30.09.2020 | Presseinfo Nr. 46

Arbeitsmarktbericht September 2020

„Die wirtschaftliche Konjunkturverbesserung trotzt der Corona-Pandemie und lässt die Arbeitslosigkeit sowohl im Versicherten-, als auch im Grundsicherungsbereich fallen. Ursächlich hierfür ist, dass die Statistik mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit, als Zugänge verzeichnen konnte. Somit lassen sich positive Zeichen für den Arbeitsmarkt in Form einer Herbstbelebung unter besonderen Bedingungen erkennen. Mit Blick auf den Vorjahresvergleich bleibt aber noch einiges zu tun, denn die Arbeitslosigkeit ist auf hohem Niveau rückläufig. Der Stelleneingang blieb in diesem Monat stabil. Das geringe Niveau spricht aber eher für eine geringe Arbeitskräftenachfrage. Die Unsicherheit steigender Infektionszahlen und eines regionalen Lockdowns begleiten uns weiterhin", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk und den politischen Gebietskörperschaften nach Rechtskreisen

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg normalisiert sich im Vergleich zum Vormonat. Der Rückgang im Versicherten- und Grundsicherungsbereich ist saisonüblich. Die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus der Erwerbstätigkeit fielen geringer aus, als die Abgänge aus Arbeitslosigkeit, besonders in die Erwerbstätigkeit.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit angestiegen. Der Anstieg betraf alle Personengruppen und konnte in beiden Rechtskreisen beobachtet werden, wobei die Arbeitslosigkeit im Versichertenbereich und hier in Bonn stärker gestiegen ist. (vgl. Details ab S. 6).

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im September fiel die Jugendarbeitslosigkeit um insgesamt -302 Personen und stieg im Vorjahresvergleich um +628 Personen. Personal wird gebraucht und gesucht – viele Schulabgänger haben, zwar erst mit Verzögerung, doch noch ihre Ausbildung gefunden, viele Ausbildungsabsolventen eine Arbeit. Die Wirtschaft setzt auf den Nachwuchs. Der Fachkräftebedarf bleibt ein Thema. Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50+) fiel im Vergleich zum Vormonat um -102 Menschen und stieg im Vorjahresvergleich um +1.900 Personen. Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg im Vorjahresvergleich im Grundsicherungsbereich um +1.327 Personen (+15,3 Prozent). Die Gesamtarbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, fiel im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg um -0,2 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent und überschritt damit den Wert des Vorjahresstandes um +1,3 Prozentpunkte.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

(Neuer Quartalsstichtag: 31.03.2020)

Gegenüber dem Vorquartal Dezember 2019 ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um -0,1% (-317 Beschäftigte) gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um +1,3% (+4.392 Beschäftigte) gestiegen. Im März befanden sich 346.835 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Bestand.

Situation zur konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den August legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im August insgesamt 41 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein Sieg Kurzarbeit an. Im Vorjahr zeigten im Monat August 10 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für August insgesamt 286 Personen genannt.

7 Unternehmen kamen aus dem Bereich Verarbeitendes Gewerbe (135 betroffene Personen) 6 Betriebe kamen aus dem Bereich Handel und Instandhaltung und Reparatur von Kfz (49 betroffene Personen), 5 Betriebe kamen aus dem Baugewerbe und 4 Betriebe aus weiteren Dienstleistungsbereichen.

Für den September erfasste die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im September insgesamt 39 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für September voraussichtlich insgesamt 1.024 Personen genannt.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Mai liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 5.120 Betriebe (April: 5.839) konjunkturelle Kurzarbeit. 48.097 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (April: 46.055) wären danach von Kurzarbeit betroffen gewesen.

Zum Vergleich die endgültigen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit (Stand: August 2020 nach einer Wartezeit von 5 Monaten): Im März realisierten 3.571 Betriebe für 22.697 Beschäftige konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kamen aus dem Gastgewerbe (824 Betriebe mit 5.062 Beschäftigten, darunter alleine aus der Gastronomie: 735 Betriebe mit 4.002 Beschäftigten)), Handel (716 mit 3.397 Beschäftigten, darunter alleine aus dem Einzelhandel: 495 Betriebe mit 2.269 Beschäftigten) Dienstleistungsgewerbe, zum Beispiel Kunst, Unterhaltung und Erholung (554 Betriebe mit 2.107 Beschäftigten), Gesundheitswesen (342 Betriebe mit 1.274 Beschäftigten) und dem Verarbeitenden Gewerbe (192 Betriebe mit 2.572 Beschäftigte).

Im Vorjahresmonat realisierten lediglich 29 Betriebe und 347 Beschäftigte Kurzarbeit.

„Erfreulicherweise ist das Anzeigeverhalten für konjunkturelle Kurzarbeit weiterhin rückläufig. Das gibt uns nun die Gelegenheit in die qualitative Überprüfung der realisierten Kurzarbeit einzusteigen und Missbrauch zu vermeiden.", sagte Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

„Auch, wenn uns im September keine Statistikdaten zum Ausbildungsmarkt vorliegen, möchten wir auf unser gemeinsames Engagement mit unseren Partnern am Ausbildungsmarkt hinweisen. Normalerweise münden wir ab September bereits in die sogenannte Nachvermittlungsphase ein, in dem wir noch auf aktuelle Chancen im Ausbildungsmarkt hinweisen und wir nehmen schon das nächste Ausbildungsjahr in den Blick. In diesem Jahr hat sich das Ausbildungsgeschehen wegen der Corona-Pandemie um mindestens zwei Monate nach hinten verschoben. Deshalb wollen wir uns gemeinsam und unter dem Motto „Ausbildung Jetzt!" für Ausbildungsinteressierte und Arbeitgeber einsetzen. Es lohnt also auch noch für dieses Ausbildungsjahr, sich jetzt beraten zu lassen und auf Ausbildungsplätze zu bewerben. Die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg ist auch in der aktuellen Situation mit ihren Beratungs- und Unterstützungsangeboten der neutrale und zuverlässige Partner für Unternehmen und Jugendliche", empfiehlt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Für Fragen und Anliegen rund um die Studien- und Berufswahl steht die Berufsberatung weiterhin auch telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Bonn Hotline: 0228 924 8000,

E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Siegburg Hotline: 02241 300 800,

E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Den vollständigen Arbeitsmarktbericht finden Sie nebenstehend als pdf-Datei.