14.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg

„Der Vergleich von 2020 zu 2019 zeigt auf dem Arbeitsmarkt der Region Bonn/Rhein-Sieg deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Dennoch ist der Arbeitsmarkt nicht in dem Maße eingebrochen, wie man es hätte erwarten können. Dies ist insbesondere dem Instrument der Kurzarbeit zu verdanken, welches nicht die Arbeitslosigkeit verschleiert, sondern die Chance wahrt, Arbeitslosigkeit zu vermeiden.", erläutert Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, während der gemeinsamen Jahresbilanz zum Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg und der Jobcenter Bonn und Rhein-Sieg.

Robert Zirbes, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Bonn: „Abgesehen davon, dass wir seit Beginn der Pandemie verstärkt telefonisch und digital mit unseren Kundinnen und Kunden kommunizieren, war es hilfreich für die Menschen, dass die Antragstellung in der Corona-Krise vereinfacht wurde. Das bedeutet, es findet vorübergehend eine vereinfachte Vermögensprüfung statt. Vermögen wird bei einer Person erst ab einem Betrag von 60.000€ berücksichtigt (Für jede weitere Person steigt die Grenze um weitere 30.000€). Auch schauen wir momentan bei Neuanträgen nicht darauf, ob die Kosten der Unterkunft angemessen sind. Die gesetzlichen Regelungen zum vereinfachten Zugang zu Leistungen der Grundsicherung laufen momentan bis zum 31. März 2021.

Ganz wichtig zu wissen: Ein Leistungsanspruch beim Jobcenter umfasst lediglich Mittel zum Lebensunterhalt. Anfallende Betriebskosten bei Selbständigen wie beispielsweise Mietkosten für Büros oder Gehälter von Beschäftigten, können nicht übernommen werden."

Bilanz für das Jahr 2020 im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg

  • durchschnittlich monatlich 4.994 Menschen mehr arbeitslos
  • Kurzarbeit erreicht historischen Höhstwert
  • Rückgang der Arbeitskräftenachfrage

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist stabil

Herausragende Kennziffer des Arbeitsmarktes ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Nach dem letzten Datenstand aus Juni 2020 betrug die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Agenturbezirk 343.986 Beschäftigte und ist damit im Vergleich zum Vorjahreswert 2019 stabil. (Juni 2019: 343.981). Das bedeutet einen Rückgang von 5 Beschäftigten. Die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in Bonn/Rhein-Sieg mehrheitlich in den Wirtschaftszweigen Gesundheit- und Sozialwesen, den wirtschaftlichen Dienstleistungen, wie zum Beispiel Rechts-, Unternehmens- und Steuerberatung, dem Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe, der Öffentlichen Verwaltung und der Information und Kommunikation.

Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg liegt die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt insgesamt bei 6,3 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren 31.511 Menschen im Agenturbezirk arbeitslos, das waren 4.994 (+18,8 Prozent) Arbeitslose mehr als im Vorjahr.

Arbeitslosigkeit in den Gebietskörperschaften Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

In Bonn registrierte die Arbeitsmarktstatistik im Jahresdurchschnitt 13.092 Arbeitslose. Das waren +20,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Entsprechend stieg die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt von 6,3 Prozent in 2019, im Jahresdurchschnitt, um +1,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent.

Im Rhein-Sieg-Kreis registrierten die Statistiker im Jahresdurchschnitt 18.420 Arbeitslose. Das waren +17,6 Prozent mehr als der Durchschnitt des Vorjahres 2019. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt stieg um +0,8 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Im Versichertenbereich (SGB III) stieg die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt um +0,6 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um +4.347 Personen oder +49,7 Prozent auf 13.092 Frauen und Männer.

Im Grundsicherungsbereich (SGB II) stieg die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt auf 19.550 Arbeitslose, dass sind +1.778 Personen oder +10 Prozent mehr als 2019. Die Arbeitslosenquote stieg um +0,3 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent.

In Bonn stieg die Anzahl der Arbeitslosen im Grundsicherungsbereich um +1.061 auf 8.827 Personen, dies bedeutet einen Anstieg der Arbeitslosenquote um +0,6 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Im Rhein-Sieg-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich um +717 auf 10.723 Personen, dies bedeutet einen Anstieg der Arbeitslosenquote um +0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent im Jahresdurchschnitt.

