in 670 Betrieben kurz. Die Kurzarbeit war im Juli somit den fünften Monat in Folge rückläufig.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Gütersloh leicht gestiegen. Insgesamt waren im Dezember 2021 7.600 Personen arbeitslos gemeldet. Dies sind 31 Personen bzw. 0,4 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres verringert sie sich jedoch um 1.781 Personen bzw. 19,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Berichtsmonat 3,6 Prozent und ist somit 0,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr (4,4 Prozent).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren im Dezember 3.202 Personen gemeldet. Die Zahl stieg zum Vormonat um 4 Personen bzw. 0,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies jedoch eine Verringerung um 1.606 Personen bzw. 33,4 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

Grundsicherung bezogen 27 Arbeitslose bzw. 0,6 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sind es dagegen 175 Personen bzw. 3,8 Prozent weniger. Insgesamt zählen 4.398 Personen und damit 57,9 Prozent aller Arbeitslosen zur Grundsicherung gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit

598 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Gütersloh unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 18 bzw. 2,9 Prozent mehr. Im gleichen Monat des Vorjahres waren sogar 237 bzw. 28,4 Prozent mehr junge Menschen arbeitslos.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Zahl der Arbeitslosen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat um 48 Personen bzw. 1,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 332 Arbeitslose weniger (minus 11,0 Prozent). Insgesamt sind 2.690 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Gütersloh arbeitslos.

Langzeitarbeitslose

Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Gütersloh im Dezember gestiegen. 3.251 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 85,4 Prozent (2.777 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Zahlen des Vormonats sind dies 21 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen jedoch um 72 Personen.

Stellenangebote

Die Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh haben in diesem Monat 611 Stellen gemeldet. Das sind 15 mehr als im November. Insgesamt sind 4.083 Stellen vakant, 78 weniger als im Vormonat und 883 mehr als im Dezember 2020.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist im Dezember 2021 leicht gestiegen. Aktuell sind 56.629 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Personen, die im Dezember neu arbeitslos gemeldet wurden, ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um 122 Personen gesunken. Im Dezember 2021 sind 10.599 neue Arbeitslosmeldungen bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe erfolgt.

Ein Anstieg des Bestandes an arbeitslosen Personen ist im Dezember eines Jahres saisonüblich und fällt in diesem Jahr mit 0,1 Prozent deutlich geringer aus, als zu erwarten gewesen wäre. So stieg in den vergangenen sechs Jahren die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember durchschnittlich um 0,8 Prozent. Der Bestand an Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe ist in diesem Monat der zweitniedrigste Wert der letzten sechs Jahre.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, seit Beginn der Pandemie stark angestiegen. So sind aktuell 26.199 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 101 Menschen oder 0,4 Prozent mehr als im Dezember 2020. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 25,4 Prozent an. Seit Mai dieses Jahres ist ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt liegt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen aktuell bei 46,3 Prozent.

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft weiterhin sehr erfreulich. Im Dezember 2021 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.737 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von +1.035 Stellen oder 28,0 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 24.962 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 35,2 Prozent über dem Niveau des Dezember 2019, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (5,0 Prozent) und Bielefeld (5,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent (Vormonat 5,1 %, Vorjahr 5,8 %).