29.10.2020 | Presseinfo Nr. 75

Der Ausbildungsmarkt 2019/2020: Eine erste Zwischenbilanz

Die Corona-Krise hat die Stellenbesetzung in Bielefeld und im Kreis Gütersloh im Ausbildungsjahr 2019/2020 verzögert, dieses geht in die Verlängerung. Unternehmen stellen Jugendliche im „fünften Quartal" weiter ein. Derweil macht sich am Ausbildungsmarkt wahrscheinlich ein langfristiger Trend neben der Pandemie bemerkbar.

- 323 Jugendliche suchen am 30. September 2020 nach einem Ausbildungsplatz.

- In Unternehmen und Verwaltungen sind noch 500 Ausbildungsstellen frei.

- Die Zahl der Bewerber beträgt im Vergleich zum Vorjahr minus 14,2 Prozent, die der Ausbildungsstellen minus 15,7 Prozent.

- Nach einer leichten Belebung am Arbeitsmarkt mit dem Herbstaufschwung, hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Bielefeld und im Kreis Gütersloh zuletzt etwas entspannt – freilich noch deutlich zu wenig.

- Bei der Besetzung von Ausbildungsstellen ist es im Schnitt zu einer Verzögerung von rund zwei Monaten gekommen. Im „fünften Quartal" bieten sich Auszubildenden weiter gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Aufgrund der Corona-Pandemie verschiebt sich die Besetzung von Ausbildungsstellen in Unternehmen und Verwaltungen in Bielefeld und im Kreis Gütersloh wie allgemein in Deutschland im Schnitt um rund zwei Monate nach hinten. Der regionale Ausbildungskonsens hat hierauf bedarfsorientiert reagiert: Das Ausbildungsjahr 2019/2020 geht in die Verlängerung, Arbeitgeber und Bewerber werden diesmal bis in den Dezember 2020 hinein Ausbildungsverträge abschließen, auch über die Jahreswende hinaus. Das „fünfte Quartal" geht bis Ende Januar 2021, bis dahin werden die Kammern Ausbildungsverhältnisse eintragen.

Für die drei Schlussmonate wird auf dem Ausbildungsmarkt eine dynamische Entwicklung erwartet. Jugendlichen stehen in den Unternehmen für eine Ausbildung weiter Türen offen. Anders als in den Vorjahren, kann hier aus dem Grund noch keine abschließende Bilanz gezogen werden. Doch lassen die Daten für die Monate Oktober 2019 bis Oktober 2020 gegenüber dem Vorjahr bereits deutlich eine rückläufige Entwicklung beim Stellenangebot und bei der Bewerbernachfrage erkennen. Das gilt für die Stadt Bielefeld und den Kreis Gütersloh.

Die Corona-Pandemie und zu deren Eindämmung beschlossene Beschränkungen haben Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt in ganz ähnlichem Maße deutlich gedämpft, vor allem in den Monaten März und April. Der Rückgang bei den Ausbildungsstellen und Bewerbern lässt sich aber nicht allein auf den Ausbruch der Covid-19-Pandemie zurückführen. Schon vor der Pandemie in Deutschland entwickelte sich der Ausbildungsmarkt rückläufig. Bis Februar 2020 etwa betrug der Rückgang bei den Bewerbern um eine Ausbildungsstelle im gesamten Agenturbezirk Bielefeld gegenüber dem Vorjahresmonat minus 16,4 Prozent. Hierin könnte sich ein länger währender Trend abzeichnen. Demographischer Wandel und Digitalisierung könnten damit zusammenhängen.

Im gesamten Agenturbezirk, zu dem die Stadt Bielefeld und der Kreis Gütersloh zählen, sind momentan, nach Prozessdaten der Arbeitsagentur, noch 323 junge ausbildungssuchende Menschen unversorgt. Das sind 24 Jugendliche weniger als im Vorjahr (minus 6,9 Prozent). Zugleich sind derzeit im Agenturbezirk Bielefeld 500 Stellen unbesetzt. Das sind im Vorjahresvergleich 266 Stellen mehr (plus 113,7 Prozent).

Im gesamten Ausbildungsjahr 2019/2020 haben bis heute 4.498 Bewerber Aktivitäten auf dem Ausbildungsmarkt entfaltet. Das sind 744 Jugendliche oder 14,2 Prozent weniger als im Vorjahr. In dem Zeitraum haben Unternehmen und Verwaltungen insgesamt 4.452 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet, 829 Stellen weniger als noch vor einem Jahr oder minus 15,7 Prozent.

Versorgt sind bislang 4.175 Bewerber. Rechnerisch betrachtet hat momentan im Agenturbezirk jeder noch unversorgte Ausbildungssuchende die Wahl unter 1,55 unbesetzten Berufsausbildungsstellen.

