22.01.2021 | Presseinfo Nr. 8

Mehr Menschen in Arbeit

Zur Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bochum

Zum Stichtag am 30. Juni 2020 waren in Bochum insgesamt 137.386 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Damit stieg die Beschäftigung zuletzt im Vergleich zum Vorjahr um 1.009 Beschäftigte, während der Vergleich mit dem Vorquartal noch einen Rückgang um 1.820 Personen verzeichnete. Profitieren konnten, bis auf die Gruppe der 25 bis 55-Jährigen, alle Personengruppen. Besonders hoch war der Anstieg bei den Ausländern, gefolgt von den Älteren. Sowohl die Gruppe der 55- bis 65-Jährigen stieg an sowie auch – und das nun schon zum fünften Mal in Folge – die Gruppe der Personen, die bereits das 65. Lebensjahr überschritten haben. Die Entwicklung der geringfügig entlohnten Beschäftigten hingegen, die nicht sozialversicherungspflichtig sind, ist rückläufig.

„Das ist eine sehr gute Nachricht. Die positive Entwicklung macht deutlich, wie stabil der Bochumer Arbeitsmarkt auch in Zeiten der Pandemie ist und unterstreicht die Attraktivität des Standortes“, freut sich Oberbürgermeister Eiskirch über die gute Entwicklung.

Frank Neukirchen-Füsers, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, erklärt: „Diese gute Entwicklung war erhofft, aber nicht selbstverständlich und ist in Pandemiezeiten ein sehr positives Signal. Mit Blick auf ganz Nordrhein-Westfalen als auch auf das restliche Bundesgebiet ist sie wirklich außergewöhnlich – anderenorts ließ die Beschäftigung zum letzten Stichtagsvergleich fast überall nach. Die lokale Unternehmerschaft konnte teilweise immer noch von den guten Entwicklungen der Vorjahre profitieren. Hinzu kommen die vielen Anfragen und Unternehmungen im Baugewerbe, und das Gesundheitswesen ist und bleibt ein treibender Faktor in der Beschäftigung. Sowohl in der Vollzeit- als auch in der Teilzeitbeschäftigung konnten wir gute Zuwächse verzeichnen. Besonders freut mich aber, dass auch der Bereich der Jüngeren, in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen, einen weiteren Anstieg aufweist. Auch, wenn aktuell die Gruppe der Älteren einen starken Anstieg in der Beschäftigung zu verzeichnen hat, müssen wir weiter an die Zukunft denken. Erfahrene Facharbeiter werden in den nächsten Jahren aus den Betrieben ausscheiden. Daher sollten die Betriebe an deren Nachfolge denken und in Ausbildung investieren.“

Insgesamt 93.714 Arbeitnehmer sind in Bochum in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 68,2 Prozent aller Beschäftigten. Von Juni 2019 bis Juni 2020 stieg die Vollzeitbeschäftigung um 664 Personen oder 0,7 Prozent. Circa 43.672 Personen arbeiten in Teilzeit (31,8 Prozent). Dieser Bereich wies im Juni 2020 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 0,8 Prozent oder 345 Personen auf. Geringfügig beschäftigt – und damit nicht sozialversicherungspflichtig – waren in Bochum zum Stichtag insgesamt 31.790 Personen. Das ist ein Rückgang um 5,3 Prozent oder 1.766 Personen.

Gute Zuwächse im Dienstleistungssektor, Baugewerbe und im Gesundheitswesen 

Die drei Top-Zuwachsbranchen in Bochum sind der Dienstleistungssektor, das Baugewerbe und das Gesundheitswesen.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet der Dienstleistungsbereich in der Stadt ein Plus von 12,5 Prozent oder 569 Personen. Da viele der auch hier verzeichneten kaufmännische Berufe gute Arbeitsmöglichkeiten trotz Pandemie bieten, zum Beispiel durch den Einsatz von Home-Office, ist das nicht weiter verwunderlich. Der Dienstleistungsbereich in Bochum ist stark ausgeprägt und bietet viele Möglichkeiten.

Das Baugewerbe weist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 8,8 Prozent oder 495 Personen auf. Einer der Gründe für diesen Anstieg ist auch die öffentliche Auftragsvergabe, aber auch viele kleine Bautätigkeiten kommen hier zusammen und ließen die Beschäftigung in diesem Bereich steigen.

Der Gesundheitsbereich, auch stark von Frauen nachgefragt, ist bereits seit vielen Jahren ein wachsender Sektor und wird ganz sicher auch in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Mit Blick auf das Vorjahr wuchs die Beschäftigung hier noch einmal um weitere 4,0 Prozent oder 389 Personen.

Rückläufig ist die Beschäftigung in den Bereichen der Arbeitnehmerüberlassung, des Gastgewerbes, das sehr stark unter der Pandemie zu leiden hat, sowie Verkehr und Lagerei.