Robert Zirbes, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenter Bonn: „In der Bundesstadt Bonn hat sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften innerhalb eines Jahres von rund 13.900 (Dezember 2019) auf über 14.300 (Dezember 2020) (plus ca. 3,0%) erhöht, dies vor allem im Zeitraum von März bis Juni 2020. Im März und April hatten wir einen bisher einmaligen Anstieg an Neuanträgen um teilweise über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Seit Juli 2020 sinkt die Zahl der Bedarfsgemeinschaften in Bonn wieder leicht."

Ralf Holtkötter, Geschäftsführer des Jobcenter Rhein-Sieg: „Man sollte annehmen, dass die Anzahl der Menschen, die Grundsicherungsleistungen beantragen müssen, seit Beginn der Pandemie immer weiter angewachsen ist. Im Rhein-Sieg-Kreis ist das wider Erwarten nicht so.

Das jobcenter rhein-sieg konnte mit 17.200 Bedarfsgemeinschaften das bereits niedrige Vorjahresniveau halten. Es bleibt tatsächlich abzuwarten, wie sich der Arbeitsmarkt weiterentwickeln wird. Die von der Arbeitsagentur betreuten Menschen werden möglicherweise zu einem großen Teil im Laufe des Jahres Grundsicherung bei den Jobcentern beantragen. Die Einschätzung der Größenordnung gleicht allerdings einem Blick in eine trübe Glaskugel, da hier viele Faktoren eine Rolle spielen".

Jugendarbeitslosigkeit

Eines der wesentlichen Ziele von Agentur und Jobcentern besteht in der Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit. Dieses Ziel konnte insbesondere im SGB III Bereich in diesem Jahr pandemiebedingt nicht erreicht werden.

Im Einzelnen ergab sich folgendes Bild:

In 2020 gab es im Jahresdurchschnitt insgesamt 2.752 arbeitslose Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren, 2019 waren es 2.334 (+418 Jugendliche oder +17,9 Prozent).

Betrachtet nach Rechtskreisen gab es im SGB III 1.322 arbeitslose Jugendliche, das sind +370 Jugendliche oder +38,9 Prozent mehr als 2019 (956 arbeitslose Jugendliche).

Im SGB II waren 2020 1.431 Jugendliche arbeitslos, zum Vergleich: 2019 waren es 1.382. Das sind +49 oder +3,5 Prozent arbeitslose Jugendliche mehr.

Ralf Holtkötter, Geschäftsführer des Jobcenter Rhein-Sieg erklärt: „Im Moment stagniert die Vermittlung auf freie Stellen. Dennoch haben wir rund 5.000 Menschen trotz Pandemie in Arbeit gebracht. Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in der Grundsicherung ist im Rhein-Sieg-Kreis erfreulich gesunken. In diesem Jahre werden wir einerseits weiterhin verstärkt auf eine gute Beratung auf verschiedenen Kommunikationswegen setzen, damit viele nach der Pandemie mit einer neu entwickelten Perspektive einen Job finden. Andererseits werden wir in der Vergangenheit erfolgreiche Veranstaltungsformate in digitaler Form weiterentwickeln, um eine andere Art des persönlichen Kennenlernens zu ermöglichen.

Die drei Geschäftsführer der Arbeitsagentur und der Jobcenter erklärten: „Die Nachfrage nach Fachkräften wird nach der Pandemie wieder zum Thema werden. Spätestens dann wird sich der Arbeitsmarkt wieder zu einem Bewerbermarkt entwickeln."

Arbeitslosigkeit von älteren Menschen

In 2020 gab es im Jahresdurchschnitt insgesamt 10.692 arbeitslose Ältere (50 Jahre und älter), 2019 waren es 8.616 (+2.076 Personen oder +24,1 Prozent).

Betrachtet nach Rechtskreisen gab es im SGB III 4.262 arbeitslose Ältere (50 bis unter 65 Jahre), das sind +1.003 Personen oder +30,8 Prozent mehr als 2019 (3.259 arbeitslose Ältere).

Im SGB II waren 2020 5.898 Ältere arbeitslos, zum Vergleich: 2019 waren es 5.357. Dies sind +541 oder +10,1 Prozent arbeitslose Ältere mehr.

