01.09.2020 | Presseinfo Nr. 41

Arbeitsmarktbericht August 2020

„Im Spätsommer lassen die Auswirkungen der Pandemie auf dem Arbeitsmarkt nach, gleichwohl befindet sich die Arbeitslosigkeit nach wie vor auf einem hohen Niveau. Neben dem saisonüblichen Anstieg im Versichertenbereich und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung ist die positive Dynamik der Zugänge und Abgänge von Arbeitslosen in der Region hervorzuheben. Die Arbeitgeber der Region meldeten der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg einige wenige Stellen zur Besetzung mehr als im Vormonat", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk und den politischen Gebietskörperschaften nach Rechtskreisen

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg normalisiert sich im Vergleich zum Vormonat. Der Anstieg im Versichertenbereich ist saisonüblich, im Grundsicherungsbereich konnte sogar wieder ein Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet werden. Die Zugänge in Arbeitslosigkeit, besonders aus der Erwerbstätigkeit, nahmen im August ab und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit nahm zu.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit deutlicher angestiegen. Besonders ausgeprägt fiel der Anstieg bei der Personengruppe der Jüngeren, der Ausländer, bei den älteren Menschen aus. Der Anstieg konnte in beiden Rechtskreisen beobachtet werden, wobei die Arbeitslosigkeit im Versichertenbereich und hier im Rhein-Sieg-Kreis stärker gestiegen ist. (vgl. Details im Gesamtbericht ab S. 6).

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im August stieg die Jugendarbeitslosigkeit um insgesamt +49 Personen und im Vorjahresvergleich um +699 Personen. Grund ist in diesem Jahr die Verzögerung vieler Ausbildungsgänge durch die pandemiebedingte Verschiebung der Abschlussprüfungen, die dazu führt, dass Absolventen sich erst einen Monat später als üblich für eine Zeit der Übergangsarbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur melden können. Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50+) stieg im Vergleich zum Vormonat um +34 Menschen und im Vorjahresvergleich um +1.868 Personen. Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg im Vorjahresvergleich im Grundsicherungsbereich um +1.327 Personen (+15,3 Prozent). Die Gesamtarbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, stieg im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg moderat um +0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent und überschritt damit den Wert des Vorjahresstandes um +1,3 Prozentpunkte.

Situation zur Kurzarbeit

Für den Juli legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Juli insgesamt 97 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein Sieg Kurzarbeit an. Im Vorjahr zeigten im Monat Juli 11 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Juli insgesamt 1.239 Personen genannt.

17 Unternehmen kamen aus dem Bereich Handel und Reparatur von KFZ (149 betroffene Personen) und jeweils 8 Betriebe kamen aus dem Gastgewerbe und aus weiteren Dienstleistungsbereichen.

Für den August erfasste die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im August insgesamt 37 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für August voraussichtlich insgesamt 251 Personen genannt.

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat April liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 5.859 Betriebe (März: 3.576) konjunkturelle Kurzarbeit. 45.027 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (März: 22.610) wären danach von Kurzarbeit betroffen gewesen.

Zum Vergleich die endgültigen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit (Stand Juli 2020 nach einer Wartezeit von 5 Monaten): Im Februar realisierten 48 Betriebe für 1.068 Beschäftige Kurzarbeitergeld.

„Während vom Arbeitsmarkt erste positive Signale ausgehen, zeigt der deutliche Anstieg in den aktuellen Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit für den April, dass wir die Krise noch nicht überstanden haben und die Stützung des Arbeitsmarktes weiterhin notwendig ist. Daher begrüßen wir die Verlängerung der Kurzarbeit durch die Bundesregierung. Auch der Anreiz zur Qualifizierung während der Kurzarbeit finden wir richtig - bei einer Verbindung von Kurzarbeit und Qualifizierung können die Sozialbeiträge weiterhin zu 100 Prozent erstattet werden. Das kann dabei helfen, den Transformations- und Wandlungsprozesse am Arbeitsmarkt erfolgreich voranzubringen", sagte Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Bis zum aktuellen Berichtsmonat haben 4.969 Jugendliche die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein- Sieg um Mithilfe bei der Ausbildungsplatzsuche gebeten. Das sind -498 Personen oder -9,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Unternehmen und Verwaltungen der Region meldeten der Arbeitsagentur im gleichen Zeitraum 4.681 Ausbildungsstellen, -547 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (-10,5 Prozent). Ende August gab es noch 1.085 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, denen 1.186 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüberstanden.

„Mit unseren regionalen Partnern im Ausbildungsmarkt werden wir in diesem Jahr über den 1. September hinweg uns unter dem Motto „Ausbildung Jetzt!" für die duale Ausbildung stark machen. Wir haben mit den Instrumenten aus dem Handlungskonzept des Ausbildungskonsenses vielfältige Möglichkeiten den Pandemie bedingten Unsicherheiten etwas entgegenzusetzen. Deshalb ist es jetzt wichtig, in Ausbildung zu investieren und sich die Fachkräfte von morgen zu sichern. Für junge Menschen gibt es aktuell noch tolle Chancen auf eine Ausbildungsstelle. Es lohnt sich, jetzt beraten zu lassen und auf Ausbildungsplätze zu bewerben. Die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg ist auch in der aktuellen Situation mit ihren Beratungs- und Unterstützungsangeboten der neutrale und zuverlässige Partner für Unternehmen und Jugendliche", empfiehlt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Den vollständigen Arbeitsmarktbericht finden Sie nebenstehend als pdf-Datei.