05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt in Herne, Dezember 2020

Arbeitslosenzahlen gegenüber Vormonat erneut rückläufig. Dynamik auf dem Arbeitsmarkt dennoch anhaltend abgeschwächt. Alles in Allem mehr Arbeitslose als 2019.

Das alljährliche Geschehen auf dem Arbeitsmarkt - der Rückgang der Arbeitslosigkeit von September bis zum Jahresende - blieb auch in diesem Jahr trotz „lockdown light“ im November und „lockdown“ im Dezember ungebrochen. Seit dem Ende der Sommerferien meldeten sich von Monat zu Monat immer weniger Menschen arbeitslos. Dennoch war 2020 alles anders und die Arbeitslosigkeit im Ganzen wieder höher als 2019. Auch wenn die Entwicklung der letzten Monate regulär saisonal verlief, blieb die doch stark positive Entwicklung der Jahre zuvor auf dem Herner Arbeitsmarkt dieses Jahr aus. Trotzdem zahlt sie sich noch heute aus und half, gut durch die Krise zu kommen. Dank robuster Wirtschaftsstruktur, Kurzarbeit und staatlicher Unterstützungsprogramme blieben die meisten Beschäftigten, trotz Pandemie und „lockdown“ 2020 in Lohn und Brot. Und das wird auch 2021 für Viele weiter so sein.

Im Dezember zählt die Agentur für Arbeit über beide Rechtskreise (Agentur für Arbeit und Jobcenter) hinweg 9.109 Arbeitslose in Herne. Gegenüber dem Vormonat sind das 43 Arbeitslose oder 0,5 Prozent weniger. Der Blick auf das Vorjahr zeigt jedoch nach wie vor einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf. Im Dezember des Vorjahres lag sie nämlich noch um 1.408 Personen oder 18,3 Prozent unter der aktuellen Auswertung. Die aktuelle Arbeitslosenquote ist von November auf jetzt um 0,1 Prozent gesunken und beträgt jetzt 11,5 Prozent. Im letzten Jahr um diese Zeit lag sie bei 9,8 Prozent.

Der Vorsitzende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bochum, Frank Neukirchen-Füsers, richtet jetzt seinen Blick nach vorn und sagt: „Die Kurzarbeit hat in den zurückliegenden Monaten vielen Menschen den Arbeitsplatz gesichert. Die Unternehmen können umgehend, sobald die Wirtschaft in diesem Jahr wieder anzieht, in vollem Umfang auf ihre bewährten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen. Es ist erfreulich, dass wir zum Jahresende noch einmal weniger Arbeitslose zu verzeichnen haben. Die letzten Monate waren für uns alle sehr herausfordernd. Aufgrund der stabilen Wirtschaftsstruktur, Kurzarbeit und staatlicher Unterstützungsprogramme haben wir die Krise größtenteils gut abfedern können. Nach vorne blickend, werden wir die technischen und strukturellen Veränderungsprozesse verstärkt durch berufliche Fortbildungs- und Qualifizierungsangebote begleiten.“

Zu den Eckdaten der Arbeitslosigkeit in den Rechtskreisen: Von den insgesamt 9.109 Arbeitslosen im Dezember wurden 2.361 im Bereich der Versicherungsleistung (Agentur für Arbeit – SGB III) betreut. Das sind 49 Personen oder 2,1 Prozent mehr als im Vormonat. Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt mit plus 570 Personen oder 31,8 Prozent einen Anstieg um rund ein Drittel. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote ist damit um 0,1 Prozentpunkt gestiegen und beträgt jetzt 3,0 Prozent.

Im Rechtskreis der Grundsicherung (Jobcenter – SGB II) sind im Dezember 6.748 Arbeitslose registriert, das ist ein Minus von 92 Personen (1,3 Prozent) gegenüber dem November dieses Jahres und verglichen mit dem Dezember vor einem Jahr ist das ein Plus von insgesamt 838 Arbeitslosen (14,2 Prozent). Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote ist in diesem Monat um 0,2 Prozentpunkte rückläufig und beträgt nun 8,5 Prozent.

Zur aktuellen Arbeitskräfte-Nachfrage: Im Dezember verfügte der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit über insgesamt 844 offene Arbeitsstellen aus allen Bereichen. Gegenüber dem November ist das ein Rückgang um 150 Stellen oder 15,1 Prozent im Bestand. Der Vergleich mit dem Vorjahresmonat zeigt sogar einen Rückgang um rund ein Viertel oder 270 Stellen (minus 24,2 Prozent).

Dass die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt stark durch die Pandemie 2020 ausgebremst wurde, zeigt sich aber deutlicher in den Zu- und Abgängen der Stellenmeldungen der letzten 12 Monate. Hier verzeichnet die Agentur für Arbeit für beide Bereiche einen Rückgang um rund ein Fünftel der Stellen. Von den insgesamt 844 offenen Stellen meldeten Arbeitgeber allein im Dezember 232. Das sind zwar 34 Stellenzugänge oder 17,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und damit seit Jahresbeginn insgesamt 2.316 neu gemeldete Stellen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das aber eine Abnahme um 593 Stellen oder gut ein Fünftel (20,4 Prozent). Die Stellenabmeldungen beliefen sich im Dezember auf 380 Arbeitsstellen, 89 oder 30,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Von Januar bis Dezember gab es insgesamt 2.495 Stellenabgänge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, also zu Januar bis Dezember 2019, ist das eine Abnahme um 588 oder 19,1 Prozent.

Zur Kurzarbeit: Die von den Unternehmen neu angemeldete Kurzarbeit ist im Dezember gegenüber dem November wieder gesunken. Dennoch meldeten in den letzten vier Wochen insgesamt 54 Unternehmen mit 314 möglich betroffenen Mitarbeitern Kurzarbeit an. Insgesamt verzeichnet die Agentur für Arbeit in Herne damit seit Beginn der Pandemie im März 1.268 Kurzarbeitanzeigen für möglich betroffene 13.966 Mitarbeiter.

Welche Unternehmen und wie viele Mitarbeiter letztendlich Kurzarbeitergeld beziehen, kann jedoch erst zeitverzögert genau ermittelt werden. Die Betriebe haben insgesamt drei Monate Zeit, angemeldete Kurzarbeit auch zu beantragen. Die Anzeige ist eine Vorhersage des Arbeitgebers. Die realisierten Zahlen werden erst durch die Anträge im Nachhinein mitgeteilt. Die vorherige Anzeige der Unternehmen bleibt jedoch dringend erforderlich und zeigt einen Trend.

Zur Unterbeschäftigung: In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt.

Die Unterbeschäftigung ist, anders als im Vormonat, leicht gestiegen. Die Agentur verzeichnet im Dezember ein Plus um 15 Personen oder 0,1 Prozent. Insgesamt waren im Dezember 12.736 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Dezember vor einem Jahr sind das 915 Personen oder 7,7 Prozent mehr.