Statement von Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld

„Das Ausbildungsjahr geht in die Verlängerung. Nachdem sich die Vermittlung von Ausbildungsstellen durch die Corona-Pandemie um gut zwei Monate nach hinten verschoben haben dürfte, beginnt für das Ausbildungsjahr 2019/2020 das ‚fünfte Quartal‘. Soll heißen: Unternehmen stellen Auszubildende länger als sonst üblich ein. Wer noch eine Ausbildung beginnen will, gewinnt damit mehr Zeit, um sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen.

Für den Ausbildungsmarkt erwarten wir daher weiter eine dynamische Entwicklung. Wir sind gemeinsam mit Netzwerkpartnern in engem Austausch mit Unternehmen, damit sie noch zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen. Für die Unternehmen zahlt sich die Ausbildung in der Corona-Krise klar aus: Sie gehen die Herausforderungen des demographischen Wandels an und können die Ausbildungsprämie erhalten. Die Agentur für Arbeit Bielefeld, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld unterstützen die Jugendlichen mit unverminderten Kräften in der Vermittlung.

Wie die Bilanz des Ausbildungsjahres 2019/2020 schlussendlich ausfällt, lässt sich erst gegen Ende des ‚fünften Quartals‘ mit ganzer Klarheit sagen. Es zeigt sich aber bereits, dass die Corona-Pandemie die Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt wesentlich gebremst hat. Allerdings hat dies bislang in Bielefeld und im Kreis Gütersloh keinesfalls einen Einbruch bewirkt.

Der demographische Wandel kündigt sich wahrscheinlich in den Zahlen von 2019/2020 bereits an. In dessen Folge rechnen wir mit sinkenden Bewerberzahlen in den nächsten Jahren. Sollten wir im ‚fünften Quartal‘ nicht noch gemeinsam einen Achtungserfolg am Ausbildungsmarkt erzielen, würde insofern der Ausbildungsmarkt mit einer doppelten Hypothek – demographischer Wandel und Corona – belastet. Zurückhaltung in der Ausbildung jetzt erschwert das Geschäft, wenn die Auftragseingänge wieder stärker zulegen. Jugendliche und Unternehmen können im ‚fünften Quartal‘ für einen Aufholeffekt sorgen."

Eine erste Zwischenbilanz für das Berufsberatungsjahr 2019/2020 haben die Agentur für Arbeit Bielefeld, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld und die Handwerkskammer (HWK) Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld heute auf einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz gezogen. Für die Arbeitsagentur sprach der Vorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Richter, sowie seine Vertretung Dr. Anne-Kathrin Krone, Geschäftsführerin Operativ. Die IHK war durch Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke vertreten; die HWK durch den Leiter Ausbildungsberatung, Lehrlingsrolle und Fachkräftesicherung, Marwin Schadwill. Die Redner machten deutlich: Arbeitsagentur, IHK und HWK rechnen damit, dass das Bewerberpotenzial auf dem Ausbildungsmarkt infolge des demographischen Wandels in den nächsten Jahren im Trend zurückgehen wird, wie laut Prognosen im übrigen Nordrhein-Westfalen auch. Der Fachkräftemangel wird sich verschärfen.

Mit 4.175 statistisch erfassten Bewerbern haben bisher rund 92,8 Prozent von ihnen ein Ausbildungsverhältnis begonnen oder sich für Alternativen entschieden, beispielsweise für ein Studium oder einen weiterführenden Schulbesuch oder einen Freiwilligendienst. In eine Berufsausbildung mündeten bisher 2.138 junge Menschen ein. Für ein Studium oder einen weiterführenden Schulbesuch entschieden sich 627 Jugendliche. Weitere 140 Ausbildungssuchende starteten eine Fördermaßnahme. Das Bildungsgefälle reicht von 88 Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss bis zu 650 Absolventen mit Allgemeiner Hochschulreife. Dazwischen liegen 885 Schulabgänger mit Hauptschulabschluss, 1.535 Schulabgänger mit Realschulabschluss und 1.071 Schulabgänger mit Fachhochschulreife. Die Zahl der Bewerber ohne Hauptschulabschluss gab gegenüber dem Vorjahr 35,8 Prozent nach. 2,0 der Bewerber verfügten über keinen Schulabschluss. Die Zahl der Bewerber mit einer Allgemeinen Hochschulreife sank um 16,3 Prozent (minus 124 Bewerber). Die Berufsberater der Agentur für Arbeit Bielefeld unterstützen Ausbildungssuchende unter der Rufnummer 0521 587 3333.