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasste für den Agenturbezirk im Dezember 6.600 (Vormonat: 6.638, Vorjahresmonat: 6.664) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 3.590 arbeitslose Personen (Vormonat: 3.725, Vorjahresmonat: 3.025).

Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasste der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 989 (Vormonat: 1.010, Vorjahresmonat: 899) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 623 (Vormonat: 615, Vorjahresmonat: 502) arbeitslose Personen.

Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) betrug der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 5.611 (Vormonat: 5.628, Vorjahresmonat: 5.765) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 2.967 (Vormonat: 3.110, Vorjahresmonat: 2.523) arbeitslose Personen.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration betrug im Dezember in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.184 (Vormonat: 3.191, Vorjahresmonat: 3.152) und im Rhein-Sieg-Kreis 3.416 (Vormonat: 3.447, Vorjahresmonat: 3.512) geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 1.750 (Vormonat: 1.826, Vorjahresmonat: 1.359) und im Rhein-Sieg-Kreis 1.840 (Vormonat: 1.899, Vorjahresmonat: 1.666) arbeitslose Personen.

In 2020 konnten insgesamt rund 1.230 arbeitslose Flüchtlinge nachhaltig in Arbeit gebracht werden.

Die drei Geschäftsführer meinten zur Situation der geflüchteten Menschen: „Die Integration geflüchteter Menschen wird in 2021 wieder einen sehr wichtigen Faktor darstellen." Darin sind sich alle drei Geschäftsführer einig: „Die Integration von geflüchteten Menschen in Ausbildung und Arbeit bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe."

Langzeitarbeitslosigkeit

Robert Zirbes, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenter Bonn „Wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten, um den Langzeitleistungsbezug zu reduzieren. Für 2021 heißt dies u.a., noch mehr nachhaltige Qualifizierungen anzubieten, vor allem solche, die einen Berufsabschluss zum Ziel haben, aber auch Teilqualifizierungen. Wir unterstützen alle Leistungsberechtigten bei ihren beruflichen Qualifizierungen. Die persönlichen Ansprechpartner stehen für Beratungsgespräche zur Verfügung. Gemeinsam mit Interessierten werden die besten Qualifizierungswege in eine dauerhafte Beschäftigung gesucht.

Das Jobcenter Bonn sammelt bereits seit Jahren gute Erfahrungen mit hausinternen Projektstrukturen. Die Beratungen sowie Einzel- und Gruppencoachings können intensiver möglich werden. Ein neues Beratungs- und Förderangebot für Langzeitleistungsbeziehende seit Mai 2020 ist das Teilhabehaus Bonn. Hauptziel ist die gesundheitliche Prävention.

Robert Zirbes: „Häufig scheitern berufliche Integrationsbemühungen an gesundheitlichen Einschränkungen. Eine Arbeit oder Ausbildung kann nicht angetreten werden und Betroffene wissen vielleicht auch nicht, wo sie sich Hilfe holen können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wege zwischen den Institutionen manchmal einfach zu weit und zu kompliziert für Betroffene sind. Hier will das Teilhabehaus näher an den Menschen sein."

Eng vernetzt arbeiten dort 18 Mitarbeiter*innen des Jobcenters mit acht regionalen Einrichtun-gen aus dem sozialen Bereich sowie vier weiteren Kooperationspartnern in einer eigens für das Projekt fertiggestellten Liegenschaft. Das Jobcenter Bonn konnte dafür zusätzlich Fördermittel des Bundes in Höhe von über 16 Millionen Euro für 5 Jahre (2020 - 2024) Laufzeit akquirieren.

Das Arbeitsstellenangebot

Die Nachfrage der Betriebe und Verwaltungen der Region nach Personal fiel pandemiebedingt im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitgeber aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis meldeten 2020 im Jahresdurchschnitt 16.465 Stellen bei der Agentur für Arbeit im Zugang; dass waren -9.069 oder -35,5 Prozent weniger als 2019. Darunter befanden sich 16.296 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen und 107 geringfügige Arbeitsstellen. Mit 14.174 sind die gemeldeten Stellen überwiegend in Vollzeit zu besetzen. Bei 2.161 Stellen handelt es sich um Teilzeitangebote.

