21.01.2021 | Presseinfo Nr. 7

Gute Nachricht in schlechten Zeiten:

Anstieg der Beschäftigung

Zum Stichtag 30. Juni 2020 waren im Kreis Herne 47.160 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit stieg die Beschäftigung in Herne zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um 1.153 Beschäftigte, während der Vergleich mit dem Vorquartal noch einen leichten Rückgang um 500 Personen verzeichnete. Profitieren konnten alle Personengruppen. Besonders hoch war der Anstieg bei den Frauen, bei älteren Beschäftigten und in der Gruppe der Teilzeitbeschäftigung. Die Entwicklung der geringfügig entlohnten Beschäftigten hingegen ist rückläufig.

„Diese gute Beschäftigungsentwicklung war erhofft, aber nicht selbstverständlich und ist in Pandemiezeiten ein sehr positives Signal. Mit Blick auf ganz Nordrhein-Westfalen als auch auf das restliche Bundesgebiet ist sie wirklich außergewöhnlich - anderenorts ließ die Beschäftigung zum letzten Stichtagsvergleich fast überall nach“, freut sich Frank Neukirchen-Füsers, der Vorsitzende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. „Die lokale Unternehmerschaft konnte teilweise immer noch von den guten Entwicklungen der Vorjahre profitieren. Darüber hinaus taten sich neue Wirtschaftszweige auf. Unter anderem führte der neue Ausbildungscampus im Gesundheitswesen zu einem starken Anstieg der Beschäftigung bei den Frauen. Aber auch andere Beschäftigtengruppen wie Ältere, Ausländer und Teilzeitbeschäftigte konnten vom Zuwachs profitieren.“

„Der Herner Arbeitsmarkt trotzt der Krise weit besser als andere Regionen. Wir stemmen uns gegen den bundesweiten Trend und haben trotz dem ersten Lockdown im ersten Halbjahr 2020 mehr Menschen in Arbeit als noch vor einem Jahr. Das ist ein ausgesprochen gutes Zeichen, das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.“, sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. „Besonders freut mich, dass viele Hernerinnen und Herner aus einer geringfügigen Beschäftigung in eine sozialversicherungspflichtige Stelle wechseln konnten. Damit gewinnen sie Unabhängigkeit und sorgen besser fürs Alter vor. Alle Bevölkerungsgruppen in Herne haben dazu gewonnen. Darüber hinaus haben wir es gemeinsam geschafft, Menschen Chancen zu bieten, die es sonst nicht so leicht auf dem Arbeitsmarkt haben: Frauen haben besonders von der Entwicklung in Herne profitiert, viele Ältere haben eine neue Chance bekommen und eine große Gruppe konnte von Teilzeit in Vollzeit wechseln. Jetzt dürfen wir uns von der Pandemie nicht entmutigen lassen. Stattdessen packen wir gemeinsam mit an und müssen weiter neue Chancen in Herne schaffen.“

Insgesamt 32.909 Arbeitnehmer sind in Herne Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 69,8 Prozent aller Beschäftigten. Von Juni 2019 bis Juni 2020 stieg die Vollzeitbeschäftigung um 193 Personen oder 0,6 Prozent. Circa 14.251 Personen arbeiten in Teilzeit (30,2 Prozent). Dieser Bereich wies im Juni 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 7,2 Prozent oder 960 Personen auf. Geringfügig beschäftigt - und damit nicht sozialversicherungspflichtig - waren in Herne zum Stichtag insgesamt 9.745 Personen. Das ist ein Rückgang um 3,9 Prozent oder 392 Personen.

Gute Zuwächse im Dienstleistungssektor, Gesundheitswesen und im Bereich Verkehr und Logistik

Die 3 Top-Zuwachsbranchen in Herne bleiben der Dienstleistungssektor, das Gesundheitswesen und der Bereich Verkehr und Logistik. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet der Dienstleistungsbereich ein Plus von 11,2 Prozent oder 278 Personen. Da viele kaufmännische Berufe, die auch hier verzeichnet sind, gute Arbeitsmöglichkeiten für Frauen bieten, erklärt sich unter anderem, dass in dieser Personengruppe ein starker Anstieg zu verzeichnen ist.

Der Gesundheitsbereich, auch stark von Frauen nachgefragt, ist bereits seit vielen Jahren ein wachsender Sektor und wird ganz sicher auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Mit Blick auf das Vorjahr wuchs die Beschäftigung hier noch einmal um weitere 3,7 Prozent oder 219 Personen.

Im Bereich Verkehr und Logistik – mit einer der größten Beschäftigungsbereiche in Herne – stieg die Beschäftigung innerhalb eines Jahres um 5,5 Prozent oder 208 Personen. 

Rückläufig ist die Beschäftigung in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, Entsorgungswirtschaft sowie im Bereich der Immobilienwirtschaft, der freiberuflich wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie bei Heimen und im Sozialwesen.