Der Ausbildungsmarkt in der Stadt Bielefeld

Seit Oktober 2019 haben sich in der Stadt Bielefeld 2.575 Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur in der Bielefelder Jugendberufsagentur (JBA) gemeldet. Das sind 265 junge Menschen weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 9,3 Prozent). Versorgt sind bereits 2.407 Bewerber. Davon planen 231 junge Menschen mit einer Alternative, beispielsweise mit einem weiterführenden Schulbesuch. Momentan sind in der Stadt Bielefeld noch 168 Ausbildungsinteressierte unversorgt.

Die Zahl der Berufsausbildungsstellen, die Unternehmen und Verwaltungen seit Oktober 2019 für das Stadtgebiet meldeten, ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. So zählte die Arbeitsagentur in der Stadt Bielefeld seit Oktober 2019 2.019 Ausbildungsstellen und damit 452 Stellen weniger als im Jahr davor (minus 18,3 Prozent). Im Stadtgebiet gibt es aktuell 245 unbesetzte Ausbildungsplätze. Rechnerisch standen damit in der Stadt Bielefeld jedem unversorgten Bewerber 1,46 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Gütersloh

Seit Oktober 2019 haben sich im Kreis Gütersloh 1.923 Jugendliche und junge Erwachsene auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet. Das sind 479 junge Menschen weniger als im Vorjahreszeitraum (minus 19,9 Prozent). Versorgt sind bereits 1.768 Bewerber. Davon planen 140 junge Menschen mit einer Alternative, beispielsweise mit einem weiterführenden Schulbesuch. Momentan sind im Kreis Gütersloh noch 155 Ausbildungsinteressierte unversorgt.

Die Zahl der Berufsausbildungsstellen, die Unternehmen und Verwaltungen seit Oktober 2019 für den Kreis Gütersloh meldeten, ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. So zählte die Arbeitsagentur im Kreis Gütersloh seit Oktober 2019 2.433 Ausbildungsstellen und damit 377 Stellen weniger als im Jahr davor (minus 13,4 Prozent). Im Kreis gibt es aktuell 255 unbesetzte Ausbildungsplätze. Rechnerisch standen damit jedem unversorgten Bewerber 1,65 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber.

Bilanz der Industrie- und Handelskammer

Leider gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei den Zahlen nichts zu beschönigen", sagt Petra Pigerl-Radtke, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK). Diese seien de facto im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, in Bielefeld um minus 16,8 Prozent insgesamt. In absoluten Zahlen reduzierte sich die Zahl der Ausbildungsverträge um 252 auf jetzt 1.248. Zwar sei der prozentuale Rückgang zwischen den kaufmännischen und gewerblich-technischen Ausbildungsberufen ausgeglichen: mit minus 16,7 Prozent, gleich einem Minus von 81 Ausbildungsverträgen im gewerblich-technischen Bereich, zu minus 16,8 Prozent, gleich minus 171 Verträgen im kaufmännischen Ausbildungsbereich – allerdings sei hier die Anzahl der Ausbildungsverträge in der Regel doppelt so hoch.

Für den Kreis Gütersloh sehe es leider auch nicht gut aus: Ein Rückgang um 11,2 Prozent insgesamt, oder, in absoluten Zahlen um199 Ausbildungsverträge bei jetzt 1.574 registrierten Verträgen, würde den aktuellen Negativtrend unterstreichen. Hier seien die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe „nur" um 8,6 Prozent (60 Ausbildungsplätze) zurückgegangen, hingegen der kaufmännische Ausbildungsbereich um 12,9 Prozent oder 139 registrierte Verträge. Insgesamt gibt es 6.537 registrierte Ausbildungsverträge in Ostwestfalen. Erfreulich sei, dass der moderne und relativ neue Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau im E-Commerce" in Gütersloh erneut kräftig zulegen konnte.

Sowohl für Bielefeld als auch für den Kreis Gütersloh waren der Handel und der Hotel- und Gaststättenbereich vom Rückgang betroffen, ebenso der Nahrungs- und Genussmittelbereich.

Mangelnde Informations- und Beratungsmöglichkeiten in Schulen, vorübergehend aus Gesundheitsschutzgründen eingeschränkte Unterstützungsmöglichkeiten in den Schulen durch die Berufsberater der Arbeitsagentur", nannte Pigerl-Radtke einige von vielen Gründen für den Rückgang. Darüber hinaus waren Praktika so gut wie nicht umsetzbar, die sogenannten AZUBI-Speeddatings, bei denen sich potenzieller Ausbildungsbetrieb und interessierte Jugendliche austauschen und „beschnuppern" konnten, haben nicht stattfinden können. „Hier hat die Corona-Pandemie in der Tat ihre Spuren merklich hinterlassen und eine ordnungsgemäße Berufswahlvorbereitung nicht zugelassen, weder für die Lehrer und Schulen noch für die Betriebe. Mit virtuellen Speeddatings konnten zwar Gespräche gematcht werden, aber es geht doch nichts über echte persönliche Kontakte", zieht Pigerl-Radtke Bilanz.