Kurzarbeit

Endgültige Werte zur realisierten Kurzarbeit für Juni:

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat August 2020 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 2.732 Betriebe (Juli: 3.167) konjunkturelle Kurzarbeit. 20.033 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Juli: 23.251) waren danach von Kurzarbeit betroffen gewesen.

Zum Vergleich die endgültigen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit (Stand: Dezember 2020 nach einer Wartezeit von 5 Monaten): Im Juni realisierten 3.941 Betriebe für 33.191 Beschäftige konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kamen aus dem Handel (686 mit 4.210 Beschäftigten, darunter alleine aus dem Einzelhandel: 381 Betriebe mit 1.893 Beschäftigten), Gastgewerbe (640 Betriebe mit 4.352 Beschäftigten, darunter alleine aus der Gastronomie: 516 Betriebe mit 2.575 Beschäftigten), Immobilien (404 Betriebe mit 2.640 Beschäftigten), Gesundheitswesen (326 Betriebe mit 3.405 Beschäftigten), Dienstleistungsgewerbe, zum Beispiel Kunst, Unterhaltung und Erholung (353 Betriebe mit 2.260 Beschäftigten) und dem Verarbeitenden Gewerbe (394 Betriebe mit 9.352 Beschäftigten).

Die Kurzarbeiter-Quote stellt den Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dar. Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg lag die Kurzarbeiter-Quote im August bei 5,8 Prozent. Im Vormonat Juli lag sie noch bei 6,8 Prozent.

„Ohne das arbeitsmarktpolitische Instrument der Kurzarbeit wäre es nicht denkbar gewesen, dass im Zuge der Herbstbelebung bereits wieder Arbeitslosigkeit abgebaut und Beschäftigung aufgebaut wird. Im Dezember ist das Anzeigenverhalten für konjunkturelle Kurzarbeit wieder stark angestiegen. Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass nicht jede Anzeige auf Kurzarbeit auch zur realisierten Kurzarbeit wird.", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Ausblick 2021

„Aufgrund der weiterhin anhaltenden Corona-Pandemie und der umfangreichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Vorhersagen über die weitere Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes sind nur schwer möglich. Besonders in Zeiten von Corona sehen wir, dass Fachkräfte weiterhin Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und dringend branchenübergreifend gesucht werden.", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Qualifizierung

Die aktive Arbeitsmarktpolitik unterstützte über Fördermaßnahmen erfolgreich die Arbeitssuche und die Eingliederung in Beschäftigung. Die Statistik verzeichnete zu den Komponenten der sogenannten Unterbeschäftigung insgesamt 35.935 Förderungen zur Integration (SGB III und SGB II), 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Darunter befanden sich 2.108 Förderungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung und 2.238 Förderungen zur Beruflichen Weiterbildung.

Stefan Krause ist der Meinung: „Wir werden die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung auch in 2021 weiter vorantreiben. Der damit einhergehende Strukturwandel wird zurzeit von der Pandemie überdeckt, darf jedoch nicht vergessen werden. Auch die Herausforderungen durch den demographischen und ökologischen Wandel und die sich verstärkenden Fachkräftebedarfe, werden wir durch eine individuelle Förderung der Weiterbildung weiter abfedern. Durch das Qualifizierungs-Chancengesetz ist es möglich, neue Fachkräfte mittels Förderung aus der eigenen Belegschaft heraus zu generieren. Das ermöglicht uns, die Beschäftigung in Unternehmen für die Zukunft besser fördern zu können."

Die Geschäftsführer der Jobcenter Bonn und Rhein-Sieg sind sich einig: „Es bleibt tatsächlich abzuwarten, wie sich der Arbeitsmarkt weiterentwickeln wird. Die Möglichkeit für Selbständige Zuschüsse zu beantragen, um eine Insolvenz zu verhindern, ist Ende 2020 ausgelaufen. Es ist zu vermuten, dass im ersten Quartal 2021 nun mehr Menschen auf die Unterstützung durch Grundsicherungsleistungen angewiesen sind. Das bleibt aber zunächst abzuwarten, eine Prognose zum jetzigen Zeitpunkt ist mehr als schwierig."

Die Bilanz können Sie sich auch gerne als pdf herunterladen:

Der Arbeitsmarkt im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg (PDF, 353 KB)