Für die nächsten Monate werden wir alles daransetzen, gemeinsam mit den Partnern rund um die berufliche Ausbildung unseren ‚Instrumentenkasten‘ für die Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten, Ausbildungsbetrieben und darüber hinaus für die potenziellen Auszubildenden so zu erweitern, dass wir eine nachhaltige Berufswahlvorbereitung für die jungen Menschen ermöglichen können", so Pigerl-Radtke weiter.

Die IHK selbst werde sich auch weiterhin massiv für die Förderung der Beruflichen Bildung einsetzen und die bereits seit Jahren erfolgreich eingeführten Projekte wie „kooperation IHK-Schule-Wirtschaft" sowie „berufliche Bildungslotsen" trotz oder gerade wegen Corona fortsetzen. Bei den „beruflichen Bildungslotsen" spreche die IHK in Abstimmung mit den jeweiligen Ausbildungsbetrieben Auszubildende an, um sie zu schulen und in den Klassen der allgemeinbildenden Schulen über ihre Ausbildungsberufe berichten zu lassen. Hier diskutieren sie mit den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe über die positiven Perspektiven beruflicher Bildung und vor allem über die eigenen Erfahrungen.

Handwerkskammer: Zahl der Ausbildungsverträge gestiegen

Marwin Schadwill, Leiter Ausbildungsberatung, Lehrlingsrolle und Fachkräftesicherung der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, berichtet zum Ausbildungsmarkt der handwerklichen Berufe in der Region Bielefeld-Gütersloh. Die ausgesprochen gute Handwerkskonjunktur der Vorjahre und der damit eng verbundene Anstieg der Ausbildungszahlen in den letzten drei Jahren hat sich bedingt durch die Corona-Pandemie nicht fortgesetzt. Die Handwerkskammer hat daher ein ganzes Bündel an Maßnahmen geschnürt, um in den besonderen Zeiten Ausbildungsinteressenten und Betriebe zusammen zu bringen, dazu zählen unter anderem die Schaltung einer Hotline, digitale Beratung und mehrere digitale Speeddatings.

Dennoch sank die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30. September um 8,4 Prozent in Ostwestfalen-Lippe, die Anzahl der Neuabschlüsse im Kreis Gütersloh ging sogar um 11,6 Prozent auf aber immer noch 756 Verträge zurück, im Vorjahr waren es 855. Die Stadt Bielefeld verzeichnete ein Minus von 12,2 Prozent, das sind 482 (2019: 549) Ausbildungsverträge.

Damit stehen wir im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen noch ganz gut dar", betont Schadwill, „Weil uns jedoch schon jetzt Fachkräfte fehlen, ist jeder besetzte Ausbildungsplatz mehr ein Gewinn für das Handwerk." Besonders nachgefragt waren in der Stadt Bielefeld die Ausbildungsberufe Kraftfahrzeugmechatroniker/-in (71), Elektroniker/-in (56) und Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (49). Im Kreis Gütersloh waren es ebenfalls die Elektroniker/-in (126), gefolgt von den Kraftfahrzeug-mechatronikern/-innen (98) und den Tischlern/-innen (75).

22 Prozent der Ausbildungsanfänger im Kreis Gütersloh haben Abitur. Besonders stark vertreten sind sie bei den Elektronikern/-innen. Der Frauenanteil bei den Berufsanfängern im Gütersloher Handwerk liegt bei 13,5 Prozent. In der Stadt Bielefeld haben starke 28,2 Prozent Abitur, der Frauenanteil ist ebenfalls mit 25,3 Prozent überdurchschnittlich hoch. OWL-weit liegt er bei 17,8 Prozent.

Im September 2020 sind insgesamt 3.518 neue Ausbildungsverträge im OWL Handwerk abgeschlossen worden. „Betriebe, die Auszubildende suchen, und Interessenten, die eine Ausbildung absolvieren möchten, können auch jetzt noch Ausbildungsverträge abschließen und die Ausbildung beginnen", erklärt Schadwill. Corona-bedingt verschiebe sich der Ausbildungsbeginn in einigen Fällen um mehrere Monate. Die Beraterinnen und Berater der Handwerkskammer unterstützen unter der Telefonnummer 0521 5608 333 alle Interessenten dabei, Lösungen zu finden, die einen späteren Start ermöglichen.